Torasemid

Torasemid

Grundlagen

Torasemid ist ein harntreibendes Medikament zur Behandlung von Fl√ľssigkeits√ľberlastung aufgrund von Herzinsuffizienz, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Bluthochdruck. Es geh√∂rt zur Gruppe der Schleifenduiretika. Es f√ľr die Behandlung von hohem Blutdruck allerdings nicht erste Wahl. Torasemid wird durch den Mund oder durch Injektion in eine Vene eingenommen.

Medikamente mit Torasemid

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Torasemid Hexal 10 mg - Tabletten Torasemid Hexal Pharma GmbH
Torasemid Hexal 2,5 mg - Tabletten Torasemid Hexal Pharma GmbH
Torasemid Hexal 20 mg - Tabletten Torasemid Hexal Pharma GmbH
Torasemid Hexal 5 mg - Tabletten Torasemid Hexal Pharma GmbH

Wirkung

Pharmakodynamik

Torasemid geh√∂rt zu den Schleifendiuretika und wirkt somit √ľber eine Steigerung der Natriumkonzentration in der medull√§ren dicken aufsteigenden Henle-Schleife durch Hemmung der Na+/K+/Cl-Pumpe an der luminalen Zellmembranoberfl√§che. Dadurch wird in den nachfolgenden Abschnitten des Nephrons mehr Wasser aus dem Blut resorbiert und ausgeschieden. Durch den Volumenverlust wird der Blutdruck im K√∂rper gesenkt. ¬†

Pharmakokinetik

Torasemid ist das Diuretikum mit der h√∂chsten oralen Bioverf√ľgbarkeit auch in fortgeschrittenen Stadien der chronischen Nierenerkrankung. Diese liegt in der Regel bei √ľber 80 %, unabh√§ngig vom Zustand des Patienten. Torasemid ist in hohem Ma√üe an Plasmaproteine gebunden. Der gebundene Teil macht meist √ľber 99% aus. Torasemid wird in der Leber verstoffwechselt wonach nur 20 % der Dosis unver√§ndert bleiben. Torasemid wird √ľber die hepatischen CYP2C8 und CYP2C9 haupts√§chlich zu 5 Metaboliten verstoffwechselt. Der gr√∂√üte Teil der gegebenen Dosis wird √ľber den Stuhl ausgeschieden (80%).

Wechselwirkungen

Mit Arzneimitteln, die √ľber die gleichen Enzyme abgebaut werden ( CYP2C8 und CYP2C9) oder mit Arzneimitteln, welche diese Enzyme induzieren, k√∂nnen Interaktionen auftreten.

Toxizität

Nebenwirkungen

Schleifendiuretika, einschließlich Torsemid, können den Gesamtkörperthiaminspiegel senken, insbesondere bei Personen mit schlechter Thiaminaufnahme. Dieser Thiaminmangel kann eine Herzinsuffizienz verschlimmern. Es ist daher sinnvoll, bei Personen, die mit chronischen Schleifendiuretika behandelt werden, entweder zusätzlich Thiaminpräparate zu verabreichen oder den Thiaminspiegel im Blut zu kontrollieren. 

H√§ufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, vermehrtes Wasserlassen, Durchfall, Husten und Schwindel. Andere Nebenwirkungen k√∂nnen H√∂rverlust und niedriges Blutkalium und Magnesium sein. Torasemid ist ein Sulfonamid und kann daher zu allergischen Reaktionen f√ľhren. Es kann zu einer Harns√§ureretention kommen, was einen Gichtanfall beg√ľnstigt. Weiters tritt eine verminderte Glucosetoleranz auf.

Die Verwendung in der Schwangerschaft oder Stillzeit wird nicht empfohlen.

Kontraindikationen

  • √úberempfindlichkeit
  • Nierenversagen
  • Anurie
  • schwere Leberinsuffizienz
  • Hypokali√§mie
  • Hyponatri√§mie

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral): ¬†> 5000 mg¬∑kg‚ąí1

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code C03CA04
Summenformel C16H20N4O3S
Molare Masse (g¬∑mol‚ąí1) 348,42
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (¬įC) 163‚Äď164
PKS Wert 6,44
CAS-Nummer 56211-40-6
PUB-Nummer 41781
Drugbank ID DB00214

Quellenangaben

  • PubChem
  • Drugbank
  • Aktories, F√∂rstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsvier, 2017

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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