Ketorolac

Ketorolac
ATC Code M01AB15, S01BC05
Summenformel C15H13NO3
Molare Masse (g·mol−1) 255,27
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,33
Schmelzpunkt (°C) 160,5
Siedepunkt (°C) 493,2
PKS Wert 3,49
CAS-Nummer 74103-06-3
PUB-Nummer 3826
Drugbank ID DB00465
Löslichkeit löslich in Wasser

Grundlagen

Ketorolac ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) und ist als orale Tablette, Injektionslösung, Nasenspray und als Augenlösung im Handel erhältlich.
Seine analgetischen Eigenschaften machen es zu einem nützlichen Mittel zur Schmerzbehandlung in vielen Bereichen, einschließlich postoperativer Schmerzen, rheumatoider Arthritis, Osteoarthritis, Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen, Wirbelsäulen- und Weichteilschmerzen und Spondylitis ankylosans.  Ketorolac eine ähnliche Wirksamkeit wie Standarddosen wie manche Opioide (beispielsweise Morphin), was es zu einem sehr wirksamen Mittel ohne Abhängikeitspotenzial macht.

Ketorolac wurde 1976 patentiert und 1989 für die medizinische Verwendung zugelassen.

Pharmakologie

Pharmakodynamik und Wirkmechanismus

Ketorolac ist ein nicht-selektives NSAID und wirkt durch Hemmung der beiden Enzyme COX-1 und COX-2, die normalerweise für die Umwandlung von Arachidonsäure in Prostaglandine verantwortlich sind. Das COX-1-Enzym ist konstitutiv aktiv und kommt in Blutplättchen, der Magenschleimhaut und dem Gefäßendothel vor. Das COX-2-Enzym vermittelt Entzündungen, Schmerzen und Fieber.

Daher ist die Hemmung des COX-1-Enzyms mit einem erhöhten Blutungsrisiko und dem Risiko von Magengeschwüren verbunden, während die gewünschten entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften mit der Hemmung des COX-2-Enzyms verbunden sind. Daher sollte Ketorolac trotz seiner Wirksamkeit bei der Schmerzbehandlung nicht langfristig eingesetzt werden, da dies das Risiko schwerer unerwünschter Wirkungen wie Magen-Darm-Blutungen, Magengeschwüre und Perforationen erhöht.

Pharmakokinetik

Ketorolac wird nach oraler Verabreichung schnell und vollständig resorbiert, wobei die Bioverfügbarkeit nach oraler Verabreichung bei etwa 80 % liegt. Die maximale Plasmakonzentratione wird 20-60 Minuten nach der Verabreichung erreicht. Über 99% der Dosis ist an Plasmaproteine im Blut gebunden. Ketorolac wird durch Hydroxylierung oder Konjugation in der Leber metabolisiert. Zu den beteiligten Enzymen gehören hauptsächlich CYP2C8 und CYP2C9. Ketorolac wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, wobei etwa 92 % der Dosis über die Nieren ausgeschieden werden. Der Rest wird über den Stuhl ausgeschieden.

Wechselwirkungen

Probenecid kann die Wahrscheinlichkeit von unerwünschten Nebenwirkungen erhöhen, wenn es zusammen mit Ketorolac eingenommen wird. Das Risiko für gastrointestinale Wirkungen ist erhöht, wenn gleichzeitig Kaliumpräparate, Aspirin, andere NSAIDs, Kortikosteroide oder Alkohol eingenommen werden. Das Risiko von Blutungen erhöht sich bei gleichzeitiger Einnahme von Clopidogrel, Cefoperazon, Valproinsäure, Cefotetan, Eptifibatid, Tirofiban und Ticlopidin. Antikoagulanzien und Medikamente zur Thrombolyste erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit von Blutungen.

Toxizität

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen sind: 

  • Schläfrigkeit
  • Parästhesien
  • verlängerte Blutungszeit
  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Purpura
  • Schwitzen
  • erhöhte Tränenproduktion
  • Ödeme
  • Blässe
  • Mundtrockenheit
  • abnormaler Geschmack
  • Harnfrequenz
  • erhöhte Leberenzyme
  • Juckreiz

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Ketorolac ist kontraindiziert bei Patienten mit aktiver Ulkuskrankheit, bei Patienten mit kürzlichen gastrointestinalen Blutungen oder Perforationen und bei Patienten mit peptischer Ulkuskrankheit oder gastrointestinalen Blutungen in der Vorgeschichte. Ketorolac darf nicht gegeben werden, wenn eine Allergie gegen den Wirkstoff bekannt ist.

Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Markus Falkenstätter

Markus Falkenstätter
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm Stefanie Lehenauer

Mag. pharm Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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