Liraglutid

ATC CodeA08AX02, A10BJ02
CAS-Nummer204656-20-2
PUB-Nummer16134956
Drugbank IDDB06655
SummenformelC172H265N43O51
Aggregatzustandfest

Grundlagen

Liraglutid ist ein sogenanntes Inkretin-Mimetikum oder auch GLP-1-Analogon. Es wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mellitus und zur Vorbeugung von kardiovaskulären Komplikationen im Zusammenhang mit Diabetes eingesetzt. Zusätzlich ist es zur Behandlung von Adipositas ab einem BMI von 30 in Kombination mit dietätischen Maßnahmen zugelassen. Es wird als Subkutan-Injektion verabreicht.

Liraglutid wurde von Novo-Nordisk entwickelt und wurde 2010 in den USA und 2009 in der Europäischen Union zugelassen.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Liraglutid ist ein synthetisch hergestelltes Analogon des körpereigenen "glucagon-like-peptide-1" (GLP-1). Der große Vorteil dieses Wirkstoffes liegt dabei in seiner veränderten Struktur, denn es hat durch das Anhängen einer Fettsäure und ein leichtes Abändern der Aminosäurensequenz eine stark verlängerte Verweildauer im Blut. Das endogen vorkommende GLP-1 hingegen, wird im Körper bereits nach rund 1-2 Minuten von Enzymen wie DPP4 wieder abgebaut.

Liraglutid bindet wie GLP-1 an den Glucagon-like Peptide-1-Rezeptor. Durch Bindung an den Rezeptor und den daraus resultierenden Anstieg von zyklischem AMP wird die glukoseabhängige Freisetzung von Insulin stimuliert, die glukoseabhängige Freisetzung von Glucagon gehemmt und die Magenentleerung verlangsamt. Durch diese Mechanismen wird der Blutzuckerspiegel nach dem Essen niedrig gehalten. Durch dauerhaft niedriger Blutglucose-Werte, muss der Körper auf Reserven zurückgreifen, wodurch eine auch Gewichtsabnahme begünstigt wird.

Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von Liraglutid nach subkutaner Injektion beträgt etwa 55% und die maximale Plasmakonzentration wird nach etwa 11 Stunden erreicht. Liraglutid liegt im Blut zu mehr als 98% an Serumalbumin gebunden vor. Liraglutid wird durch seine veränderte Struktur wesentlich langsamer durch das Enzmy Dipeptidylpeptidase-4 (DPP4) abgebaut und metabolisiert, weshalb seine Plasmahalbwertszeit bei etwa 13 Stunden liegt.

Toxizität

Nebenwirkungen

  • Nausea
  • Emesis
  • Diarrhoe
  • Obstipation
  • Kopfschmerzen

In seltenen Fällen kann es zu einer Pankreatitis kommen. Mit der Einnahme geht ein leicht erhöhtes Risiko einher, an einem medullären Schilddrüsenkarzinom zu erkranken.

Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Lektor


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