Inkontinenz

Inkontinenz
Internationale Klassifikation (ICD) R32

Grundlagen

Unter Harninkontinenz (im Volksmund Blasenschw√§che genannt) versteht man das Nichterlernen oder den Verlust der F√§higkeit, Urin in der Harnblase sicher zu speichern und den Zeitpunkt der Entleerung selbst bestimmen zu k√∂nnen. Es handelt sich hierbei um eine recht verbreitete Erkrankung, von der, Untersuchungen zufolge, sch√§tzungsweise zwischen 5 und 25% der Menschen betroffen sind ‚Äď exakte Zahlen sind schwer zu bestimmen, da viele Betroffene aus Scham keinen Arzt aufsuchen. Grunds√§tzlich l√§sst sich feststellen, dass Frauen h√§ufiger als M√§nner an Inkontinenz leiden und die Zahl der F√§lle mit dem Alter zunimmt.

Viele Betroffene leiden nicht nur k√∂rperlich, sondern vor allem auch seelisch unter dem ungewollten Harnverlust. Aus Scham und Angst, dass ihre Erkrankung entdeckt werden k√∂nnte, ziehen sie sich mehr und mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zur√ľck. Besonders f√ľr junge Menschen, die in dem Glauben aufgewachsen sind, Inkontinenz betreffe nur √§ltere Menschen, ist der Leidensdruck immens hoch. Die Betroffenen versuchen oftmals mehrere Jahre lang ihre Erkrankung zu verbergen, bevor sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Der gro√üe psychische Stress √§u√üert sich in Frustration, Nervosit√§t und Schlafst√∂rungen.

Unfreiwilliger Harnverlust l√§sst sich in einigen F√§llen schon allein durch die St√§rkung der Beckenbodenmuskulatur (durch intensives Beckenbodentraining) verhindern. Zur Behandlung von bestimmten Formen der Blasenschw√§che kommen auch Medikamente zum Einsatz ‚Äď und als letzte M√∂glichkeit ist ein operativer Eingriff m√∂glich. Auch gibt es in Drogerien und Apotheken eine gro√üe Auswahl an professionellen Hilfsmitteln wie zum Beispiel Einlagen, die es den Betroffenen erlauben, ohne Einschr√§nkungen ihrem normalen Leben nachzugehen.

Ursachen

Die folgenden vier Varianten sind die häufigsten Erscheinungsformen der Inkontinenz. Ihnen liegen jeweils unterschiedliche Ursachen zugrunde:

  • Belastungsinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • √úberlaufinkontinenz
  • Reflexinkontinenz

Belastungsinkontinenz

Diese Art der Inkontinenz hat nichts mit belastenden, psychischen Faktoren zu tun ‚Äď der Grund des Harnverlusts liegt darin, dass die Muskeln, durch welche die Harnblase in Richtung Harnweg abgeschlossen wird, zu schwach sind. Wird in besonderen Belastungssituationen der Druck im Bauchraum und in Folge auch der Druck auf die Blase erh√∂ht, kommt es zum ungewollten Austreten von Harn. Es werden je nach Auspr√§gung der Muskelschw√§che drei Stufen der Belastungsinkontinenz unterschieden:

  • Grad I: Inkontinenz nur beim Husten, Niesen oder Lachen
  • Grad II: Inkontinenz bei abrupten Bewegungen oder beim Hinsetzen und Aufstehen
  • Grad III: Inkontinenz im Liegen oder bei unangestrengten Bewegungen

Es gibt verschiedene Gr√ľnde, warum die Schlie√ümuskeln der Harnblase ihrer Funktion nicht mehr nachkommen k√∂nnen. Zumeist tritt eine Beckenbodenschw√§che zum Beispiel nach Operationen im Unterleibsbereich oder nach mehreren Geburten auf.

Ein anderer Grund bei Frauen w√§re die Absenkung von Blase, Geb√§rmutter und Vagina im Becken. Im Normalfall werden diese Organe durch B√§nder und Muskeln in ihrer angestammten Position gehalten ‚Äď sind diese jedoch zu schwach ausgepr√§gt, rutschen die Organe und die Harnr√∂hre ein St√ľck tiefer in das Becken, wodurch die Verschlussmuskulatur der Harnblase in ihrer Funktion beeintr√§chtigt wird.

In seltenen Fällen ist die Muskulatur der Harnröhre selbst nicht kräftig genug und es kommt dadurch zu einer Inkontinenz. Normalerweise werden die Harnröhrenmuskeln allerdings von den anderen Muskeln des Beckenbodens verstärkt.

Bei Männern kann eine Belastungsinkontinenz nach einer Prostataoperation auftreten, falls durch den Eingriff die Muskulatur der Harnröhre geschädigt wurde.

Dranginkontinenz

Diese Form wird auch als Syndrom der √ľberaktiven Blase, Urge-Inkontinenz (das englische Wort "urge" f√ľr Drang) oder als Reizblase bezeichnet. Eine Dranginkontinenz √§u√üert sich dadurch, dass Betroffene unter einem pl√∂tzlichem, ununterdr√ľckbarem Harndrang leiden, der sie zwingt, sofort eine Toilette aufzusuchen. Der pl√∂tzliche Harndrang entsteht durch folgende zwei Mechanismen:

  • motorische Dranginkontinenz: Hier sind die Nervenimpulse, die den Musculus detrusor (der Muskel, der die Harnblase entleert) aktivieren, √ľberaktiv, was zu einem pl√∂tzlichen und vorzeitigen Harnabgang f√ľhrt. Normalerweise wird der Musculus detrusor √ľber das zentrale Nervensystem reguliert ‚Äď bei Gehirnerkrankungen wie beispielsweise Tumoren, Schlaganf√§llen, Demenz und Entz√ľndungen kann es zu einer √úberaktivierung kommen.
  • sensorische Dranginkontinenz: Hierbei ist die Wahrnehmung der Blasenf√ľllung gest√∂rt und es kommt zu einem fr√ľhzeitigen Signal, dass die Harnblase voll sei. Diese St√∂rung kann durch Entz√ľndungen, Blasensteine, Blasentumore oder Umbauprozesse der Blasenschleimhaut (als Folge eines √Ėstrogenmangels in den Wechseljahren) ausgel√∂st sein.

√úberlaufinkontinenz

Eine √úberlaufinkontinenz wird durch eine st√§ndig √ľbervolle Harnblase ausgel√∂st, die sich aufgrund von Abflussst√∂rungen nur erschwert nat√ľrlich entleeren kann. Steigt der Druck in der Blase √ľber den Widerstand in der Harnr√∂hre, "l√§uft die Blase √ľber" und ein st√§ndiges Harntr√§ufeln ist die Folge.

Es gibt verschiedene Ursachen f√ľr eine √úberlaufinkontinenz:

  • Die h√§ufigste Ursache ist eine vergr√∂√üerte Prostata (Vorsteherdr√ľse), wie sie oft bei M√§nnern ab dem 60. Lebensjahr vorkommt. Da die Prostata direkt unter der Blase die Harnr√∂hre komplett umgibt, kann bei einer Vergr√∂√üerung die Harnr√∂hre eingeengt werden.
  • Bei Diabetes Mellitus kann es zu einer Sch√§digung der Nerven, die den Musculus detrusor (der Muskel, der die Harnblase entleert) aktivieren sollte, kommen. Der Harn kann nicht mehr aus der Blase gepresst werden und es kommt zu einer √úberlaufinkontinenz.
  • Auch bei der operativen Entfernung von beispielsweise Geb√§rmutter- oder Eierstocktumoren und bei Verletzungen des unteren R√ľckenmarks kann der Nerv zum Musculus detrusor gesch√§digt werden.
  • W√§hrend einer Schwangerschaft kann sich durch den erh√∂hten Druck auf die Blase ebenfalls vor√ľbergehend eine √úberlaufinkontinenz entwickeln.

Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz entsteht durch eine Sch√§digung der Nervenbahnen zwischen Gehirn und dem Blasenzentrum in R√ľckenmark, wie sie zum Beispiel bei Querschnittsgel√§hmten vorkommt. Die Sch√§digung hat zur Folge, dass durch √úberwiegen der Aktivit√§tsimpulse es zu reflexartigen Kontraktionen der Blasenmuskulatur kommt, wodurch die Harnblase entleert wird.

Fisteln

Unter Fisteln versteht man neu gebildete, pathologische Verbindungsg√§nge zwischen einem inneren Hohlorgan und einem anderen Organ bzw. der Hautoberfl√§che. Fisteln k√∂nnen sich durch einen chronischen Entz√ľndungsprozess (beispielsweise Morbus Crohn), nach Unterleibsoperationen oder komplizierte Geburten entwickeln.

Falls die Harnblase √ľber eine Fistel mit dem Darm, der Vagina oder der Hautoberfl√§che verbunden wird, kann √ľber diesen Kanal der Harn ohne Widerstand ablaufen.

Symptome

Jede Erscheinungsform der Inkontinenz äußert sich in unterschiedlichen Symptomen und Leiden.

Belastungsinkontinenz

Bei der Belastungsinkontinenz kommt es bei leichter oder schwerer Belastung (beispielsweise beim Heben schwerer Lasten, Niesen, Lachen, Husten) zu ungewolltem Harnabgang. Ist die Belastungsinkontinenz stark ausgeprägt, kann der Harn schon im Liegen oder bei unangestrengten Bewegungen abgehen. Häufig betroffen sind Frauen (auch in jungen Jahren), Männer hingegen eher selten.

Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz äußert sich in einem so plötzlichen und unbeherrschbar starken Harndrang, sodass es den Betroffenen kaum möglich ist, rechtzeitig die nächste Toilette aufzusuchen. Vor allem ältere Menschen (bevorzugt Frauen) leiden an dieser Form der Inkontinenz.

√úberlaufinkontinenz

Von der √úberlaufinkontinenz sind haupts√§chlich √§ltere M√§nner mit Prostataproblemen betroffen. Die Harnblase kann sich aufgrund eines erh√∂hten Widerstands (beispielsweise durch eine Prostatavergr√∂√üerung) nicht mehr normal entleeren ‚Äď der Druck steigt an, die Blase "l√§uft √ľber" und es kommt tr√∂pfchenweise zu Urinverlust.

Reflexinkontinenz

Von dieser Form der Inkontinenz betroffen sind Personen mit Sch√§digungen bzw. St√∂rungen der Nervenbahnen oder des R√ľckenmarks. Die Verschlussmuskulatur der Harnblase kann nicht mehr kontrolliert werden und es kommt zu einer unwillk√ľrlichen, aktiven Entleerung der Blase.

Fisteln

Eine Inkontinenz als Folge einer Fistelbildung ist sehr selten. Bei dieser Form kommt es zu ständigem Harnabgang durch die Fistel.

Diagnose

F√ľr die richtige Wahl der Therapie, muss zun√§chst die Ursache der Inkontinenz festgestellt werden. Diese l√§sst sich vor allem durch eine genaue Anamnese (Patientengespr√§ch) und der Beurteilung des Beschwerdebildes herausfinden.

Zur Sicherung der Diagnose m√ľssen andere Erkrankungen wie Blasenentz√ľndungen, Tumore oder Blasensteine als Ursache ausgeschlossen werden. Durch eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) ist die Feststellung von etwaigen Blasensteinen und Tumoren sowie eine Messung der Restharnmenge m√∂glich.

Mittels der urodynamischen Diagnostik l√§sst sich der Druck im Bauchraum und in der Harnblase w√§hrend F√ľllung und Entleerung der Blase bestimmen (beispielsweise zur Unterscheidung von Drang- und √úberlaufinkontinenz).

In manchen Fällen sind auch eine Blasenspiegelung (zur Inneren Begutachtung der Blase bei Verdacht auf Gewebeveränderungen) oder Röntgen- und Laboruntersuchungen zur Sicherung der Diagnose notwendig.

Therapie

Die Art der Therapie variiert zwischen den Formen der Inkontinenz:

Belastungsinkontinenz

Da eine Beckenbodenschw√§che die h√§ufigste Ursache der Belastungsinkontinenz ist, f√ľhrt oftmals ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur zur Heilung. Die t√§glichen Kr√§ftigungs√ľbungen werden zun√§chst unter fachkundiger Anleitung, sp√§ter dann auch alleine zu Hause, durchgef√ľhrt.

Bei √ľbergewichtigen Personen f√ľhrt oft auch eine Gewichtsreduktion zur Besserung der Inkontinenz. Frauen nach der Menopause kann manchmal durch eine Behandlung mit √Ėstrogenen geholfen werden.

Kann trotz Therapie keine Besserung der Beschwerden erreicht werden, l√§sst sich die Inkontinenz meist auch durch einen operativen Eingriff (beispielsweise durch das Einsetzen eines k√ľnstlichen Schlie√ümuskels) behandeln.

Dranginkontinenz

Diese Art der Inkontinenz wird durch eine √úberempfindlichkeit der Blasenrezeptoren auf Reize verursacht. Daher helfen bei leicht ausgepr√§gten Beschwerden Blasentees, W√§rmflaschen oder pflanzliche Medikamente wie zum Beispiel K√ľrbis- oder Goldrutenextrakt.

Durch gezieltes Blasentraining (dabei lernt der Betroffene, die Blase an bestimmten Zeiten zu entleeren ‚Äď Beschreibung unter "Prognose") kommt der Patient dem unkontrollierbaren Harndrang zuvor und verhindert so einen ungewollten Harnabgang.

Bei einer stark ausgepr√§gten Dranginkontinenz kann auch die Einnahme krampfl√∂sender Medikamente hilfreich sein. Diese verhindern eine Kontraktion des Blasenmuskels, wodurch der starke Harndrang abgeschw√§cht wird. Die medikament√∂se Behandlung sollte f√ľr einige Wochen aufrechterhalten werden.

√úberlaufinkontinenz

Da die Ursache bei dieser Form meist in einer vergr√∂√üerten Prostata liegt, muss in schweren F√§llen eine Operation in Erw√§gung gezogen werden. Leichte Auspr√§gungen lassen sich jedoch teilweise mit pflanzlichen Medikamenten wie K√ľrbis-, Brennessel- oder S√§gepalmenextrakt behandeln.

Alternativ zur Operation ist auch eine medikamentöse Therapie mit Alpha-Rezeptorenblockern möglich. Diese bewirken, dass sich der Blasenverschluss und somit der Auslasswiderstand verringert, wodurch die Menge des Restharns in der Blase reduziert wird.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Einnahme von 5-Alpha-Reduktasehemmern, welche eine Verkleinerung der Prostata bewirken.

Falls keine Operation m√∂glich ist und sonstige Therapieans√§tze fehlschlagen, ist manchmal die Einf√ľhrung eines Katheters notwendig. Durch diesen wird der Harn √ľber die Harnr√∂hre oder die Bauchdecke abgeleitet.

Reflexinkontinenz

Die Ursache dieser Inkontinenz liegt in einer Schädigung der Nervenverbindung vom Gehirn zur Harnblase, wodurch diese nicht mehr bewusst kontrolliert werden kann. Verschiedene Medikamente (zum Beispiel Parasympatholytika) hemmen die spontane Aktivierung der Harnblasenmuskulatur und verhindern somit effektiv einen plötzlichen Harnabgang.

F√ľr die gewollte Entleerung der Harnblase muss nun jedoch ein Katheter angelegt werden. Dabei wird ein d√ľnner Kunststoffschlauch durch die Harnr√∂hre in die Blase eingef√ľhrt.

Prognose

Wird die jeweilige Therapie gut und konsequent durchgef√ľhrt, l√§sst sich die Inkontinenz in den meisten F√§llen stark verbessern oder g√§nzlich beseitigen.

Es gibt eine Reihe von Empfehlungen, die das Ausmaß der Inkontinenz lindern:

Beckenbodentraining

Es handelt sich hierbei um eine Krankengymnastik, die unter Anleitung durch einen Physiotherapeuten erlernt werden kann. Wird das Training nur mittels schriftlicher Anleitungen erlernt, werden die √úbungen oft falsch ausgef√ľhrt und der Erfolg bleibt aus.

Beim Beckenbodentraining erlernen Betroffene verschiedene St√§rkungs√ľbungen der Beckenbodenmuskulatur sowie Methoden, die Alltagsbelastung des Beckenbodens reduzieren ‚Äď zum Beispiel durch das Erlernen besonderer Hebetechniken oder das richtige, druckreduzierte Aufstehen aus dem Bett.

Zur Unterst√ľtzung k√∂nnen in der Anfangsphase des Trainings Bio-Feedback-Ger√§te sehr hilfreich sein. Diese zeigen dem Benutzer den Anspannungsgrad der Beckenbodenmuskulatur an, sodass anhand der R√ľckmeldung erkannt wird, ob die √úbungen richtig ausgef√ľhrt werden. Dazu wird bei Frauen ein Sensor in die Vagina, bei M√§nnern ein Sensor in den Enddarm eingebracht. Bei Anspannungen der Beckenbodenmuskeln wird der Druck auf den Sensor √ľbertragen. Ohne diese Ger√§te kann der Anspannungsgrad der Muskulatur nicht wahrgenommen werden.

Eine weitere M√∂glichkeit w√§re eine Elektrotherapie. Bei dieser wird die Beckenbodenmuskulatur √ľber elektronische Impulse stimuliert, worauf sie sich in rhythmischen Abst√§nden anspannt und dadurch gekr√§ftigt wird. Die Elektrotherapie ist besonders als Vorbereitung zu einem aktiven Beckenbodentraining beispielsweise nach Operationen im Beckenbereich geeignet.

Ein Beckenbodentraining kann nur erfolgreich sein, wenn es konsequent zu Hause weitergef√ľhrt wird.

Fl√ľssigkeitszufuhr

In vielen Fällen versuchen Betroffene, ihre Inkontinenz durch weniger Trinken kontrollieren zu können. Dies bewirkt jedoch zumeist das Gegenteil, da konzentrierter Harn in der Blase eher den Harndrang verstärkt. Durch die seltenere Entleerung der Blase steigt zudem das Infektionsrisiko an. Blaseninfekte selbst können wiederum die Inkontinenz verstärken.

Auch leidet die Gesundheit unter einer verminderten Fl√ľssigkeitsaufnahme, da der K√∂rper im Schnitt zwei Liter pro Tag ben√∂tigt. Andernfalls hat dies negative Konsequenzen f√ľr die Nieren, Haut, Verdauungstrakt und das Gehirn.

Blasentraining

Durch das regelmäßige Entleeren der Blase an bestimmten Zeitpunkten kann dem intensiven Harndrang bei einer Dranginkontinenz zuvorgekommen werden.

Dies erreicht man am besten √ľber ein sogenanntes Miktionstagebuch (Blasenentleerungstagebuch). Darin werden √ľber mehrere Tage s√§mtliche freiwilligen Blasenentleerungen und unfreiwilligen Harnabg√§nge sowie die Menge und Art der konsumierten Getr√§nke vermerkt. Mit Hilfe des Tagebuchs k√∂nnen nun Regelm√§√üigkeiten im Blasenentleerungsrhythmus festgestellt werden. Anschlie√üend kann man sich mit der Zeit antrainieren, immer etwa eine halbe Stunde vor der erwarteten Blasenentleerung aufs Klo zu gehen, wodurch sich die unkontrollierbaren Drang-Harnabg√§nge verhindern lassen.

Vorbeugen

Durch einen gut trainierten Beckenboden sowie der Meidung folgender Faktoren lässt sich in vielen Fällen eine bestehende Inkontinenz vermindern oder sogar gänzlich verhindern:

  • Bei starkem √úbergewicht √ľbt eine K√∂rpergewichtsreduktion durch den verminderten Druck auf den Beckenbereich einen positiven Einfluss aus.
  • Durch die Behandlung einer chronischen Verstopfung wird der Druck auf die Harnblase reduziert.
  • Das h√§ufige Husten bei einer chronischen Bronchitis verst√§rkt die Beschwerden einer Belastungsinkontinenz. Durch die Behandlung der Lungenerkrankung und dem Rauchverzicht bei einer Raucherbronchitis kann sich die Situation verbessern.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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