Mittelkettige Triglyceride

Mittelkettige Triglyceride

Grundlagen

Mittelkettige Triglyceride (MCTs) ist die Bezeichnung f√ľr Fette mit Fetts√§uren mittlerer Kettenl√§nge. Die Fette kommen nat√ľrlich in Lebensmitteln wie Kokosnuss√∂l, Palm√∂l und Butter vor.
Im Gegensatz zu langkettigen Fetts√§uren werden die MTCs im Darm schneller zerlegt und aufgenommen und √ľber das Blut direkt zu den Zielorganen transportiert. Aus diesem Grund werden mittelkettige Fetts√§uren in der di√§tetischen Ern√§hrungstherapie bei Erkrankungen, die mit einer Mangelern√§hrung und Malabsorption (unzureichende Aufnahme) einhergehen, sowie als Kalorienquelle eingesetzt.

Daneben sind die mittelkettigen Triglyceride als Hilfsstoffe in Arzneimitteln enthalten und werden als Salbengrundlage verwendet.

Im Vergleich zu langkettigen Triglyceriden und anderen Nahrungsfetten weisen MCTs einen um 10% niedrigeren Energiegehalt und eine h√∂here Steigerung des Energieverbrauches auf. Trotz mehrerer Studien und Untersuchungen fehlen die wissenschaftlichen Beweise f√ľr eine langfristige und nachhaltige Gewichtskontrolle durch mittelkettige Triglyceride.

Medikamente mit Mittelkettige Triglyceride

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Nutriflex Lipid special ohne Elektrolyte Emulsion zur Infusion Sojaöl Mittelkettige Triglyceride B. Braun Melsungen AG

Wirkung

Pharmakodynamik

Die mittelkettigen Triglyceride werden in Glycerin und mittelkettige Fetts√§uren gespalten und √ľber die Pfortader im Blut direkt zur Leber transportiert. Dort werden die Fetts√§uren zur Energiegewinnung durch die beta-Oxidation oxidiert und das Acetyl-Coenzym A gebildet. Da im Organismus die mittelkettigen Fetts√§uren bevorzugt oxidiert werden, resultiert dies in einem erh√∂hten Energieverbrauch. Fetts√§uren sind wichtige Ausgangsstoffe f√ľr die Energiegewinnung und wichtig f√ľr die Membranstruktur und -funktion. Au√üerdem regulieren sie die Genexpression und sind Vorstufen f√ľr bioaktive Molek√ľle.

Pharmakokinetik

Die Absorption erfolgt schnell und passiv durch den Gastrointestinaltrakt √ľber die Pfortader, schwach an Serumalbumin gebunden, zur Leber. Die mittelkettigen Fetts√§uren werden nach der beta-Oxidation in die freien Fetts√§uren Alpha-Linolens√§ure und Linols√§ure gespalten. Diese wiederum werden durch Ents√§ttigungs- und Verl√§ngerungsschritte verstoffwechselt, bis die Folgeprodukte Eicosapentaens√§ure, Docosahexaens√§ure und Arachidons√§ure entstehen.
Die Plasmahalbwertszeit von MTCs beträgt 11 Minuten.

Kontraindikationen

Mittelkettige Triglyceride sollten nicht bei einer möglichen Ketoazidose (Stoffwechselentgleisung) und bei Oxidationsstörungen mittelkettiger Fettsäuren angewendet werden.

Toxizität

Toxikologische Daten

In mehreren klinischen Studien wurden MCTs in Dosen von 1g/kg sicher von Menschen konsumiert.
Bei der √úberschreitung der empfohlenen Dosis bei intraven√∂sen Lipidemulsionen wurde selten das Fett√ľberladungssyndrom beobachtet, welches zu einer pl√∂tzlichen Verschlechterung des Patientenzustands f√ľhrt.

Chemische & physikalische Eigenschaften

Aggregatzustand fl√ľssig
Dichte (g¬∑cm‚ąí3) 0,95
CAS-Nummer 438544-49-1
Drugbank ID DB13959

Quellenangaben

Redaktionelle Grundsätze

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Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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