Makula- Degeneration

Makula- Degeneration
Internationale Klassifikation (ICD) H35.-

Grundlagen

Als Makula (gelber Fleck) bezeichnet man ein Areal, das in der Netzhaut liegt und etwa fĂŒnf Millimeter Durchmesser misst. In ihr befinden sich wichtige Sehzellen des Auges, deren Aufgabe das normale Sehen, sowie Scharfsehen (beispielsweise die Buchstaben beim Lesen) ist.

In der Makula-Region befinden sich Millionen von Sehzellen (Zapfen), die fĂŒr das Farbesehen wichtig sind. Der Rest der Netzhaut enthĂ€lt vor allem StĂ€bchen, deren Aufgabe das Sehen von unscharfen Schwarzweiß-Bildern ist. Diese können auch bei schwachem Licht gesehen werden.

Bei Ă€lteren Menschen stellt die alterabhĂ€ngige Makula-Degeneration (AMD) die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr starke Sehbehinderungen und Blindheit in der Gruppe der Ă€lteren Menschen in den IndustrielĂ€ndern dar. HauptsĂ€chlich sind Menschen, die das 65. Lebensjahr ĂŒberschritten haben, von dieser Augenerkrankung betroffen.

Im Zuge der Makula- Degeneration sterben die Zellen der Netzhaut im Bereich des gelben Flecks (der Bereich mit der höchsten Anzahl an Sehzellen) ab. Infolge verringert sich das Sehvermögen in der Mitte des Blickfelds was sich dadurch Ă€ußert, dass das Lesen und das Erkennen von Gesichtern zunehmend schwerer fallen. Im Gegensatz dazu ist die Orientierung im Raum weiterhin ungehindert möglich, da die SehfĂ€higkeit außerhalb des Zentrums nicht beeintrĂ€chtigt ist.

Man kann zwischen zwei Formen der altersabhÀngigen Makula- Degeneration unterscheiden:

  • Trockene Form der Makula- Degeneration

Von dieser Form der Makula- Degeneration sind die Mehrzahl der Erkrankten betroffen. Sie ist langsam fortschreitend, weshalb das Sehvermögen lange Zeit nur wenig beeintrÀchtigt ist. Die trockene Form kann sich aber in die feuchte Form der Makula- Degeneration umwandeln.

  • Feuchte Form der Makula- Degeneration

Die feuchte Form der Makula- Degeneration betrifft lediglich 10 bis 15 Prozent der Erkrankten. Sie ist die Ursache fĂŒr schwere Sehbehinderungen. Im Gegensatz zu der trockenen Form der Makula- Degeneration kann die feuchte Form sehr schnell fortschreiten, da im Bereich der Makula krankhaft verĂ€nderte BlutgefĂ€ĂŸe einwachsen. Aus diesen BlutgefĂ€ĂŸen tritt infolge Blut und FlĂŒssigkeit in das umliegende Netzhautgewebe aus.

Bei der altersabhĂ€ngigen Makula- Degeneration ist zunĂ€chst nur ein Auge betroffen. Bei etwa 50 Prozent der Betroffenen entwickelt sich jedoch innerhalb von fĂŒnf Jahren auch eine Makula- Degeneration auf dem anderen Auge.

Ursachen

Der Hauptgrund fĂŒr eine Makula- Degeneration (sowohl trocken als auch feucht) stellt ein hohes Alter dar. Vor allem Personen ab dem 65. Lebensjahr sind betroffen.

Die Makula ist der Ort mit der höchsten Dichte an Sehzellen. Aus diesem Grund kommt es hier zur Anreicherung von besonders vielen Abbauprodukten des Sehprozesses. Diese Abbauprodukte lagern sich als Farbpigmente (Lipofuszin) in der Netzhaut ab.

Dennoch können auch andere Faktoren, wie etwa Rauchen, Bluthochdruck oder eine familiÀre (erbliche) Disposition eine Rolle bei der Entstehung von Makula- Degeneration spielen.

Bislang ist jedoch noch ungeklĂ€rt was der Grund fĂŒr die Neubildung von BlutgefĂ€ĂŸen bei der feuchten Makula- Degeneration ist.

Symptome

Das erste Anzeichen bei einer Makula- Degeneration ist eine verminderte SehschÀrfe beispielsweise beim Lesen:

  • Gerade Linien, wie etwa ein Fensterrahmen, zeigen sich verbogen. In diesem Fall spricht man von „Verzerrtsehen“ (Methamorphosis).
  • Bei einer Makula- Degeneration sehen die Betroffenen in der Mitte verschwommen und verzerrt. In manchen FĂ€llen kann sich auch ein dunkler Fleck an dieser Stelle zeigen.

Aufgrund dieser Sehprobleme sind den Patienten bestimmte TÀtigkeiten, wie etwa Lesen oder Autofahren unmöglich.

Diagnose

Die Makula- Degeneration kann mithilfe folgender Methoden diagnostiziert werden:

  • Untersuchung des Augenhintergrunds mit einem Augenspiegel oder einer Lupe und Lichtquelle (Opthalmoskopie).
  • Untersuchung mit Sehzeichen auf der Sehtafel und dem sogenannten Amsler- Netz: Dieses bezeichnet ein Gitter, in dessen Mitte ein schwarzer Punkt ist. Menschen, die unter einer Makula- Degeneration leiden, können das Gitter um den Punkt nicht mehr scharf sehen wĂ€hrend der Punkt fixiert wird.
  • Farbstoff- Untersuchungen (Fluoreszenzangiografie) bei feuchter Makula- Degeneration: Bei diesem Verfahren injiziert der Arzt einen fluoreszierenden Farbstoff in die Armvene und verfolgt mittels einer Kamera die Verteilung in der Netzhaut. Nach dem Untersuchungsergebnis richtet sich dann die Art der Therapie.
  • Manchmal kann es auch nötig sein, eine elektrophysiologische Untersuchung des Auges (Elektroretinogramm) zu machen. Sie hat den Sinn, die Kontrolle ĂŒber das Fortschreiten der Makula- Degeneration zu bewahren und andere Augenkrankheiten auszuschließen.

Therapie

Trockene Degeneration:

Effektive Behandlungsmöglichkeiten bieten sich Patienten mit einer trockenen, altersabhĂ€ngigen Makula- Degeneration nur unter bestimmten UmstĂ€nden. Eine Therapiemöglichkeit stellt die Rheophorese dar. Bei diesem Verfahren werden bestimmte Eiweiße aus dem Blut entfernt. Die Rheophorese Ă€hnelt in ihren Eigenschaften denen einer Dialyse und fĂŒhrt zu einer Verbesserung der Fließeigenschaften des Bluts. Allerdings gilt der Nutzen einer Rheophorese fĂŒr Patienten mit einer Makula- Degeneration bislang nicht als bewiesen. DarĂŒber hinaus stellt die Verwendung von Sehhilfen (wie etwa eine beleuchtete Leselupe oder ein BildschirmlesegerĂ€t) die einzige effiziente Verbesserung des Sehvermögens dar. Eine Erleichterung bietet auch BĂŒcher in Großdruck. Generell gilt, dass Personen, die unter einer Makula- Degeneration leiden, nicht rauchen sollten.

Feuchte Degeneration:

Bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen mit feuchter, altersabhĂ€ngiger Makula- Degeneration verspricht eine Laserbehandlung gute Heilungschancen. Bei dieser Methode veröden die energiereichen Laserstrahlen die krankhaft neuen GefĂ€ĂŸe. Dies ist jedoch nur bei GefĂ€ĂŸen möglich, die sich nicht direkt in der Makula befinden. Ein weiterer Nachteil ist, dass im Zuge der Behandlung auch im intakten Gewebe Narben entstehen können, die zu einer BeeintrĂ€chtigung des Sehvermögens fĂŒhren.

Bei der Photodynamischen Therapie injiziert der Arzt einen unbedenklichen Farbstoff in die Armvene, des sich dann in den krankhaften GefĂ€ĂŸen anreichert und sie angreifbar fĂŒr energiearmes Laserlicht macht. Mit diesem Verfahren werden die GefĂ€ĂŸe gezielt angegriffen, ohne dabei das umliegende gesunde Gewebe zu beeintrĂ€chtigen.

Ein weiteres Therapieverfahren der Makula- Degeneration stellt die Behandlung mit Medikamenten, die Antikörper enthalten dar (zum Beispiel Pegaptanib und Ranibizumab). Diese Medikamente ĂŒben ihre Wirkung auf den Wachstumsfaktor VEGF („vascular endothelial growth factor“) aus. VEGF unterstĂŒtzt die Bildung neuer BlutgefĂ€ĂŸe im Auge, was die feuchte Makula- Degeneration auslöst. Die antikörperhaltige Substanz wird direkt in den Glaskörper des Auges verabreicht.

Der Einsatz von chirurgischen Methoden, wie etwa der subretinalen Chirurgie, wird nur bei der weit fortgeschrittenen Form der feuchten Makula- Degeneration angewendet. Diese Operation fĂŒhrt meistens nicht zu einer Verbesserung der SehschĂ€rfe, sondern lediglich zu einer Stabilisierung des Krankheitsverlaufs. Eine andere Methode ist die Netzhautrotation (Netzhautdrehung) mit Verlagerung der Makula. Diese Methode ist bisher jedoch noch nicht klinisch erprobt, weshalb sie routinemĂ€ĂŸig nicht eingesetzt wird.

Prognose

Die Makula- Degeneration zĂ€hlt zu den fortschreitenden Erkrankungen, ĂŒber die keine eindeutige Prognose abgelegt werden kann. Man kann auch nicht prognostizieren, wie schnell dieser Prozess verlĂ€uft. In vielen FĂ€llen kann es zu einem verzögerten Verlauf kommen, wenn die Makula- Degeneration rechtzeitig behandelt wird.

Im Zuge einer Makula- Degeneration kommt es gewöhnlicherweise nicht zu einer völligen Erblindung. Eine Orientierung im Raum bleibt weiterhin erhalten. Die LesefÀhigkeit geht dennoch mit fortschreitender Zeit verloren.

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner AffinitÀt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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