Dimetinden

Dimetinden
ATC Code D04AA13, R01AC09, R06AB03
Summenformel C20H24N2
Molare Masse (g·mol−1) 292,42
Aggregatzustand flüssig
Siedepunkt (°C) 165–175
CAS-Nummer 5636-83-9
PUB-Nummer 21855
Drugbank ID DB08801
Löslichkeit praktisch unlöslich in Wasser

Grundlagen

Dimetinden ist ein Antihistaminikum und Anticholinergikum. Dimetinden wird oral und topisch als Antipruritikum (Mittel gegen Juckreiz) angewendet. Es wird topisch zur Behandlung von Hautreizungen, wie z. B. Insektenstichen, eingesetzt. Dimetinden wird auch oral zur Behandlung von Allergien wie Heuschnupfen und allergischer Rhinitis verabreicht.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Dimethindene ist ein selektiver Histamin-H1-Antagonist und bindet an den Histamin-H1-Rezeptor. Dadurch wird die Wirkung von körpereigenem Histamin blockiert, was in der Folge zu einer vorübergehenden Linderung der durch Histamin hervorgerufenen negativen Symptome führt. Weiters kann Dimetinden auch als Anticholinergikum bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme mit trizyklischen Antidepressiva kann bei bestimmten Personen zu einem erhöhten Glaukomrisiko führen. Dimetinden kann auch die Wirkung von zentral wirksamen Stoffen und Alkohol verstärken.

Toxizität

Wie bei anderen Antihistaminika kann es bei Überdosierung zu den folgenden Symptomen kommen: 

  • ZNS-Depression mit Schläfrigkeit (vor allem bei Erwachsenen), 
  • ZNS-Stimulation und antimuskarinische Wirkungen (vor allem bei Kindern) einschließlich folgender Symptome: Erregung, Ataxie, Halluzinationen, tonische oder klonische Krämpfe, Mydriasis, Mundtrockenheit, Rötung des Gesichts, Harnverhalt, Fieber und Tachykardie. 
  • Auch ein starker Blutdruckabfall ist möglich.

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral): 618 mg·kg−1

Quellenangaben

  • Drugbank
  • PubChem
  • Aktories, Förstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsvier, 2017