Misoprostol

Misoprostol

Grundlagen

Misoprostol ist ein Analogon von Prostaglandin E1 und wird insbesondere zur Behandlung von Magen- und D√ľnndarmgeschw√ľren eingesetzt. Weiterhin kann das Medikament in der Gyn√§kologie zur Weheneinleitung, bei Blutungen nach der Geburt sowie bei Schwangerschaftabbr√ľchen angewendet werden.

Wirkung

Pharmakodynamik
Als Analogon bindet Misoprostol an die gleichen Rezeptoren wie Prostaglandin E1. Im Magen f√ľhrt dies zu einer verringerten Produktion von Salzs√§ure und Pepsin, wodurch die sch√ľtzende Schleimschicht erhalten bleibt und Ulcera im Magen oder Duodenum abheilen k√∂nnen. Au√üerdem l√∂st das Medikament Kontraktionen der Muskelschicht der Geb√§rmutter aus, weshalb es durch Zusammenziehen des Organs zur Weheneinleitung und zum Stillen von uterinen Blutungen verwendet wird.

Pharmakokinetik
Nach oraler Aufnahme wird das Analogon rasch aufgenommen, maximale Blutspiegel werden bereits nach etwa 12 Minuten erreicht. Im Blut wird Misoprostol zu 80 bis 90 % an Plasmaproteine gebunden. Durch Metabolisierung wird das Medikament in den aktiven Metaboliten √ľberf√ľhrt. Die Ausscheidung erfolgt √ľber die Nieren mit dem Urin, wobei die Halbwertszeit bei 20 bis 30 Minuten liegt.

Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Anwendung mit nichtsteroidalen Antiphlogistika, wie Ibuprofen oder Diclofenac, k√∂nnen selten eine Erh√∂hung der Leberwerte, Refluxbeschwerden oder √Ėdeme auftreten. Magnesiumhaltige Antazida k√∂nnen die durch Misoprostol ausgel√∂ste Diarrh√∂ verst√§rken, weshalb auf eine parallele Einnahme verzichtet werden sollte. Weiterhin kann durch hochdosierte Antazida die Bioverf√ľgbarkeit des Prostaglandin-Analogons reduziert werden.

Toxizität

Nebenwirkungen
Diarrhö und Hautausschläge sind sehr häufige Nebenwirkungen. Häufig treten Kopfschmerzen, Schwindel, gastrointestinale Beschwerden und fetale Fehlbildungen auf. Bei bekannter Schwangerschaft darf Misoprostol deswegen, insbesondere im ersten Trimenon, nicht angewendet werden. Außerdem kann es zu Blutungen oder sogar zum Riss der Gebärmutter kommen.

Toxikologische Daten
In Tierexperimenten an Ratten wurde eine mittlere letale Dosis von 81 mg/kg bei oraler Aufnahme ermittelt.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code A02BB01, G02AD06
Summenformel C22H38O5
Molare Masse (g¬∑mol‚ąí1) 382,54
Aggregatzustand fest
Dichte (g¬∑cm‚ąí3) 1,1
Schmelzpunkt (¬įC) 261 - 263
Siedepunkt (¬įC) 497,3
PKS Wert 14,68; -0,95
CAS-Nummer 59122-46-2
PUB-Nummer 5282381
Drugbank ID DB00929

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

Anzeige

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualit√§tslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo √∂ffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen √ľber medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr h√§ufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden