Brustkrebs

Brustkrebs
Internationale Klassifikation (ICD) C50.-
Symptome Knoten und Verh√§rtungen in der Brust, Gr√∂√üen- und Formver√§nderung einer Brust, differenzierte Bewegung der Br√ľste beim Anheben der Arme, Farb- oder Empfindlichkeitsver√§nderungen, Wasserklare oder blutige Absonderung, einseitig Brennender Schmerz oder Ziehen, Hautr√∂tungen
Mögliche Ursachen Auslöser ist bislang noch weitgehend unbekannt
M√∂gliche Risikofaktoren hohes Alter, Gene, ung√ľnstiger Lebensstil, Mastopathie, fr√ľherer Brustkrebs, Hormonersatztherapie, geringere Stillzeit, Geburten nach dem 30. Lebensjahr, sp√§t einsetzende Wechseljahre, fr√ľh eintretende Menstruation, Brustkrebsgene BRCA1, BRCA2, RAD51C, BARD1 und das ATM-Gen, Rauchen
Mögliche Therapien operativer Eingriff, Chemotherapie, Strahlentherapie, Medikamente

Grundlagen

Pro Jahr erkranken in √Ėsterreich etwa 5000 Frauen neu an Brustkrebs (Mammakarzinom). Ber√ľcksichtigt man die Altersverteilung, entspricht dies zirka 76 Brustkrebsf√§llen pro 100.000 Einwohnerinnen. In Deutschland kommt es laut Sch√§tzungen der deutschen Krebshilfe pro Jahr zu rund 69.000 Neuerkrankungen. Somit z√§hlt Brustkrebs zu den h√§ufigsten Krebserkrankungen bei Frauen, gefolgt von Darm- und Lungenkrebs. Beinahe jede dritte Krebserkrankung in der Gesamtbev√∂lkerung betrifft die Brust und etwa jede 13. Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. Der medizinische Begriff Mammakarzinom leitet sich vom lateinischen Wort ‚Äěmamma‚ÄĚ (Brust, weibliche Brustdr√ľse) ab.

Seit 1980 sind die j√§hrlichen Brustkrebs-Neuerkrankungen etwa auf das Doppelte angestiegen. Die Sterberate ist jedoch seit Jahrzehnten durch eine verbesserte Diagnostik und Fr√ľherkennung, neue Medikamente sowie schonendere Operationsmethoden r√ľckl√§ufig. Etwa 18.000 Frauen sterben pro Jahr in Deutschland an Brustkrebs, trotzdem sind rund 87 % der Frauen trotz der Diagnose Mammakarzinom nach 5 Jahren noch am Leben. Insgesamt zeigt sich damit eine deutliche Verbesserung in der Therapie von b√∂sartigen (malignen) Brusttumoren.

Die weibliche Brust (iStock / SciePro)

Die weibliche Brust

Die weibliche Brust besteht im Wesentlichen aus Fett und Dr√ľsengewebe. Nach der Geburt eines Kindes bilden die Dr√ľsen (Lobuli) Milch. Diese Milch flie√üt durch die Milchg√§nge (Ductuli) zur Brustwarze (Mamille) hin. Brustkrebs kann entweder aus den Zellen der Dr√ľsenl√§ppchen entstehen (lobul√§res Karzinom) oder sich aus entarteten Zellen der Milchg√§nge (duktales Karzinom) bilden. Das Karzinom der Milchg√§nge (duktales Karzinom) ist dabei die h√§ufigste Form von Brustkrebs. In der Brust gibt es zudem Blutgef√§√üe, Lymphgef√§√üe und Nerven. Die Lymphgef√§√üe und Lymphknoten sind ein Teil des Immunsystems und helfen beim Abfluss √ľbersch√ľssiger Gewebsfl√ľssigkeit aus dem Brustbereich. Wenn der Brustkrebs nicht mehr auf die Brust alleine begrenzt ist, finden sich Tumorzellen h√§ufig auch im Abflussbereich der Lymphgef√§√üe ‚Äď in den sogenannten Lymphknotenstationen ‚Äď in der Achsel oder auch seltener hinter dem Brustbein. Der dem Tumor am n√§chsten gelegene Lymphknoten wird dabei als W√§chterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) bezeichnet.

Brustkrebsrisiko

Bei etwa 5 bis 10 % der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, besteht eine genetische Anf√§lligkeit (Pr√§disposition). ¬†Die BRCA1-Mutation f√ľhrt beispielsweise zu einer Brustkrebs-Krankheitswahrscheinlichkeit von 50 bis 85 %. Zudem erh√∂ht die Mutation das Risiko f√ľr Eierstockkrebs auf etwa 20 bis 40 %. Viele andere Faktoren wie etwa weibliches Geschlecht, hohes Alter und ein hoher Sozialstatus erh√∂hen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken ebenfalls.

Ursachen

Wie bei vielen anderen Krebsarten sind auch bei Brustkrebs die eigentlichen Auslöser nicht bekannt. Es gibt jedoch eine Vielzahl von gesicherten Risikofaktoren, die das Risiko an Brustkrebs zu erkranken deutlich erhöhen können:

  • √úbergewicht (Adipositas)

  • Mangel an Bewegung

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2)

  • Ungesunde Ern√§hrung (vor allem fettreich)

  • Konsum von Alkohol und Nikotin

  • Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

  • Dichtes Brustgewebe (viel Dr√ľsen- und Bindegewebe in der Brust)

  • BRCA1- und BRCA2-Mutationen (einige F√§lle von Brust- und Eierstockkrebs in der Familie)

  • Bestrahlung des Brustkorbs in der Kindheit (z. B. bei Lymphom)

Faktoren, die das Brustkrebsrisiko senken sind:

  • H√∂here Anzahl an Schwangerschaften

  • Dauer der Stillzeit

  • Junges Alter bei der Schwangerschaft

  • Sp√§te Regelblutung

  • Fr√ľhe Wechseljahre

Weibliche Hormone: √Ėstrogen und Progesteron

Die Zellen der Brust haben Hormonrezeptoren (z. B. f√ľr √Ėstrogene). So kann der K√∂rper durch in der Blutbahn zirkulierende Stoffe Einfluss auf das Brustgewebe aus√ľben (z. B. f√ľr das Brustwachstum). Diese √Ėstrogene k√∂nnen jedoch auch die Entstehung und Vermehrung von Krebszellen f√∂rdern. Die sogenannte ‚ÄěHormonersatztherapie‚ÄĚ ‚Äď die Fortf√ľhrung der Hormonwirkung √ľber die Zeit der nat√ľrlich einsetzenden Wechseljahre hinaus mit Medikamenten ‚Äď steigert ab einer Dauer von 5 Jahren nachgewiesenerma√üen das Brustkrebsrisiko. Vor allem Pr√§parate mit einer Kombination aus √Ėstrogen und Gestagenen. Wird die Hormontherapie abgesetzt, geht das Risiko innerhalb weniger Jahre wieder auf das Durchschnittsniveau zur√ľck.

Die Einnahme der Antibabypille erhöht das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, aber nicht das Risiko, an Brustkrebs zu versterben. Orale Kontrazeptiva senken das Risiko an Eierstock- oder Endometriumkrebs zu erkranken deutlich.

Ungesunder Lebensstil

Die derzeitige Studienlage deutet darauf hin, dass etwa ein Viertel aller heutigen Brustkrebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar wären. Lebensstilfaktoren, die das Risiko an Brustkrebs zu erkranken beeinflussen sind:

  • Gesunde Ern√§hrung

  • Normalgewicht (weder Unter- noch √úbergewicht)

  • geringer Alkoholkonsum

  • mehr k√∂rperliche Aktivit√§t

  • Nikotinkarenz

Rauchen ist nicht nur ein Risikofaktor f√ľr Lungenkrebs, sondern auch f√ľr Brustkrebs. Insbesondere wenn M√§dchen schon als Teenager mit dem Rauchen beginnen, steigt ihr Brustkrebsrisiko deutlich an. Bei der Ern√§hrung sollten tierische Fette, wenn m√∂glich, vermieden werden. Sie steigern den √Ėstrogenspiegel und f√ľhren so zu einem geh√§uften Auftreten von Brustkrebs. Dies erkl√§rt auch das seltenere Auftreten von Mammakarzinomen in Asien, da hier traditionell weniger tierische Fette gegessen werden. Mittlerweile steigt die H√§ufigkeit von Brustkrebs ‚Äď durch die Anpassung an die westliche K√ľche ‚Äď aber auch in asiatischen L√§ndern deutlich an. Generell wird zur Vermeidung von Brustkrebs eine mediterrane Kost mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen, frischem Gem√ľse und Obst sowie h√§ufiger frischem Seefisch empfohlen.¬†

Vererbter Brustkrebs

Etwa ein Drittel aller Frauen mit Brustkrebs haben eine erbliche Belastung. Bei etwa 5 bis 10 % aller Brustkrebsf√§lle k√∂nnen Mutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 festgestellt werden. Tr√§gerinnen einer BRCA-Mutation haben umgekehrt zirka ein 70 %iges Risiko, w√§hrend ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Sie sollten daher an einem intensiven Fr√ľherkennungsprogramm f√ľr Brustkrebs teilnehmen. Diese Programme beinhalten meist ab dem 25 Lebensjahr halbj√§hrliche Untersuchungen der Brust und regelm√§√üige Magnetresonanztomographien (MRTs). Manche Betroffene entscheiden sich auch zu einer vorsorglichen Entfernung der Brustdr√ľse, wobei solch ein Eingriff erst nach einer ausf√ľhrlichen Beratung durchgef√ľhrt werden sollte. Ein bekanntes Beispiel hierf√ľr ist die US-Schauspielerin Angelina Jolie.¬†

Andere bekannte Gene, die das Risiko f√ľr Brustkrebs leicht erh√∂hen k√∂nnen sind:

  • ATM

  • BRIP1

  • CHEK2

  • CDH1

  • PALB2

  • RAD51C und RAD51D

Symptome

Etwa die Hälfte aller Brusttumore tritt bei Frauen im oberen äußeren Quadranten auf, dabei ist die linke Brust häufiger betroffen als die rechte. Zirka 15 % der Mammakarzinome bilden sich im inneren äußeren Quadranten. 

Zu Beginn der Erkrankung verursacht Brustkrebs im Regelfall keine Beschwerden. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen (mit Tochtergeschw√ľlsten) kommt es bei Betroffenen oftmals zu Symptomen wie Gewichtsverlust, Knochenschmerzen oder Atembeschwerden (Dyspnoe).

Veränderungen in der Brust

Knoten in der Brust sind meist erst ab einer Gr√∂√üe von 1‚Äď2 cm tastbar. Sie lassen sich nicht verschieben, f√ľhlen sich fest an und schmerzen im Regelfall nicht. Die Tastbarkeit von Knoten h√§ngt zudem von ihrer Lage (direkt unter der Haut oder tiefer), der Brustbeschaffenheit (knotige oder nicht knotige Brust) und der Brustgr√∂√üe ab. Nicht jeder Knoten bedeutet automatisch Krebs, trotzdem sollte jede ertastete Ver√§nderung weitergehend untersucht werden. Manchmal kann auch eine Zyste oder verdichtetes Bindegewebe der Grund f√ľr einen tastbaren Knoten sein.

Neue Einziehungen oder auch Einsenkungen der gesamten Brustwarze sind wie fl√ľssige Absonderungen (blutig oder nicht blutig) ‚Äď insbesondere einseitig ‚Äď ein Alarmsignal, das √§rztlich abgekl√§rt werden sollte. Bei den meisten Frauen sind die beiden Br√ľste unterschiedlich gro√ü. Tritt die Gr√∂√üen√§nderung jedoch neu auf, sollten Betroffene zum Arzt gehen. Zudem sollte abgekl√§rt werden, ob sich die Br√ľste beim Heben der Arme unterschiedlich verhalten. Auch Hautauff√§lligkeiten wie Gro√üporigkeit (‚ÄěOrangenhaut‚ÄĚ), nicht abklingende R√∂tungen und Entz√ľndungen der Brust, sowie Schwellungen im Bereich der Achsel k√∂nnen ein Warnsignal f√ľr Brustkrebs sein und sollten daher immer √§rztlich abgekl√§rt werden.

Diagnose

Die Mammografie ist derzeit der Goldstandard, um Ver√§nderungen in der Brust zu untersuchen beziehungsweise um sie zu diagnostizieren. Sie wird zurzeit zur Fr√ľherkennung, aber auch zur Diagnose und Abkl√§rung bei Symptomen eingesetzt.¬†

F√ľr Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gibt es in Deutschland das gesetzliche Fr√ľherkennungsprogramm, bei dem teilnehmende Frauen alle zwei Jahre einer Mammografie unterzogen werden. Au√üerhalb dieser Zielgruppe ‚Äď bei Frauen ohne Brust-Symptomen ‚Äď wird das Screening derzeit als nicht n√ľtzlich angesehen. Ausgenommen sind Frauen, bei denen eine hohe erbliche Vorbelastung f√ľr Brustkrebs (z. B. BRCA-Mutation) besteht.

Die Mammografie

Bei der Mammografie wird jede Brust kurz zwischen zwei Plexiglasplatten geklemmt, wobei jeweils zwei Aufnahmen (von oben nach unten, von innen nach außen) angefertigt werden. Die Untersuchung selbst dauert dabei nur wenige Minuten. Danach beurteilen meist jeweils zwei Radiologen unabhängig voneinander die Befunde. Dadurch soll sichergestellt werden, dass auch kleine Veränderungen entdeckt werden. Gibt es bei der Mammografie einen unklaren Untersuchungsbefund oder einen Verdacht auf eine bösartige Neubildung der Brust, werden Betroffene im Regelfall zu einer zweiten Untersuchung eingeladen. Hier wird die betroffene Brust dann entweder mittels Ultraschall (Sonografie)  nachuntersucht oder es wird eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) der mutmaßlichen Veränderung entnommen. Von 30 auffälligen Befunden in der Mammografie, stellen sich durchschnittlich nur etwa 6 als Brustkrebs heraus. Die restlichen Befunde sind falsch-positiv.

Mammografie (iStock / peakSTOCK)

Strahlenbelastung der Mammografie

Jede ionisierte Strahlung birgt ein zus√§tzliches Krebsrisiko. Dennoch sind sich Experten einig, dass f√ľr Frauen im mittleren Lebensalter der Nutzen eines Mammografie-Screenings die Gesundheitsrisiken √ľbersteigt. Dies wird auch durch moderne, strahlen√§rmere Untersuchungsger√§te erreicht. F√ľr j√ľngere Frauen und Frauen in intensivierten Vorsorgeprogrammen wird die Vorsorge oftmals mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) durchgef√ľhrt, da sie durch h√§ufige Untersuchungen √ľber ihr gesamtes Leben einer h√∂heren Strahlendosis ausgesetzt sind.

Therapie

Die Therapie von Brustkrebs ist im Regelfall multimodal. Sie setzt sich meist aus einer medikamentösen Therapie, einer Bestrahlung und einer Operation zusammen. 

Werden Mammakarzinome rechtzeitig erkannt und nach dem neuesten Stand der Medizin therapiert, sind die meisten Brustkrebsf√§lle heilbar. F√ľnf Jahre nach einer Brustkrebsdiagnose sind noch etwa 87 % der Betroffenen am Leben. Allerdings muss bei vielen Mammakarzinomen auch nach einem l√§ngeren Zeitraum noch mit lokalen R√ľckf√§llen oder Tochtergeschw√ľlsten (Metastasen) gerechnet werden, wodurch oft langfristige Therapien notwendig werden.¬†

In jedem Fall ist eine komplette Zerst√∂rung des Tumors notwendig (z. B. durch Chemotherapie oder mittels Operation), um einen Brustkrebs dauerhaft zu heilen. Dies gelingt am besten bei einem kleinen Tumor und wenn der Tumor noch keine Tochtergeschw√ľlste im K√∂rper gebildet hat. Auch trotz einer Behandlung bildet Brustkrebs bei etwa 20 % der Betroffenen Tochtergeschw√ľlste. Bei etwa 7 % der Patientinnen sind diese Geschw√ľlste auch schon bei der Erstdiagnose vorhanden. Bei vorhandenen Metastasen ist eine komplette Heilung ‚Äď also die vollst√§ndige Entfernung aller Tumorzellen aus dem K√∂rper ‚Äď mit den derzeitigen Therapieoptionen leider nicht m√∂glich.

Operation

Ziel eines operativen Eingriffs ist immer die vollst√§ndige Tumorentfernung mit einem tumorfreien Resektionsrand (R0) des umliegenden Gewebes. Die sogenannte brusterhaltende Therapie (BET) mit anschlie√üender Bestrahlung ist bez√ľglich des Gesamt√ľberlebens einer vollst√§ndigen Entfernung der Brust ebenb√ľrtig. Diese Therapieform kann daher derzeit etwa 70 % der Betroffenen angeboten werden.¬†

Adjuvante Bestrahlung

Die postoperative Bestrahlung wird zur Verhinderung von lokalen Rezidiven eingesetzt. Nach einer brusterhaltenden Therapie (BET) sollte jedenfalls eine adjuvante Bestrahlung erfolgen, um Rezidiven vorzubeugen.

Adjuvante medikamentöse Therapie

Durch eine adjuvante medikament√∂se Behandlung mithilfe von Zytostatika oder spezifischer Medikamente gegen √Ėstrogen- und Wachstumsfaktoren k√∂nnen Mikrometastasen zerst√∂rt werden. Dies erh√∂ht die Heilungschancen von Patientinnen deutlich. Bei knapp einem Drittel der Patientinnen kommt es leider dennoch zu einem Erkrankungsr√ľckfall (Rezidiv).

Therapie fortgeschrittener Erkrankungsstadien

Die palliative Therapie bei Patientinnen mit Fernmetastasen soll zu einer langfristigen Stabilisierung des k√∂rperlichen sowie des psychischen Wohlbefindens beitragen. Hierf√ľr werden etwa Zytostatika oder √Ėstrogenrezeptorblocker eingesetzt. Bei etwa 20 - 30 % aller Brustkrebspatientinnen treten im Rahmen der Erkrankung Fernmetastasen auf. Diese Fernmetastasen verhindern eine vollst√§ndige Heilung des Brustkrebses nach dem derzeitigen Stand der Medizin.

Prognose

Die Prognose bei Brustkrebs ist vor allem vom Krankheitsstadium abh√§ngig und ob sich der Tumor schon √ľber die Blutbahn beziehungsweise das Lymphgef√§√üsystem im K√∂rper ausgebreitet hat.

Die F√ľnf-Jahres-√úberlebensrate betr√§gt bei Brustkrebs etwa 83 bis 87 %. Das hei√üt, dass 83 bis 87 % der Patientinnen f√ľnf Jahre nach ihrer Diagnose noch am Leben sind. Bei Frauen, deren Krebs sehr fr√ľh entdeckt wurde, liegt die F√ľnf-Jahres-√úberlebensrate sogar bei 90 %.

Weitere Faktoren, die die Prognose beeinflussen, sind die Tumorart, der Hormonrezeptorstatus, die Größe und Aggressivität der Krebszellen und das Alter sowie der Zustand der Betroffenen. Aus diesem Grund muss die Therapie des Mammakarzinoms immer individuell erfolgen.

Wenn ein Tumor am selben Ort erneut auftritt, spricht man von einem Rezidiv. Dies tritt bei rund f√ľnf bis zehn % der Patientinnen innerhalb der ersten zehn Jahre nach erfolgreicher Behandlung auf. In etwa 50 bis 70 % aller F√§lle ist dieses r√§umlich begrenzte Rezidiv operabel.

Vorbeugen

Das √∂sterreichische Brustkrebsvorsorgeprogramm erm√∂glicht allen Frauen ab einem Alter von 40 Jahren einen niederschwelligen Zugang zur Mammografie. Zwischen 40 und 70 Jahren k√∂nnen somit alle Frauen in √Ėsterreich an einem Brustkrebsfr√ľherkennungsprogramm mit Mammografie teilnehmen. In Deutschland gibt es f√ľr Frauen im Alter von 30 bis 49 Jahren und ab 70 Jahren eine j√§hrliche Vorsorge. Hier tasten Gyn√§kologen die Brust sowie auch die Lymphknoten im Bereich der Achselh√∂hle ab. Dabei wird auf die Form, Gr√∂√üe und auch eventuelle Verh√§rtungen im Brustbereich geachtet. Zudem k√∂nnen Ver√§nderungen der Haut oder auch ein Fl√ľssigkeitsaustritt aus der Brustwarze von √Ąrzten bemerkt werden. Im Alter von 50 bis 69 Jahren k√∂nnen Frauen in Deutschland zus√§tzlich alle zwei Jahre an einem separaten Mammografie-Screening teilnehmen.

Intensive Fr√ľherkennung bei genetischer Belastung

Bei Frauen, die ein erh√∂htes Risiko f√ľr Brustkrebs haben (z. B. aufgrund einer BRCA-Mutation) kann auch schon in jungen Jahren eine regelm√§√üige Untersuchung und ein intensiviertes Vorsorgeprogramm sinnvoll sein. Eine engmaschigere Fr√ľherkennung schlie√üt in Deutschland beispielsweise ab dem 25. Lebensjahr neben einer Tastuntersuchung auch alle 6 Monate eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) mit ein. J√§hrlich wird zudem eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgef√ľhrt, da diese strahlungsarm und genauer ist als die herk√∂mmliche Mammografie. Ab dem 40. Lebensjahr wird f√ľr die intensivierte Vorsorge, aber auch die Mammografie eingesetzt.

Selbstabtastung (iStock / LarsZahnerPhotography)

Selbstuntersuchung der Brust

Viele Brustkrebsf√§lle werden von Frauen selbst entdeckt, etwa beim Duschen oder beim Eincremen der Brust beziehungsweise durch die regelm√§√üige Selbstabtastung zur Krebsfr√ľherkennung. Das regelm√§√üige Selbstabtasten ist dabei jedoch kein Ersatz f√ľr eine Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung. Bei Frauen vor den Wechseljahren ist die beste Zeit, um die Brust selbst zu untersuchen, eine Woche nach der letzten Regelblutung. Hier ist das Brustgewebe besonders weich. Gegen Ende des Zykluses schwillt das Brustgewebe oft unter den Hormonen an und wird h√§rter beziehungsweise auch etwas knotiger. Die Abtastung der Brust sollte in einer ruhigen Atmosph√§re und bei guten Lichtverh√§ltnissen erfolgen. Jeder Teil der Brust sollte dabei systematisch abgetastet werden, oberfl√§chlich und auch in die Tiefe gehend.

Nachsorge

In den ersten drei Jahren nach einer √ľberstandenen Brustkrebserkrankung werden derzeit viertelj√§hrliche Nachsorgeuntersuchungen empfohlen. Diese sollten eine klinische Untersuchung, eine genaue beziehungsweise gezielte Anamnese und gegebenenfalls auch bildgebende Verfahren (z. B. MRT, Ultraschall) beinhalten. Im vierten und f√ľnften Jahr nach einer Erkrankung wird meist eine halbj√§hrliche Nachsorge empfohlen. Ab dem sechsten Jahr gen√ľgen j√§hrliche Nachsorgeuntersuchungen.

Schwangerschaft und Stillen

Ein positiver Effekt hinsichtlich des Brustkrebsrisikos ist bei Frauen zu beobachten, die Kinder geb√§ren beziehungsweise auch stillen. Hier spielen sowohl das Alter, mit dem das erste Kind geboren wurde, als auch die Stillzeit und die Anzahl der Kinder eine Rolle. Je j√ľnger die Frau bei der Geburt des ersten Kindes war, je mehr Kinder sie bekommen und je l√§nger sie gestillt hat, desto niedriger ist das Risiko f√ľr ein Mammakarzinom.

Alkohol

Auch Alkohol √ľbt einen gro√üen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko aus, da es durch Alkohol zu einer Steigerung des √Ėstrogenspiegels kommt. Frauen, die mehr als 35 g Alkohol (ca. 0,3 Liter Wein) pro Tag trinken, haben ein 1,32-fach erh√∂htes Risiko an Brustkrebs zu erkranken.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Dr. med. univ. Moritz Wieser

Dr. med. univ. Moritz Wieser
Autor

Moritz Wieser hat das Studium der Humanmedizin in Wien absolviert und studiert derzeit Zahnmedizin. Er verfasst vorrangig Artikel zu den h√§ufigsten Krankheiten. Besonders interessiert er sich f√ľr die Themenbereiche Augenheilkunde, Innere Medizin und Zahnmedizin.

Thomas Hofko

Thomas Hofko
Lektor

Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor f√ľr pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders f√ľr die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.

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