Warum die Influenzaimpfung diesen Winter von besonders großer Bedeutung sein könnte

Impfpass mit Thermometer und Spritze

Das Immunsystem wurde durch die Covid-19 bedingten Hygienemaßnahmen der letzten zwei Jahre abgeschwächt, womit sich auch der körpereigene Schutz vor der saisonalen Grippe (Influenza) reduziert haben müsste. Die Grippewelle droht diesen Winter besonders schwer zu verlaufen und Gesundheitsexperten raten nun dringlich zu einer Schutzimpfung. Mit diesem Beitrag verschaffen wir Ihnen eine Übersicht über die aktuellen Impfangebote im D-A-CH Raum.

Impfpass mit Thermometer und Spritze

/ Rallef / iStock

Die eingesetzten Hygienemaßnahmen der vergangenen zwei Jahre zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie bremste nicht nur die Ausbreitung der Coronaviren, sondern auch die Ansteckung mit den saisonalen Influenzaviren. Infolgedessen war der Körper weniger Bakterien und Viren ausgesetzt, wodurch sich die körpereigene Immunabwehr kaum stärken konnte. Durch die gelockerten Schutzmaßnahmen ist nun auch die Gefahr einer Infektion mit der Grippe gestiegen. Das zeigte sich vor allem in Australien, wo die jährliche Grippewelle von Juni bis August (australische Wintermonate) besonders stark ausfiel. Eine ähnliche Grippesituation in Europa in den nächsten Monaten wird befürchtet. Das Risiko einer Ansteckung ließe sich Ärzten und Gesundheitsministerien zufolge durch eine Grippeschutzimpfung reduzieren.

Wer sollte sich durch eine Impfung schützen?

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt besonders Risikogruppen, sich gegen die Viren zu immunisieren. Dies betrifft:

  • Personen ab 60 Jahren (mit hochdosiertem Impfstoff)
  • Schwangere ab dem 2. Trimester bzw. bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung ab dem 1. Trimester
  • Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung aufgrund einer Grunderkrankung (z.B. Herz-Kreislaufkrankheiten, chronische Erkrankungen der Atemorgane, Nieren- und Lerbererkrankungen, Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten)
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als potenzielle Infektionsquelle für im selben Haushalt lebende Risikopersonen gelten


Weiters wird aufgrund eines erhöhten Infektionsrisiko im beruflichen Umfeld folgenden Personengruppen zu einer Impfung geraten:

  • Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal)
  • Personen in Einrichtungen in denen ein hoher Publikumsverkehr herrscht
  • Personen, die als potenzielle Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen gelten

Wer darf nicht geimpft werden?

  • Personen die an einer fieberhaften Erkrankung oder an einer akuten Infektion leiden (sollten Impfung aber zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachgeholen, sobald die Erkrankung abklingt)
  • Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß oder gegen sonstige Bestandteile des Impfstoffes (Impfmöglichkeiten sollten mit dem behandelnden Arzt besprochen werden)
  • Kinder und Jugendliche, die an einer klinischen Immundefizienz oder an schwerem Asthma leiden, dürfen nicht mit dem Lebendimpfstoff geimpft werden

Wann sollte man sich impfen?

Das Immunsystem benötigt 10 bis 14 Tage, um nach der Impfung den erwünschten Schutz aufzubauen. In Deutschland beginnen die Fallzahlen der Influenzainfektionen meist ab Ende September zu steigen und erreichen nach dem Jahreswechsel ihren Höhepunkt. Laut Robert-Koch-Institut befindet sich der empfohlene Impfzeitpunkt im Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember.

Welche Antigene enthält der Impfstoff dieses Jahr?

Im saisonalen Influenza-Impfstoff sind Bestandteile der jeweiligen Virusvarianten enthalten, welche in der kommenden Jahreszeit erwartet werden. Der diesjährige Influenzaimpfstoff für die Nordhalbkugel enthält die Antigene für die bereits bekannten Varianten der Virusstämme der Südhalbkugel: Influenza Typ-A-Viren H1N1 und H3N2 sowie die Influenza Typ-B-Viren Austria und Phuket.

3D-Illustration der Influenzaviren

/ urfinguss / iStock

Wo kann man sich impfen lassen?

Impfangebote in Deutschland

In Deutschland stehen folgende Angebote für die Grippeschutzimpfung zur Verfügung:

Impfung bei der Hausärztin/beim Hausarzt:
Die Kosten für die Grippeimpfung werden von der gesetzlichen Krankenkasse vollständig übernommen. Die private Krankenversicherung übernimmt einen Großteil der Kosten, bei der Impfung von Risikopersonen (laut STIKO) werden die Kosten von der PVK jedoch vollständig übernommen.
Impfung in der Apotheke:
Ausgewählte Apotheken bieten die Möglichkeit zur Influenzaimpfung an, auch hier übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Privatversicherte ab 18 Jahren zahlen 11 Euro für die Impfung inklusive Impfstoff und können den Beleg bei ihrer privaten Krankenversicherung zur Kostenerstattung einreichen.
Impfung in regionalen Gesundheitsämtern und Betrieben:
Es besteht die Möglichkeit, sich in regionalen Gesundheitsämtern impfen zu lassen.Vviele Betriebe bieten eine Grippeimpfung für ihre MitarbeiterInnen an, wobei die Versicherung im Regelfall ebenfalls für die Kosten aufkommt.


Impfangebote in Österreich

In Österreich besteht die Möglichkeit, folgende Angebote je nach Bundesland  zur Grippeimpfung wahrzunehmen:

Impfung bei der Hausärztin/beim Hausarzt:
Für Kinder ist die Impfung in allen Bundesländern kostenlos. In Wien ist sie auch für Personen ab 15 Jahren kostenlos. Im Burgenland, Vorarlberg, in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg und Tirol belaufen sich die Kosten je nach Impfstoff und Impfhonorar zwischen ca. 16 und 27 Euro.


Impfung in regionalen Gesundheitsämtern:


Für Kinder ist die Impfung in allen Bundesländern kostenlos. In Wien ist sie auch für Personen ab 15 Jahren kostenlos. In Kärnten, Oberösterreich und in der Steiermark belaufen sich die Kosten je nach Impfstoff und Impfhonorar zwischen ca. 16 und 27 Euro.
Impfung in Alten- und Pflegeheimen:
Die Grippeimpfung für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen ist in allen Bundesländern kostenlos.
Impfung in Betrieben:
Viele Betriebe bieten die Grippeschutzimpfung für ihre MitarbeiterInnen an, die Kosten tragen die ArbeitgeberInnen.

 
Ab Herbst 2023 sollen die Impfkosten auch für Erwachsene in allen Bundesländern von der gesetzlichen Versicherung übernommen werden, wodurch nur noch die Rezeptgebühr für den Impfstoff (6,65 Euro) zu bezahlen ist.

Impfangebote in der Schweiz

In der Schweiz gibt es folgende Möglichkeiten für die Grippeschutzimpfung:

Impfung bei der Hausärztin/beim Hausarzt:
Für Personen die den Impfempfehlungen des BAG entsprechen, werden die Kosten der Impfung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen.
Impfung in der Apotheke:
Ab 16 Jahren wird in allen Kantonen auch in der Apotheke gegen die Influenzaviren geimpft (Ausnahme Tessin TI: ab 65 Jahren). Die Kosten für die Impfung inklusive dem Impfstoff belaufen sich je nach Apotheke auf ca. 35-45 CHF (können bei einigen Versicherungen zurückgefordert werden, sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt)
Impfung im Betrieb:
Viele Betriebe bieten die Grippeimpfung für ihre MitarbeiterInnen an, bei einer beruflichen Impfindikation werden die Kosten in der Regel von den ArbeitgeberInnen übernommen.
Nationaler Grippeimpftag:
Am 25. November 2022 besteht die Möglichkeit, sich spontan in teilnehmenden Arztpraxen und Apotheken zu einem Pauschalpreis von 30 CHF impfen zu lassen.


 

Arzt impft Patienten

/ Tero Vesalainen / iStock

Autor

Olivia Sophie Malvani

Letztes Update

22.11.2022

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