- Äußere Anwendung:
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Durch Aufsprühen auf die Haut:
- Verödung von Gewebe (z.B. Warzenentfernung)
- Erzeugung von lokaler Kältebetäubung („Vereisung“)
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Durch Kohlensäurebäder, -gasbäder, -sprühbäder:
- bestimmte (arterielle) Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen
- trophisch bedingte Geschwüre der Haut (bestimmte Hautveränderungen)
- venöse Geschwüre (schlecht heilende Wunden vor allem an Unterschenkeln und Füßen)
- chronisch venöse Insuffizienz (Venenschwäche)
- Innere Anwendung:
- Durch Insufflation:
Stabilisierung von Körperhöhlen (Kapnoperitoneum, Kapnothorax) zur Durchführung endoskopischer Operationen (minimal invasive Chirurgie).
Durch Inhalation (Einatmen):- zur Anregung der Atmung im Gemisch mit Sauerstoff (nicht über 5 Vol.-% CO2 im Atemgasgemisch verwenden).
Diese Gebrauchsinformation enthält keine Angaben über die Anwendung von Kohlendioxid im Gemisch mit anderen medizinischen Gasen außer medizinischem Sauerstoff.
2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON KOHLENDIOXID MEDIZINISCH BEACHTEN?
KOHLENDIOXID MEDIZINISCH darf nicht angewendet werden:
Bei Wiederbelebung durch Herzmassage und Beatmung, bei flachem Atem mit Hyperkapnie (Kohlendioxidanreicherung im Blut) und respiratorischer Azidose (Störung des Säurehaushaltes im Blut) oder bei erhöhtem Schädelinnendruck darf KOHLENDIOXID MEDIZINISCH nicht innerlich angewendet werden.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Besondere Vorsicht bei der inneren Anwendung ist geboten bei:
- eingeschränkter Lungenfunktion
- Herzrhythmusstörungen
- Erkrankung der Herzkranzgefäße
- Herzschwäche
- Hypovolämie (verminderte zirkulierende Blutmenge)
KOHLENDIOXID MEDIZINISCH darf nur vom Arzt oder von geschultem Fachpersonal angewendet werden.
KOHLENDIOXID MEDIZINISCH wird in den Behältern in unter Druck verflüssigter Form geliefert. Bei einem plötzlichen raschen Öffnen des Ventils kann das austretende Gas erneut verflüssigen und bei Kontakt mit der Haut Kältenekrosen verursachen.
Bei der Anwendung von KOHLENDIOXID MEDIZINISCH in verflüssigter Form ist geeignete Schutzbekleidung (Schutzbrille, Schutzhandschuhe) zu tragen.
Kohlendioxid verdrängt die Atemluft. Bei der Anwendung ist für eine ausreichende Durchlüftung der Räume zu sorgen.
Bei Bädern, insbesondere Kohlensäuregasbädern, ist das Einatmen von Kohlensäure generell zu vermeiden. Bei unsachgemäßer Anwendung besteht Erstickungsgefahr bzw. es können Schwindel oder Übelkeit auftreten.
Bei jeder zur Stabilisierung vorgenommenen Insufflation von KOHLENDIOXID MEDIZINISCH in eine Körperhöhle ist nur die erforderliche Menge zu verabreichen, wobei Insufflationsmenge, Geschwindigkeit und Dauer von der Behandlung abhängig sind und individuell kontrolliert und festgelegt werden. Das Insufflationssystem ist mit CO2 zu fluten, um das Risiko einer Luftembolie (Gefäßverschluss durch eingedrungene Luft) zu verringern. Es wird empfohlen, eine Kohlendioxid-Insufflation im Bereich des Bauchraumes, der extra- und präperitonealen Räume (bestimmte Bereiche im Bauchraum) und des Brustkorbs vorzugsweise unter Allgemeinnarkose mit kontrollierter Beatmung vorzunehmen. Die Anwendungsdauer richtet sich im Normalfall nach dem Zeitbedarf des Eingriffes.
Bei hypovolämischen Patienten (mit verminderter zirkulierender Blutmenge) ist die Anlage eines Kapnoperitoneums (mit Luft oder Gas gefüllte Bauchhöhle) erst nach entsprechender Volumensubstitution (eine therapeutische Maßnahme, die auf den Ausgleich verloren gegangener Körperflüssigkeit zielt) und mit größter Vorsicht vorzunehmen, da mit einer Kreislaufdepression zu rechnen ist.
Über die Inhalation von CO2-/O2-Gemischen entscheidet in jedem Einzelfall der Arzt. Eine Begrenzung auf maximal 5 Vol.-% CO2 im Atemgasgemisch ist zu beachten.
Eine Inhalationstherapie sollte bei Patienten mit chronischem Asthma bronchiale sowie chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) unterbleiben.
Anwendung von KOHLENDIOXID MEDIZINISCH zusammen mit anderen Arzneimitteln:
Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.
Bei gleichzeitiger Anwendung atembremsender bzw. betäubender Medikamente (Opioide, Anästhetika, Barbiturate usw.) wird eine angemessene Steigerung des Atemminutenvolumens bei Inhalation von
Kohlendioxid verhindert. Außerdem wird eine möglicherweise bereits bestehende Störung der Säuregehalts oder Kohlendioxidanreicherung des Blutes bedrohlich verschlimmert.
Anwendung von KOHLENDIOXID MEDIZINISCH ZUSAMMEN mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
Keine Einschränkungen bekannt.
Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit:
Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Zu einem Einfluss von Kohlendioxid auf die Zeugungs- oder Gebärfähigkeit, auf die Entwicklung des Kindes im Mutterleib oder auf die Geburt liegen keine ausreichenden wissenschaftlichen Studien vor. Das mögliche Risiko für den Menschen ist daher nicht bekannt.
Kohlendioxid medizinisch darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Ein Einfluß auf die Stillzeit ist unwahrscheinlich.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen:
Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.
Eine Kohlendioxid-Inhalationsbehandlung beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.