Arthrose (Gelenkabnutzung)

Arthrose (Gelenkabnutzung)
Internationale Klassifikation (ICD) M19.-

Grundlagen

Beschreibung

Auch Gelenke sind von Verschlei√ü nicht ausgenommen. Eine schmerzhafte, √ľberm√§√üige Abnutzung der Knorpelschicht von Gelenken wird Arthrose genannt. Mit der Zeit sind Knochen, Muskeln, Gelenkkapseln und B√§nder ebenfalls betroffen.

Am häufigsten betroffen sind stark beanspruchte Gelenke von:

  • Wirbels√§ule
  • H√ľfte
  • Knie
  • F√ľ√üe

Bis heute kann Arthrose nicht geheilt werden. Jedoch können auftretende Symptome wie Schmerzen gemildert und ein Fortschreiten der Abnutzung eingedämmt werden.

Ist ein Gelenk besonders schwer von der Krankheit betroffen, kann es durch ein k√ľnstliches Gelenk (Endoprothese), ersetzt werden.

Von allen Erkrankungen, die Gelenke betreffen, ist Arthrose weltweit die h√§ufigste. Beinahe jeder Mensch ist fr√ľher oder sp√§ter betroffen, meist an Knie- oder H√ľftgelenken.

Ursachen

Der Grundstein f√ľr Arthrose wird gelegt, sobald der Knorpel eines Gelenks √ľberbelastet wird. Bei einer bereits bestehenden Sch√§digung reicht sogar eine normale Belastung aus.

Aus welchem Grund manche Personen fr√ľher (z.T. bereits in der Jugend) betroffen sind und manche nicht, konnte bislang nur unzureichend gekl√§rt werden. Als Hauptursachen stehen weiterhin √úberbelastung und langj√§hrige Fehlbelastung fest.

Mögliche Risikofaktoren:

  • erbliche Faktoren (v.a. bei Fingergelenken)
  • angeborene Fehlstellungen (z.b. X- oder O-Beine, H√ľftgelenksdysplasie)
  • falsch verheilte Verletzungen oder Operationen (z.b. Meniskus, Kreuzband)
  • jahrelange √úberbelastung (z.b. Leistungssport, √úbergewicht und schwere k√∂rperliche Arbeit)
  • Stoffwechselerkrankungen (z.b. Diabetes mellitus)

Symptome

Eine beginnende Arthrose l√§sst sich nicht leicht erkennen. Es treten eher unscheinbare Beschweren wie z.b. Steifigkeit, Wetterf√ľhligkeit oder ein unsicherer Gang auf.

Anlaufschmerzen sind eindeutigere Warnzeichen. Es handelt sich dabei um Gelenksschmerzen beim Beginn einer Bewegung, die bei anhaltender Bewegung nachlassen.

Schreitet die Abnutzung der Gelenke fort, werden auch die Beschweren deutlicher:

  • Schmerzen bei Sto√übelastung (z.b. Bergablaufen)
  • √ľberw√§rmte, ger√∂tete Gelenke (Entz√ľndung durch abgeriebenes Material, aktivierte Arthrose)
  • Verformung von Gelenken (bis zur Unbeweglichkeit)
  • Ruheschmerz
  • n√§chtlicher Schmerz

Wie stark der Schmerz ist, wechselt sich √ľblicherweise in mehr oder weniger ausgepr√§gten Phasen ab.

Diagnose

Arthrotische Veränderungen lassen sich anhand einer Röntgenuntersuchung feststellen, ebenso wie der Grad der Abnutzung.

Sichtbarer Krankheitsfortschritt und dazu gehöriges subjektives Empfinden sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Deshalb kann auch eine leichte Arthrose bereits starke Schmerzen verursachen.

Ob die Beweglichkeit eingeschränkt ist, wird mit Hilfe einer körperlichen Untersuchung festgestellt.

Abhängig von Schmerzen und evtl. Bewegungseinschränkung wird dann eine Behandlungsstrategie festgelegt.

Therapie

Bereits abgenutzte Gelenke lassen sich bis zum heutigen Zeitpunkt nicht regenerieren. Deshalb ist ein fr√ľhzeitiges Erkennen der Krankheit √§u√üerst wichtig.

Gelenke entlasten

Der Krankheitsverlauf lässt sich positiv beeinflussen, z.b. durch eine Entlastung der Gelenke.

Übergewichtige Personen sollten aus diesem Grund dringend ihr Körpergewicht reduzieren. Mit orthopädischen Hilfen (Handstock, Pufferabsätze, Einlagen) können Fehlstellungen ausgeglichen und Beschwerden gelindert werden.

Der Ernährungszustand des Knorpels verbessert sich durch Bewegung ohne Belastung (Schwimmen, Fahrrad fahren mit sehr leichten Gängen), was dem Fortschreiten der Abnutzung entgegengewirkt.

Positive Effekte ziehen auch Krankengymnastik und physikalische Therapie nach sich. Massagen, Wärme- und Kältebehandlung stärken die Muskulatur und schonen dadurch Gelenke.

Medikamente und Arzneien

Schmerzen und Entz√ľndungen lassen sich durch Medikamente mildern.

Die Schmerztherapie wird in kortisonhaltige und kortisonfreie Arzneien (sog. Nichtsteroidale Antiphlogistika und COX-2 Hemmer) unterteilt. Es gibt auch die Möglichkeit, Kortison direkt in die Gelenke zu injizieren (in besonders schweren Fällen).

Manche √Ąrzte empfehlen, Hyalursons√§ure als Gelenksschmiere in betroffene Gelenke zu spritzen. Es gibt Patienten, die nach 3-6 Injektionen sehr gut darauf ansprechen und sich Beschwerden zwischen 6 und 12 Monaten bessern.

Des Weiteren werden in vielen Apotheken und Drogerien Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Diese Präparate sollen durch Inhaltsstoffe wie Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat dem Knorpelaufbau dienen. Die Wirkung ist bislang noch nicht eindeutig erwiesen, manche Studien zeigen jedoch einen positiven (stabilisierend, beschwerdelindernd), andere keinen Effekt.

K√ľnstliches Gelenk

Bei Patienten mit besonders ausgepr√§gter Arthrose gibt es die M√∂glichkeit einer Operation. Dabei wird im Zuge eines chirurgischen Eingriffs das besch√§digte Gelenk durch eine Prothese (k√ľnstliches Gelenk) ersetzt. Danach folgt ein Krankenhausaufenthalt (bis zu 2 Wochen) und physiotherapeutisches Training zum Muskelaufbau und Erlernen des Umgangs mit dem neuen Gelenk.

Je nach Lebensstil, Aktivit√§t und Beanspruchung der Prothese, bleibt sie rund 20 Jahre oder sogar l√§nger funktionst√ľchtig. Bei Bedarf kann ein Austausch erfolgen.

K√ľnstliches Gewebe

Durch den rasenden Fortschritt der Biotechnologie besteht mittlerweile die M√∂glichkeit, Knorpelgewebe zu z√ľchten. Als Ausgangsgewebe dient k√∂rpereigener Knorpel, welcher k√ľnstlich gez√ľchtet (tissue engineering) und implantiert wird. Das Einsetzen muss jedoch erfolgen, bevor der Knochen unter dem betroffenen Gelenk besch√§digt wird.

Man erhofft sich zuk√ľnftig vor allem f√ľr Kniegelenke gute Erfolge.

Prognose

Bis heute kann man eine Sch√§digung von Knorpel und Knochenmaterial nicht r√ľckg√§ngig machen.

Die Therapie beschr√§nkt sich darauf, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen. Trotz der tendenziell negativen Prognose, sollte jede zur Verf√ľgung stehende Therapie genutzt werden.

Vorbeugen

Um einer Arthrose vorzubeugen, m√ľssen vor allem Fehl- und √úberbelastungen von Gelenken vermieden werden. Die Korrektur von Fehlstellungen kann manchmal sinnvoll sein (Operation von X- und O-Beinen).

Wer unnötige Kilos verliert, entlastet seinen Körper am besten.

Bewegung stärkt Muskulatur und Knorpel. Besonders gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Fahrradfahren sind zu empfehlen, um die Knorpelernährung zu fördern. Parallel dazu empfiehlt sich ein gezieltes Muskelaufbautraining, wodurch Bewegungen sicherer und einseitige Belastungen vermieden werden.

Versuchen Sie deshalb, mehr Bewegung in Ihren Alltag einzubauen. Beispielsweise könnten Sie kleine Einkäufe mit dem Fahrrad erledigen, oder einen kurzen Spaziergang dem Auto vorziehen.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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