Tripper (Gonorrhoe)

Tripper (Gonorrhoe)
Internationale Klassifikation (ICD) A54.-

Grundlagen

Gonorrhoe (Tripper) z√§hlt zu den sexuell √ľbertragbaren Krankheiten, die durch die Bakterien Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) hervorgerufen werden.

Tripper √§u√üert sich durch Entz√ľndungen der Geschlechtsorgane, wobei es unter anderem auch zu einem f√ľr die Erkrankung typischen Ausfluss kommt. Die Bakterien k√∂nnen sich jedoch auch auf andere Organe ausbreiten. Neisserien werden durch ungesch√ľtzten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person, oder w√§hrend der Geburt von der Mutter auf das Kind √ľbertragen.

Lange Zeit verzeichnete die Zahl der Tripper-Erkrankungen einen R√ľckgang, doch seit Mitte der 1990er Jahre kommt es auch in Deutschland zu einem Anstieg der Erkrankungsf√§lle. Die Hauptrisikogruppe stellen j√ľngere Erwachsene dar. Frauen und M√§nner sind im gleichen Ausma√ü betroffen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 30 Jahren. Bis zum Jahr 2000 galt Tripper als meldepflichtige Krankheit, aber da der Gro√üteil der Erkrankungen nicht gemeldet wurde, hat man die Meldepflicht wieder erlassen.

Fr√ľher galt die angeborene Gonorrhoe als h√§ufigster Ausl√∂ser f√ľr die Erblindung von Kindern in der westlichen Welt. Um dieser Erblindung entgegenzuwirken, ging man dazu √ľber den Neugeborenen Silbernitrat in die Augen zu tropfen.

Ursachen

Aus Ausl√∂ser der Erkrankung gilt eine Infektion mit Neisserien (Gonokokken). Die Haupt√ľbertragungsquelle ist Geschlechtsverkehr. Eine Infektion ist dann m√∂glich, wenn bakterienhaltige K√∂rperfl√ľssigkeit in direkten Kontakt mit der Schleimhaut kommt (zum Beispiel Harnr√∂hre, Muttermund, Enddarm, Rachen, Augenbindehaut). Ist eine Schwangere von Tripper betroffen, besteht die Gefahr, dass sie ihr Baby w√§hrend dem Geburtsvorgang ansteckt.

Ein hohes Erkrankungsrisiko haben folgende Personen:

  • Personen, die ihre Sexualpartner h√§ufig wechseln
  • Personen, die ungesch√ľtzten Geschlechtsverkehr haben, da Tripper bei Vaginal-, Oral- und Analverkehr √ľbertragen werden kann

Symptome

Die Erkrankung √§u√üert sich durch typische Symptome wie etwa Ausfluss. In manchen F√§llen kommt es nach einer Tripper-Infektion zu keinerlei Symptomen (stille Infektion). Rund 50% der Frauen, die unter Tripper leiden, zeigen keine Symptome. Dahingegen weist nur etwa ein Zehntel der erkrankten M√§nner keine Beschwerden auf. Somit besteht die Gefahr, dass die Krankheit unwissentlich weitergegeben wird und das Risiko f√ľr eine unbemerkte Verbreitung von Tripper steigt.

Symptome bei Männern:

  • Brennende Schmerzen beim Wasserlassen, die im schlimmsten Fall dem Gef√ľhl √§hneln, man habe Glassplitter in der Harnr√∂hre.
  • Ausfluss aus der Harnr√∂hre. Zun√§chst bilden sich nur kleine Mengen, die eine schleimige Konsistenz aufweisen. Die Menge nimmt jedoch mit fortschreitendem Stadium zu.
  • Bei Analverkehr kann durch Tripper eine Entz√ľndung im Enddarm entstehen. Diese kann durch schleimig-eitrige Beimengungen im Stuhl, sowie Schmerzen beim Stuhlgang, erkannt werden.

Symptome bei Frauen:

  • Im Anfangsstadium k√∂nnen die Beschwerden oft eine sehr milde Auspr√§gung haben. Es zeigen sich Ausfluss und ein leicht brennendes Gef√ľhl beim Wasserlassen.
  • Eine m√∂gliche Entz√ľndung des Muttermundes (Zervizitis) kann sich durch einen eitrigen Ausfluss, sowie durch Kontaktblutungen zeigen.
  • In manchen F√§llen kann durch Tripper eine aufsteigende Entz√ľndung von Geb√§rmutter, Eileiter und Eierst√∂cken entstehen, die Fieber, Unterbauchbeschwerden, Ausfluss und Schmierblutungen mit sich bringt.

Sowohl bei M√§nnern, als auch bei Frauen kann eine Tripper-Infektion den gesamten K√∂rper betreffen. Ist dies der Fall, zeigen die Erkrankten Fieber, Hautver√§nderungen, schmerzhafte Gelenksentz√ľndungen und Sehnenscheidenentz√ľndungen. Eine Ausnahme stellt die Verbreitung auf die Gehirnh√§ute (Meningitis) und das Herz (Endokarditis) dar.

Neugeborene haben nach erfolgter Infektion im Geburtskanal oftmals eine eitrige Bindehautentz√ľndung. Abh√§ngig vom Infektionsweg der Tripper-Bakterien, k√∂nnen auch unspezifische Symptome in Hals und Rachen (Halsschmerzen, √ľbler Geschmack) auftreten.

Diagnose

Um Tripper zu diagnostizieren, entnimmt der Arzt einen Abstrich, der die Bakterien (Gonokokken) aufweisen soll.

Einer Untersuchung auf Neisserien werden all jene unterzogen, die einen eitrigen Ausfluss aus der Harnröhre, Vagina oder aus dem Gebärmuttermund aufweisen.

Partner von Infizierten und Personen, die unter unklaren entz√ľndlichen Unterbauchbeschwerden leiden, werden einer Untersuchung auf Gonorrhoe unterzogen. M√§nner unter 40 Jahren, die an einer Hoden- oder Nebenhodenentz√ľndung erkrankt sind, ist ebenfalls eine Gonokokken- Untersuchung anzuraten.

Um eine sichere Diagnose zu gew√§hrleisten, muss ein Nachweis der Erreger gestellt werden. Dieser erfolgt mithilfe eines Abstrichs von der Augenbindehaut, aus der Harnr√∂hre, Geb√§rmutter, dem Rachen oder After. Au√üerdem werden die Tripper-Erreger in spezifischen Medien angez√ľchtet (Bakterienkultur), um sie unter dem Mikroskop zu untersuchen.

Zus√§tzlich werden in den bakteriellen Kulturen auch die Wirksamkeit von verschiedenen Antibiotika getestet, um zu erkennen, welches Antibiotikum die beste Heilung erzielt und welche wirkungslos sind. In den letzten Jahren kam es immer h√§ufiger zum Auftreten von Bakterien, die gegen die √ľblichen Antibiotika eine Immunit√§t zeigten. Bei Tripper-Erkrankten, die keine Beschwerden habe (asymptomatisch), zeigen Verfahren, die auf der labortechnischen Vermehrung des Bakterien-Erbguts beruhen (PCR), eine pr√§zisere Genauigkeit als die Bakterienkulturen.

Therapie

Die erste Wahl bei der Therapie von Tripper sind Antibiotika. Fr√ľher wendete man haupts√§chlich Penicillin an. Da in letzter Zeit jedoch immer h√§ufiger Penicillin- resistente Gonokokken- St√§mme aus Afrika und Asien beobachtet wurden, kommen mittlerweile andere Antibiotika (haupts√§chlich Cephalosporine und Gyrasehemmer) zum Einsatz.

Meistens erzielt eine einmalige Behandlung Erfolg, da die Gonokokken absterben und nicht mehr nachweisbar sind. Dennoch ist es ratsam, die Therapie von Tripper keinesfalls zu fr√ľh zu beenden. Dadurch wird die Entwicklung von Resistenzen beg√ľnstigt, die sehr schwer zu behandeln sind.

Alle Sexualpartner der Tripper- Infizierten m√ľssen ebenfalls einer Untersuchung unterzogen werden und im Falle einer Erkrankung behandelt werden. Dies ist insbesondere der Fall bei Sexualkontakten innerhalb von zwei Wochen vor dem Auftreten der ersten Symptome. Handelt es sich um eine stille Infektion ohne Symptome, sollten alle Sexualpartner der letzten 90 Tage untersucht werden. Sexualkontakt sollte erst wieder nach Beendigung der Therapie erfolgen.

Neugeborene, die unter einer eitrigen Bindehautentz√ľndung leiden, die durch Gonorrhoe verursacht wurde, bekommen eine einmalige Gabe von Antibiotika in den Muskel (intramuskul√§r) oder in die Vene (intraven√∂s). Erg√§nzend empfiehlt sich das regelm√§√üige Sp√ľlen der Augen und Bindeh√§ute mit einer Salzl√∂sung.

Prognose

Die Prognose von Tripper ist in den meisten Fällen positiv. Bei einer rechtzeitigen Erkennung der Erkrankung ist mit keinerlei Spätfolgen zu rechnen. Aus diesem Grund ist eine Therapie unerlässlich.

In sehr seltenen F√§llen kann es auch vorkommen, dass sich die Tripper-Erreger durch die Blutbahn im gesamten K√∂rper ausbreiten. In diesem Fall spricht man von einer Gonokokkensepsis. Als Symptome k√∂nnen Gelenks- und Sehnenscheidenentz√ľndungen, typische Hautausschl√§ge mit roten Pusteln oder kleinen Einblutungen (Petechien), Fieber und Sch√ľttelfrost auftreten.

Im schlimmsten Fall kommt es nach erfolgter Gonokokkensepsis zu einer Gehirnhautentz√ľndung (Meningitis) und Herzinnenhautentz√ľndung (Endokarditis).

Bleibt eine Gonorrhoe unbehandelt, k√∂nnen ernsthafte Erkrankungen die Folge sein. Als Sp√§tfolgen kommen chronische Entz√ľndungen der inneren Geschlechtsorgane mit anhaltenden Schmerzen, Verklebungen der Ei- beziehungsweise Samenleiter und Unfruchtbarkeit sowie Gelenksentz√ľndungen in Frage.

Vorbeugen

Tripper lässt sich analog zu anderen Geschlechtskrankheiten gut verhindern, indem beim Geschlechtsverkehr Kondome verwendet werden.

Falls der Verdacht besteht, an Gonorrhoe erkrankt zu sein, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Bei der Behandlung sollte auf jeden Fall auch der Partner miteinbezogen und behandelt werden, da sonst eine erneute Ansteckung droht (Ping-Pong-Effekt). Die Behandlung sollte auch erfolgen, wenn der Partner unter keinerlei Beschwerden leidet.

Schwangere Frauen werden bereits im Vorfeld einer Untersuchung auf Tripper unterzogen.

Redaktionelle Grundsätze

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Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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