Atropin

ATC CodeA03BA01, G04BD15, S01FA01, V03AB44
CAS-Nummer51-55-8
PUB-Nummer174174
Drugbank IDDB00572
SummenformelC17H23NO3
Molare Masse (g·mol−1)289,375
Aggregatzustandfest
Dichte (g·cm−3)1,2
Schmelzpunkt (°C)118,5
Siedepunkt (°C)429
PKS Wert9,43

Grundlagen

Atropin ist ein Anticholinergikum, auch Parasympatholytikum genannt. Es kommt natürlicherweise in Nachtschattengewächsen wie der Tollkirsche und der Alraune vor. Medizinisch wird es als Antidot bei Alkylphosphatvergiftungen (z.B. durch Pflanzenschutzmittel) und bei bradykarden Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Als Augentropfen eingesetzt verursacht das Medikament eine Weitstellung der Pupille und ermöglicht damit beispielsweise eine Untersuchung des Augenhintergrundes. Zusätzlich wird es bei kolikartigen Schmerzen zur Spasmolyse eingesetzt.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Das Medikament wirkt antagonistisch an Muskarinrezeptoren, indem es Acetylcholin kompetitiv und reversibel verdrängt. Dies verringert die Aktivität des Parasympathikus, wodurch sich die zahlreichen Wirkungen erklären. Atropin steigert die Herzfrequenz und verringert die atrioventrikuläre Überleitungszeit, erweitert die Bronchien in der Lunge, entspannt die glatte Muskulatur und verringert dadurch die Peristaltik und Sekretion im Magen-Darm-Trakt. Weiterhin reduziert es die Schweiß- und Speichelbildung.

Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit beträgt nur etwa 25 %., die Eliminations-Halbwertszeit zwei Stunden. Etwa die Hälfte des Medikaments wird unverändert im Urin
ausgeschieden, der restliche Teil wird zunächst hepatisch metabolisiert und erst danach renal ausgeschieden. Der pharmakologische Effekt setzt bereits nach einer Minute ein und hält für 30 bis 60 Minuten an.

Wechselwirkungen
Durch gemeinsame Anwendung mit anderen anticholinergen Substanzen wie trizyklischen Antidepressiva, Antihistaminika, Antipsychotika oder verschiedener Parkinsonmedikamente können die Nebenwirkungen verstärkt werden.

Toxizität

Nebenwirkungen
Eine Überdosierung zeigt sich als anticholinerges Syndrom mit Verstärkung der oben genannten Effekte mit Harnverhalt, Fieber, Delir und Halluzinationen. In der Folge können Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Krampfanfälle auftreten.

Toxikologische Daten
Bei Kindern kann der Verzehr von drei bis fünf Tollkirschen (entsprechen etwa 2 mg Atropin) tödlich sein, bei Erwachsenen erst ab 10 bis 20 Beeren. Als Gegengift wird Physostigmin verwendet, welches die Konzentration von Acetylcholin an den Synapsen erhöht und das Parasympatholytikum dadurch verdrängt.

Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Lektor


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