Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
Internationale Klassifikation (ICD) I21.-

Grundlagen

Zu einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) kommt es, wenn sich die Blutgef√§√üe des Herzens (Herzkranzgef√§√üe) verschlie√üen, die f√ľr die Versorgung des Herzmuskels verantwortlich sind. Der Herzmuskel hat die Aufgabe Blut durch den K√∂rper zu pumpen. Normalerweise versorgen drei dieser gro√üen Blutgef√§√üe (Herzkranzgef√§√üe= Koronararterien) das Herz mit Blut und Sauerstoff.

Kommt es zu einer Verstopfung dieser Gef√§√üe, wie es beim Herzinfarkt der Fall ist, gelangen nicht mehr genug Sauerstoff und N√§hrstoffe zum Herzen. Erfolgt nicht innerhalb weniger Stunden die √Ėffnung des verschlossenen Gef√§√ües, kann der Herzmuskelteil, der von dem betroffenen Gef√§√ü versorgt wird absterben. Aus diesem Grund gilt jeder Herzinfarkt als ein Notfall.

In den Industriel√§ndern steigt die Zahl der Herzinfarkte stetig. Als Hauptursache gilt die Koronare Herzerkrankung (KHK), die durch unterschiedliche Faktoren wie etwa √úbergewicht, Bewegungsmangel, sowie Rauchen beg√ľnstigt wird.

Ursachen

Kranke Gefäße:

Der h√§ufigste Ausl√∂ser f√ľr einen Myokardinfarkt ist die Koronare Herzerkrankung (KHK). Mitunter kann auch eine Entz√ľndung der Herzkranzgef√§√üe oder ein angeschwemmtes Blutgerinnsel (Embolie) einen Herzinfarkt hervorrufen.

Eine Koronare Herzerkranunkung erkennt man an den Ablagerungen in den Schlagadern (Arterien), die auch Plaques genannt werden. Mitunter ist sogar bei jungen Erwachsenen bereits der Beginn einer solchen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) nachweisbar. Die Plaques f√ľhren zu einer Verkleinerung des Innenraums der Blutgef√§√üe und es kommt infolge zu einer eingeschr√§nkten Durchblutung.

Die Plaques k√∂nnen kleine Risse aufweisen, die dann wiederum sofort von Blutpl√§ttchen verschlossen werden. Bei diesem Vorgang werden Botenstoffe freigesetzt, die ihrerseits weitere Blutpl√§ttchen anlocken. In weiterer Folge entsteht ein Blutgerinnsel (Thrombus), das das gesamte Gef√§√ü verstopft und somit zu einer Unterbrechung der Blutversorgung f√ľhrt. Alles in allem bewirken diese Vorg√§nge einen Herzinfarkt.

Ungewiss ist bis jetzt jedoch, aus welchem Grund manche Plaques einrei√üen und somit ein hohes Herzinfarkt-Risiko bewirken, andere wiederum √ľber Jahre hinweg keine Risse aufweisen. Man wei√ü bereits, dass Ablagerungen, die viele Fettzellen und wenig Kalk beinhalten instabil sind. Dasselbe gilt auch, wenn eine hohe Konzentration an Entz√ľndungsstoffen im Blut (wie etwa C-reaktives Protein, CRP) vorliegt. Hohe Entz√ľndungswerte sind vor allem bei Menschen zu finden, die viel Bauchfett oder das Metabolische Syndrom haben. Weitere Risikofaktoren, die die Plaques instabil machen, sind Nikotin und Feinstaub.

Risikofaktoren:

Von einigen Faktoren ist bekannt, dass sie das Risiko f√ľr einen Herzinfarkt durch Gef√§√üverkalkung erh√∂hen. Generell kann man sagen: je h√∂her die Zahl der Risikofaktoren, desto wahrscheinlicher ist es, einen Herzinfarkt zu erleiden.

  • Ern√§hrung: Fettreiche und energiedichte Nahrungsmittel haben √úbergewicht und hohe Cholesterinwerte zur Folge.
  • √úbergewicht: Ist das Resultat ungesunder Ern√§hrung √ľber Jahre hinweg
  • Bewegungsmangel: Regelm√§√üige Bewegung f√ľhrt zu einem niedrigeren Blutdruck, sowie zu besseren Cholesterinwerten und einer erh√∂hten Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen.
  • M√§nnliches Geschlecht: Frauen vor der Menopause sind weniger gef√§hrdet, da zun√§chst die weiblichen Geschlechtshormone (wie etwa √Ėstrogene) einen Schutz bieten.
  • Genetische Veranlagung: Auch die Gene scheinen eine Rolle zu spielen, da ein geh√§uftes Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb der Familie zu beobachten ist.
  • Rauchen: Einige Stoffe, die im Tabakrauch (Zigaretten, Zigarren, Pfeifen) enthalten sind, bewirken die Entstehung von instabilen Plaques.
  • Erh√∂hter Blutdruck: Hypertonie f√ľhrt zu einer Sch√§digung der Gef√§√üinnenw√§nde
  • Erh√∂hter Cholesterinspiegel: Besonders gef√§hrlich sind hohe LDL-Werte und niedrige HDL-Werte.
  • Diabetes mellitus: Ein schlecht eingestellter Diabetes bewirkt dauerhaft hohe Blutzuckerwerte, die zu einer Sch√§digung der Gef√§√üe f√ľhren.
  • Erh√∂hte Entz√ľndungswerte: Als Beispiel ist ein erh√∂hter CRP-Wert zu nennen, der die Plaques instabil macht.
  • Alter: Mit steigendem Alter nimmt auch die Arterienverkalkung zu.

Nicht bewiesen ist bislang, ob auch ein erhöhter Wert des Eiweißbausteins (Aminosäure) Homocystein einen Risikofaktor darstellt.

Symptome

Besteht auch nur der geringste Verdacht auf einen Herzinfarkt muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden.

Charakteristische Anzeichen, die auf einen Herzinfarkt hindeuten, sind:

  • Stark dr√ľckende oder brennende Schmerzen im vorderen linken Brustbereich, die pl√∂tzlich auftreten. Der Schmerz kann sich aber auch im Oberbauch, R√ľcken oder Kiefer bemerkbar machen. Oftmals kann es auch vorkommen, dass die Schmerzen in den linken Arm ausstrahlen.
  • Beklemmungs-, Enge- oder Angstgef√ľhl
  • Akute schwere Atemnot, sowie Bewusstlosigkeit oder starke Schwindelgef√ľhle

Je nachdem welches Herzkranzgefäß betroffen ist, können sich die Symptome unterschiedlich äußern. Sind die hinteren Herzkranzarterien verschlossen, kommt es zu einem Hinterwandinfarkt, der sich durch Schmerzen im Oberbauch bemerkbar machen kann. Zu einem Vorderwandinfarkt kommt es, wenn die linken Herzkranzgefäße von dem Verschluss betroffen sind. Dieser ist durch Beschwerden im Brustbereich charakterisiert.

Zum akuten Herztod kommt es meistens infolge eines Verschlusses der großen Herzkranzgefäße.

Es ist wichtig, dass man den Herzinfarkt von einem Angina pectoris Anfall unterscheidet. Beide können die gleichen Beschwerden hervorrufen, eine Angina pectoris entsteht jedoch im Unterschied zu einem Herzinfarkt durch eine Gefäßverengung und nicht durch einen Verschluss der Gefäße.

Rund 15 bis 20 Prozent aller Herzinfarktanfälle haben einen schmerzlosen Verlauf (stumme Infarkte). Dies tritt hauptsächlich bei Patienten auf, die unter Diabetes mellitus leiden. 30 bis 50 Prozent der Herzinfarkte treten plötzlich und unerwartet auf, ohne dass sie sich zuvor durch Schmerzen bemerkbar machen.

Frauen zeigen eine andere Symptomatik als Männer. Zu den Merkmalen zählen:

  • Lediglich ein Drittel der Frauen versp√ľren Brustschmerzen
  • Bei dem Gro√üteil der Betroffenen macht sich M√ľdigkeit breit
  • Rund 50 Prozent klagen √ľber Schlafst√∂rungen
  • Einige Patientinnen sind kurzatmig
  • Bei einigen Frauen k√∂nnen sich Magenschmerzen bemerkbar machen

Da die Kennzeichen in vielen Fällen nicht richtig gedeutet werden, unterziehen sich Frauen etwa eine Stunde später einer klinischen Behandlung. Daraus geht hervor, dass der Anteil der Frauen, die an einem Herzinfarkt sterben höher ist als der der Männer.

Diagnose

Generell kann man anhand des Beschwerdebildes einen Herzinfarkt diagnostizieren. Um dennoch sicher zu gehen, und andere Erkrankungen, die ebenfalls mit Brustschmerzen einhergehen, auszuschlie√üen, k√∂nnen folgende Untersuchungen durchgef√ľhrt werden:

  • EKG: Das Elektrokardiogramm (EKG) stellt die wichtigste Untersuchungsmethode dar, um einen Herzinfarkt zu erkennen. Anhand dieses Verfahrens k√∂nnen typische Ver√§nderungen, die auch R√ľckschl√ľsse auf die Gr√∂√üe und den Ort des Infarktes zulassen, sichtbar gemacht werden. Au√üerdem kann man im EKG auch eventuelle Herzrhythmusst√∂rungen diagnostizieren. Diese stellen die am h√§ufigsten vorkommenden Komplikationen eines frischen Infarktes dar. Dennoch kann man die Ver√§nderungen nicht sofort nach erfolgtem Infarkt feststellen, sondern erst einige Stunden sp√§ter. Aus diesem Grund wird bei Verdacht auf Herzinfarkt empfohlen, mehrere Untersuchungen mit jeweils einigen Stunden Abstand durchzuf√ľhren.
  • Blutuntersuchungen: Kommt es zum Absterben von Muskelzellen, wie es bei einem Herzinfarkt der Fall ist, werden bestimmte Eiwei√üe freigesetzt. Erleidet der Betroffene nun einen Infarkt ist die Konzentration dieser Eiwei√üe im Blut erh√∂ht. Zu diesen Markern z√§hlt man Troponin T, Troponin I, Myoglobin, und Creatininkinase (CK-MB). Aber auch hier kann ein Anstiegt erst einige Stunden nach erfolgtem Infarkt verzeichnet werden.
  • Herz-Ultraschall/Echokardiografie: Gehen aus dem EKG keine Erkenntnisse hervor, w√§hrend die Beschwerden dennoch auf ein Infarktgeschehen hindeuten, kann ein Herz-Ultraschall (Echokardiografie) Hinweise liefern. Anhand dieser Untersuchung kann der Arzt Wandbewegungsst√∂rungen erkennen. Kommt es zu einer unterbrochenen Durchblutung infolge des Herzinfarktes, kommt es zu einer abnormen Bewegung des betroffenen Herzabschnittes.
  • Herzkatheter: Ein Herzkatheter hilft bei der Erkennung von betroffenen Herzkranzgef√§√üen, und liefert Hinweise ob noch weitere Gef√§√üe betroffen sind. Somit k√∂nnen auch der Herzmuskel und die Herzklappen auf ihre Funktionst√ľchtigkeit √ľberpr√ľft werden.

Therapie

Herzinfarktpatienten m√ľssen sich einer Behandlung auf der Intensivstation unterziehen. Die Behandlung zielt darauf hinaus, das verschlossene Blutgef√§√ü schnellstm√∂glich wieder zu √∂ffnen (Reperfusionstherapie). Kommt es so bald wie m√∂glich wieder zu einer normalen Durchblutung, stehen die Chancen gut, dass wenig Herzmuskelgewebe abgestorben ist (‚Äětime is muscle‚Äú) und weniger akute und chronische Komplikationen auftreten.

Folgende Behandlungsmethoden k√∂nnen f√ľr eine Reperfusionstherapie eingesetzt werden:

  • Lysetherapie (Thrombolysetherapie):

Bei dieser Therapieform wird das Blutgerinnsel (Thrombus), das den Infarkt verursacht hat, durch Medikamente aufgel√∂st (Lyse). Um dies zu erreichen, werden in die Vene Medikamente verabreicht, die entweder einen direkten Abbau des Thrombus bewirken, oder k√∂rpereigene Abbauenzyme (Plasminogene) aktivieren, die ebenfalls zu einem Aufl√∂sen des Blutgerinnsels f√ľhren. Kurze Zeit nach dem Herzinfarkt stehen die Chancen am besten, um ein betroffenes Herzkranzgef√§√ü wieder zu √∂ffnen. Diese Behandlung kann bereits schon vom Notarzt durchgef√ľhrt werden. Dadurch kann das verstopfe Gef√§√ü in 50 Prozent der F√§lle innerhalb von 90 Minuten wieder er√∂ffnet werden.

Liegt der Herzinfarkt bereits geraume Zeit zur√ľck, gestaltet sich die √Ėffnung des Blutgef√§√ües immer schwieriger. Die Lyse kann maximal 12 Stunden nach einem Infarkt erfolgen. Nach diesen 12 Stunden kann das Blutgerinnsel nicht mehr richtig aufgel√∂st werden, was zu erheblichen Nebenwirkungen f√ľhrt.

F√ľr die Lyse k√∂nnen die Enzyme Streptokinase und Urokinase, sowie die gentechnisch erzeugten Aktivatoren Alteplase, Reteplase oder Tenekteplase eingesetzt werden. Die Lyse-Medikamente bewirken im K√∂rper eine Hemmung der k√∂rpereigenen Blutgerinnung, da sie ihre Wirkung auf den gesamten K√∂rper und nicht nur auf das Herz aus√ľben. Als Komplikationen k√∂nnen ernste Blutungen auftreten. Weitere Komplikationen sind die Aktivierung von bislang unerkannten Blutungsquellen wie Magengeschw√ľren, sowie eine Gef√§√ümissbildung im Gehirn (Aneurysmen). Zu den schwersten Nebenwirkungen z√§hlt die Gehirnblutung, die sich in etwa ein Prozent der F√§lle ereignet. Nach der Thrombolysetherapie leiden die Betroffenen h√§ufig unter Herzrhythmusst√∂rungen, weshalb die Patienten genau √ľberwacht werden m√ľssen.

  • Akut-PTCA:

Bei dieser Behandlung wird umgehend ein Herzkatheter eingef√ľhrt, der das verstopfte Gef√§√ü mithilfe eines Ballons erweitert (akute PTCA). In vielen F√§llen wird im Zuge dieser Behandlung eine Gef√§√üst√ľtze (Stent) implantiert, um einen erneuten Verschluss des Gef√§√ües zu verhindern.

Bei einem Gro√üteil der Betroffenen kann durch die akute PTCA eine Wiederer√∂ffnung des Gef√§√ües erreicht werden. Der Nachteil ist jedoch, dass die PTCA nicht f√ľr alle Patienten sofort verf√ľgbar ist, da nicht alle Krankenh√§user Herzkatheterpl√§tze haben. Die Therapie erzielt nur dann einen Erfolg, wenn sie innerhalb von 90 Minuten einsetzt. Aus zahlreichen Untersuchungen geht hervor, dass die akute PTCA gewisse Vorteile gegen√ľber der Lysetherapie bietet.

  • Rescue-PTCA:

Erzielt die Lysetherapie keinen Erfolg und leidet der Patient immer noch unter Schmerzen, sowie einer Verschlechterung des Zustandes, kann eventuell ein Herzkatheter in Erwägung gezogen werden, damit das Gefäß geöffnet wird (Rescue-PTCA).

Gelegentlich sind die Herzkranzgef√§√üe so stark verengt, dass eine Bypass-Operation notwenig ist, um den Herzinfarkt zu beheben. Bei diesem Eingriff wird die Engstelle des Gef√§√ües durch eine Vene √ľberbr√ľckt, die entweder eine Brustwandarterie ist, oder von einer anderen K√∂rperstelle entnommen wird.

Zur Basistherapie des akuten Herzinfarktes gehören:

  • Acetysalicyls√§ure: Dieser Wirkstoff verhindert die Anlagerung der Blutpl√§ttchen und somit eine Vergr√∂√üerung des Blutgerinnsels. Besteht der Verdacht auf Herzinfarkt injiziert der Notarzt bereits schon Acetylsalicys√§ure um so die Prognose zu verbessern.
  • Heparin: Heparin bewirkt einen Eingriff in das Blutgerinnungssystem und wirkt einer Thrombusvergr√∂√üerung entgegen. Die Gabe kann ebenfalls bereits schon durch den Notarzt erfolgen.
  • Betablocker: Betablocker f√ľhren zu einer Senkung des Blutdrucks, sowie zu einer Verlangsamung des Herzschlags und infolge zu einer Entlastung des Herzens. Eine fr√ľhzeitige Gabe wirkt lebensbedrohlichen Herzrhythmusst√∂rungen entgegen (Kammerflimmern) und reduziert die Infarktgr√∂√üe.
  • Nitrate: Sie erweitern die Blutgef√§√üe und f√ľhren zu einer Minderung des Sauerstoffbedarfs des Herzens. Dar√ľber hinaus mindern sie die Schmerzen, f√ľhren allerdings nicht zu einer Verbesserung der Prognose.
  • ACE-Hemmer: Diese Mittel haben eine Erweiterung der Blutgef√§√üe, sowie eine Senkung des Blutdrucks zur Folge. Somit entlasten sie das Herz und senken das Sterblichkeitsrisiko bei Infarktpatienten. Aus diesem Grund sollte der Beginn der Therapie innerhalb von 24 Stunden einsetzten.
  • Schmerztherapie: Falls der Bedarf besteht, k√∂nnen Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht werden, die zur Schmerzfreiheit des Patienten f√ľhren sollen.
  • Sauerstoff: Allen Betroffenen wird Sauerstoff √ľber eine Nasensonde verabreicht, da somit die Sauerstoffversorgung des Herzens gew√§hrleistet werden kann.

Nachbehandlung:

F√ľr die Prognose von Herzinfarkt ist auch die Nachbehandlung von gro√üer Bedeutung. Bereits innerhalb der ersten Tage sollten die Betroffenen mit Krankengymnastik und Atem√ľbungen beginnen. Auch k√∂rperliche Aktivit√§t kann weiteren Gef√§√üverschl√ľssen entgegenwirken.

Einige Wochen sp√§ter kann bereits ein Herz-Kreislauf-Training einsetzen. Darunter versteht man keinesfalls Leistungssport, sondern vielmehr Sportarten wie Wandern, leichtes Joggen, Radfahren und Schwimmen. F√ľr ein individuelles Trainingsprogramm ist der behandelnde Arzt in Zusammenarbeit mit dem Patienten zust√§ndig.

Faktoren wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, √úbergewicht und Diabetes erh√∂hen das Risiko und sollten aus diesem Grund in regelm√§√üigen Abst√§nden einer Kontrolle unterzogen werden. Ein weiterer wichtiger Faktore ist das Rauchen, das umgehend aufgegeben werden sollte. Dar√ľber hinaus sollten Kontrolluntersuchungen in regelm√§√üigen Abst√§nden (halbj√§hrlich bis j√§hrlich) erfolgen.

Prognose

Bei Herzinfarkt tritt der Tod meistes infolge von Kammerflimmern ein.

Je schneller die √Ėffnung des verschlossenen Gef√§√ües erfolgt, desto besser sind die Aussichten auf eine Heilung. Die besten Erfolge sind bei einer Therapie, die innerhalb von 3 Stunden einsetzte, zu verzeichnen. Besteht nun der Verdacht auf Herzinfarkt, sollte der Patient umgehend im Krankenhaus behandelt werden.

Die Gr√∂√üe des Infarktes, sowie m√∂gliche Ver√§nderungen an anderen Herzkranzgef√§√üen √ľben ebenfalls Einfluss auf die Prognose aus.

Akute Komplikationen:

Bei vielen Betroffenen kommt es im Zuge des Herzinfarktes zu Herzrhythmusstörungen. In vielen Fällen kommt es zu einem sehr schnellen Herzschlag (Sinustachykardie), in 10 bis 15 Prozent der Fälle zu Vorhofflimmern. Lebensbedrohliche Situationen wie Kammerflimmern sind ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Mit dem Herzinfarkt kann auch eine akute Herzschwäche (Herzinsuffizienz) einhergehen, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Vereinzelt kann es auch vorkommen, dass infolge eines Herzinfarkts ein Teil der Herzwand einreißt.

Die ersten 48 Stunden nach dem Herzinfarkt stellen die risikoreichste Zeit f√ľr den Patienten dar. Rund 40 Prozent der Betroffenen √ľberleben die ersten Tage nicht.

Langzeitkomplikationen:

Ein akuter Herzinfarkt f√ľhrt zu einer starken Ver√§nderung im Leben der Betroffenen. Nicht wenige leiden in sp√§terer Folge unter Depressionen. Besonders wichtig ist es, sich auf eine gesunde und aktive Lebensweise umzustellen.

Stirbt infolge des Herzinfarktes viel Muskelmasse ab, kommt es mit der Zeit zu einer chronischen Herzschwäche, da das abgestorbene Herzmuskelgewebe Narben bildet. Die Pumpleistung hängt dann von der Größe des betroffenen Areals ab.

Herzschw√§che kann auch infolge von vielen kleinen Herzinfarkten entstehen (‚Äěsmall vessel disease‚Äú). In manchen F√§llen beult ein Teil der Herzwand aus (Aneurysma), wodurch bessere Bedingungen f√ľr die Bildung eines Blutgerinnsels geschaffen werden. Gelangen diese mit dem Blutstrom in den K√∂rper, k√∂nnen sie an einer Stelle stecken bleiben und das Gef√§√ü verstopfen. Geschieht dies im Gehirn, spricht man von einem Schlaganfall.

Der plötzliche Herztod bedingt durch Kammerflimmern ist eine häufige Todesursache nach Herzinfarkt. Es kann jedoch auch zu weniger bedrohlichen Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern kommen.

Vorbeugen

Herzinfarkt kann bis zu einem gewissen Ma√ü selbst verhindert werden, indem die Risikofaktoren f√ľr Arteriosklerose m√∂glichst gering gehalten werden. Durch die Arterienverkalkung entstehen optimale Bedingungen f√ľr die Koronare Herzerkrankung (KHK), die die h√§ufigste Ursache f√ľr Herzinfarkt darstellt. Aus diesem Grund sollte viel Wert auf einen gesunden Lebensstil gelegt werden:

  • Das Rauchen sollte aufgegeben werden. Optimalerweise sollte erst gar nicht damit begonnen werden.
  • Eine gesunde Ern√§hrung sollte im Vordergrund stehen. Diese beinhaltet viel Obst und Gem√ľse, sowie wenig Fett.
  • Falls man an √úbergewicht leidet, sollte versucht werden abzunehmen. Bereits einige Kilogramm weniger haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit.
  • Regelm√§√üige Bewegung sollte in den Tagesablauf eingeplant sein. Bereits ein halbst√ľndiger Spaziergang macht sich positiv bemerkbar.
  • Faktoren wie Diabetes mellitus, hoher Blutdruck oder erh√∂hte Cholesterinwerte sollten behandelt werden.
  • Medikamente, die vom Arzt verordnet sind, sollten in regelm√§√üigen Abst√§nden eingenommen werden. Dies gilt auch, wenn man im Moment unter keinerlei Beschwerden leidet.
  • Auf Dauer sollte der Stressfaktor m√∂glichst gering gehalten werden.

Liegt der Verdacht auf Herzinfarkt nahe, sollte umgehend der Notarzt verständigt werden. Auf keinen Fall sollte man selbst ins Krankenhaus fahren, da sich der Zustand von einer Sekunde auf die andere verschlechtern kann.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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