Pseudoephedrin

Pseudoephedrin

Grundlagen

Pseudoephedrin ist ein indirektes Sympathomimetikum aus der chemischen Klasse der Phenethylamine und Amphetamine. Es wird als abschwellendes Mittel fĂŒr Nase und Nasennebenhöhlen bei ErkĂ€ltunserscheinungen und bei einer Dauererektion des Penis (Priapismus) eingesetzt. Es kann ebenfalls als Stimulans oder in höheren Dosen als wachmachendes Mittel verwendet werden und wird fĂŒr diese Wirkungen auch oft missbraucht.
Es wurde erstmals 1889 von den deutschen Chemikern Ladenburg und OelschlÀgel der Firma Merck in Darmstadt charakterisiert. Diese isolierten den Stoff aus einer Probe der Pflanze aus Ephedra vulgaris, die seit langem in der traditionellen östlichen Medizin verwendet. Die abschwellende Wirkung von Pseudoephedrin wurde erstmals 1927 bei nach Tierversuchen beschrieben.

Wirkung

Pharmakodynamik

Pseudoephedrin bewirkt eine GefĂ€ĂŸverengung, die zu einer abschwellenden Wirkung fĂŒhrt. Es hat eine kurze Wirkungsdauer. Pseudoephedrin wirkt dabei hauptsĂ€chlich als Agonist an alpha-adrenergen Rezeptoren und weniger stark als Agonist an beta-adrenergen Rezeptoren. Dieser Agonismus bewirkt eine Vasokonstriktion der BlutgefĂ€ĂŸe, wodurch diese weniger OberflĂ€che fĂŒr den Durchtritt von FlĂŒssigkeit bieten und so zum Abschwellen der betroffenen Regionen fĂŒhren. Es wird ebenfalls weniger Schleim in den oberen Atemwegen produziert, wodurch die Symptome gelindert werden.

Pharmakokinetik

Pseudoephedrin ist zu rund 6 % an menschliches Serumalbumin gebunden. Der Großteil der verabreichten Dosis Pseudoephedrin wird unverstoffwechselt mit dem Urin ausgeschieden. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Pseudoephedrin betrĂ€gt etwa 6 Stunden.

Wechselwirkungen

Die Anwendung von Pseudoephedrin zusammen mit anderen Sympathomimetika (trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, Psychostimulanzien, Anorektika vom Amfetamin-Typ usw.) kann zu einem Anstieg des Blutdrucks fĂŒhren. Pseudoephedrin kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln (z. B. Betablockern) abschwĂ€chen.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen

Zu den hĂ€ufigen unerwĂŒnschten Arzneimittelwirkungen gehören

  • Stimulation des zentralen Nervensystems
  • Schlaflosigkeit
  • NervositĂ€t
  • Erregbarkeit
  • Schwindel
  • Blasenentleerungsstörungen
  • AngstzustĂ€nde

Seltene unerwĂŒnschte Nebenwirkungen sind:

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Pseudoephedrin
  • Bluthochdruck
  • bereits vorhandene Störungen bei der Blasenentleerung
  • schwere Leber- oder Niereninsuffizienz
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code R01BA02
Summenformel C10H15NO
Molare Masse (g·mol−1) 165.23
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 119
PKS Wert 10.3
CAS-Nummer 90-82-4
PUB-Nummer 7028
Drugbank ID DB00852

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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