Was tun bei Asthma bronchiale?

Was tun bei Asthma bronchiale?
Internationale Klassifikation (ICD) J45.9

Grundlagen

Der Begriff Asthma, steht für eine chronische Erkrankung der Atemwege. Leidet man unter Asthma, dann leidet man an schubartigen Hustenanfällen, die bis zur Atemnot und dem Ersticken führen können. Die Atemwege verengen sich und machen es dem Patienten unmöglich normal ein und aus zu atmen. Generell ist es so, dass man bei einer Asthmaerkrankung an einer sehr hohen Entzündungsbereitschaft der Atemwege zu leiden hat, und dass die Atemwege überempfindlich auf bestimmte Reize reagieren.

Asthma Bronchiale zählt zu einer der häufigsten Atemwegserkrankungen auf der Welt. Bereits Kinder und Jugendliche können an dieser Erkrankung leiden. Forschungen haben ergeben, dass Kinder besonders dann dazu neigen an Asthma zu erkranken, wenn bei den Eltern eine Allergie nachgewiesen worden ist. Besonders wahrscheinlich ist die Asthmaerkrankung des Kindes, wenn die Allergie der Eltern im Zusammenhang mit den Atemwegen steht.

Asthma ist eine dauerhafte Krankheit, die man nicht heilen, sehr wohl aber maßgeblich lindern kann. Durch zahlreiche moderne Behandlungsmethoden ist man heute in der Lage den Erkrankten ein aktives und beschwerdenfreies Leben zu gewährleisten, ohne von der Krankheit zu sehr eingeschränkt zu werden.

Was ändert sich in unserem Körper, wenn wir an Asthma leiden?

Die Einatmung: Beim Einatmen vergrößert sich der Brustraum in dem sich die Lunge dehnt; Unterdruck sorgt dafür, dass Luft angesaugt wird.

Über den Mund oder über die Nase, gelangt die Atemluft in unsere Luftröhre und führt von hier zum linken beziehungsweise rechten Lungenflügel, um sich dort in zahlreichen immer kleiner werdenden Ästchen bis in die kleinsten Winkel der Lungenflügel zu verzweigen.

Das Bronchialsystem endet schließlich in den Lungenbläschen (=Alveolen). Hier findet der Gasaustausch der Lunge statt.

Das Herz pumpt sauerstoffarmes Blut in die Lunge, dieses fließt über die sich verästelnden Blutgefäße zu den Lungenbläschen, wo es durch eine zarte Membran von der eingeatmeten Luft getrennt ist.

Das Blut gibt Kohlendioxid ab und nimmt im Gegenzug dazu Sauerstoff auf. Jetzt ist das Blut mit Sauerstoff angereichert und kann zum Herzen zurückströmen, um in unserem Körper verteilt zu werden.

Beim Asthmatiker besteht eine Entzündung des Bronchialsystems. Die kleinen Verzweigungen des Bronchialbaumes sind von einer solchen Entzündung betroffen. Durch eine Störung dieses Bronchialsystems kommt es zu einer Überreizung und zum Anfall.

Die entzündete Schleimhaut schwillt in diesem Fall an, der Querschnitt des Röhrensystems verkleinert sich, die Luft kann weniger gut hindurchströmen, dem Asthmaerkrankten fällt das Ausatmen schwerer.

Noch dazu reagiert beim Asthmatiker die Muskulatur besonders empfindlich. Der muskuläre Ring zieht sich krampfartig zusammen. Das schränkt den behinderten Luftstrom noch weiter ein.

Noch dazu bildet das entzündete Bronchialsystem des Asthmatikers ein zähes und noch dazu dickflüssiges Sekret, das nicht ohne weiteres aus der Lunge abtransportiert werden kann und sich daher in den Atemwegen sammelt. Um den Schleim loszuwerden, müssen Asthmakranke vermehrt husten.

Diese drei Faktoren führen zur Einengung der Atemwege (=Obstruktion). Eingeatmet werden kann weitgehend ungehindert, beim Ausatmen, macht sich die Obstruktion bemerkbar.

Daher sammelt sich bei einem Asthmaanfall Luft in der Lunge, die nicht wieder ausgeatmet werden kann.

Ursachen

Die Ursachen einer Asthmaerkrankung konnten bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden. Für eine asthmatische Erkrankung kann es zahlreiche Ursachen geben. Eindeutig feststellen konnte man aber bereits, dass eine erblich bedingte Asthmaerkrankung sehr wahrscheinlich ist. Die Erbanlagen müssen aber nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung führen.

Forschungsergebnisse haben auch ergeben, dass Allergien bei den Eltern Auswirkungen darauf haben können, ob ein Kind an einer asthmatischen Erkrankung leidet oder nicht. Das heißt, dass der Risikofaktor für eine Asthmaerkrankung bei den Kindern steigt, wenn man als Elternteil an Asthma leidet.

Noch dazu kann man als Allergiker leichter die Neigung dazu entwickeln an Asthma zu erkranken. Das heißt aber wiederum nicht, dass man an Asthma erkranken muss, nur weil man ein Allergiker ist.

Erkrankt man an Asthma, dann können zahlreiche Triggereffekte (=Asthma auslösende Effekte) dazu beitragen, dass man einen asthmatischen Anfall bekommt, dazu gehören:

  • körperliche Anstrengung
  • Stress
  • Kälte
  • eine Reaktion auf Medikamente wie Aspirin oder Beta Blocker
  • Schadstoffe in der Atemluft
  • Reizstoffe wie Ozon
  • Psychische Faktoren können ebenfalls einen Triggereffekt darstellen und den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen
  • Bei Allergikern kommt es zu asthmatischen Anfällen, wenn sich diese mit dem Allergen konfrontieren, wobei Allergene die allergieauslösenden Substanzen sind.

Symptome

Bei einer Asthma Erkrankung können folgende Symptome auftreten:

  • Anfallsartige Kurzatmigkeit und Atemnot
  • Hustenanfälle mit dem Auswurf von zähflüssigem Schleim
  • Pfeifende Geräusche während des Atmens
  • Engegefühl im Brustbereich

Je schwerer die Erkrankung ist, desto stärker fallen die Symptome aus. Durchaus können die Symptome aber zusammen auftreten. Lassen sie sich auf jeden Fall umgehend von einem Arzt untersuchen, wenn oben genannte Symptome auftreten.

Sollte es zu einem Asthma-Anfall kommen, dann treten zur Atemnot zum Husten und der pfeifende Atmung folgende Symptome auf:

  • Erstickungsangst
  • Schnappende Atmung
  • Erschöpfung
  • Sprechunfähigkeit
  • Blaufärbung der Haut
  • Herzrasen

Sollte der Asthma-Anfall nicht behandelt werden, kann er in den „Status asthmatikus“ übergehen, ein schwer lebensbedrohlicher Asthma-Anfall, der über Stunden bis Tage dauert

Diagnose

Zumeist kann die Anamnese (klärendes Gespräch mit dem Arzt zur Krankheitsgeschichte) erste Hinweise auf eine Asthmaerkrankung geben. Dann gilt es herauszufinden, ob es sich um Asthma bronchiale handelt oder um eine andere Erkrankung der Atemwege.

Die Frage nach der Häufigkeit der Symptome, nach bestimmten Reizen und Situationen des Anfalls oder die Frage danach, ob es in der Familie andere Asthmatiker gibt, kann erste Aufschlüsse zur Krankheit geben. Erst dann folgt eine körperliche Untersuchung.

Sollten bei Ihnen oder bei Ihren Kindern Symptome auftreten, dann ist es von Vorteil ein so genanntes Krankheitstagebuch zu führen, um die Krankheit besser einschränken zu können.

Überprüft werden kann die Lungenfunktion am einfachsten mit einer Spirometrie – hier werden entscheidende Informationen über die Leistungsfähigkeit der Atmungsorgane und ihre Beschaffenheit gegeben. Es kann die Kraft und Geschwindigkeit gemessen werden, mit der man ausatmet. Bei entzündeten Bronchien, also bei Asthma Patienten, sind diese Werte verringert.

Auch der maximale Atemfluss (Peak-Flow) ist bei einem Asthmatiker beeinflusst.

Sollte der Asthmapatient im Moment der Untersuchung beschwerdenfrei sein, dann kann es sein, dass die Spirometrie normal ausfällt. In diesem Fall kann man einen so genannten Provokationstest durchführen. Hier provoziert man durch bestimmte asthmaauslösende Substanzen gezielt einen leichten Asthmaanfall.

Sollte der Verdacht auf ein allergisches Asthma bestehen, nimmt der Arzt einen Allergietest vor. Hier muss geklärt werden auf welche Allergene der Patient mit einem Asthmaanfall reagiert.

Therapie

Eine Behandlung, bei der das Asthma geheilt werden kann, ist an und für sich nicht möglich. Bei Kindern jedoch ist es möglich Asthma konsequent zu behandeln, sofern man die Erkrankung frühzeitig erkennt.

Dennoch kann man auf eine Vielzahl von Möglichkeiten zurückgreifen, mit denen man als Asthmatiker relativ beschwerdefrei leben kann. Das bedeutet für den Patienten, dass er sich uneingeschränkt verhalten kann bei maximaler körperlicher Leistungsfähigkeit.

Diese Beschwerdefreiheit kann durch unterschiedliche Behandlungsformen hergestellt werden. Die optimale Behandlung stellt sich aber immer aus mehreren Faktoren zusammen. Die wichtigste Behandlung von Asthma ist aber sicher die medikamentöse Therapie. Hierbei unterscheidet man Reliever und Controller Medikamente zur Behandlung von Asthma.

Die Behandlung von Asthma durch Reliever und Controller Medikamente

Reliever Medikamente

Reliever (eine Bezeichnung aus dem englischen Sprachraum, die erleichtern und lindern bedeutet) werden in ihrer medikamentösen Wirkung direkt nach der Anwendung aktiv. Diese können also akute Beschwerden lindern, indem man sie bei asthmatischen Symptomen einnimmt.

Reliever sind kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika. Diese dienen der Entspannung der verengten und verkrampften Bronchialmuskulatur und dienen somit eine Erweiterung der Atemwege.

Neben den kurz wirkenden Beta-2-Sympathomimetika können auch lang wirkende Beta-Sympathomimetika, immer in Kombination mit anderen Medikamenten, zum Einsatz kommen. Auch diese führen zu einer Erweiterung der Bronchien und wirken nicht gegen die Entzündungsreaktion.

Controller Medikamente

Glukokortikoide sind so genannte Controller Medikamente, denen, wie der Name verrät, eine Kontrollinstanz inne wohnt. Sie vermindern und beruhigen die Entzündungsbereitschaft der Bronchien, so können diese Controller Anfällen und Beschwerden langfristig vorbeugen. Unbedingt wichtig ist, dass man diese Controller regelmäßig anwendet.

Die Einnahme der Controller erfolgt direkt in die Atemwege durch Inhalation, wodurch sie direkt an ihrem Bestimmungsort wirken können. Diese Mittel können auch in Tablettenform eingesetzt werden. Dies kommt allerdings bei schwereren Asthmafällen vor.

Leukotrienantagonisten sind ebenfalls Controller. Diese sind bei leichteren Asthmaerkrankungen eine Alternative zu den Glukokortikoiden, die besonders bei Kindern Anwendung finden.

Dosierung und die Kombination der Medikamente werden auf den Schweregrad der Erkrankung abgestimmt. Der behandelnde Arzt stellt einen Plan auf, der die Medikamenteneinnahme lenkt, wobei das Prinzip „So viele Medikamente wie nötig, aber so wenige wie möglich“ gilt.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind aus diesem Grund erforderlich.

Vorbeugen

Maßnahmen zur Vermeidung einer allergischen Reaktion sollten neben der medikamentösen Beahandlung auf jeden Fall auch getroffen werden. Hierbei kann man auf verschiedene Verhaltensweisen und Anwendungen zurückgreifen.

Allergenvermeidung

Von Allergenvermeidung spricht man vor allem dann, wenn man unter einer allergisch bedingten Asthmaerkrankung leidet. Allergene sind Allergieauslöser wie etwa Pollen bei einer Pollenallergie oder Hausstaub bei einer Hausstaub Allergie. Sollt ein Asthmaanfall durch den Kontakt mit diesen Allergenen hervorgerufen werden, sollte man natürlich jene Substanzen so gut es geht meiden. Hier kann auch eine so genannte Hyposensibilisierung gegen das Allergen helfen. Jedoch nicht nur bei einem allergisch bedingten Asthmaanfall sollte man die Erreger meiden, auch dann, wenn nicht allergische Auslöser den Anfall bedingen. Patienten sollten Faktoren und Situationen, bei denen Beschwerden oder Anfälle auftreten, erstens genau kennen, um ihnen zweitens aus dem Weg gehen zu können. Nicht immer gestaltet sich die Allergenvermeidung einfach, ganz besonders dann nicht, wenn Umwelteinflüsse die Asthmaanfälle auslösen. Kalter Wind, trockene Luft, Ozonbelastung und Hausstaub können solche Erreger sein, denen man nicht ohne weiteres aus dem Weg gehen kann.

Endlich Nichtraucher

Nikotinkonsum wirkt sich natürlich äußerst negativ auf das Asthma aus. Verzichten Sie daher auf jeden Fall immer auf den Genuss von Zigaretten und Zigarren. Dasselbe gilt nicht nur für aktives, sondern auch für passives Rauchen. Vermeiden Sie also auch Lokalitäten, in denen es keinen Nichtraucherbereich gibt.

Sport und körperliche Aktivitäten

Sind eine besonders wichtige Maßnahme, um Beschwerden zu lindern und anfallsfrei leben zu können. Sportliche Aktivitäten tragen positiv zur Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge bei. Trotzdem sollte man als Asthmatiker seine Grenzen kennen und es nicht übertreiben. An und für sich gibt es kaum Einschränkungen in Bezug auf eine bestimmte Sportart.

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