Prothipendyl

Prothipendyl
ATC Code N05AX07
Summenformel C16H19N3S
Molare Masse (g·mol−1) 285,41
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) <25 °C
Siedepunkt (°C) 195–198
PKS Wert 2,3
CAS-Nummer 303-69-5
PUB-Nummer 14670
Drugbank ID DB12958
Löslichkeit löslich in Wasser

Grundlagen

Prothipendyl ist ein schwach wirksames trizyklisches Azaphenothiazin-Neuroleptikum. Es wird zur Behandlung von Unruhe und Erregung bei Patienten mit psychiatrischen Grunderkrankungen eingesetzt wird. Zu den Indikationen von Prothipendyl gehören Demenz, Depression, Schizophrenie, Angstzustände und psychosomatische Störungen. Es wird auch oft bei der Behandlung von Einschlafstörungen eingesetzt, da es im Gegensatz zu den gängigen Benzodiazepinen kein Abhängigkeitspotenzial mit sich bringt.

Prothipendyl wurde von Wilhelm Schuler erstmals synthetisert.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Prothipendyl ist ein Dopamin Antagonist mit einer hohen selektivität für D1- und D2-Rezeptoren.  Zusätzlich hat es eine geringe Affinität für Serotonin-Rezeptoren vom Typ 5-HT2A. In höheren Dosen hat die Droge aufgrund ihrer sedativ-hypnotischen Wirkung eine schlafanstoßende Wirkung. Neben der antipsychotischen Wirkung hat Prothipendyl auch antihistaminerge, antiemetische und sedierende Eigenschaften.

Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von Prothipendyl beträgt nach oraler Einnahme beträgt rund 15%. Die maximale Plasmakonzentration wird nach rund 1 h erreicht. Die Plasmahalbwertszeit beträgt rund 2-3 Stunden. Der Stoff wird in der Leber verstoffwechselt und hauptsächlich über den Urin ausgeschieden.

Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Einnahme mit Medikamenten, die dämpfend auf das ZNS wirken kann es zu einer gegenseitigen Wirkverstärkung kommen. 

Dazu gehören:

  • Benzodiazepine
  • Sedativa
  • Antihistaminika
  • Alkohol
  • Antihypertensiva

Die Wirkung von Levodopa kann bei gleichzeitiger Einnahme abgeschwächt werden. Prothipendyl kann den gefäßverengenden Wirkungen von Adrenalin und Phenylephrin entgegen wirken.

Toxizität

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • gesenkter Blutdruck
  • Kreislaufschwäche
  • Vertigo
  • Tachykardie

Seltener auftretende Nebenwirkungen sind beispielsweise Gewichtszunahme, Kreislaufkollaps, Arrythmien (inkl. QT-Zeit Verlängerung), Leukopenie, Epilepsie, Mundtrockenheit, Photosensibilität, Priapismus und Amenorrhoe.

Kontraindikationen

  • Alkoholintoxikation
  • Schlafmittel
  • Analgetika
  • Koma
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Redaktionelle Grundsätze

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Markus Falkenstätter

Markus Falkenstätter
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm Stefanie Lehenauer

Mag. pharm Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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