Bronchitis akut

Bronchitis akut
Internationale Klassifikation (ICD) J20.-

Grundlagen

Beschreibung

Eine akute Bronchitis liegt vor, wenn Atemwege (Luftr√∂hre und Bronchien) entz√ľndet sind. Unterschieden wird nach genauer Lokalisation der Entz√ľndung, in Tracheitis (Luftr√∂hrenentz√ľndung), Tracheobronchitis, Bronchitis und Bronchiolitis.

Sehr oft entz√ľnden sich die Atemwege w√§hrend einer Erk√§ltung oder Grippe. Abgesehen von dem starken Hustenreiz, verl√§uft eine akute Bronchitis meist komplikationslos.

Akute Infektionen der (oberen) Atemwege, dazu zählt auch die Bronchitis, gehören zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Ein Erwachsener erkrankt daran im Durchschnitt 2-3x pro Jahr, besonders während der Übergangszeit. Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem noch öfter.

Ursachen

Viren

Am h√§ufigsten ist eine Erk√§ltung durch Viren verantwortlich f√ľr eine akute Bronchitis. Die Erk√§ltung breitet sich vom Hals-Nasen-Rachenraum ausgehend tiefer in die Luftwege aus. Die genauen Verursacher k√∂nnen Adeno-, Rhino-, Corona-, Influenza-, und Parainfluenzaviren sein. Bei Kindern kommen Respiratory-Sinzytial- (RS), ECHO- oder Coxsackie- Viren als m√∂gliche Ursache dazu.

Bakterien

Auch Bakterien verursachen oft als Sekund√§rinfektion (zeitgleich oder nach einem viralen Infekt), eine Bronchitis. Erreger sind u.a. Chlamydien und Mykoplasmen, welche sich innerhalb von Zellen vermehren und deshalb vom Immunsystem nur schwer bek√§mpft werden k√∂nnen. Die Erreger H√§mophilus influenzae (Hirnhautentz√ľndung bei Kindern) und Pneumokokken (Lungenentz√ľndung) k√∂nnen ebenfalls Ausl√∂ser sein.

Andere Krankheiten

Eine Bronchitis kann die Begleiterscheinung anderer Erkrankungen sein. Dazu zählen z.B. Keuchhusten, Masern, Brucellose und Typhus.

Pilze

Besonders bei Immungeschwächten Personen (HIV-Infizierte, Krebserkrankte etc.) können auch Pilze, wie Candida Albicans (Soorbronchitis) eine akute Bronchitis auslösen.

Reizstoffe

D√§mpfe, Gase, Staub und Feinstaub beg√ľnstigen eine m√∂gliche Bronchitis. Au√üerdem k√∂nnen sie (seltener) zu einer Entz√ľndung des Trachealbaums f√ľhren.

Unterschied zu allergischem Asthma

Bei einer Bronchitis sind die Atemwege durch entz√ľndete Zellen und Schleim verengt. Im Gegensatz dazu stellt allergisches Asthma eine √úberreaktion auf bestimmte Reize dar, wodurch sich die Bronchien pl√∂tzlich verengen und es zu einem Asthmaanfall kommt.

Beg√ľnstigende Faktoren

  • Zigarettenrauch
  • kaltes und feuchtes Wetter
  • Luftverschmutzung
  • Menschenansammlungen

Symptome

Charakteristische Symptome

  • empfindliche Atemwege, schmerzhafter Husten
  • gesteigerte Schleimproduktion; virale Ursache wei√ülich schleimig, bakteriell verursacht gelblich, gr√ľnlich
  • Entz√ľndungssymptome Fieber, M√ľdigkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein
  • Schmerzen im Brustbeinbereich durch starken Hustenreiz oder Rippenfellentz√ľndung
  • Giemen (auff√§lliges Ger√§usch beim Atmen)

Liegt eine Atembehinderung und vermehrter Hustenreiz durch ein entz√ľndliches Anschwellen der Bronchialschleimhaut vor, spricht man von einer spastischen bzw. obstruktiven Bronchitis.

Wann zum Arzt

Sobald folgende Symptome auftreten, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden:  

  • Atembeschwerden, Atemnot, Brustschmerzen
  • blutiger Auswurf
  • hohes Fieber
  • stak gelblicher Auswurf (bakterielle Superinfektion)
  • anhaltende Krankheit √ľber 7 Tage
  • Vorerkrankungen (COPD, Asthma bronchiale, Herzschw√§che)
  • Immunschw√§che (HIV-Infektion, Krebserkrankung, Kortisontherapie)
  • akute Bronchitis bei Kindern oder √§lteren Personen

Diagnose

Im Normalfall werden folgende Untersuchungen zur Diagnose einer akuten Bronchitis benötigt:  

  • Anamnese (Krankengeschichte und Beschwerden)
  • Abklopfen und ‚Äďhorchen der Lunge (Rasselger√§usche oder Giemen lassen auf Fortschreiten und Lokalisation der Entz√ľndung schlie√üen)
  • Untersuchung von Mund und Rachen (kann Hinweise auf Erreger liefern)

Wenn eine schwere Bronchitis vorliegt, werden eventuell zusätzliche Untersuchungen notwendig:  

  • Blutanalyse (Entz√ľndungswerte: C-reaktives Protein CRP, erh√∂hte Senkungsgeschwindigkeit der Blutpl√§ttchen = BKS, erh√∂hte Leukozytenzahl)
  • R√∂ntgen vom Brustkorb (um eine Lungenentz√ľndung auszuschlie√üen)
  • Analyse des Auswurfs (Bestimmung der Bakterienart, um gezieltes Antibiotikum einsetzen zu k√∂nnen)

Wichtige Informationen f√ľr den Arzt ¬†

  • Wenn Fieber besteht, wie hoch und seit wann?
  • Wann haben die Beschwerden begonnen, werden sie st√§rker oder schw√§cher?
  • Haben Sie Auswurf? Wenn ja, wieviel und wie sieht er aus (Farbe, Konsistenz)?
  • Welche Impfungen haben Sie bereits erhalten? (Impfpass mitnehmen!)
  • Leiden Sie an Krankheiten wie Asthma bronchiale, COPD, Herz- oder Immunschw√§che?
  • Sind Sie an Ihrem Arbeitsplatz Reizstoffen (Gas, Rauch, Staub) ausgesetzt?

Therapie

Je nach Ursache und Schweregrad der Bronchitis, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Ist die Ursache bakteriell, kommen Antibiotika zum Einsatz. Virale Erkrankungen können jedoch nur symptomatisch behandelt werden, da es gegen Viren keine Medikamente gibt.

Virale akute Bronchitis

  • Hustenstillende Medikamente (Antitussiva): Pflanzliche Pr√§parate wirken abschwellend und beruhigend. Chemisch hergestellte Medikamente wirken oft auf das Hustenzentrum im Gehirn. Es besteht die Gefahr, dass der Hustenreiz so stark gesenkt wird, dass Schleim nicht mehr abgehustet wird und die Atemwege verlegen. Sie sollten daher nur bei trockenem oder intensivem n√§chtlichen Husten eingesetzt werden.
  • Schleiml√∂ser: Die Wirkung von Mukolytika oder Sekretolytika (z.b. N-Acetylcystein) ist noch nicht ausreichend belegt. Es wird angenommen, dass diese Medikamente keinen relevanten Einfluss auf eine akute Bronchitis haben.

Bakterielle akute Bronchitis

  • Antibiotika: Sie kommen zum Einsatz, wenn die Gefahr einer Superinfektion nach einer viralen Bronchitis besteht. ¬†
  • Fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente: Die grippale Symptomatik (z.B. Gliederschmerzen) kann dadurch gelindert und Fieber gesenkt werden.

Wenn eine obstruktive bzw. spastische Bronchitis vorliegt (insbesondere bei Kindern), ist es wichtig, dass kurzzeitig wirkende, bronchienerweiternde Medikamente (meist als Inhalator) zum Einsatz kommen. Um den Schleim zu verd√ľnnen, kann zus√§tzlich mit einer Salzl√∂sung inhaliert werden.

Was Sie selbst tun können

  • G√∂nnen Sie Ihrem K√∂rper Ruhe.
  • Trinken Sie viel, insbesondere warme Getr√§nke und Tee, damit sich der Schleim verfl√ľssigt. Alkohol ist tabu.
  • Versuchen Sie, w√§hrend des Tages ohne hustenstillende Medikamente auszukommen, damit Sie genug Schleim abhusten. Hustenstiller sollten nur dann eingesetzt werden, wenn es ein trockener Reizhusten ohne Schleimbildung ist. ¬†
  • Hausmittel wie Wickel und selbstgemachter Hustensaft k√∂nnen helfen.
  • Meiden Sie k√∂rperliche Anstrengung, kalte oder verrauchte Luft und Abgase. Diese Faktoren reizen Ihre Atemwege zus√§tzlich. ¬†
  • Nutzen Sie h√§ufige nicht reizende Inhalationen, Brustumschl√§ge und Schwitzkuren.

Prognose

Normalerweise verläuft eine akute, virale Bronchitis komplikationslos und heilt innerhalb von 7 Tagen aus.

Kommt es zu einer Superinfektion durch Bakterien, kann eine Bronchitis 2-3 Wochen anhalten.

Da es im Verlauf einer Bronchitis zur starken Reizung der Bronchien kommt, sind diese auch nach der Genesung sehr sensibel und der Hustenreiz kann noch mehrere Wochen andauern.

In seltenen F√§llen entsteht eine chronische Bronchitis, spastische bzw. obstruktive Bronchitis, Bronchiolitis (Entz√ľndung der kleinen Bronchien) oder Pneumonie (Lungenentz√ľndung). Davon sind meist Menschen mit Vorerkrankungen (z.B. Asthmatiker), Raucher, √§ltere oder immungeschw√§chte Personen betroffen.

Vorbeugen

Das Risiko einer Erkältung oder Bronchitis kann durch einfache, vorsorgende Maßnahmen gesenkt werden:  

  • Falls Sie rauchen, versuchen Sie es aufzugeben.
  • St√§rken Sie Ihr Immunsystem durch regelm√§√üigen Sport, eine gesunde Mischkost und gen√ľgend Schlaf.
  • Meiden Sie trockene Raumluft. Bei einer Luftfeuchtigkeit unter 50% helfen Luftbefeuchter oder feuchte T√ľcher. ¬†
  • L√ľften Sie regelm√§√üig!
  • Meiden Sie staubige und verrauchte Luft.
  • Impfungen gegen Grippe und Bakterien (z.B. Pneumokokken, welche Lungenentz√ľndung verursachen) sind f√ľr √§ltere Personen, chronisch Kranke, oder Menschen, die h√§ufig Erregern ausgesetzt sind sinnvoll.

 

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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