Acimethin - Filmtabletten

Abbildung Acimethin - Filmtabletten
Wirkstoff(e) L-Methionin
Zulassungsland Österreich
Hersteller Mylan Österreich GmbH
Suchtgift Nein
Psychotrop Nein
Zulassungsdatum 06.03.1989
ATC Code G04BA; V03AB26
Abgabestatus Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Pharmakologische Gruppe Urologika

Zulassungsinhaber

Mylan Österreich GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofĂŒr wird es verwendet?

Acimethin ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Harnwegserkrankungen und der Paracetamol- Vergiftung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.

Anwendungsgebiete

1. In der Urologie als harnansÀuernde Substanz

  • Zur Hemmung des Bakterienwachstums bei Harnwegsinfektionen, auch zur Vorbeugung bei chronisch auftretenden Harnwegsinfektionen.
  • Bei der Therapie mit verschiedenen Antibiotika (Ampicillinen, Carbenicillinen) sowie Sulfonamiden, Nitrofurantoin und NalidixinsĂ€ure, zur Optimierung ihrer Wirkung im sauren Harnmilieu (pH 5-6).
  • Zur Verbesserung der Steinlöslichkeit und zur Vermeidung von Steinneubildungen, in erster Linie bei Infekt- / Phosphatsteinen.

2. Zur Behandlung der Paracetamol-Vergiftung

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Was mĂŒssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Acimethin beachten? Acimethin darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Methionin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile von Acimethin sind
  • von SĂ€uglingen
  • wenn Sie an einer oder mehreren der folgenden Erkrankungen leiden:

    • Homocysteinurie (angeborene Stoffwechselerkrankung)
    • HarnsĂ€ure- und Zystinsteinleiden
    • Niereninsuffizienz (EinschrĂ€nkung der Nierenfunktion)
  • Oxalose (vermehrte Ablagerung von Calciumoxalatkristallen in Nierengeweben und/oder anderen Organen)
  • Methionin-Adenosyltransferase-Mangel (bestimmte Stoffwechselerkrankung)
  • ÜbersĂ€uerung des Blutes (metabolische Azidose, z.B. renal-tubulĂ€re Azidose)
  • Leberfunktionsstörung

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Acimethin einnehmen.

  • Bei einem Mangel an FolsĂ€ure, Vitamin B2, B6 und/oder B12 kann es unter der Behandlung mit L-Methionin zu einer vermehrten Bildung des Stoffwechselproduktes Homocystein im Blut kommen, was als Risikofaktor fĂŒr die zur „Verkalkung“ fĂŒhrenden WandverĂ€nderungen der BlutgefĂ€ĂŸe angesehen werden kann.
    Deshalb ist bei einer Langzeitanwendung von Acimethin auf eine ausreichende Aufnahme von B-Vitaminen und FolsÀure mit der Nahrung zu achten. Gegebenenfalls sollte eine ergÀnzende Einnahme erfolgen.
  • Bei einer Unterfunktion der SchilddrĂŒse kann der Homocysteinspiegel im Blutplasma erhöht sein. Deshalb ist vor einer Behandlung mit L-Methionin die SchilddrĂŒsenfunktion durch den Arzt zu ĂŒberprĂŒfen.
  • Unter Methioninbelastung kann es zu einer erhöhten Calciumausscheidung im Urin (Hypercalciurie) kommen. Bei Langzeitanwendung von Acimethin ist deshalb auf eine regelmĂ€ĂŸige Ă€rztliche Kontrolle des Mineralhaushalts zu achten.
  • Bei Azidose-gefĂ€hrdeten Patienten sollte die langfristige Behandlung mit Acimethin unter regelmĂ€ĂŸiger Kontrolle des SĂ€ure-Basen-Haushaltes im Blut erfolgen.
  • Bei bestimmten Lebererkrankungen besteht die Gefahr der Entstehung von Stoffen, die schĂ€dliche Wirkungen auf das Gehirn und die Nerven haben. Diese Patienten sollten kein Methionin einnehmen.

Kinder

Zur Anwendung von Acimethin bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Acimethin sollte deshalb bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.

Hinweis:

Der vom Wirkstoff L-Methionin herrĂŒhrende, charakteristische Geruch und Geschmack von Acimethin kann von manchen Patienten als unangenehm empfunden werden. Bei diesem Geruch und Geschmack handelt es sich jedoch um eine jeweils substanzspezifische Eigenschaft, die nicht nur

L-Methionin, sondern auch vielen anderen schwefelhaltigen organischen Verbindungen zu eigen ist und somit keinen QualitÀtsmangel darstellt.

Schwangerschaft, Stillzeit und FortpflanzungsfÀhigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Es liegen keine hinreichenden Daten fĂŒr die Verwendung fĂŒr L-Methionin wĂ€hrend der Schwangerschaft und Stillzeit vor. Schwangere und Stillende sollten Acimethin nur nach einer sorgfĂ€ltigen Nutzen-Risiko- AbwĂ€gung durch den Arzt einnehmen.

VerkehrstĂŒchtigkeit und FĂ€higkeit zum Bedienen von Maschinen

Acimethin hat keinen oder einen zu vernachlĂ€ssigenden Einfluss auf die VerkehrstĂŒchtigkeit und die FĂ€higkeit zum Bedienen von Maschinen.

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Wie wird es angewendet?

Wie ist Acimethin einzunehmen?

Nehmen Sie Acimethin immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung:

fĂŒr Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (falls vom Arzt nicht anders verordnet):

Zur HarnansÀuerung:

Im Allgemeinen genĂŒgen 3mal tĂ€glich 1-2 Filmtabletten.

Um eine schnelle HarnansÀuerung zu erreichen, ist es sinnvoll, die Therapie mit 3mal tÀglich 2 Filmtabletten zu beginnen. In besonderen FÀllen kann durch den Arzt bei nicht azidosegefÀhrdeten Patienten, eine höhere Einnahmemenge angeordnet werden.

Therapeutisch angestrebt wird ein pH-Wert des Urins kleiner pH 6. Dabei muss berĂŒcksichtigt werden, dass die Wirkung von Acimethin auch erst nach 5-6 Tagen eintreten kann.

Art und Dauer der Anwendung: Zum Einnehmen.

Die Filmtabletten werden unzerkaut mit etwas FlĂŒssigkeit vor den Mahlzeiten eingenommen.Die Anwendungsdauer wird vom Arzt bestimmt und richtet sich ausschließlich nach der therapeutischen Notwendigkeit.

Bei Paracetamol-Vergiftung:

Im Abstand von 4 Stunden mĂŒssen 5 Filmtabletten bis zu einer Gesamtdosis von 20 Filmtabletten verabreicht werden. Die erste Gabe von Acimethin muss innerhalb von 10 Stunden nach Vergiftungsbeginn erfolgen.

Bei bewusstlosen Patienten können die Filmtabletten nach vorheriger Zerkleinerung auch durch eine Magensonde zugefĂŒhrt werden.

Anwendung bei Kindern

Zur Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Acimethin sollte daher von Kindern unter 12 Jahren nicht eingenommen werden.

Wenn Sie eine grĂ¶ĂŸere Menge von Acimethin eingenommen haben, als Sie sollten

L-Methionin, der Wirkstoff von Acimethin, gehört zu den AminosĂ€uren, die der menschliche Organismus nicht selbst bilden kann, die er aber zum Eiweißaufbau benötigt. In vielen Nahrungsmitteln ist L- Methionin natĂŒrlicherweise enthalten.

Akute Überdosierungserscheinungen sind bisher nicht aufgetreten. Bei einer langfristigen Überdosierung (ĂŒber 15 g/Tag) können Organatrophien von z.B. OhrspeicheldrĂŒse und UnterzungenspeicheldrĂŒse auftreten.

Wenn Sie die Einnahme von Acimethin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern setzen Sie die Einnahme von Acimethin so fort, wie in dieser Packungsbeilage angegeben ist oder von Ihrem Arzt verordnet wurde.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Einnahme von Acimethin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Gabe von Wirkstoffen, die durch die AnsĂ€uerung des Harns in der Niere verstĂ€rkt rĂŒckresorbiert werden (z.B. Ampicillinen, Carbenicillinen, Sulfonamiden, Nitrofurantoin und NalidixinsĂ€ure), kann es ĂŒber eine VerlĂ€ngerung der Plasma-Halbwertszeit zu einer WirkungsverstĂ€rkung kommen.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Levodopa (Arzneimittel zur Behandlung des Parkinson-Syndroms) und L-Methionin kann die Wirkung von Levodopa vermindert werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kĂŒrzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mĂŒssen.

FĂŒr Acimethin sind folgende Nebenwirkungen beschrieben worden:

Gelegentliche Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000):

leichte Verdauungsbeschwerden und unangenehmer Mundgeruch.

Seltene Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000):

  • Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Übelkeit oder Durchfall
  • SchlĂ€frigkeit und Reizbarkeit.

Nicht bekannt (HĂ€ufigkeit auf Grundlage der verfĂŒgbaren Daten nicht abschĂ€tzbar)

Verschiebungen des Blut-pH-Wertes bei Patienten mit Tendenz zu Azidose (ÜbersĂ€uerung des Blutes) in den sauren Bereich.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fĂŒr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt ĂŒber das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt fĂŒr Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5

1200 WIEN ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen ĂŒber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur VerfĂŒgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

FĂŒr dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich

Bewahren sie dieses Arzneimittel fĂŒr Kinder unzugĂ€nglich auf.

Sie dĂŒrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blisterstreifen nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltabfall. Fragen Se Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

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Weitere Informationen

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Acimethin enthÀlt

  • Der Wirkstoff ist: L-Methionin.
    1 Filmtablette enthÀlt 500 mg L-Methionin.
  • Die sonstigen Bestandteile sind:
    Povidon (K30), Magnesiumstearat, Crospovidon, Hochdisperses Siliciumdioxid, CarboxymethylstÀrke-Natrium, Mikrokristalline Cellulose, Macrogol 6000, Talkum, Poly[butylmethacrylat-co-(2-dimethylaminoethyl)-methacrylat-co-methylmethacrylat] (1:2:1), Titandioxid (E 171), Eisen(III)-oxid (E172), Hypromellose.

Wie Acimethin aussieht und Inhalt der Packung

Acimethin sind runde, gewölbte Filmtabletten von mattroter bis grauroter Farbe mit weißem Tablettenkern in einer DurchdrĂŒckpackung.

PackungsgrĂ¶ĂŸen: 50 und 100 Filmtabletten

Pharmazeutischer Unternehmer

Mylan Österreich GmbH, 1110 Wien

Hersteller: Merckle GmbH, Ludwig-Merckle-Strasse 3, D-89143 Blaubeuren, Deutschland

Z.Nr. 1-18611

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt ĂŒberarbeitet im September 2020.

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Zuletzt aktualisiert: 26.07.2023

Quelle: Acimethin - Filmtabletten - Beipackzettel

Wirkstoff(e) L-Methionin
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Psychotrop Nein
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Verschreibungsstatus Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden