Toxoplasmose

Toxoplasmose
Internationale Klassifikation (ICD) B58.-

Grundlagen

Toxoplasmose z√§hlt zur Gruppe der Infektionskrankheiten, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Die Infektion tritt in allen Altersgruppen mit einer gro√üen H√§ufigkeit auf, wobei die meisten Toxoplasmose- Infektionen ohne Auff√§lligkeit verlaufen. Kommt es jedoch zu einer erstmaligen Erkrankung in der Schwangerschaft, kann dies zu Komplikationen f√ľhren, da die Fehlgeburtenrate zunimmt und Missbildungen des ungeborenen Kindes auftreten k√∂nnen. Ebenfalls bedrohlich ist eine Toxoplasmose- Infektion, wenn der Betroffenen ein geschw√§chtes Immunsystem besitzt.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Personen, die eine Toxoplasmose- Infektion durchgemacht haben, stetig zu. Mit 40 Jahren hat durchschnittlich jeder Zweite in Mitteleuropa eine Infektion mit Toxoplasma gondii hinter sich. Einmal durchgestanden, besteht eine lebenslange Immunität gegen Toxoplasmose falls später keine Immunschwäche auftritt.

Ursachen

Der √úbertr√§ger der Toxoplasmose ist der einzellige Blutparasit Toxoplasma gondii. Als Hauptwirt dienen Katzen und katzenartige Raubtiere, der Mensch √ľbernimmt die Rolle des Zwischenwirts. Die Vermehrung des Parasiten erfolgt im Katzendarm und bildet dort Vorstadien (Oozyten), die in gro√üen Mengen √ľber den Kot ausgeschieden werden. Verbleiben die Oozyten einige Tage an der Luft, werden sie innerhalb von vier Tagen infekti√∂s und behalten diesen Zustand einige Monate lang bei.

Die Aufnahme von Toxoplasmose- Oozyten erfolgt bei S√§ugetieren, V√∂geln und Menschen haupts√§chlich mit der Nahrung, und hier vor allem durch den Verzehr von rohem Fleisch (Tartar) oder Lebensmitteln, die mit Katzenkot kontaminiert sein k√∂nnen (Gem√ľse, Obst). Auch die Schmierinfektion spielt in der √úbertragung eine Rolle, die auch direkt nach Kontakt mit Katzen oder ihren Exkrementen (Katzenstreu) erfolgen kann.

Sind Schwangere von einer Toxoplasmose- Infektion betroffen, wird das ungeborene Kind in etwa 50% der F√§lle angesteckt (konnatale Toxoplasmose). Eine Toxoplasmose- Untersuchung wird in Deutschland nur nach Verdacht auf eine Infektion durchgef√ľhrt. Eine Blutuntersuchung auf Toxoplasmose wird jedoch meistens in der Fr√ľhschwangerschaft durchgef√ľhrt.

Symptome

Die Inkubationszeit f√ľr Toxoplasmose betr√§gt etwa ein bis vier Wochen. Hat die infizierte Person ein intaktes Immunsystem, verl√§uft die Erkrankung in neun von zehn F√§llen beschwerdefrei. In seltenen F√§llen kommt es zu leichtem Fieber Kopf- und Gliederschmerzen, M√ľdigkeit und Lymphknotenschwellungen im Halsbereich.

Besteht jedoch eine Immunschw√§che (zum Beispiel bei Aids-Patienten), kann Toxoplasmose alle Organe in Mitleidenschaft ziehen, am h√§ufigsten jedoch das Gehirn. Infolge bilden sich gro√üe Entz√ľndungsherde, die Symptome wie Wesenver√§nderungen, L√§hmungserscheinungen, Krampfanf√§lle, Fieber und Kopfschmerzen mit sich bringen k√∂nnen.

Bei ungeborenen Kindern h√§ngt das Ausma√ü der Symptome vom Zeitpunkt der Infektion ab. Tritt die Infektion in der Fr√ľhschwangerschaft auf, kann es zu schweren Ver√§nderungen der Organe, und hier vor allem des Gehirns, kommen. Auch Fehlgeburten sind nicht auszuschlie√üen. Charakteristische Sch√§den des Neugeborenen sind Gehirnentz√ľndung (Enzephalitis), eine Wasseransammlung in der Sch√§delh√∂hle (Hydrozephalus), sowie Augensch√§den (Chorioretinitis).

Kommt es zu einer Infektion in der Spätschwangerschaft, ist nur mit leichten Veränderungen zu rechnen. Etwa 50% der Kinder, die mit Toxoplasmose infiziert sind und bei der Geburt keine Krankheitszeichen aufweisen, können im Verlauf Spätfolgen entwickeln. Zu diesen zählen geistige Verlangsamung, Entwicklungsstörungen, Taubheit und Augenschäden.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf Toxoplasmose, wird eine Blutprobe entnommen, die dann auf k√∂rpereigene Abwehrstoffe (Antik√∂rper) gegen Toxoplasmose untersucht wird. Dies geschieht vor allem, wenn eine Schwangere Kontakt mit Katzen, und hier vor allem mit Katzenkot, hatte. Durch diese Untersuchungsmethode kann festgestellt werden, ob der Betroffene schon einmal mit Toxoplasmose infiziert war und falls eine aktuelle Infektion vorliegt, in welchem Stadium sich diese befindet. Ein weiterer Nachweis der Toxoplamsen kann im Tierversuch oder √ľber das Virus-Erbgut (mit Hilfe von PCR) erfolgen.

Ist eine Schwangere von Toxoplasmose betroffen, muss umgehend eine Behandlung erfolgen. Mittels einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) lässt sich sagen, ob das ungeborene Kind bereits infiziert ist. Selten kann auch eine Blutabnahme aus der Nabelschnur (ultraschallgesteuerte Nabelschnurpunktion) Hinweise auf eine kindliche Toxoplasmose- Infektion liefern.

Ob schon Organveränderungen beim Kind vorliegen, lässt sich im Ultraschall abklären. Neugeborene können ebenfalls mittels Blutprobe auf Toxoplasmose getestet werden.

Therapie

Verläuft eine Toxoplasmose- Erkrankung symptomlos, muss der Patient keiner Behandlung unterzogen werden.

Eine Behandlung erfolgt hingegen bei Patienten mit einem schwachen Immunsystem (Aids- Patienten), bei Erstinfektionen in der Schwangerschaft oder bei Patienten die Symptome aufweisen. Falls Neugeborene von Toxoplasmose betroffen sind, muss auch hier eine Antibiotikatherapie erfolgen. Welches Antibiotikum zum Einsatz kommt, hängt bei Schwangeren vom Stadium der Schwangerschaft ab.

Prognose

Im Normalfall verl√§uft die Toxoplasmose- Erkrankung recht harmlos. Selten kann es jedoch zu Komplikationen kommen, etwa wenn der Betroffenen unter einer Immunschw√§che leidet. In diesem Fall verschlimmert sich die Erkrankung. Infolge kann es zu Entz√ľndungen von Gehirn, Herz oder Netzhaut kommen.

Durch eine konsequente Antibiotikatherapie w√§hrend der Schwangerschaft, kann verhindert werden, dass das Ungeborene Schaden davontr√§gt. Dennoch kann es fallweise zu Narben auf der Netzhaut kommen. Einige Kinder k√∂nnen auch noch nach Jahren an Symptomen wie Aufmerksamkeitsst√∂rungen leiden, weshalb schon im fr√ľhen Stadium eine ausreichend lange medizinische Behandlung (bis zu einem Jahr) zum Tragen kommen sollte.

Vorbeugen

Um eine Toxoplasmose- Infektion zu verhindern, sollten einige Regel beachtet werden, die das Risiko relativ gering halten. Dies gilt vor allem f√ľr Schwangere, die noch niemals mit dem Toxoplasmose- Erreger in Kontakt gekommen sind.

  • H√§ndewaschen mit Seife hat eine besonders hohe Priorit√§t, insbesondere nach Kontakt mit rohem Fleisch oder Gem√ľse. Auch nach der Gartenarbeit sollten die H√§nde gereinigt werden
  • Katzen sollten niemals gek√ľsst werden und nach Kontakt mit eben jenen ist H√§ndewaschen wieder besonders wichtig. W√§hrend der Schwangerschaft sollte ein anderes Familienmitglied die Katzentoilette mit hei√üem Wasser (70 Grad Celsius) reinigen. Dadurch wird verhindern, dass die Vorstadien bis zur Heranreifung gelangen und infekti√∂s werden.
  • Der Verzehr von Fleisch- oder Wurstwaren, die nicht ausreichend erhitzt wurden, sollte vermieden werden. Schon allein das Abschmecken von solchen Speisen kann zu einer Ansteckung f√ľhren. Besondere Vorsicht sollte auf Schwein-, Lamm- und Ziegenfleisch gelegt werden. Sicherheit bietet hingegen das komplette Durchbraten oder Durchkochen von Fleischwaren.
  • Gem√ľse, Salat und Obst ist vor dem Verzehr genau zu waschen
  • W√§hrend der Schwangerschaft muss eine Katze nicht unbedingt aus dem Haushalt entfernt werden. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass das Tier haupts√§chlich von Dosen- und/oder Trockenfutter ern√§hert werden.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Anzeige

Anzeige

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualit√§tslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo √∂ffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen √ľber medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr h√§ufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden