BauchspeicheldrĂŒsenkrebs (Pankreaskarzinom)

BauchspeicheldrĂŒsenkrebs (Pankreaskarzinom)
Internationale Klassifikation (ICD) C25.-

Grundlagen

Beschreibung

Zu den selteneren aber trotzdem gefĂ€hrlichen Tumorerkrankungen zĂ€hlt das Pankreaskarzinom (BauchspeicheldrĂŒsenkrebs). In Österreich sind 3,7% aller Krebserkrankungen dieser Art, die meisten Betroffenen finden sich zwischen der 6. und 8. Lebensdekade.

Das Pankreas (BauchspeicheldrĂŒse) befindet sich hinter dem Magen und produziert sowohl VerdauungssĂ€fte, die verschiedene Bestandteile der Nahrung aufspalten, als auch die Hormone Insulin und Glukagon, welche gemeinsam fĂŒr die Regulation des Blutzuckerspiegels verantwortlich sind.

Wenn die BauchspeicheldrĂŒse tumorös verĂ€ndert ist, kommt es dennoch sehr selten zu einem kompletten Ausfall der Organfunktion. Weitaus öfter werden benachbarte Organe beeintrĂ€chtigt. Das ist darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass Leber- und Gallensekrete zuerst in den großen Pankreasgang mĂŒnden und erst ĂŒber diesen in den DĂŒnndarm fĂŒhren.

Wenn eine Wucherung den zusammen genutzten AusfĂŒhrungsgang verstopft, kommt es zu einer Sekretstauung in allen drei Organen. Dieser Umstand hat eine BeeintrĂ€chtigung der Verdauung und möglicherweise auch EntzĂŒndungen zur Folge.

Pankreasschwank-Karzinom

www.MedicalGraphics.de (CC BY-ND 4.0 DE)

Ursachen

Zu 90% wird BauchspeicheldrĂŒsenkrebs durch eine bösartige Mutation (Umwandlung) jener Zellen verursacht, welche den AusfĂŒhrungsgang auskleiden (duktaler exokriner Tumor). Sehr viel seltener, bei ca. 1 von 10 Patienten, finden sich sog. endokrine Tumore. Diese können zum Beispiel an den hormonproduzierenden Zellen (Langerhans-Inseln) entstehen, welche sich in den DrĂŒsenlĂ€ppchen finden.

Weshalb es zu VerĂ€nderungen kommt, die Tumoren der BauchspeicheldrĂŒse entstehen lassen, ist bis heute weitgehend unbekannt. Als gesichert gelten jedoch einige Risikofaktoren, welche die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen:

Rauchen

FĂŒr jede rauchende Person erhöht sich das Risiko um etwa den Faktor 3,5.

Alkohol

Starker, ĂŒbermĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum steigert die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung etwa 2,5-fach, im Zusammenhang mit anderen Faktoren (Rauchen!) multipliziert sich das Risiko vermutlich.

Vorerkrankungen

Wer bereits eine Magenoperation hinter sich hat (z.b. wegen einem MagengeschwĂŒr), ist auch fĂŒr Pankreaskarzinome anfĂ€lliger.

Genetische VerÀnderungen

Seltener ist die erbliche Form von BauchspeicheldrĂŒsenkrebs, diese macht ca. 5-10% aller FĂ€lle aus.

Giftstoffe

Gifte gegen Ungeziefer (Pestizide), Unkraut (Herbizide) oder Pilze (Fungizide) stehen ebenfalls unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Auch chlorierte Kohlenwasserstoffe, elektromagnetische Felder, DÀmpfe von Kraftstoffen und sogar Chrom werden ebenfalls als mögliche Einflussfaktoren diskutiert.

Pankreatitis

Menschen, die bereits seit ihrer Geburt oder seit mehreren Jahren (chronisch) an einer EntzĂŒndung der BauchspeicheldrĂŒse leiden, sind besonders gefĂ€hrdet.

Symptome

Bis zur definitiven Diagnose Pankreaskarzinom ist es meist ein langer Weg, da nur leichte und unspezifische Beschwerden vorliegen. Die typische gelegentliche Übelkeit reicht selten fĂŒr einen Arztbesuch aus. HĂ€ufiger wird ein Spezialist erst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung und auffĂ€lligen Symptomen wie Gelbsucht oder Schmerzen im Oberbauch konsultiert.

Zu diesem Zeitpunkt hat der Tumor in 50% der FĂ€lle schon metastasiert, d.h. TochtergeschwĂŒlste gebildet.

HĂ€ufige Symptome

  • Verlust von Appetit
  • Gewichtsabnahme
  • SchwĂ€chegefĂŒhl
  • Durchfall
  • Juckreiz
  • RĂŒckenschmerzen (durch NĂ€he zur WirbelsĂ€ule)

Diagnose

Aufgrund der uncharakteristischen Symptome sind speziell bildgebende Verfahren (im Bauchbereich) aufschlussreich. Dazu zÀhlen:

  • Sonographie (Ultraschall)
  • Endosonographie (Ultraschall mit Endoskop von innen)
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspintomographie (MRT)

Steht die Diagnose Pankreaskarzinom bereits fest, gilt es zu erheben, wie weit fortgeschritten die Erkrankung bereits ist. Dazu werden folgende Verfahren angewandt:  

  • Röntgen
  • Gastroskopie (Magenspiegelung)
  • Spiegelung der Gallen- und BauchspeicheldrĂŒsengĂ€nge (ERCP)
  • Biopsie (Gewebepunktion)
  • Blutuntersuchung (Tumormarker wie z.b. CA19-9)

Therapie

Eine vollstĂ€ndige Heilung ist selten, da die Diagnose von BauchspeicheldrĂŒsenkrebs oftmals sehr spĂ€t erfolgt.

Wenn der Tumor lediglich das Pankreas betriff, besteht die Möglichkeit, ihn durch eine Operation zu entfernen. Weil es sich um einen großen Eingriff handelt, wird dieser nur in Kliniken vorgenommen, welche sich darauf spezialisiert haben. Je nach GrĂ¶ĂŸe des Tumors können kleine Teile der BauchspeicheldrĂŒse bis hin zu Teilen von Magen, DĂŒnndarm oder Gallensystem mit entfernt werden (Whipple’sche Operation).

Innerhalb der ersten 6 Wochen nach erfolgter Operation beginnt normalerweise eine Chemotherapie, die dann 6 Monate dauert.

Weil das Pankreas ein wichtiger Enzym- und Hormonproduzent (Insulin und Glukagon), mĂŒssen diese unter UmstĂ€nden dem Körper von außen zugefĂŒhrt werden.

BauchspeicheldrĂŒsenkrebs kann auch inoperabel sein. Wenn das der Fall ist, wird versucht die Lebenserwartung zu erhöhen. Dazu kommen Bestrahlung und Chemotherapie kombiniert als sog. Radiochemotherapie zum Einsatz. Die vollstĂ€ndige Heilung ist jedoch nicht möglich.

Gegen Schmerzen werden Medikamente (nicht-steroidale Antirheumatika, Opioide) nach einem von der WHO festgelegten Stufenschema gegeben.

Derzeit werden Studien zur Untersuchung von biologischen Therapien durchgefĂŒhrt. Der Ansatz dieser Therapie ist die Tatsache, dass das Tumorgewebe auch vom Immunsystem als fremd erkannt werden könnte. Man versucht deshalb, die körpereigene Abwehr so anzuregen, dass verĂ€ndertes Gewebe selbststĂ€ndig angegriffen wird.

Prognose

Wegen der meist spĂ€ten Diagnose, sind die Überlebenschancen bei Tumoren der BauchspeicheldrĂŒse sehr schlecht.Durch die unscheinbaren Symptome sind Pankreaskarzinome bei Befundung oft schon inoperabel.

Die 5-Jahres Überlebensrate liegt zwischen 6% (MĂ€nner) und 8% (Frauen).

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner AffinitÀt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Anzeige

Anzeige

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-QualitĂ€tslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen ĂŒber medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten fĂŒr hĂ€ufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden