COPD (Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung)

COPD (Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung)
Internationale Klassifikation (ICD) J44.-

Grundlagen

Beschreibung

Die Abk√ľrzung COPD steht f√ľr chronic obstructive pulmonary disease. Es handelt sich um eine chronisch verlaufende Erkrankung der Lunge, verursacht durch entz√ľndete und √§hnlich dem Asthma, andauernd verengte Atemwege. Anders als bei Asthma kann mit Hilfe von Medikamenten keine vollst√§ndige, sondern nur teilweise Weitung der Atemwege erreicht werden.

Aus einer chronischen Bronchitis und/oder einem Lungenemphysem (Lungenblähung) mit Symptomen wie Auswurf, chronischem Husten oder Atemnot entwickelt sich eine COPD.

Die häufigste Ursache ist Rauchen. Ungefähr 90 % aller Patienten sind (ehemalige) Raucher. Bei langjährigen Rauchern liegt das Erkrankungsrisiko bei nicht zu unterschätzenden 20%.

Unter den häufigsten Todesursachen rangiert COPD auf dem 4. Platz. Weltweit sind ca. 210 Mio. Menschen erkrankt, es sterben jedes Jahr ca. 5 Millionen daran.

Die Tendenz ist steigend, da innerhalb der nächsten Jahre vermutlich immer mehr Menschen rauchen werden.

Unter allen Betroffenen finden sich Männer häufiger als Frauen.

Ursachen

Chronische Bronchitis ist die Grundlage f√ľr eine COPD. Die Flimmerh√§rchen, welche normalerweise f√ľr den Transport von Schleim und Schmutz aus der Lunge hinaus zust√§ndig sind, werden gel√§hmt. Hinzu kommt eine √ľberm√§√üige Schleimproduktion der Lunge. Es kommt zu Symptomen wie h√§ufigem Husten und Auswurf. Wer zu diesem Zeitpunkt die Ursache der chronischen Bronchitis beseitigt (z.B. Rauchen), hat gute Aussichten, dass sich alle Ver√§nderungen wieder normalisieren.

Wenn das nicht der Fall ist, kann sich mit der Zeit eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung entwickeln. Die Flimmerhärchen werden komplett zerstört, es kommt zu einer Verdickung der Bronchialschleimhaut, welche die Atemwege verengen.

Zu einem sp√§teren Zeitpunkt bildet sich die Schleimhaut der Bronchien zur√ľck, man spricht von Atrophie (Gewebsschwund).

Dadurch wiederum wird die Wand der Lungenbl√§schen ausged√ľnnt, instabil (vor allem beim Ausatmen) und f√§llt in sich zusammen. Ist das einmal geschehen, gibt es kein Zur√ľck mehr, es kommt in der Folge zu Atemnot und Leistungsschw√§che.

Die COPD kann sich noch verschlimmern, wenn die Alveolarsepten (Wände der Lungenbläschen) zerstört werden. Dadurch verliert die Lunge an Elastizität und es kommt zu einer Überblähung der Lungen, ähnlich einem Luftballon. Fachleute bezeichnen dies als Lungenemphysem.

Die unumstrittene Hauptursache einer COPD ist das Rauchen von Tabak. Die Ausprägung und Entwicklung der Krankheit hängt maßgeblich davon ab, wieviel und wie lange bereits geraucht wird. Nicht außer Acht zu lassen ist, dass passives Rauchen die Lungen ebenfalls schädigt.

Abgesehen vom Rauchen, steigt das Erkrankungsrisiko durch generelle Luftverschmutzung und häufige Atemwegsinfekte im Kindesalter. Neueste Studien haben außerdem aufgezeigt, dass das Wohnen an einer stark befahrenen Straße und dadurch erheblicher Feinstaubbelastung ebenfalls mit der Krankheitsentstehung zusammenhängt.

Ein weiterer Faktor ist das Arbeitsumfeld. Wer einer hohen Luftverschmutzung ausgesetzt ist, z.B. Bergarbeiter, erkrankt wahrscheinlicher.

Die seltensten Ursachen einer COPD sind angeborene Defekte. Das kann u.a. ein Mangel an Antikörpern (Antikörpermangelsyndrom) oder ein Enzymmangel, z.B. Alpha-1-Antitrypsinmangel sein.

Symptome

Krankheitszeichen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung:  

  • Atemnot (anfangs nur bei Belastung, sp√§ter auch in Ruhe)
  • Husten (verschlimmert sich zusehends, vor allem am Morgen)
  • Auswurf (wird immer z√§her und l√§sst sich schwerer abhusten)
  • Gewichtsverlust (eventuell)

√Ąrzte sprechen auch von der sog. AHA-Symptomatik (Atemnot, Husten, Auswurf).

Im Sp√§tstadium der Krankheit ist die Ausbildung eines Cor pulmonale m√∂glich. Dabei vergr√∂√üert sich die rechte H√§lfte des Herzens und wird immer schw√§cher. Durch diese Rechtherzschw√§che kommt es u.a. zu √Ėdemen (Wassereinlagerungen) in Beinen und einer Aszites im Bauch (Bauchwassersucht).

Beschwerden k√∂nnen sich jederzeit akut verschlimmern (Exazerbation). Ursachen daf√ľr:

  • virale oder bakterielle Infekte
  • Luftverschmutzung z.B. Smog, Feinstaub
  • feuchte, kalte Witterung
  • Unf√§lle mit Verletzung des Brustkorbs
  • Medikamente

Eine Verschlimmerung der Symptome wird ersichtlich durch:

  • zunehmende Atemnot
  • zunehmender Husten
  • zunehmender Auswurf
  • Ver√§nderung der Farbe von Auswurf, z.B. gelb-gr√ľnlich bei bakteriellen Infekten
  • Brustenge
  • Unwohlsein, M√ľdigkeit
  • Fieber

Wer an COPD erkrankt ist und obige Krankheitszeichen aufweist, sollte dringend seinen Arzt aufsuchen!

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung kann in verschiedene Schweregrade eingeteilt werden. Hauptkriterium ist dabei die Lungenfunktion (Einsekundenkapazität; das Volumen, welches nach max. Einatmung innerhalb 1 Sekunde ausgeatmet werden kann):

Schweregrad Symptome Einsekundenkapazität (FEV1) 
0 ‚Äď Risikogruppe chronischer Husten und Auswurf unauff√§llig
1 ‚Äď leichtgradig eventuell chronische Symptome: Husten, Auswurf, Atemnot bei starker k√∂rperlicher Belastung unauff√§llig (> 80 % vom Sollwert)
2 ‚Äď mittelgradig eventuell chronische Symptome: Husten, Auswurf, Atemnot eingeschr√§nkt (50 ‚Äď 80 % vom Sollwert )
3 ‚Äď schwer eventuell chronische Symptome: Husten, Auswurf, Atemnot eingeschr√§nkt (30 ‚Äď 80 % vom Sollwert)
4 ‚Äď sehr schwer chronische Unterversorgung mit Sauerstoff stark eingeschr√§nkt (< 30 % vom Sollwert)

Es lässt sich außerdem nach dem äußeren Erscheinungsbild der Erkrankten unterscheiden, die Übergänge sind fließend:

‚ÄěPink Puffer‚Äú

Der sog. ‚Äěrosa Keucher‚Äú weist als Hauptsymptom ein Lungenemphysem auf. Er ist mager, mit wenig Muskulatur und leidet unter schwerer Atemnot. Auch Reizhusten ist ein gelegentliches Symptom. Seine h√§ufigste Todesursache ist ein Atemversagen.

‚ÄěBlue Bloater‚Äú

Der sog. ‚Äěblaue Huster‚Äú weist als Hauptsymptom Husten und Auswurf auf. Er ist meistens √ľbergewichtig und weist eine Zyanose auf (bl√§uliche Verf√§rbung von Lippen und N√§geln durch Sauerstoffmangel). Obwohl er an einer Sauerstoff-Unterversorgung leidet, kommt es kaum zu Atemnot. Seine h√§ufigste Todesursache ist ein Rechtherzversagen.

Diagnose

Der behandelnde Arzt erhebt zu Beginn eine Anamnese (Krankengeschichte). Dazu m√ľssen folgende Fragen abgekl√§rt werden: ¬†

  • Seit wann husten Sie? Wie h√§ufig?
  • Husten Sie (morgens) h√§ufiger Schleim ab? Wenn ja, welche Farbe hat der Schleim?
  • Leiden Sie unter Atemnot? Wen ja, nur bei Belastung oder auch in Ruhe?
  • Rauchen Sie? Haben Sie einmal geraucht? Wenn ja, wie lange und wie viele Zigaretten/Tag?
  • Was ist Ihr Beruf? Sind Sie Schadstoffen ausgesetzt?
  • Hat Ihre Leistungsf√§higkeit abgenommen?
  • Haben Sie Gewicht verloren?
  • Leiden Sie an anderen Krankheiten?
  • Haben Sie andere Symptome, z.B. √Ėdeme (Wassereinlagerungen) an den Beinen?

Wenn eine COPD besteht, sind f√ľr den Arzt beim Abhorchen der Lunge Ger√§usche zu h√∂ren (Giemen, Brummen). Au√üerdem wird nach Anzeichen einer Sauerstoffmangelversorgung (Zyanose, blaue Lippen oder N√§gel), bzw. einer Herzschw√§che (√Ėdeme, Wassereinlagerungen in Beinen) gesucht.

Durch einen Lungenfunktionstest wird der Atemwegswiderstand und das Fassungsvermögen der Lunge gemessen, um COPD von Asthma abgrenzen zu können, was sehr wichtig ist.

Anhand der Blutgaswerte kann ein Sauerstoffmangel aufgedeckt werden. Au√üerdem wird bei Patienten √ľber 45 Jahren nach einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (ein Protein) gesucht.

Da einige Lungen- und Herzkrankheiten √§hnliche Symptome verursachen k√∂nnen, sind oft R√∂ntgen, EKG (Elektrokardiogramm) und weiterf√ľhrende Blutuntersuchungen notwendig, um die Diagnose zu sichern. Weitere m√∂gliche Untersuchungsmethoden sind ein Belastungstest und ein Fragebogen, z.B. SGRQ, der krankheitsspezifisch ist.

Exazerbation ‚Äď akute Verschlechterung

Liegt eine akute Verschlechterung des Zustands vor, ist eine Blutgasanalyse unumgänglich um den Schweregrad besser einschätzen zu können.

Hinweise f√ľr eine schwere Exazerbation sind Peak-Flow-Werte < 100 l/min bzw. eine Einsekundenkapazit√§t < 1 l.

Weiters wird nach Hinweisen f√ľr einen Infekt gesucht. Anzeichen im Blutbild w√§ren z.B. erh√∂hte Entz√ľndungszellen (Leukozytose) oder erh√∂hte CRP Werte (C-Reaktives Protein, ein Entz√ľndungsparameter). Liegt eine akute Atemnot vor, sind Brustraumr√∂ntgen sowie EKG ratsam.

Therapie

Ziele der COPD Therapie:

  • Steigerung der k√∂rperlichen Belastungsf√§higkeit
  • Linderung der Symptome
  • Verhindern von Exazerbationen
  • Steigerung der Lebensqualit√§t
  • Vermeiden von Komplikationen

Rauchen aufgeben

Oberstes Gebot bei der Therapie einer COPD ist die Rauch-Abstinenz. Diese kann mit Hilfe von Medikamenten und psychosozialer Unterst√ľtzung erfolgen. Nachdem das Rauchen aufgegeben wurde, mildern sich die Symptome ma√ügeblich, die Lungenfunktion verbessert sich und die Sterblichkeitsrate nimmt ab. Ein alleiniges Einschr√§nken des Tabakkonsums ist nicht ausreichend um diese Ver√§nderungen zu erzielen.

Impfungen gegen Grippe oder Pneumokokken sind ratsam, da COPD-Betroffene häufig an Infekten leiden, egal wie schwer die Erkrankung ist. Außerdem sollte jegliche Belastung durch (Fein-) Staub gemieden werden.

Es gibt spezielle Schulungen, bei denen man nicht nur mehr √ľber die Erkrankung erf√§hrt, sondern auch spezielle Atemtechniken (z.b. Lippenbremse, atmen mir gespitzten Lippen) und die korrekte Inhalationstechnik erlernt werden k√∂nnen.

Medikamente

Generell wird eine Stufentherapie empfohlen, die sich nach Schweregrad und Symptomatik unterscheidet.

Stufe Medikamente
I schnell wirksame bronchienerweiternde Präparate bei Bedarf (Beta-2-Sympathomimetika z.B. Salbutamol und/oder Anticholinergika z.B. Ipratropium
II schnell wirksame bronchienerweiternde Präparate bei Bedarf (Beta-2-Sympathomimetika z.B. Salbutamol und/oder Anticholinergika z.B. Ipratropium UND ein oder mehrere lang wirksame bronchienerweiternde Präparate als Dauertherapie (Beta-2-Sympathomimetika z.B. Formoterol und/oder Anticholinergika z.B. Tiotropium)
III schnell wirksame bronchienerweiternde Präparate bei Bedarf (Beta-2-Sympathomimetika z.B. Salbutamol und/oder Anticholinergika z.B. Ipratropium UND ein oder mehrere lang wirksame bronchienerweiternde Präparate als Dauertherapie (Beta-2-Sympathomimetika z.B. Formoterol und/oder Anticholinergika z.B. Tiotropium) UND inhalatives Kortison (besonders bei Exazerbation)
IV Therapie wie in Stufe III UND eventuell Sauerstofftherapie (Langzeit) oder chirurgische Eingriffe

Beta-2-Sympathomimetika

Die Muskeln der Atemwege werden entspannt und Bronchien erweitert. Dadurch bessern sich Auswurf, Husten und Atemnot. Bei akutem Bedarf werden kurzwirksame Pr√§parate angewendet, zur Langzeittherapie stehen langwirksame zur Verf√ľgung. Deren Wirkung setzt langsamer ein, h√§lt jedoch um ein Vielfaches l√§nger an.

Anticholinergika

Sie entspannen ebenfalls Muskulatur der Atemwege und erweitern die Bronchien. Im Gegensatz zu Beta-2-Sympathomimetika wirken sie schwächer und es dauert länger bis die Wirkung einsetzt.

Kortison

Unterdr√ľcken Atemwegsentz√ľndungen und verhindert dadurch Exazerbationen. Inhalatoren mit Kortison werden besonders empfohlen, weil das Kortison so direkt in die Lunge gelangen und wirken kann. Gute Erfolge werden bereits bei geringer Dosis und deshalb geringen Nebenwirkungen erzielt. Kortisonhaltige Tabletten eignen sich nicht f√ľr die Langzeittherapie.

Theophyllin

Ein Wirkstoff zur langfristigen Erweiterung der Bronchien. Es handelt sich dabei aber eher um ein Reservemedikament, falls die konventionelle Therapie nicht anschl√§gt. Grund daf√ľr ist die hohe Rate an Nebenwirkungen, verursacht durch einen schwankenden Wirkstoffspiegel. Deshalb ist bei Gabe von Theophyllin eine regelm√§√üige Kontrolle des Blut-Wirkstoffsspiegels durch einen Arzt notwendig.

Schleiml√∂sende Medikamente (Expektorantien, Mykolytika) werden nicht unbedingt empfohlen, sondern nur bei √ľberm√§√üiger Verschleimung oder akuten Infektionen angewandt. Inhalationen mit Salzl√∂sungen k√∂nnen auch zum L√∂sen des Schleimes beitragen. Wenn ein bakterieller Infekt vorliegt, werden meist Antibiotika notwendig.

Andere Therapien

Physikalische Therapie

Sie unterst√ľtzt die medikament√∂se Behandlung. Das Abhusten wird durch Klopfmassagen unterst√ľtzt und Atemgymnastik steigert die Leistungsf√§higkeit.

Atemgymnastik dient der Verbesserung der Atemtechnik, Lungenventilation (Bel√ľftung) zur Sauerstoffversorgung des K√∂rpers. Eine ideale Atmung hilft zus√§tzlich, die Infektanf√§lligkeit zu verringern. Die Atemtherapie dient dem Erlernen spezieller Atemtechniken, welche Selbstvertrauen geben, Bauchmuskulatur trainieren und die Leistungsf√§higkeit erh√∂hen. Dort lernen Betroffene, sich selbst zu helfen.

Kutschersitz: Arme auf Oberschenkel oder Tisch abst√ľtzen, damit das Ausatmen erleichtert wird. Augen schlie√üen und ruhig und gleichm√§√üig atmen.

Lippenbremse: Lippen locker schließen. Atmen Sie nun so langsam wie möglich durch den Mund aus. Die Wangen werden sich dabei etwas aufblähen. Diese Technik bremst den Atemstrom und hilft, die Bronchien geöffnet zu halten.

Körperliches Training

Bewegung ist ein fixer Bestandteil der COPD-Langzeittherapie. Durch regelmäßiges Training wird die Lebensqualität verbessert, die Belastbarkeit gesteigert und die Häufigkeit von Exazerbationen minimiert.

Langzeittherapie mit Sauerstoff

Bei einer schweren COPD, insbesondere bei Rechtsherzinsuffizienz (Herzschw√§che), macht eine Sauerstofftherapie Sinn. √úber eine Nasensonde wird 16 ‚Äď 18 Std. lang pro Tag, Sauerstoff aus Flaschen inhaliert. Einer Atemnot wird so vorgebeugt, da sich die Sauerstoffs√§ttigung des Blutes stabilisiert.

Operation

Patienten, bei denen sich bereits ein Lungenemphysem ausgebildet hat (Lungenblähung) haben manchmal die Möglichkeit, sich einer Operation zu unterziehen. Dabei wird Gewebe der erweiterten Bronchien, welches nicht mehr am Gasaustausch beteiligt ist, entfernt. Man spricht von einer Lungenvolumen-Reduktions-Operation, welche bei manchen Personen eine Verbesserung der Lungenfunktion erreichen lässt.

Ernährung und Gewicht

Eine ungewollte Gewichtsabnahme kann auf eine Verschlechterung des Zustandes hinweisen. Deshalb sollte das Gewicht regelmäßig kontrolliert werden. In manchen Fällen kann eine Ernährungstherapie notwendig sein, um verlorenes Gewicht wieder zuzunehmen.

Es kann aber auch zu einer pl√∂tzlichen Zunahme von Gewicht kommen. Sie ist meistens ein Indiz f√ľr eine Rechtherzinsuffizienz. Das bedeutet, dass die Herzleistung nicht mehr ausreicht um eine normale Blutzirkulation aufrecht zu erhalten. Es kommt zu Blutstauungen, die √Ėdeme (Wassereinlagerungen), meist in den Beinen, zur Folge haben.

Hilfsmittel

Wenn eine schwere Form einer COPD vorliegt, gelingt es vielen Betroffenen nicht mehr, ihren Alltag alleine zu meistern. Kleine Helfer k√∂nnen dann die Eigenst√§ndigkeit unterst√ľtzen. Dabei kann es sich sowohl um Schuhl√∂ffel-Verl√§ngerungen als auch um Rollatoren (fahrbare Gehhilfen) handeln.

Exazerbation

Wenn Infekte oder kalte, feuchte Witterung auf eine COPD treffen, kann es zu einer akuten Verschlechterung des Zustandes kommen. √Ąrzte sprechen dann von einer Exazerbation. In speziellen Schulungen kann gelernt werden, diese fr√ľhzeitig zu erkennen und behandeln.

Exazerbationen werden in 3 Schweregrade unterschieden: Leicht, mittel und schwer.

Abhängig vom Schweregrad und den Symptomen, kann die Versorgung ambulant oder stationär erfolgen.

Manchmal kann es bereits ausreichen, die Dosis an Medikamenten zu erh√∂hen. Wenn Beschwerden wie Auswurf, Husten und Atemnot dennoch zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ebenfalls alarmierend sind Fieber oder gelb-gr√ľnlicher Auswurf, welche auf eine bakterielle Infektion hinweisen. Wenn tats√§chlich eine Infektion vorliegt, wird sie mit Antibiotika behandelt. Bleibt eine Besserung aus, wird eine station√§re Behandlung notwendig.

Bei einer schweren Exazerbation ist ebenfalls eine stationäre Behandlung notwendig:  

  • schwere Atemnot
  • Einsekundenkapazit√§t < 30 %
  • rapide Verschlechterung des Zustandes
  • hohes Alter
  • weitere Krankheiten

Prognose

Die Prognose bei einer COPD h√§ngt ma√ügeblich davon hab, ob es gelingt, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen. An erster Stelle steht daf√ľr der Verzicht auf Tabakkonsum. Ist das der Fall, verbessern sich s√§mtliche Symptome, die Lungenfunktion und die Lebenserwartung steigt.

Durch Medikamente kann ebenfalls eine Besserung des Zustands erreicht werden. Gesch√§digtes, funktionsloses Lungengewebe kann aber nicht gerettet werden. Die Lebenserwartung Erkrankter verk√ľrzt sich durch Komplikationen wie z.B. Exazerbationen.

Da COPD eine chronische und voranschreitende Erkrankung ist, sind regelm√§√üige Kontrollen durch einen Arzt notwendig. Sofern Sie √ľberwiegend beschwerdefrei sind, reichen j√§hrliche Kontrolluntersuchungen aus. Sollte sich Ihr Zustand jedoch verschlechtern (Steigerung von Auswurf, Husten oder Atemnot), kann nur durch einen baldigen Arztbesuch eine negative Entwicklung der COPD erkannt und behandelt werden.

Mögliche Komplikationen:

  • h√§ufige Infekte der Bronchien, Lungenentz√ľndungen
  • eingeschr√§nkte Lungenfunktion, dadurch Kurzatmigkeit
  • Zyanose (Blaue Verf√§rbung von Lippen und N√§gel durch Sauerstoffmangel)
  • Lungenemphysem (Lungenbl√§hung) durch Gewebsuntergang in der Lunge
  • Cor pulmonale (Rechtherzinsuffizienz), dadurch √Ėdeme (Wassereinlagerungen) in Beinen
  • wiederholte Exazerbationen (akute Verschlechterungen)
  • Herzversagen und Ausfall Atemmuskulatur ‚Äď Lebensgefahr!

Vorbeugen

Wichtigste Ma√ünahme um einer COPD vorzubeugen ist, das Rauchen aufzugeben bzw. (nicht anzufangen). Ca. 90 % aller Patienten haben √ľber einen l√§ngeren Zeitraum geraucht oder noch immer nicht damit aufgeh√∂rt.

Achten Sie darauf, sch√§digenden Umweltbedingungen wie z.B. staubiger, kalter oder stark verschmutzter Luft (verrauchte R√§ume!) nicht l√§nger ausgesetzt zu sein als unbedingt notwendig. Das gilt sowohl f√ľr Beruf als auch f√ľr Freizeit.

Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken sind empfehlenswert.

Wenn Sie bereits unter einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung leiden, können Sie folgendes tun um eine Exazerbation (akute Verschlechterung) zu vermeiden:

  • Sollten Sie noch rauchen, geben Sie es auf. Ihr Zustand wird sich bessern und das Risiko einer Exazerbation sinkt deutlich ab. ¬†
  • Besuchen Sie eine Patientenschulung, welche helfen k√∂nnen die Krankenhausaufenthalte zu minimieren. Sie bekommen die Gelegenheit, den richtigen Umgang mit Ihrer Erkrankung zu erlernen. Au√üerdem wird Ihnen die richtige Dosierung von Medikamenten im Fall einer Exazerbation n√§her gebracht. ¬†
  • Bewegen Sie sich regelm√§√üig und ausreichend.
  • Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen. ¬†
  • Nutzen Sie Atemgymnastik. Diese verbessert Ihre Atemtechnik, Lungenventilation und somit Sauerstoffversorgung des K√∂rpers. Au√üerdem sinkt dadurch das Risiko von akuten Atemwegsinfekten. √úbungen sind z.B. Kutschersitz, Lippenbremse
  • Unterziehen Sie sich Klopfmassagen. Sie unterst√ľtzen das Abhusten von Schleim.
  • Meiden Sie stark verrauchte R√§ume, ebenso wie Orte mit starker Luftverschmutzung (Staub, Rauch). ¬†
  • Geben Sie besonders auf Ihre Ern√§hrung und Gewicht acht. Jedes unn√∂tige Kilo Gewicht belastet Ihren K√∂rper, ebenso wie Untergewicht Ihre Prognose verschlechtert.
  • Trinken Sie regelm√§√üig und viel (Wasser!) und inhalieren Sie mit Salzl√∂sungen. Das erleichtert das Abhusten von Schleim. ¬†
  • Bei einer hohen Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz sollten Sie Ihren Betriebsarzt kontaktieren und umgehend behandeln lassen. ¬†
  • Unterst√ľtzen Sie Ihr Immunsystem. Dazu sollten Sie sich gesund ern√§hren (viel frisches Gem√ľse und Obst, ausreichend Fl√ľssigkeit) und meiden Sie Stress und √§hnlich sch√§digende Faktoren.

Tipps

COPD und Sport

Mit Hilfe von Physiotherapie und Atemtraining können Sie Ihrer Atemnot den Kampf ansagen und Ausdauer ebenso wie Leistungsfähigkeit steigern.

Abgesehen von dem k√∂rperlichen Nutzen, nehmen durch Sport √Ąngste und Depressionen ab.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt sind Verbesserungen von Blutfettwerten, Bluthochdruck oder anderen Risikofaktoren f√ľr Herz-Kreislauferkrankungen.

Ein fester Bestandteil der Therapie sind Schulungsprogramme. Dort werden richtige Inhalationstechniken und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei akuter Atemnot gelernt.

Viele Betroffene schr√§nken ihre k√∂rperliche Leistung aus Angst auf ein Mindestma√ü ein. Die Schonung des K√∂rpers f√ľhrt jedoch zu einer Leistungsabnahme und somit sinkenden Lebensqualit√§t, Isolation und Depression. Ein Teufelskreis beginnt. Damit Ihnen so etwas nicht passiert, sollten Sie sich in Ihrem Alltag regelm√§√üig und ausreichend bewegen.

Besonders Patienten, die noch eine milde Symptomatik aufweisen, sollten ihre Leistungsfähigkeit erhalten bzw. steigern, um bei Anstrengung nicht so schnell außer Atem zu kommen.

Eine gute Planung der sportlichen Aktivit√§ten ist notwendig, da die k√∂rperliche Leistung durch eine COPD eingeschr√§nkt ist. Generell kann jede Art von Sport ausge√ľbt werden, es sollte jedoch vorher mit dem Arzt abgekl√§rt werden, welche Sportarten am angemessensten bzw. geeignetsten sind.

Besonders wichtig ist, die Dauer und Intensität des Trainings nicht zu rasch zu steigern. Andernfalls drohen Überlastung und der Verlust von Spaß an der Bewegung.

Heben Sie die Intensität der Übungen langsam aber kontinuierlich an:

Starten Sie mit einigen Minuten Trainingsdauer, mehrmals täglich. Auch dann, wenn Sie leichte Beschwerden oder wenig Motivation haben. Vor- und nach dem Training (evtl. auch währenddessen) sollten Sie den Peak-Flow (Atemstromstärke) messen.

Sport macht immer mehr Spaß, wenn er in Gesellschaft betrieben wird. Es gibt in vielen Orten eigene Lungensportgruppen, die gezielt und gemeinsam trainieren.

Das Training sollte immer mit einer kurzen Aufw√§rmphase begonnen werden (Dehnen, langsames Gehen). Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt, die √ľberlastete Atemmuskulatur entspannt sich merklich.

Nutzen Sie w√§hrend des Trainings die ‚ÄěLippenbremse‚Äú um Atemnot vorzubeugen bzw. diese im ertr√§glichen Bereich zu halten. Atmen Sie dazu so langsam wie m√∂glich bei locker geschlossenen Lippen aus. Ihre Wangen bl√§hen sich dabei leicht auf. Durch diese Atemtechnik wird die Atmung gebremst und Bronchien offen gehalten.

Nach abgeschlossenem Training helfen Dehn√ľbungen, um Verkrampfungen vorzubeugen.

Besonders geeignete Sportarten:

  • Heimtrainer
  • Fahrradfahren
  • leichtes Jogging, Nordic Walking
  • ‚Äětherapeutisches‚Äú Treppensteigen
  • Inspiratory-Muscle-Training (spezielles Training f√ľr die Atemmuskulatur)
  • spezielles Krafttraining mit einem Gymnastikband f√ľr die Atemhilfsmuskulatur

Einige Studien geben Grund zur Annahme, dass Krafttraining einen besonders positiven Effekt auf eine COPD hat. Eine weitere Pr√ľfung dieser Vermutung steht jedoch noch an.

Betroffene ziehen einen Nutzen aus Sport, die Lebensqualität steigt, da sich die Atmung erleichtert und weniger Anfälle von Atemnot auftreten.

Um sicher zu sein, wieviel Sport f√ľr Sie gesund ist, sollten Sie vorher einen Arzt konsultieren.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden