Schlaganfall (Insult)

Schlaganfall (Insult)
Internationale Klassifikation (ICD) I64
Symptome Sprachschwierigkeiten, Sensibilitätsstörungen, Halbseitenlähmung, Gedächtnisverlust
Mögliche Ursachen Ischämischer Infarkt, mangelnde Sauerstoffversorgung des Gehirns, Hirnblutungen
Mögliche Risikofaktoren Adipositas, erhöhter Cholesterin- oder Triglyzeridspiegel im Blut, orale Kontrazeptiva, zu viel Alkohol, Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck

Grundlagen

Unter der Bezeichnung Schlaganfall (med.: Insult) versteht man ein Beschwerdebild, das durch eine abrupt auftretende Durchblutungsstörung verursacht wird. Da die Zellen des Gehirns (Neuronen) sehr empfindlich sind, gehen sie nach wenigen Minuten ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr zu Grunde.

Das Risiko einen Insult zu erleiden steigt mit dem Alter stetig an. Die j√§hrliche Erkrankungsrate bei Menschen zwischen 55 und 65 Lebensjahren betr√§gt ungef√§hr 250 von 100 000 Einwohnern, bei Menschen √ľber 65 steigt die Erkrankungsrate sogar knapp auf das Dreifache. In seltenen F√§llen k√∂nnen auch Menschen j√ľngeren Alters oder sogar Kinder einen Insult erleiden. M√§nner erleiden im Allgemeinen etwas √∂fters einen Schlaganfall als Frauen. Ein Schlaganfall kann durch unterschiedliche Ver√§nderungen verursacht werden, weshalb er in verschiedene Typen unterteilt werden kann:

  • Isch√§mischer Infarkt: Dies ist mit 80 Prozent die h√§ufigste Ursache f√ľr einen Schlaganfall. Durch Atherosklerose oder durch Blutgerinnsel kann es zu einem Verschluss der zuf√ľhrenden Gef√§√üe kommen.
  • Hirnblutung: Durch Gef√§√üverletzungen kann es zu Blutungen im Gehirn kommen, was f√ľr knapp 20 Prozent der Insulte verantwortlich ist.
  • In seltenen F√§llen werden Durchblutungsst√∂rungen durch entz√ľndliche Erkrankungen der Gef√§√üe verursacht.

Als Ursache f√ľr bleibende Behinderung rangiert der Insult weltweit auf Platz eins, als Todesursache auf Platz zwei. Das verdeutlicht, dass der Schlaganfall auch eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle einnimmt. Die Pflege und Betreuung der Betroffenen nehmen n√§mlich neben viel Zeit auch hohe Kosten in Anspruch. Die lebenslangen Kosten f√ľr einen Schlaganfallpatienten betragen ungef√§hr 45.000 Euro im europ√§ischen Raum.¬†

Ursachen

Ischämischer Infarkt:

Wie bereits erw√§hnt ist diese Ursache f√ľr etwa 80 Prozent der Schlaganf√§lle verantwortlich. Der isch√§mische Infarkt kann wiederum durch unterschiedliche Ver√§nderungen entstehen. Zum Beispiel k√∂nnen die Gef√§√üe durch Atherosklerose, eine Verkalkung der Arterien, verschlossen werden oder aber durch verschleppte Blutgerinnsel (Thromben) blockiert werden.

Diese Ver√§nderungen der Blutzufuhr f√ľhren zu einer mangelnden Sauerstoff- und N√§hrstoffversorgung der betroffenen Gehirnareale. Da die Nervenzellen nicht lange ohne Sauerstoff √ľberleben k√∂nnen, kommt es nach wenigen Minuten zu einer irreversiblen Zerst√∂rrungen dieser.

Im Rahmen eines Schlafanfalles kann es zu einer Sch√§digung der Gef√§√üe im Bereich des Gef√§√üverschlusses kommen, wodurch es zu Einblutungen in das Infarktgewebe kommen kann. Dies kann zu einer stetigen Steigerung des Beschwerdebilds in den darauffolgenden Tagen f√ľhren.

