Hodenkrebs (Hodenkarzinom)

Hodenkrebs (Hodenkarzinom)
Internationale Klassifikation (ICD) C62.-

Grundlagen

Hodenkrebs stellt eine der am weitesten verbreiteten bösartigen Tumorerkrankungen bei jungen Männern dar. Trotzdem zählt sie aber zu den Krebserkrankungen, mit den besten Heilungschancen.

Generell kommt Hodenkrebs sehr selten vor. Statistisch gesehen zählt er unter den Tumorerkrankungen, bei den unter 40- Jährigen, zu den häufigsten Krebsformen. Pro Jahr erkranken rund 4750 Männer an Hodenkrebs, während das mittlere Erkrankungsalter bei 37 Jahren liegt.

Wie es zu Hodenkrebs kommt ist bislang nicht geklärt. Als Risikofaktor gilt jedoch ein unvollständiger Hodenabstieg (Maldescensus testis).

Man kann zwischen zwei Gruppen von Hodenkrebs unterscheiden: die etwa häufiger vorkommenden Seminome und die selteneren Nicht-Seminome, die wiederum in zahlreiche Subtypen unterteilt werden. Der Unterschied liegt darin, dass bei Seminomen und Nicht-Seminomen verschiedene Zelltypen entarten. Die Trennung der beiden Arten ist wichtig, da Seminome auf eine Strahlentherapie ansprechen, Nicht-Seminome hingegen nur durch eine Operation und Chemotherapie behandelt werden können.

Ursachen

Wie es zu der Entstehung von Hodenkrebs kommt, ist bisher nicht geklärt. Generell ist jedoch eine Häufigkeit an Hodenkrebs bei Männern zu verzeichnen, bei denen ein Hodenhochstand (Maldescendus testis) im Kindesalter aufgetreten ist (auch wenn dieser operativ behoben wurde), die unter Zeugungsunfähigkeit, sowie unter unterentwickelten Hoden oder einer bestimmten Chromosomen- Anomalie (Klinefelter- Syndrom) leiden. Es konnte auch ein erhöhtes Risiko bei einer erblichen Vorbelastung festegestellt werden, also wenn der Vater oder der Bruder bereits an Hodenkrebs erkrankt sind. Zusätzlich liegt die Vermutung nahe, dass ein hoher Östrogenspiegel der Mutter während der Schwangerschaft beim ungeborenen Sohn das Erkrankungsrisiko erhöht.

Innerhalb der letzten Jahrzehnte ist die Häufigkeit von Hodekrebs angestiegen. Dies gilt vor allem für die Altergruppe der 35- bis 49- Jährigen. Als Ursachen werden hauptsächlich der Einsatz von Pflanzen- und Insektenvernichtungsmitteln, der frühe Beginn der Pubertät, Viruserkrankungen, Lösungsmittel-, Schwermetall- und Exposition gegenüber Chrom vermutet. Dennoch konnte keiner dieser Faktoren bislang wissenschaftlich belegt werden.

Es wird vermutet, dass die Entstehung von Krebsvorläuferzellen bereits vorgeburtlich in der Embryonalphase stattfindet. Aus diesen sogenannten TIN- Zellen (= Testikuläre Intraepitheliale Neoplasie) können im späteren Verlauf unter hormoneller Einwirkung ab der Pubertät Hodenkrebszellen entstehen.

Symptome

Oftmals wird Hodekrebs nur durch Zufall erkannt. Man bemerkt ihn anhand einer vergrößerten, knotenartigen Veränderung am Hoden, die vor allem im Seitenvergleich bemerkbar wird. Zusätzliche Symptome können ziehenden Hodenschmerzen, sowie ein Schweregefühl des betreffenden Hodens sein. Diese Merkmale müssen jedoch nicht unbedingt vorhanden sein. Einige Hodentumore neigen dazu Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) zu produzieren. Ist dies der Fall, können die Brustdrüsen anschwellen (Gynäkomastie).

Diagnose

Besteht der Verdacht auf Hodenkrebs, stellt der Arzt die Diagnose anhand einer Abtast- Untersuchung beider Hoden, sowie einer Ultraschall- Untersuchung (Sonografie). Das Ergebnis der Ultraschall- Untersuchung ist dabei sehr aussagekräftig: Fast immer kann festgestellt werden, ob die Ursache für die Schwellung im Hoden oder in einer anderen Struktur des Hodensacks liegt. Vermutet der Arzt Hodenkrebs, untersucht er zunächst auch beide Leisten, da sich dort Lymphknoten befinden, die eventuell auch schon befallen sein können. In der Leistengegend können sich auch nicht vollständig abgestiegene Hoden befinden. Um eine sichere Diagnose zu erhalten, ist es in manchen Fällen auch nötig, eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Hoden zu entnehmen.

Gilt die Diagnose auf Hodenkrebs als gesichert, muss man anhand von weiteren Untersuchungen abklären, ob bereits andere Organe von Tumorzellen befallen sind (Metastasen). Um dies festzustellen werden Röntgen- Untersuchungen, sowie eine Computer- Tomografie des Brustraums, Bauchraums und Beckens gemacht.

Zusätzlich werden im Blut sogenannte Tumor-Marker ermittelt, die von Krebszellen produziert werden. Spezifisch für Hodenkrebs sind vor allem Alpha- Fetoproteine (AFP) und Beta- Humanes Chorion- Gonadotropin (ß-HCG). Anhand dieser Werte kann man zwar keine eindeutige Diagnose stellen, aber man kann später wichtige Schlüsse über den Therapieverlauf des Hodenkarzinoms ziehen.

Therapie

Gilt die Diagnose Hodenkrebs als gesichert, wird im Zuge einer Operation der Hoden mit dem zugehörigen Samenstrang und den Blutgefäßen entfernt. Wenn der Tumor wenige als 30 Prozent des Hodenvolumens ausmacht, kann möglicherweise auch an speziellen Tumorzentren eine Operation durchgeführt werden, bei der der Hoden erhalten bleibt. In den meisten Fällen wird während der Operation eine etwa reiskorngroße Gewebeprobe des gesunden Hodens entnommen. Anhand dieser Probe können Vorläuferzellen eines Hodentumors erkannt werden. Somit kann der Arzt feststellen, ob der zweite Hoden entweder gesund oder auch schon von Krebs betroffen ist.

Abhängig von der mikroskopischen Diagnose (Seminom oder Nicht-Seminom) und der Ausbreitung des Tumors liegt es im Ermessen des Arztes zu entscheiden, ob eventuell noch weitere Maßnahmen zu treffen sind. Zu diesen zähen entweder Strahlentherapie, Chemotherapie, die operative Entfernung der Lymphknoten im Bauchraum oder eine Kombination aus diesen Methoden. Ist der Hodenkrebs bereits fortgeschritten, muss möglicherweise zuerst eine Chemotherapie erfolgen, um den Tumor in seiner Größe einzuschränken, sodass eine Operation zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist. Chemotherapie wird meistens bei metastasiertem Hodenkarzinom angewendet.

Mit Nebenwirkungen ist je nach Art und Ausmaß der Behandlung zu rechnen. Durch die beidseitige Entfernung der Hoden wird der Mann unfruchtbar. Dies kann auch durch eine intensive Chemo- und Strahlentherapie geschehen.

Die Nachsorge von Hodenkrebs erfolgt durch die regelmäßige Kontrolle der Tumormarker im Blut. Zusätzlich kommt es zu Röntgenuntersuchungen des Brust- und Bauchraums und zu Ultraschalluntersuchungen des gesunden Hodens. Durch die Kontrollen soll sichergestellt werden, dass sich im Körper keine Krebszellen mehr befinden, die erneut einen Tumor auslösen können. Außerdem sollten die regelmäßigen Nachuntersuchungstermine über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren wahrgenommen werden.

Sind beide Hoden operativ entfernt worden oder besteht nach der Behandlung ein niedriger Testosteronwert, kann mit einer lebenslangen Testosterongabe entgegengewirkt werden.

Prognose

Im Allgemeinen sind die Aussichten auf Heilung bei Hodenkarzinom sehr gut. Die meisten Patienten werden wieder vollständig gesund. Fünf Jahre nach Diagnosestellung leben noch mehr als 95 Prozent der Betroffenen.

Die Heilungschancen sind jedoch von dem Ausmaß der Ausbreitung des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose abhängig. Dies betrifft hauptsächlich Patienten mit Nicht- Seminomen, bei denen die Heilungschancen mit fortschreitendem Krankheitsverlauf signifikant sinken.

Wenn möglich sollte die Behandlung von Hodenkrebs in einer Spezialklinik erfolgen, die fächerübergreifend arbeitet.

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