Clomifen

Clomifen

Grundlagen

Clomifen ist ein Antiöstrogen und Ovulationsauslöser und gehört zur Gruppe der selektiven Estrogenrezeptormodulatoren. Es wird zur Auslösung des Eisprungs zur Verbesserung der Fruchtbarkeit bei Frauen mit Kinderwunsch sowie bei einigen Formen der ausbleibenden Monatsblutung eingesetzt. Im Sport wird das Antiöstrogen eingesetzt, um die Nebenwirkungen eines missbräuchlichen Anabolikakonsums zu verringern.

Medikamente mit Clomifen

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Clomifen FERRING 50 mg Tabletten Clomifen Ferring Arzneimittel GmbH
Clomifen-ratiopharm 50mg Tabletten Clomifen Ratiopharm GmbH
ClomHEXAL 50 mg Tabletten Clomifen HEXAL AG

Wirkung

Pharmakodynamik
Das Anti√∂strogen blockiert die Bindung von √Ėstrogen an Rezeptoren der Hypophyse. Daraufhin sch√ľttet die Hirnanhangsdr√ľse vermehrt die Hormon FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) aus. Diese l√∂sen eine verst√§rkte Reifung der Eizellen sowie den Eisprung aus.

Pharmakokinetik
Clomifen ist ein Prodrug und wird in der Leber in die aktiven Metaboliten umgewandelt. Die Wirkung setzt f√ľnf bis zehn Tage nach Beginn der Therapie ein. Die Halbwertszeit liegt bei etwa f√ľnf Tagen, wobei die Ausscheidung gr√∂√ütenteils √ľber den Stuhl geschieht. Auch sechs Wochen nach Beendigung der Therapie k√∂nnen noch Spuren des Anti√∂strogens ausgeschieden werden.

Wechselwirkungen
Bislang sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

Toxizität

Nebenwirkungen
Die h√§ufigste Nebenwirkung ist eine reversible Vergr√∂√üerung der Eierst√∂cke. Weiterhin k√∂nnen Sehst√∂rungen, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Bauchschmerzen sowie verst√§rkte Blutungen aus der Geb√§rmutter auftreten. Selten kann es zu erh√∂hten Werten der Blutfette, Leberentz√ľndung oder reversiblem Haarausfall kommen. Durch Ausl√∂sung eines mehrfachen Eisprungs ist die Rate an Zwillings- oder Drillingsschwangerschaften deutlich erh√∂ht. Es wurde ein erh√∂htes Risiko f√ľr schwarzen Hautkrebs und Schilddr√ľsenkarzinome unter Therapie mit Clomifen gezeigt. Einige Studien zeigten Hinweise auf vermehrte F√§lle an Eierstockkrebs, was in nachfolgenden Studien jedoch nicht best√§tigt werden konnte.

Toxikologische Daten
Im Mausversuch wurden die mittleren letalen Dosen von 390 mg/kg bei intraperitonealer sowie von 1700 mg/kg bei oraler Applikation ermittelt.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code G03GB02
Summenformel C26H28ClNO
Molare Masse (g¬∑mol‚ąí1) 405,966
Schmelzpunkt (¬įC) 116,5 - 118
Siedepunkt (¬įC) 509
PKS Wert 9,31
CAS-Nummer 911-45-5
PUB-Nummer 2800
Drugbank ID DB00882

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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