Neue SARS-CoV-2 Variante in Großbritannien

pathogen respiratory coronavirus 2019-ncov flu

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Eine neue Mutation des global bekannten Virus sorgt f√ľr Unruhe auf den Inseln des Vereinigten K√∂nigreichs. Doch ist diese Variante nicht nur einfacher zu √ľbertragen, sondern auch gef√§hrlicher? Zurzeit scheinen die Regierungen in den betroffenen L√§ndern noch unbesorgt, w√§hrend die aktuellen Impfstoffe auf Hochtouren produziert werden.

pathogen respiratory coronavirus 2019-ncov flu

shutterstock.com / Corona Borealis Studio

SARS-CoV-2-Variante im Vereinigten Königreich:

Mit heutigem Stand (30.12.2020) sind in England √ľber 53.000 neue F√§lle am Tag gemeldet worden. Dieser rasante Anstieg der Infektionszahlen ist vor allem im √∂stlichen, s√ľd√∂stlichen Teil und im Gro√üraum Londons zu beobachten. Eine M√∂glichkeit f√ľr diese Zahlen ist die neue und effektive Mutation des Virus. Laut dem ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control oder Europ√§isches Zentrum f√ľr die Pr√§vention und die Kontrolle von Krankheiten) ist diese neue Variante, VOC 202012/01 genannt, ausschlaggebend f√ľr die aktuell gemeldeten F√§lle. ¬†Obwohl diese Ver√§nderung im Dezember zum ersten Mal untersucht wurde, konnte man zur√ľckf√ľhrend schon Ende September dieses Jahres die ersten Infizierten feststellen.¬†

Update: Laut letztem Stand (04.01.2021) sind 6008 Fälle mit der neuen Virusmutation in England bekannt. 

Namensgebung:

SARS-CoV-2-Varianten werden zur Untersuchung herangezogen, wenn sie epidemiologisch oder immunologisch als besorgniserregend angesehen werden, oder bestimmte pathogene Eigenschaften besitzen. Ab diesem Punkt lautet die Bezeichnung: Variante unter Untersuchung (Variant Unter Investigation, kurz VUI) und ist mit einem Jahr, einem Monat und einer Nummer gekennzeichnet. Nach einer Risikobewertung des zust√§ndigen Komitees k√∂nnen die Mutationen als besorgniserregende Variante (Variant of Concern, kurz VOC) bezeichnet werden. Die hier genannte Variante wurde bei Erkennung und √úberpr√ľfung als VUI 202012/01 bezeichnet und am 18. Dezember 2020 als VOC 202012/01 eingestuft.

Public Health England:

Am 28. Dezember 2020 ver√∂ffentlichte die Exekutivagentur des Ministeriums f√ľr Gesundheit und Soziales - Public Health England - einen Bericht √ľber die neue Mutation VOC 202012/01.¬†

Die Ergebnisse der durchgef√ľhrten Kohortenstudien und Analysen zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied im Krankenhausaufenthalt und Todesf√§llen (gemessen in einem Zeitraum von 28 Tagen) zwischen dem neuen VOC 201212/01 und der schon bekannten Variante. Auch die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Infektion zeigte keinen bedeutenden Unterschied zwischen den beiden Variantenf√§llen.¬†

Übertragbarkeit und Ausmaß der neuartigen SARS-CoV-2-Variante in UK:

Eine aktuelle, vorl√§ufige Analyse des Zentrums f√ľr mathematische Modellierung von Infektionskrankheiten in Gro√übritannien hat die Annahme gestellt, dass die neuartige Virusmutation VOC 201212/01 um 56% leichter √ľbertragbar ist als die alte Variante. Es konnten in der mathematisch-basierenden Berechnung jedoch keine eindeutigen Beweise daf√ľr gefunden werden, dass die neue Virusart zu mehr schwerwiegenden Erkrankungen f√ľhren kann. Dennoch k√∂nnte die Erh√∂hung der √úbertragbarkeit zu einer starken Zunahme der Inzidenz f√ľhren.¬†

Zu beachten ist, dass diese Analyse zur Zeit vorl√§ufig ist, auf UK beschr√§nkt und noch nicht durch unabh√§ngige Gutachter aus demselben Fachgebiet √ľberpr√ľft wurde.

SARS-CoV-2-Variante in S√ľdafrika:

Auch in S√ľdafrika verbreitet sich eine neue Variante von SARS-CoV-2. Diese wird als 501.V2 bezeichnet. Laut ECDC ist diese Mutation ‚Äěebenfalls potenziell besorgniserregend‚Äú. Im Oktober dieses Jahres wurde das Virus zum ersten Mal in Proben identifiziert. Bis heute wurden √ľber 300 F√§lle von 501.V2 durch Whole-Genome Sequencing, kurz WGS oder Ganz-Genom-Sequenzierung im Land nachgewiesen. Mithilfe dieses Prozesses wird das komplette Erbgut eines Organismus bestimmt, was erm√∂glicht, die Unterschiede zwischen den Virusarten zu erkennen.¬†

Laut ECDC besitzt die Variante 501.V2 √§hnliche Merkmale wie die britische Mutation. Diese Art des Virus wurde auch im Vereinigten K√∂nigreich zweimal festgestellt. Am 28. Dezember 2020 wurde ein weiterer Fall der 501.V2-Variante in Finnland bei einem zur√ľckgekehrten Passagier identifiziert.¬†

Weitere bekannte Fälle:

Inzwischen sind auch in vielen Ländern Fälle von VOC 202012/01 bekannt. Dazu zählen zur Zeit:

Australien, Argentinien, Belgien, Brasilien, Chile, China, D√§nemark, Deutschland, Dominikanische Republik, Ecuador, Gambia, Gibraltar, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Hongkong SAR, Indien, Iran, Irland, Island, Israel, Italien, Jamaika, Japan, Jordanien, Kanada, Kuwait, Libanon, Lettland, Luxemburg, Malaysia, Malta, Marokko, Mexiko, ¬†Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Oman, Pakistan, Peru, Philippinen, Portugal, Rum√§nien, Russland, Schweden, Schweiz, Singapur, Slowakei, Spanien, S√ľdkorea, Taiwan, Thailand, Tschechien, T√ľrkei, Ungarn, USA, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam, Zypern, √Ėsterreich

Fazit:

Sowohl die ECDC als auch andere Regierungsorgane wie Public Health England, welche die Mutationen untersucht haben, deuten, dass die neuen SARS-CoV-2 Arten nicht gefährlicher in Bezug auf Mortalität bzw. Krankenhausaufenthalt sind. Auch in dieser schwierigen Entwicklung kann man dies nun doch als Licht am Ende des 365-tage langen Tunnels namens 2020 sehen. 

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Letztes Update

31.12.2020

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