Wirkstoff(e) Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)
Zulassungsland Deutschland
Hersteller H e y l Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 30.09.1997
ATC Code V03AB31
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Alle √ľbrigen therapeutischen Mittel

Zulassungsinhaber

H e y l Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Antidotum Thallii-Heyl Eisen(III)-hexacyanoferrat(II) H e y l Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Radiogardase-Cs enthält Eisen(III)-hexacyanoferrat(II) (unlösliches Berliner Blau) und ist ein Antidot bei Aufnahme von radioaktivem Cäsium.

Radiogardase-Cs wird angewendet zur Ausscheidung (Dekorporation) bzw. Verhinderung der Auf- nahme (Resorption) von Radiocäsium (z. B. 134Cs, 137Cs).

Anzeige

Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Radiogardase-Cs darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Eisen(III)-hexacyanoferrat(II) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Radiogardase-Cs einnehmen.

Einnahme von Radiogardase-Cs zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.

  • Radiogardase-Cs kann andere oral eingenommene Medikamente und essenzielle N√§hrstoffe binden. Daher sollten die Medikamentenspiegel und das Ansprechen auf die Therapie √ľberwacht werden.
  • Radiogardase-Cs kann die Resorption von Tetracyclinen hemmen.
  • Radiogardase-Cs kann Elektrolyte im Darm (z. B. Kalium) binden, was zu erniedrigten Serum- kaliumspiegeln (asymptomatische Hypokali√§mie) f√ľhren kann. Daher sollten w√§hrend der Therapie die Serumelektrolyte regelm√§√üig kontrolliert werden. Vorsicht geboten ist insbesondere bei Patienten mit bereits bestehenden Herzarrhythmien und Elektrolytschwankungen.
  • Die zus√§tzliche Gabe von anderen Medikamenten gegen die Kontamination mit radioaktiven Substanzen beeinflusst nicht die Wirksamkeit von Radiogardase-Cs gegen√ľber Radioc√§sium.

Einnahme von Radiogardase-Cs zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Es sind bisher keine Auswirkungen bekannt. Siehe auch Abschnitt 3.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichti- gen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apothe- ker um Rat.

Gegen die Anwendung von Radiogardase-Cs während der Schwangerschaft und der Stillzeit bestehen keine Bedenken.

Da Radiogardase-Cs praktisch nicht resorbiert wird, durchdringt es nicht die Plazentaschranke und gelangt nicht in die Muttermilch. Dagegen wird Radioc√§sium sowohl auf das ungeborene Kind √ľbertragen als auch in die Muttermilch abgegeben. Deshalb ist das Risiko durch das Radioc√§sium viel h√∂her als das Risiko einer Behandlung mit Radiogardase-Cs.

Radioaktiv kontaminierte M√ľtter sollten generell nicht stillen.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind bisher keine Auswirkungen bekannt.

Radiogardase-Cs enthält Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h. es ist nahezu

‚Äěnatriumfrei‚Äú.

Anzeige

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Die Dosierung erfolgt in Abhängigkeit von der Schwere der Cäsiumvergiftung.

Die empfohlene Dosis betr√§gt f√ľr Erwachsene, Kinder und Jugendliche:

  • T√§glich 6 bis 40 Hartkapseln Radiogardase-Cs [3 bis 20 g Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)] oral. Die Tagesdosis sollte gleichm√§√üig √ľber den 24-Stunden-Zeitraum verteilt werden (z. B. 3-mal t√§glich 6 Hartkapseln), um den enterohepatischen Kreislauf) des Radioc√§siums optimal zu unterbrechen;
  • Bei Vorliegen einer akuten Vergiftung, bei der sich noch Radioc√§sium im Magen oder in den oberen Darmabschnitten befindet, sollte eine Initialdosis von mindestens 6 Hartkapseln
    [3 g Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)] auf einmal gegeben werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nehmen Sie die Hartkapseln bitte mit ausreichend Fl√ľssigkeit (vorzugsweise ein Glas Trinkwasser) ein.

K√∂nnen Sie die Hartkapsel nicht schlucken, kann diese ge√∂ffnet werden und der Inhalt mit Nahrung eingenommen oder in Fl√ľssigkeit (z. B. warmem Wasser) aufgeschwemmt getrunken werden. Dabei k√∂nnen sich Mund und Z√§hne blau f√§rben.

Ist eine orale Einnahme nicht möglich, kann der Hartkapselinhalt in Wasser oder Mannitollösung aufgeschwemmt und per Magen- oder Duodenalsonde verabreicht werden.

Die Einnahme der Hartkapseln sollte zur Mahlzeit erfolgen, da Nahrung die Sekretion der Galle und den enterohepatischenKreislauf anregt (Stimulation der Cäsiumausscheidung möglich).

Dauer der Behandlung

Die Behandlung mit Radiogardase-Cs sollte so schnell wie m√∂glich beginnen. Ist Radiogardase-Cs nicht sofort verf√ľgbar, ist auch eine sp√§tere Einnahme sinnvoll und effektiv.

Die Anwendung sollte mindestens 30 Tage erfolgen und ist abh√§ngig vom Grad der Kontamination und der Beurteilung des behandelnden Arztes. Dabei sind regelm√§√üige (w√∂chentliche) Kontrollen der Radioaktivit√§t im Stuhl und Urin wichtig, denn die Dauer der Therapie richtet sich nach dem Nachweis von Radioc√§sium im Stuhl. Zu ber√ľcksichtigen ist die lange biologische Halbwertszeit des Radioc√§siums.

Wenn die nachgewiesene Radioaktivität durch Cäsium deutlich abgenommen hat, kann die Radiogardase-Cs-Dosis auf 2 bis 4 Hartkapseln [1 bis 2 g Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)] täglich gesenkt werden, um die Magen-Darm-Verträglichkeit zu verbessern.

Wenn Sie eine größere Menge Radiogardase-Cs eingenommen haben, als Sie sollten

Überdosierungen von Radiogardase-Cs sind bisher nicht beschrieben. Symptome einer Überdosierung können Verstopfung, Darmverschluss oder schwere Verminderungen von Elektrolyten sein.

Wenn Sie eine Einzelgabe von Radiogardase-Cs versehentlich doppelt einnehmen, hat dies keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d. h. Sie nehmen Radiogardase-Cs danach so ein wie sonst auch.

Wenn Sie die Einnahme von Radiogardase-Cs vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Beachten Sie aber bitte, dass Radiogardase-Cs nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmäßig eingenommen wird.

Wenn Sie die Einnahme von Radiogardase-Cs abbrechen

Bei einer Unterbrechung oder vorzeitigem Ende der Behandlung verbleibt noch nicht ausgeschiedenes Radioc√§sium im K√∂rper und kann zu Strahlensch√§den f√ľhren. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Anzeige

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

  • Bei der Einnahme von Radiogardase-Cs kann Verstopfung (Obstipation) auftreten. Die Behandlung erfolgt mit einer ballaststoffreichen Di√§t oder ballaststoffbasierten Laxantien.
  • Bei einer Hochdosistherapie (20 g Eisen(III)-hexacyanoferrat(II) am Tag) k√∂nnen unspezifische Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Anmerkung: Eine Dunkelfärbung des Stuhls ist harmlos. Sie beruht auf der Farbe des Wirkstoffes Berliner Blau.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

Anzeige

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Umkarton nach ‚ÄěVerwendbar bis‚Äú ange- gebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht √ľber 25 ¬ļC lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals √ľber das Abwasser (z.B. nicht √ľber die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

Anzeige

Weitere Informationen

Was Radiogardase-Cs enthält

  • Der Wirkstoff ist Eisen(III)-hexacyanoferrat(II).
    1 Hartkapsel enthält 500 mg Eisen(III)-hexacyanoferrat(II) (68 % Fe4[Fe(CN)6]3) (unlösliches Berliner Blau).
  • Die sonstigen Bestandteile sind: Gelatine, Indigocarmin (E132), Natriumdodecylsulfat, gereinigtes Wasser.

Wie Radiogardase-Cs aussieht und Inhalt der Packung

Radiogardase-Cs ist in einer weißen Plastikflasche mit 36 blauen Hartkapseln mit hellblauem Aufdruck F und erhältlich.

Hinweise zum √Ėffnen der Flasche

√Ėffnen Sie die Flasche wie auf dem Bild gezeigt:

  1. Dr√ľcken Sie fest auf den Verschluss.
  2. Drehen Sie den Verschluss, w√§hrend Sie darauf dr√ľcken.
  3. Entfernen Sie die Siegelfolie vor dem ersten √Ėffnen.

Sonstige Hinweise

Beachten Sie bitte, dass der Hartkapselinhalt stark färbt (unlösliches Berliner Blau).

Radiogardase-Cs erhöht zwar die Elimination von Radiocäsium, behandelt aber nicht die Schäden, die durch das radioaktive Material verursacht werden können (z. B. Knochenmarksuppression). Zusätzliche Behandlungsmaßnahmen können bei starker Kontamination notwendig sein.

Radiocäsium wird mit dem Stuhl und dem Urin ausgeschieden. Die Kontamination von anderen Personen sollte durch besondere Sicherheitsmaßnahmen vermieden werden.

Pharmazeutischer Unternehmer

Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG Kurf√ľrstendamm 178-179

10707 Berlin

Deutschland

Tel.: +49 30 81696-0 E-Mail: info@heyl-berlin.de Fax: +49 30 81696-33 Website: www.heyl-berlin.de

Hersteller

Haupt Pharma W√ľlfing GmbH

Bethelner Landstr. 18

31028 Gronau/Leine

Deutschland

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt √ľberarbeitet im Januar 2021.

Anzeige

Zuletzt aktualisiert: 25.08.2022

Quelle: Radiogardase - Cs - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Eisen(III)-hexacyanoferrat(II)
Zulassungsland Deutschland
Hersteller H e y l Chemisch-Pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 30.09.1997
ATC Code V03AB31
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Alle √ľbrigen therapeutischen Mittel

Teilen

Anzeige

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualit√§tslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo √∂ffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen √ľber medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr h√§ufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden