Trimipramin

Trimipramin
ATC Code N06AA06
Summenformel C20H26N2
Molare Masse (g·mol−1) 294,43
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 45
CAS-Nummer 739-71-9
PUB-Nummer 5584
Drugbank ID DB00726
Löslichkeit löslich in Wasser

Grundlagen

Trimipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum (TCA), das zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Es wurde auch wegen seiner sedierenden, anxiolytischen und schwach antipsychotischen Wirkung bei der Behandlung von Schlaflosigkeit, Angststörungen bzw. Psychosen eingesetzt. Trimipramin wird durch den Mund eingenommen.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Der Wirkmechanismus von Trimipramin unterscheidet sich von dem anderer trizyklischer Antidepressiva. Trimipramin wirkt durch die Verringerung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin (5-HT). Diese Reaktion tritt zwar sofort ein, die Stimmung hebt sich jedoch erst nach etwa zwei Wochen. Man nimmt deshalb an, dass Veränderungen in der Rezeptorempfindlichkeit in der Großhirnrinde und im Hippocampus der Grund für die antidepressive Wirkung sind. Der Hippocampus ist Teil des limbischen Systems, eines Teils des Gehirns, der an Emotionen beteiligt ist.

Pharmakokinetik

Die Absorption erfolgt rasch und die Plasmaproteinbindung beträgt rund 93-96%. Die Metabolisierung erfolgt in der Leber. Die Plasmahalbwertszeit beträgt rund 11-18 Stunden.

Wechselwirkungen

Trimipramin sollte nicht zusammen mit Sympathomimetika wie Epinephrin (Adrenalin), Ephedrin, Isoprenalin, Noradrenalin, Phenylephrin und Phenylpropanolamin gegeben werden.

Barbiturate können die Metabolisierungsrate erhöhen. Trimipramin sollte bei Patienten, die eine Therapie für Hyperthyreose erhalten, mit Vorsicht verabreicht werden.

Toxizität

Nebenwirkungen

Häufige unerwünschte Wirkungen sind:

  • Sedierung
  • Mundtrockenheit
  • Verschwommenes Sehen
  • Mydriasis
  • verminderter Tränenfluss
  • Verstopfung
  • Zögern oder Zurückhalten des Urins
  • reduzierte GI-Motilität
  • Tachykardie (hohe Herzfrequenz)
  • anticholinerges Delirium (besonders bei älteren Menschen und bei der Parkinsonschen Krankheit)
  • Gewichtszunahme
  • Orthostatische Hypotension
  • Sexuelle Dysfunktion einschließlich Impotenz, Libidoverlust und andere sexuelle Beeinträchtigungen
  • Zittern
  • Schwindel
  • Schwitzen
  • Angstzustände
  • Schlaflosigkeit
  • Unruhe
  • Ausschlag

Toxikologische Daten

LD50 (Maus, oral): 250 mg·kg−1

Quellenangaben

  • Drugbank
  • PubChem
  • Aktories, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsvier, 2017
Markus Falkenstätter

Markus Falkenstätter
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm Stefanie Lehenauer

Mag. pharm Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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