Neue Studie und neue Möglichkeiten - Insulin nur einmal pro Woche injizieren

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Eine Aussicht auf die Zukunft f√ľr Patienten mit Typ-2-Diabetes: statt t√§glich, nur einmal in der Woche Insulin injizieren. Vielleicht ist dies bald m√∂glich, denn das neue vielversprechende Insulin icodec hat in einer aktuellen Studie eine ebenso effektive Senkung des Blutzuckerspiegels gezeigt, wie die zurzeit erh√§ltlichen, t√§glichen Insulininjektionen.

shutterstock.com / goffkein.pro

Was ist Insulin:

Insulin wird in den sogenannten Beta-Zellen der Bauchspeicheldr√ľse produziert und wirkt als blutzuckersenkendes Hormon. Der Transport von Zucker (d.h. Glukose) aus dem Blutkreislauf in die menschlichen Zellen und die Regulierung des Fett- und Eiwei√ühaushaltes geh√∂ren zu den lebenswichtigen Aufgaben von Insulin.¬†

Im Zusammenhang mit Diabetes mellitus wird entweder zu wenig Insulin erzeugt oder dieses kann im eigenen Körper nicht richtig bzw. ausreichend wirken, weswegen der Blutzuckerspiegel stark erhöht ist. Falls ersteres der Fall ist, kann daraus Typ-1-Diabetes resultieren. Diese, durch einen Insulinmangel hervorgebrachte, Zuckerkrankheit bedarf einer Insulintherapie, um das Hormon durch äußere Zufuhr aufzunehmen.  In seltenen Fällen bedarf es auch bei Typ-2-Diabetes einer Insulinbehandlung. Wenn das Hormon im Körper nicht ausreichend wirksam ist, kann es zu einem relativen Insulinmangel kommen. Üblicherweise ist es möglich, diesen mithilfe einer Umstellung der Ernährung, sportliche Aktivität oder blutzuckersenkenden Tabletten (auch Antidiabetika genannt) zu korrigieren. Falls diese Methoden nicht ausreichend sind, können diese Diabetiker Insulin bekommen. 

Insulin icodec: 

Das synthetisch hergestellte Insulin (auch Insulinanalogon genannt) des Herstellers Novo Nordisk hat eine Halbwertszeit (d.h. Zeitspanne, nach welcher die H√§lfte des ausgehenden abnehmenden Wertes erreicht wird) von 196 Stunden (ungef√§hr 8 Tage). Dieses Hormon bindet sich beim Injizieren an ein bestimmtes Protein (Albumin), welches zu einem langsamen und konstanten Freisetzen des Wirkstoffes f√ľhrt. Dies erm√∂glicht eine Senkung des eigenen Blutzuckerspiegels w√§hrend dieser Zeit.

Novo Nordisk:

Das 1923 gegr√ľndete Novo Nordisk ist eines der f√ľhrenden globalen Gesundheitsunternehmen, welches sich auf Diabetes, Fettleibigkeit und seltene Blut- und endokrine Erkrankungen spezialisiert. Mit dem Hauptsitz in D√§nemark produziert es 50% der globalen Insulinversorgung und liefert diese an 30 Millionen Menschen weltweit.¬†

Phase 2- Studie:

Die im September 2020 in dem Fachjournal New England Journal of Medicine publizierte, doppelblinde, doppel-Dummy, randomisierte Phase-2-Studie hat die Wirksamkeit und Sicherheit von dem einmal w√∂chentlich verabreichten Insulin icodec untersucht. W√§hrend der 26-w√∂chigen Testung wurden den 247 Studienteilnehmern entweder das neue Insulin appliziert oder zum Vergleich Insulin glargin U100, welches t√§glich verabreicht wird. Die Teilnehmer hatten davor keine Langzeitbehandlung mit Insulin und deren Typ-2-Diabetes wurde unter anderem durch Messung des glykierten H√§moglobinspiegels (d.h. Molek√ľl in roten Blutk√∂rperchen, das Sauerstoff transportiert) kontrolliert. Der prim√§re Endpunkt war die √Ąnderung dieses H√§moglobinspiegels vom Ausgangswert bis zur 26. Woche. Ebenfalls wurden Sicherheitsendpunkte, Unterzuckerung (auch Hypoglyk√§mie genannt) und insulinbedingte unerw√ľnschte Ereignisse bewertet.¬†

Ergebnisse:

Der mittlere glykierte H√§moglobinspiegel (auch mit HBA1c gekennzeichnet) war zum Studienbeginn bei 8,09% in der Insulin icodec-Gruppe und 7,96% in der Insulin glargin-Gruppe. Die gesch√§tzte durchschnittliche √Ąnderung des HBA1c-Wertes lag bei -1,33% in der Icodec-Gruppe und -1,15% bei der Glargin-Gruppe im Vergleich zum ausgehenden Wert. Die gesch√§tzten Mittelwerte betragen in der letzten Woche 6,69% in der Icodec-Gruppe bzw. 6,87% in der Glargin-Gruppe. Der Gruppenunterschied lag dementsprechend bei 0,18%, was weniger signifikant war.

Laut Studie gab es keinen Unterschied zwischen den Studiengruppen bei unerw√ľnschten Ereignissen, die durch Insulin bedingt sind. Au√üerdem waren die Reaktionen an der Injektionsstelle minimal. ¬†

Zusätzlich startete der Hersteller am 16.Oktober 2020 eine neue Phase-1-Studie, welche untersucht, wie Insulin icodec bei Injektionsverabreichung an verschiedenen Stellen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes im Blut aufgenommen wird.

Fazit:

Die Behandlung mit Insulin icodec hatte eine glucosesenkende Wirkung und eine, dem Insulin glargine U100 √§hnliche, Sicherheit bei Patienten mit Typ-2-Diabetes. Eine Phase-3-Studie ist angek√ľndigt und soll die Wirksamkeit des einw√∂chigen Insulins weiterhin √ľberpr√ľfen. Falls die Studie erfolgreich ist und das Insulin zugelassen wird, kann der f√ľhrende Hersteller, welcher diese Studie finanziert hat, den Wirkstoff global zur Verf√ľgung stellen. ¬†


Wirkstoffe:

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    Danilo Glisic

    Danilo Glisic
    Autor

    Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

    Letztes Update

    29.10.2020

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