Es konnten einige Faktoren eruiert werden, die das Auftreten eines Insults wesentlich fördern können:

  • Arterieller Bluthochdruck (Hypertonie)
  • erh√∂hter Blutzucker (Diabetes mellitus)
  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Rauchen
  • vermehrter Alkoholkonsum
  • ein erh√∂hter Cholesterin- oder Triglyzeridspiegel im Blut
  • orale Kontrazeptiva, die √Ėstrogen enthalten

Andere Erkrankungen, deren Folge ein Schlaganfall sein kann, sind:

  • Vorhofflimmern
  • Herzrhythmusst√∂rungen
  • Herzinfarkte
  • Erkrankungen der Herzklappen

Hirnblutungen

Bei Hirnblutungen kommt es aus verschiedenen Gr√ľnden zur Sch√§digung von Gef√§√üen im Gehirn und zu Einblutungen ins Nervengewebe. Hierbei kann man eine Hirnmassenblutung von der Subarachnoidalblutung unterscheiden. Das Gehirn ist von einer Fl√ľssigkeit (d.h. Liquor) und den Hirnh√§uten sch√ľtzend umgeben. Kommt es zu Einblutungen in den Liquorraum, spricht man von Subarachnoidalblutungen. Bei der Gehirnmassenblutung wird Gehirngewebe vom Blut verdr√§ngt und komprimiert.

Auch bei Hirnblutungen konnten eine Reihe an Risikofaktoren festgelegt werden:

  • Arterieller Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Erkrankungen des Knochenmarks sowie Gerinnungsst√∂rungen (z.B. Thrombozytenaggregationsst√∂rungen, H√§mophilie A und B, Von-Willebrandt-Syndrom)
  • Die Einnahme von blutverd√ľnnenden Arzneimitteln (z.B. Marcumar oder Heparin)
  • Lebererkrankungen, welche die Proteinsynthesefunktion der Leber einschr√§nken, wie z.B. Leberzirrhose
  • Gef√§√üdeformationen, wie umschriebene Erweiterungen der Arterien (Aneurysma) oder tumorartige Gef√§√üneubildungen (Angiome)
  • Sch√§digung der Blutgef√§√üe durch eine erh√∂hte Ablagerung von so genannten Amyloid-Proteinen (Amyloidose) oder Entz√ľndungen der Gef√§√üw√§nde (Vaskulitis)

Symptome

Es ist √§u√üerst wichtig einen Schlaganfall schnell zu erkennen, um fr√ľh entsprechende Schritte einzuleiten. Bis der Betroffene die geeignete Therapie erh√§lt, kann immer mehr Nervengewebe verloren gehen. Bei Verdacht auf einen Insult, sollte man deshalb unverz√ľglich einen Notarzt rufen. Es ist auf jeden Fall davon abzuraten, selbst oder mit einem Bekannten mit dem Auto ins Krankenhaus zu fahren, da sich der Zustand des Betroffenen rasch verschlimmern und lebensbedrohlich werden kann.

Warnzeichen

Oft k√∂nnen vor dem eigentlichen Schlaganfall Symptome auftreten, die allerdings reversibel sind, also nicht mit einer dauerhaften Sch√§digung des Gehirns einhergehen. Zu den Symptomen z√§hlen Sprachschwierigkeiten, Sensibilit√§tsst√∂rungen, Schw√§che in den Gliedern oder gar eine L√§hmung und Ged√§chtnisverlust. Hierbei kann es sich um eine TIA (Transistorische Isch√§mische Attacke) handeln, welche √§hnliche Symptome wie einen Schlaganfall hervorrufen kann, sich aber innerhalb von 24 Stunden komplett und ohne Folgesch√§den zur√ľckbildet. Obwohl eine solche Attacke keine massiven Sch√§den verursacht, sollte unverz√ľglich ein Krankenhaus aufgesucht werden, um die Symptome von einem Schlaganfall abzugrenzen bzw. um die Ursache der TIA zu eruieren.

Typisches Beschwerdebild

Die Symptomatik eines Schlaganfalls ist stark abhängig vom betroffenen Gehirngebiet und dessen Funktion:

  • Sehr h√§ufig kann bei den Betroffenen eine Halbseitenl√§hmung (Hemiparese) beobachtet werden. Auf einer Seite h√§ngt dann meist ein Mundwinkel nach unten und der Arm und das Bein der betroffenen Seite k√∂nnen sehr eingeschr√§nkt oder gar nicht mehr bewegt werden.
  • In vielen F√§llen kann eine verwaschene Sprache und Sensibilit√§tsst√∂rungen festgestellt werden.¬†
  • Gerade bei Aneurysmablutungen berichten viele Menschen √ľber peitschenartige, massive Kopfschmerzen.
  • Manche Patienten berichten auch √ľber √úbelkeit und Erbrechen.
  • Sind gro√üe Hirnareale betroffen, kann das Bewusstsein stark beeintr√§chtigt sein oder sogar eine Bewusstlosigkeit auftreten.

Während das Beschwerdebild bei Männern oft mit typischen Symptomen einhergeht, kann ein Schlaganfall bei Frauen oft sehr uncharakteristisch verlaufen. 

  • √úbelkeit mit Erbrechen
  • Gliederschmerzen, sowie Schmerzen im Gesicht
  • Herzrasen mit Brustschmerzen
  • Atemnot
  • Schluckauf

Diagnose

Anamnese

Zu Beginn wird der behandelnde Arzt einige Fragen zu den Symptomen und deren Verlauf stellen und eventuell pr√ľfen ob Risikofaktoren f√ľr einen Schlaganfall bestehen. Manchmal k√∂nnen die Betroffenen selbst keine Angaben mehr machen, weil sie zu sehr beeintr√§chtigt sind oder nicht mehr klar sprechen k√∂nnen. In diesen F√§llen wird oft ein Krankengespr√§ch mit den Angeh√∂rigen gef√ľhrt (Fremdanamnese), um N√§heres √ľber die Symptomatik und den Verlauf herauszufinden.

Untersuchungen

Neurologische Untersuchung:

Hierbei handelt es sich um eine k√∂rperliche Untersuchung, bei der vor allem die neurologischen Funktionen des K√∂rpers getestet werden. Dadurch kann festgestellt werden, ob neurologische Defizite vorhanden sind und eine grobe Zuordnung zu einem betroffenen Hirnareal durchgef√ľhrt werden.

Bevor aber eine Therapie eingeleitet werden kann, muss unbedingt geklärt werden, ob es sich beim Schlaganfall um einen Infarkt oder um eine Blutung handelt, weil beide sehr unterschiedlich therapiert werden. 

Dazu werden √ľblicherweise bildgebende Verfahren angewendet:

CT: Dies ist auf Grund seiner raschen Durchf√ľhrbarkeit das am meisten verwendete Verfahren bei der Abkl√§rung des Schlaganfalls. Eine Hirnblutung kann sofort nach Auftreten der ersten Symptome im CT gesehen werden, wohingegen ein Infarkt die ersten vier Stunden ohne Auff√§lligkeiten im CT verlaufen kann. Weiters kann im CT das betroffene Gehirngebiet und die Gr√∂√üe des eingeschr√§nkten Areals festgestellt werden.

MRT: Wegen geringerer Verf√ľgbarkeit und l√§ngerer Untersuchungszeiten wird die Magnetresonanztomographie (MRT) seltener angewendet. Allerdings lassen sich Ver√§nderungen im Hirnstammbereich besser mit dem MRT nachweisen.

Doppler-Ultraschall: Durch diese Form des Ultraschalls, k√∂nnen die Gef√§√üe, welche das Gehirn mit Blut versorgen, auf ihre Durchg√§ngigkeit untersucht werden. Weiters l√§sst sich der Grad der Verkalkung, die zum Arterienverschluss f√ľhren kann, beurteilen.

Angiografie: Abh√§ngig von der Art des Schlaganfalls kann eine radiologische Untersuchung der Gehirngef√§√üe (Angiografie) notwendig werden. Dadurch k√∂nnen Verengungen (Stenosen), Verschl√ľsse, Gef√§√ürisse und Missbildungen besonders gut dargestellt werden.

EKG: Da Vorhofflimmern oder andere Herzrhythmusst√∂rungen oft Ausl√∂ser eines Schlaganfalls sein k√∂nnen, wird routinem√§√üig ein EKG durchgef√ľhrt. Zus√§tzlich kann ein Herzultraschall durchgef√ľhrt werden, um zu sehen, ob Blutgerinnsel im Herzen f√ľr den Schlaganfall verantwortlich sind.

Zus√§tzlich kann eine Blutabnahme erg√§nzend durchgef√ľhrt werden, um den Zustand des Patienten zu beurteilen und um weitere Risikofaktoren, wie Gerinnungsst√∂rungen oder erh√∂hte Blutfette, festzustellen.

Therapie

Notfall

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss schnell gehandelt werden, weshalb unverz√ľglich ein Notarzt verst√§ndigt werden sollte. Die beste Versorgung kann in spezialisierten Versorgungseinheiten (Stroke Units) durchgef√ľhrt werden, die in jedem gr√∂√üeren Krankenhaus vorhanden sind.

Hirnblutung: W√§hrend bei umschriebenen Blutungen oft zugewartet werden kann, da sich diese zur√ľckbilden, ist bei gr√∂√üeren Blutungen in den meisten F√§llen eine Operation notwendig.

Hirninfarkt: Die geeignete Behandlung bei einem Gef√§√üverschluss ist die so genannte Lysetherapie, bei der durch spezielle Medikamente das verschlie√üende Gerinnsel aufgel√∂st wird. Gute Ergebnisse k√∂nnen durch die Lysetherapie allerdings nur in den ersten Stunden erzielt werden, weiters muss eine Hirnblutung als Grund f√ľr den Schlaganfall unbedingt ausgeschlossen werden. Falls eine Lysetherapie nicht in Frage kommt, wird normalerweise Acetylsalicyls√§ure verabreicht, um einer Progression des Insults entgegenzuwirken.

Rehabilitation

Nach einem stattgefundenen Schlaganfall ist baldige und konsequente Rehabilitation sehr wichtig. Fr√ľhzeitige Bewegungstherapie zum Beispiel hilft Komplikationen eines Insults entgegenzuwirken. Dazu z√§hlen Lungenentz√ľndungen, die sich auf Grund von eingeatmeten Speiseresten entwickeln k√∂nnen, Thrombosen in den Beinen oder Hautsch√§digungen wegen der Bettl√§gerigkeit.

Durch verschiedenste Therapieverfahren soll bei der Rehabilitation versucht werden, viele körperliche Funktionen, die durch den Schlaganfall sehr eingeschränkt sein können, wieder zu verbessern und damit eine Wiedereingliederung in den Alltag und eventuell sogar ins Berufsleben zu ermöglichen.

Sprachstörungen sollen weitgehend beseitigt, Bewegungsabläufe, das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit sollen verbessert werden.

Wichtig ist auch, die Autonomie der Betroffenen zu st√§rken. Es kann notwendig sein, grundlegende Dinge des Alltags, wie Waschen oder das Wechseln der Kleidung, wieder zu erlernen. Leider k√∂nnen aber nicht bei allen Schlaganfallpatienten Erfolge durch Bewegungstherapie erzielt werden. In diesen F√§llen m√ľssen mit den Betroffenen neue Wege gefunden werden, um bestm√∂glich mit den k√∂rperlichen Defiziten umzugehen. Beim Essen k√∂nnen zum Beispiel gewisse K√∂rperhaltungen das Einatmen von Nahrung verhindern, um einer Lungenentz√ľndung vorzubeugen.

Die Rehabilitation eines Schlaganfalles ist sehr umfangreich und erfordert die Zusammenarbeit von einer Reihe an Berufsgruppen. So sind Physiotherapeuten, Logop√§den, Krankenpfleger und Schwestern, aber auch die Familie f√ľr eine m√∂glichst erfolgreiche Rehabilitation notwendig. Au√üerdem ist der Erfolg der Rehabilitation von einem m√∂glichst fr√ľhen Beginn und vom Ausma√ü des Schlaganfalles abh√§ngig.

Prognose

Der Krankheitsverlauf nach einem Schlaganfall ist sehr unterschiedlich, weshalb sich nur schlecht eine individuelle Prognose abgeben l√§sst. Manche Betroffenen k√∂nnen schon nach wenigen Wochen wieder ein vergleichsm√§√üig normales Leben f√ľhren, andere wiederum werden trotz intensiver Physiotherapie manche Alltagsaktivit√§ten nie wieder durchf√ľhren k√∂nnen. Die Familie und die Angeh√∂rigen k√∂nnen jedoch eine wesentliche Unterst√ľtzung f√ľr die Betroffenen sein und die Prognose positiv beeinflussen.

Entscheidend f√ľr die Prognose ist au√üerdem die Gr√∂√üe des betroffenen Hirnareals und die Lokalisation des Infarkts. Die Prognose kann durch eine effiziente und fr√ľhzeitig begonnene Rehabilitation wesentlich verbessert werden. In manchen F√§llen sind die betroffenen Hirnareale so klein, dass die Patienten kaum Einschr√§nkungen erfahren. In diesen F√§llen ist es aber sehr wichtig durch blutverd√ľnnende Medikamente (z.B.: Acetylsalicyls√§ure, ThromboAss) einem weiteren Schlaganfall vorzubeugen.

Die √úberlebensrate bei einem Schlaganfall liegt bei ungef√§hr 80 Prozent. Vollst√§ndige Rehabilitation der geistigen und k√∂rperlichen Defizite wird bei ungef√§hr einem Drittel aller √úberlebenden erreicht. Ein Drittel wiederum bleibt nach einem Insult chronisch beeintr√§chtigt, ein Drittel ist nicht mehr zur eigenst√§ndigen Lebensf√ľhrung im Stande und ist auf Pflege angewiesen. Die Wahrscheinlichkeit an einem Schlaganfall zu versterben, steigt mit der Zahl der stattgefundenen Schlafanf√§lle.

Vorbeugen

Bei der Vorbeugung eines Schlaganfalles muss zwischen Primärprävention und Sekundärprävention unterschieden werden. Unter Primärprävention werden Maßnahmen verstanden, die dem Auftreten eines Schlaganfalles vorbeugen. Als Sekundärprävention bezeichnet man das Vorbeugen eines erneuten Insults nach bereits stattgefundenem Schlaganfall.

Primärprävention eines Hirninfarktes

Am effektivsten kann man einem Hirninfarkt vorbeugen, indem man die Risikofaktoren weitgehend reduziert. Vor allem der Gefäßverkalkung (Atherosklerose) sollte entgegengewirkt werden, da dieser der größte Risikofaktor ist.

  • Ein erh√∂hter Blutdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor. Durch effiziente Einstellung des Blutdrucks kann das Risiko einen Insult zu erleiden um ungef√§hr 40 Prozent reduziert werden.
  • Rauchen erh√∂ht das Schlaganfallrisiko um das 2-3fache. Deshalb ist es ratsam, das Rauchen aufzugeben.
  • Auch durch richtige Ern√§hrung, die am besten sehr reich an Gem√ľse und Obst sein sollte, kann man das Risiko um ungef√§hr 30 Prozent senken.
  • Das Ausma√ü der Gef√§√üverkalkung (Atherosklerose) h√§ngt stark mit dem Cholesterinspiegel im Blut zusammen. Deswegen sollte man auf eine fettarme Ern√§hrung achten und gegebenenfalls den Cholesterinwert von einem Arzt kontrollieren lassen.
  • Diabetiker sollten regelm√§√üig ihren Blutzucker kontrollieren und gegebenenfalls die Therapie neu einstellen lassen.
  • Weiters k√∂nnen stark √ľbergewichtige Menschen durch Gewichtsreduktion das Schlaganfallrisiko reduzieren. Aber auch nicht von Adipositas betroffene Personen sollten auf regelm√§√üige Bewegung achten.

In ungef√§hr einem F√ľnftel aller F√§lle k√∂nnen Herzrhythmusst√∂rungen, besonders Vorhofflimmern, als Ursache f√ľr einen Schlaganfall eruiert werden. Durch unregelm√§√üige Kontraktionen der Herzmuskulatur beim Vorhofflimmern k√∂nnen Blutgerinnsel (Thromben) entstehen, die √ľber Arterien in die kleinen Gef√§√üe des Gehirns gelangen k√∂nnen und dort zu einem Verschluss dieser f√ľhren k√∂nnen. Vorhofflimmern kann in vielen F√§llen auch beschwerdefrei verlaufen, dennoch sollte unbedingt eine Blutverd√ľnnung durchgef√ľhrt werden, um einem Schlaganfall vorzubeugen.

Primärprävention einer Hirnblutung

Die wichtigste Ma√ünahme, um einer Hirnblutung vorzubeugen, ist eine gute Einstellung des Blutdrucks, weil ein erh√∂hter Blutdruck die h√§ufigste Ursache f√ľr Hirnblutungen ist. Leider kann man gegen angeborene Gef√§√üdeformationen, wie Aneurysmen (Gef√§√üerweiterungen), die rei√üen und zu Blutungen f√ľhren k√∂nnen, keine vorbeugenden Ma√ünahmen durchf√ľhren, weil diese meist spontan auftreten.

Sekundärprävention eines Hirninfarkts

Die Wahrscheinlichkeit erneut einen Schlaganfall zu erleiden steigt mit jedem stattgefundenen Insult, weshalb Schlaganfallpatienten unbedingt Medikamente zur Sekundärprävention erhalten sollten. Dazu zählen vor allem Acetylsalicylsäure (z.B. in ThromboAss) oder Clopidogrel (z.B in Plavix).

Weiters kann anhand des Alters, des Blutdrucks sowie anhand des Blutzuckers und des Vorhandenseins gewisser Gefäßerkrankungen ein individuelles Risikoschema bestimmt werden.

Schlaganfallpatienten mit Vorhofflimmern sollten auch als Sekund√§rprophylaxe unbedingt orale Blutverd√ľnner einnehmen.

Sekundärprävention einer Hirnblutung

Auch der Sekundärprävention einer Hirnblutung ist eine effektive Einstellung des Blutdrucks sehr wichtig. Wurde der Schlaganfall durch eine Fehlbildung eines Blutgefäßes verursacht, kann eventuell eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Tipps

Sport

Nach einem Schlaganfall auf regelm√§√üige, sportliche Bet√§tigung zu achten, kann den Betroffenen in vielerlei Hinsicht helfen. Einerseits k√∂nnen k√∂rperliche und neurologische Defizite durch konsequente Bewegung gebessert oder sogar zur G√§nze beseitigt werden, andererseits kann Sport aber auch eine wichtige Hilfe gegen die seelische Belastung nach einem Schlaganfall sein. Im Gegensatz zu √úbungen der Physiotherapie haben viele Menschen mehr Spa√ü daran, √§hnliche Bewegungen im Rahmen einer Sportart durchzuf√ľhren. Vielen Patienten f√§llt es leichter Sport, anstatt herk√∂mmlicher Physiotherapie zu machen, weil ihnen dabei nicht immer die Erkrankung ins Bewusstsein gerufen wird und die Bewegungen spielerischer ablaufen. Wichtig ist, dass man gen√ľgend Geduld mitbringt und nicht schon zu Beginn volle Leistung von seinem K√∂rper verlangt.

Wesentlich Vorteile von sportlicher Betätigung nach einem Insult sind:

  • Sport macht die Betroffenen wieder beweglicher, was auch den Alltag wesentlich erleichtert. Er f√∂rdert grob- und feinmotorische Bewegungsabl√§ufe, steigert die Kondition und Hirnleistung.
  • Andere Folge- oder Begleiterkrankungen k√∂nnten durch Sport vermieden werden.
  • Regelm√§√üige Bewegung f√∂rdert das psychische Wohlbefinden und kann gegen depressive oder √§ngstliche Stimmungslagen hilfreich sein.

Geeignete Sportarten 

Welche Sportart f√ľr einen Schlaganfallpatienten am besten geeignet ist, kann nicht pauschal gesagt werden, sondern sollte individuell festgelegt werden. Die Wahl ist vor allem von der k√∂rperlichen Einschr√§nkung des Betroffenen, von Interessen, von anderen Erkrankungen sowie vom Alter abh√§ngig. Es ist ratsam, mit dem behandelnden Arzt dar√ľber zu sprechen um eine geeignete Sportart zu finden. Eventuell gibt es auch eigens zur Rehabilitation geeignete Kurse oder Sportgruppen, die von speziell ausgebildeten Trainern geleitet werden.

Kosten

Seit l√§ngerer Zeit wird Sport als wichtige Erg√§nzung zu Physiotherapie und Rehabilitationsprogrammen gesehen. Vor allem bei Herzinfarktpatienten ist sportliche Bet√§tigung ein wichtiger Bestandteil der Sekund√§rpr√§vention, aber auch bei Schlaganfallpatienten werden immer mehr Sportm√∂glichkeiten geschaffen. Krankenkassen √ľbernehmen zumindest einen Teil der Kosten, wichtig ist allerdings, dass sportliche Bet√§tigung von einem Arzt verordnet wurde und durch die Kasse bewilligt wird. Au√üerdem sollte erw√§hnt sein, dass Sport zwar eine wichtige, unterst√ľtzende Ma√ünahme nach einem Schlaganfall ist, aber gerade bei schwereren k√∂rperlichen Defiziten eine Physiotherapie nicht ersetzen kann.

Mögliche Sportarten

 Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, sollten beim Sport auch einige Dinge achten:

  • Die Betroffenen sollten von Zeit zu Zeit ihren Blutdruck und Pulsschlag messen. Mit dem behandelnden Arzt sollte besprochen werden, welche Werte nicht √ľberschritten werden sollten und wann gegebenenfalls eine Pause eingelegt werden sollte.
  • Man sollte sich beim Sport nicht v√∂llig verausgaben.
  • Weiters ist es ratsam, keinen Sport unter starker Sonneneinwirkung oder bei gro√üer Hitze durchzuf√ľhren.

Sehr gut geeignete Sportarten sind:

  • Gymnastik: Diese Sportart kann von einem Gro√üteil der Patienten durchgef√ľhrt werden, wobei anfangs vor allem Bewegungen aus der Physiotherapie gemacht werden.
  • Wassergymnastik: Der Widerstand des Wassers erschwert die Bewegungen bei dieser Form der Gymnastik, was Wassergymnastik recht anspruchsvoll macht. Gerade f√ľr √§ltere Menschen mit Gelenksbeschwerden ist diese Sportart empfehlenswert, da sie schonend zu den Gelenken ist. Menschen mit Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems sollten Wassergymnastik allerdings wegen der hohen k√∂rperlichen Belastung meiden.
  • Schwimmen: Diese Sportart, ins Besondere R√ľckenschwimmen, eignet sich sehr gut f√ľr Schlaganfallpatienten. Das Schwimmtempo und die zur√ľckgelegte Strecke sollte nur langsam von Einheit zu Einheit gesteigert werden.
  • Walking: Auch hierbei handelt es sich um eine Sportart, die gut nach einem Schlaganfall durchgef√ľhrt werden kann. Wiederum gilt, dass Tempo und die Strecke nur allm√§hlich zu gesteigert werden.

Ungeeignete Sportarten

Sportarten, die dem K√∂rper sehr viel Kraft abverlangen, wie Krafttraining oder Kampfsportarten eignen sich nur sehr schlecht f√ľr Schlaganfallpatienten, weil es hier zu st√§rkeren Blutdruckschwankungen kommen kann.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden