Cisplatin

Cisplatin
ATC Code L01XA01
Summenformel [Pt(NH3)2Cl2]
Molare Masse (g·mol−1) 300,5
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 3,7
Schmelzpunkt (°C) 270 (Zersetzung)
CAS-Nummer 15663-27-1
PUB-Nummer 84691
Drugbank ID DB00515

Grundlagen

Cisplatin ist ein Chemotherapeutikum, das zur Therapie verschiedener bösartiger Tumoren eingesetzt wird. Das Medikament wird intravenös verabreicht und kann unter anderem bei Hoden-, Eierstock-, Lungen- oder Brustkrebs eingesetzt werden. Insbesondere beim Hodenkrebs konnten durch die Verwendung von Cisplatin die Heilungsraten massiv gesteigert werden.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Das Zytostatikum zählt zur Gruppe der Platinderivate der Cytostatika, welche durch Quervernetzungen der DNA zu einer Störung der DNA-Replikation führen. Außerdem werden durch Cisplatin Punktmutationen ausgelöst sowie die DNA- Reparatur und die Telomeraseaktivität gehemmt. Die beschädigte DNA löst Reparaturmechanismen aus, bei nicht erfolgreicher Reparatur wird der programmierte Zelltod, die Apoptose, eingeleitet. Dadurch werden insbesondere schnell proliferierende Zellen abgetötet, was insbesondere auf Tumorzellen zutrifft. Im Verlauf der Therapie kann eine Resistenz gegenüber Cisplatin auftreten, sodass ein Medikamentenwechsel nötig sein kann.

Pharmakokinetik
Da das Chemotherapeutikum bei oraler Aufnahme unwirksam ist, wird es intravenös verabreicht. Im Blut liegt es zu 90% an Plasmaproteine gebunden vor. Hohe Konzentrationen werden beispielsweise in der Niere, der Leber und der Muskulatur erreicht, wohingegen diese im Gehirn und in den Nervenzellen deutlich geringer ausfällt.

Wechselwirkungen

Die Wechselwirkungen sind bedingt durch die häufigsten und schwersten Nebenwirkungen des Zytostatikums. Durch Kombination mit Medikamenten, die ebenfalls das Knochenmark, die Nieren oder das Hören beeinflussen, können diese Nebenwirkungen verstärkt werden.

Toxizität

Nebenwirkungen
Häufig treten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Weiterhin kann Cisplatin die Nierenfunktion stark einschränken und Hör- oder Nervenschäden verursachen. Wie bei anderen Zytostatika kann die Funktion des Knochenmarks und damit die Neubildung von Blutzellen eingeschränkt werden.

Toxikologische Daten
Im Tierversuch an Ratten betrug die mittlere letale Dosis 25,8 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Beim Menschen werden Dosen von bis zu 100 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche eingesetzt.

Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Markus Falkenstätter

Markus Falkenstätter
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm Stefanie Lehenauer

Mag. pharm Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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