Lungenentz√ľndung

Lungenentz√ľndung
Internationale Klassifikation (ICD) J18.-

Grundlagen

Eine Lungenentz√ľndung wird ausgel√∂st, indem Erreger unterschiedlicher Art, wie etwa Bakterien, Pilze oder Viren das Lungengewebe angreifen. Als Reaktion darauf kommt es zu einer Entz√ľndung der tiefer gelegen Abschnitte der Lunge, sowie der Lungenbl√§schen (Aleveolen) und/oder des Bindegewebes, das dazwischen liegt. Infolge ereignen sich in dem betroffenen Lungengebiet eine Schwellung und eine verst√§rkte Durchblutung.

Bei etwa 30 bis 60 Prozent aller Lungenentz√ľndungen bei Patienten j√ľngeren Alters ist eine bestimmte Art von Bakterien zu beobachten (Streptococcus pneumoniae = Pnemokokken). In den Industriel√§ndern stellt die Lungenentz√ľndung die am h√§ufigsten zum Tod f√ľhrende Infektionskrankheit dar. Weltweit ist sie an dritter Stelle.

In Deutschland kommt es in etwa zu 10 Neuerkrankungen der Ambulanten Erworbenen Pneumonie (AEP) (Englisch: Community Acquired Pneumonia, CAP)unter 1000 Menschen. Die meisten Lungenentz√ľndungen sind bakteriellen Ursprungs. Zu der Risikogruppe z√§hlen vor allem S√§uglinge, Kleinkinder und √§ltere Menschen. F√ľr Menschen, deren Immunsystem ansonsten intakt ist und die gesund sind, stellt eine Lungenentz√ľndung keine gro√üe Gefahr dar. Sie heilt meistens ohne bleibende Folgen ab.

F√ľr √§ltere Menschen hingegen, sowie Kinder und Menschen mit einem geschw√§chten Immunsystem, kann eine Pneumonie auch t√∂dliche Folgen haben. Eine besonders gro√üe Gefahr stellen Pneumonien dar, die ihren Ursprung im Krankenhaus haben und dort entstehen.

Ursachen

Als Ursache f√ľr eine Pneumonie gilt meistens eine Infektion mit Bakterien, Viren und selten auch mit Pilzen und Parasiten. In 90 Prozent der F√§lle sind Bakterien der Ausl√∂ser f√ľr eine ‚ÄěAmbulante Erworbene Pneumonie‚Äú.

Lungenentz√ľndungen k√∂nnen auch durch √§tzende Reizstoffe (wie etwa Giftgase), eingeatmete Farbstoffe, Medikamente, sowie eine Strahlentherapie entstehen. Als Ausl√∂ser gilt auch das Einatmen (Aspirieren) von Mageninhalt.

Einige Herzerkrankungen bedingen Wasseransammlungen in der Lunge (Lungen√∂dem), falls sie unbehandelt beleiben. Dadurch werden gute Bedingungen f√ľr eine Lungenentz√ľndung geschaffen (Stauungs-Pneumonie).

In seltenen F√§llen kann es auch vorkommen, dass andere Entz√ľndungen (beispielsweise eine Knochenentz√ľndung) f√ľr die Lungenentz√ľndung verantwortlich sind, indem die Erreger √ľber die Blutbahn zur Lunge transportiert werden.

Zur Risikogruppe gehören:

  • √Ąltere und geschw√§chte Menschen
  • Chronisch kranke Menschen und hier haupts√§chlich Patienten mit einer Herzerkrankung, Bronchitis oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
  • Menschen mit einer geschw√§chten k√∂rpereigenen Immunabwehr (beispielsweise bei einer HIV-Infektion)
  • Alkoholkranke Menschen
  • Kinder, und hier vor allem chronisch kranke Kinder (Vorsicht ist geboten, da bei Kindern eine Lungenentz√ľndung h√§ufig mit einer Blinddarmentz√ľndung verwechselt wird).

Symptome

Die Symptome einer Lungenentz√ľndung k√∂nnen sehr unterschiedlich auftreten und sind abh√§ngig vom allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen und dem Erreger. Merkmale einer klassischen, durch Bakterien verursachten Lungenentz√ľndung sind:

  • Pl√∂tzlicher Sch√ľttelfrost
  • Hohes Fieber
  • Husten und Atemnot, zus√§tzlich kann es zu atemabh√§ngigen Schmerzen in der Brust kommen.
  • Zu Beginn ist der Husten trocken, nach geraumer Zeit kommt es zum Abhusten von Schleim, der eine gr√ľne, gelbe, braune oder rostfarbene F√§rbung haben kann.

¬†Menschen, die unter einer schweren Lungenentz√ľndung leiden, haben bedingt durch die Luftnot eine sehr angestrengte und schnelle Atmung (Tachypnoe). Lippen und Fingern√§gel k√∂nnen mitunter aufgrund des Sauerstoffmangels blau werden (Zyanose). Tiefes Einatmen und Husten ist oft begleitet von Schmerzen.

Kinder klagen oft auch √ľber Schmerzen im Unterbauch, weshalb eine Lungenentz√ľndung oft f√§lschlich mit einer Blinddarmentz√ľndung verwechselt wird.

Lungenentz√ľndungen, die durch Viren oder Parasiten entstehen, sind in ihrem Anfangsstadium durch Fieber oder Sch√ľttelfrost charakterisiert. Der Husten ist trocken und es ist kaum Schleim vorhanden. Solch eine Lungenentz√ľndung wird auch atypische Pneumonie genannt.

Leidet der Betroffen bereits schon an anderen Lungenerkrankungen, wie etwa Asthma oder chronischer Bronchitis, ist meistens eine Verschlechterung durch eine Lungenentz√ľndung zu beobachten.

Diagnose

Lungenentz√ľndung kann meistens anhand des Krankheitsverlaufs, sowie einer klinischen Untersuchung erkannt werde. Zu dieser geh√∂rt das Abh√∂ren der Lunge.

Die Merkmale einer atypischen Pneumonie haben √Ąhnlichkeit mit denen eines grippalen Infekts. Aus diesem Grund gestaltet sich die Diagnose meistens etwas schwerer. Durch ein Lungenr√∂ntgen kann jedoch mit Sicherheit gesagt werden, ob eine Entz√ľndung vorliegt und welches Ausma√ü diese hat. Manchmal ist es auch n√∂tig andere Untersuchungen, wie etwa eine Computertomografie (CT) zu machen.

Weitere Aufschl√ľsse auf die Ursache der Lungenentz√ľndung liefern die bakteriologischen Untersuchungen. Bei diesen werden Erreger in Auswurf und Schleim gesucht. Zus√§tzlich lassen bestimmte erh√∂hte Werte im Blut (etwa C-reaktives Protein oder Leukozytenzahl) auf eine Entz√ľndung schlie√üen.

Therapie

Menschen, die an einer Lungenentz√ľndung erkrankt sind, sollten unbedingt k√∂rperliche Schonung und Bettruhe einhalten. Die Patienten sollten viel Fl√ľssigkeit zu sich nehmen, vor allem wenn sie Mittel zur Schleiml√∂sung einnehmen.

Gegen Lungenentz√ľndungen sind fast immer Antibiotika Mittel der ersten Wahl. Auch wenn die Ursachen Viren sind, wird mit Antibiotika behandelt. Die Viren werden zwar dadurch nicht gebremst, oft entsteht jedoch eine zus√§tzliche Infektion mit Bakterien (bakterielle Superinfektion), gegen die Antibiotika wirksam sind.

Junge Menschen, die ansonsten an keinerlei Erkrankungen leiden, können normalerweise zuhause behandelt werden.

Entstehen durch die Lungenentz√ľndung schwere Symptome oder sind gro√üe Teile der Lunge erfasst, ist eine Behandlung im Krankenhaus unumg√§nglich. Das gleiche gilt auch f√ľr Menschen mit einer Immunschw√§che, einem schlechten Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen, sowie bei Komplikationen.

Prognose

Die Chancen auf eine vollst√§ndige Heilung sind abh√§ngig von dem Alter des Patienten, dem Erregertyp, sowie dem Zeitpunkt des Therapiebeginns. Bei jungen und gesunden Menschen heilt eine Lungenentz√ľndung meistens ohne Folgesch√§den ab. Ein Gro√üteil der Patienten f√ľhlt sich jedoch noch Wochen sp√§ter abgeschlagen und ist anf√§llig f√ľr Hustenanf√§lle.

Nachstehende Faktoren verschlechtern die Prognose:

  • H√∂heres Lebensalter
  • Bestehende Herz- oder Lungenerkrankungen (beispielsweise Herzschw√§che oder chronische Bronchitis)
  • Geschw√§chte Immunabwehr (etwa durch Medikamente oder andere Krankheiten)
  • Komplikationen (zum Beispiel Antibiotika-resistente Bakterien)

Die Patienten erholen sich in der Regel von einer Lungenentz√ľndung, dennoch sollte sie auf jeden Fall als eine ernstzunehmende Krankheit angesehen werden. In den Industriel√§ndern stellt die Lungenentz√ľndung die Infektionskrankheit mit der h√∂chsten Todesziffer dar.

Schutz vor einer Lungenentz√ľndung bietet eine Pneumokokken-Impfung, da Pneumokokken h√§ufig der Erreger der Krankheit sind. Ratsam ist es, alle Kinder bis zum 24. Monat impfen zu lassen. F√ľr √§ltere Kinder, Jugendliche und Erwachsene gilt die Impfempfehlung, wenn sie an einer Begleiterkrankung wie etwa dauerhafter Immunschw√§che, chronischer Lungenentz√ľndung (beispielsweise Asthma) oder einer Stoffwechselerkrankung (Diabetes mellitus) leiden.

Vorbeugen

Pneumokokken- Impfung:

Seit Juli 2006 gilt eine Impfempfehlung der St√§ndigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) f√ľr die Pneumokokken- Impfung f√ľr alle Kinder bis zum 24. Monat als Grundimmunisierung.

Wenn als Kind keine Impfung erfolgte, sollte diese nachgeholt werden, wenn:

  • Das 65. Lebensjahr √ľberschritten wurde und eine Infektion der oberen Luftwege h√§ufig auftritt
  • Man ein geschw√§chtes Immunsystem hat, etwa durch angeborene Immundefekte oder eine HIV- Infektion
  • Eine chronische Krankheit, etwa chronische Bronchitis, Koronare Herzerkrankung (KHK), Herzschw√§che oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vorliegt
  • Die Milz entfernt wurde

Grippe- Impfung:

Gegen Grippe existiert ebenfalls eine Impfung, die vor allem die Schleimh√§ute der Atemwege vor dem Virus bewahrt. Sind die Schleimh√§ute gesch√§digt, wird der K√∂rper anf√§lliger f√ľr eine Lungenentz√ľndung.

Die Grippe- Impfung ist folgenden Personen anzuraten:

  • Allen Personen √ľber 60, da das Immunsystem ab diesem Alter seine Arbeit nicht mehr in vollem Ausma√ü erf√ľllen kann.
  • Kindern und Erwachsenen, die unter Grunderkrankungen leiden (Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Bluthochdruck oder Angina pectoris, Lungenleiden wie Asthma, chronische Bronchitis, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, Organtransplantationen, HIV- Infektion oder Leuk√§mie). All diese Erkrankungen k√∂nnen das Immunsystem in seiner Leistungsf√§higkeit beeintr√§chtigen.
  • Reisende, die nach Asien fahren sollten sich ebenfalls einer Impfung unterziehen. Es besteht die M√∂glichkeit, dass sie mit Gefl√ľgel in Kontakt kommen (Vogelgrippe). Durch die Impfung wird die Verschmelzung von menschlichem Grippe- Virus mit dem Vogelgrippe- Virus unterbunden, denn ein neu entstandenes Virus k√∂nnte eine t√∂dliche Gefahr f√ľr andere Menschen darstellen.

¬†Falls keine Besserung der Erk√§ltung zu verzeichnen ist, oder wenn die Beschwerden, wie Atemnot, Husten oder Schmerzen in der Brust zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt sollte gegebenenfalls auch √ľber eventuelle Auslandsaufenthalte in den Vormonaten informiert werden, da Erreger aus anderen L√§ndern mitunter einer anderen Therapie bed√ľrfen.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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