Schulterverrenkung (Schulterluxation)

Schulterverrenkung (Schulterluxation)
Internationale Klassifikation (ICD) S43.-

Grundlagen

Die Schulterluxation ist durch eine Ausrenkung des Oberarmkopfes aus der Schultergelenkspfanne gekennzeichnet. Es gibt prinzipiell zwei Formen dieser Verrenkung:

Wenn die Schulter durch einen Unfall oder ein Verletzung ausgekugelt wird, wird dies als traumatische Schulterverrenkung bezeichnet. Allerdings kann eine Schulterluxationen auch ohne schädliche Einwirkungen, einfach nur durch Bewegungen des Schultergelenks, entstehen, was als habituelle Schulterverrenkung bezeichnet wird.

Sowohl die habituelle als auch die traumatische Schulterluxation können auf verschiedenste Weisen entstehen, oft sind aber Fehlbildungen des Schultergelenks an der Entwicklung einer Luxation beteiligt. In den meisten Fällen wird der Kopf des Oberarmknochens, nachdem er aus der Gelenkspfanne gesprungen ist, nach vorne oder hinunter verschoben. Nur selten wird der Oberarmkopf nach hinten verschoben.

Ursachen

Sehr viele Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens eine Schulterluxation, da das Schultergelenk auf Grund seiner hohen Beweglichkeit oft sehr beansprucht wird. Das Schultergelenk zählt als Kugelgelenk zu den beweglichsten des menschlichen Körpers. Die Gelenkspfanne ist jedoch im Vergleich zum Kopf des Oberarmknochens recht klein, weshalb die Kontaktfläche zwischen Kopf und Pfanne ebenfalls sehr klein ist. Dies verschafft dem Gelenk zwar seine große Bewegungsfreiheit, macht es hingegen instabil. Außerdem ist die Muskulatur der Schulter nicht sonderlich straff, weshalb der Oberarmkopf leichter aus der Pfanne springen kann.  

Die traumatische Form der Schulterluxation entsteht in sehr vielen Fällen durch Hebelbewegungen des Oberarms, sowie bei Rotationen des Oberarms vom Körper weg. Auch Unfälle bei sportlicher Betätigung, beim Radfahren oder Autounfällen sind oft für traumatische Schulterverrenkungen verantwortlich. Nur in wenigen Fällen kommt es bei gestreckter Armhaltung zu Schulterluxationen.

Die habituelle Schulterluxation hat meistens genetische Hintergründe. So führen anatomische Veränderungen der Gelenkspfanne und des Oberarmkopfes häufig zu Schulterluxationen. Weiters können schwach ausgebildetes Binde- und Muskelgewebe um das Schultergelenk das Entstehen einer Verrenkung fördern.

Symptome

Eine Schulterluxation ist meist leicht zu erkennen, da sie sehr schmerzhaft ist und typischerweise mit einer Bewegungseinschränkung und einer veränderten Stellung des Schultergelenks einhergeht. Außerdem kann man den Kopf des Oberarmknochens, sowie die leere Schultergelenkspfanne, gut tasten. Nach einiger Zeit ist meistens eine Schwellung im Schultergelenk tast- bzw. sichtbar.

Nach einer Verrenkung der Schulter sind eine sofortige Kühlung sowie das Ruhigstellen des Schultergelenks sehr wichtig.

Im Gegensatz zu der traumatischen Schulterluxation ist die habituelle Form üblicherweise nicht so schmerzhaft und kann in den meisten Fällen durch die Betroffenen selbst wieder eingerenkt werden.

Diagnose

Eine Schulterverrenkung kann meistens durch die typische Symptomatik in Kombination mit einer Röntgenuntersuchung und einer Prüfung der Schulterbeweglichkeit (Schubladentest) diagnostiziert werden. Normalerweise wird sowohl eine Röntgenaufnahme von vorne als auch von der Seite durchgeführt, um eine bessere Übersicht von dem Gelenk zu bekommen. Auf diese Weise kann man auch die genaue Position des Oberarmkopfes bestimmen.

Vor allem bei der Diagnostik der habituellen Schulterverrenkung kann eine Ultraschalluntersuchung sehr hilfreich sein, weil dadurch die Muskulatur, sowie Muskelsehnen und Bänder gut dargestellt werden können. Bei komplexen Verrenkungen können zusätzliche bildgebende Verfahren, wie eine Computertomographie und eine Magnetresonanztomographie, für die Diagnostik hilfreich sein. Im Fall der habituellen Schulterluxation kann außerdem eine Spiegelung des Schultergelenks (Arthroskopie) nötig werden.

Therapie

Eine Schulterluxation wird durch das Einrenken des ausgekugelten Oberarms, auch Reposition genannt, behandelt. Diese Maßnahme wird in vielen Fällen unter Narkose durchgeführt. Die Reposition kann auf verschiedene Weisen durchgeführt werden, wobei prinzipiell am Oberarm gezogen wird und anschließend das Schultergelenk nach außen gedreht wird. Diese Kombination an Bewegungen lässt den Oberarmkopf normalerweise wieder in die Gelenkspfanne einrenken. Nachdem die Schulter wieder eingerenkt wurde, sollte sie mittels speziellen Verbänden (wie dem Gilchristverband) fixiert werden. Weiters können schmerzlindernde Medikamente, wie Novalgin® und Voltaren®, eingenommen werden.

Die habituelle Schulterluxation ist üblicherweise problemlos reponierbar, in den meisten Fällen kann die Schulter schon durch eine einfache Bewegung wieder in die richtige anatomische Stellung gebracht werden.

Nachdem die Schulter für einige Wochen durch die Immobilisierung ruhig gestellt wurde, sollte die Schultermuskeln durch spezifische Physiotherapie trainiert und aufgebaut werden.

In manchen Fällen ist es nicht möglich, eine traumatische Schulterluxation durch die verschiedenen Repositionstechniken einzurenken. In diesem Fall beziehungsweise wenn das Schultergelenk auch nach der Reposition nicht ausreichend stabil ist, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Die habituelle Schulterverrenkung muss nur in wenigen Fällen durch eine Operation therapiert werden. Es ist auf jeden Fall notwendig, dass andere Schäden an der Schulter, wie eine Verletzung des Oberarmknochens, der Schultergelenkspfanne oder des Schultergürtels, ausreichend versorgt werden. Dies kann in einigen Fällen durch eine Spiegelung des Schultergelenks, eine Arthroskopie, erfolgen.

Prognose

Patienten, die zum ersten Mal eine Schulterluxation erleiden und keine weiteren Verletzungen an der Schulter aufweisen, haben in den meisten Fällen eine sehr gute Prognose. Das Risiko einer weiteren Schulterverrenkung ist vor allem bei jungen und sportlichen Patienten erhöht.

Bei der habituellen Form kommt es regelmäßig zu Schulterluxationen, die jedoch bei manchen Patienten durch chirurgische Eingriffe verhindert werden können.

Werden allerdings bei der Schulterverrenkung andere Strukturen des Gelenks, wie der Gelenksknorpel, die Kapsel oder der Knochen selbst geschädigt, ist die Prognose schlechter.

Vorbeugen

Durch richtiges Muskeltraining kann man das Schultergelenk stärken und so gegen eine Schulterluxationen Vorsorge treffen. Bei sportlicher Betätigung sollte man vor allem auf die richtige Ausrüstung achten und die Schulter nicht zu stark belasten.

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