Chlortalidon

Chlortalidon
ATC Code C03BA04
Summenformel C14H11ClN2O4S
Molare Masse (g·mol−1) 338,77
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 224–226
CAS-Nummer 77-36-1
PUB-Nummer 2732
Drugbank ID DB00310

Grundlagen

Chlorthalidon ist ein Wirkstoff, der zur Klasse der Thiaziddiuretika gehört. Diese werden verwendet, um ĂŒberschĂŒssiges Wasser aus dem Körper auszuschwemmen. Es wird entweder alleine oder in Kombination mit anderen Antihypertensiva eingesetzt. Zu den Hauptindikationen des Stoffes gehören:

  • Bluthochdruck
  • Ödeme
  • Herzinsuffizienz
  • UnterstĂŒtzden bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen bei Frauen

Der Wirkstoff wird oral in Form einer Tablette eingenommen. Chorlthalidon wurde erstmals im Jahr 1960 durch die Firma Geigy (heute: Novartis) auf den Markt gebracht und befindet sich auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO.

Pharmakologie

Pharmakodynamik und Wirkmechanismus

Chlorthalidon wirkt, indem es an den Na+/Cl- symporter-Kanal in den Nierentubuli bindet und somit die Reabsorption von Natrium und Chlorid blockiert und die Ionen werden ĂŒber den Urin ausgeschieden. Der osmotische Effekt fĂŒhrt dazu, dass Wasser ebenfalls vermehrt ausgeschwemmt wird. Diese erhöhte Ausscheidung von FlĂŒssigkeit fĂŒhrt zu einer Verringerung des Blutvolumens und damit zu einer Senkung des Blutdrucks.

Pharmakokinetik

Chlorthalidon wird nach peroraler Einnahme ĂŒber den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und rasch resorbiert. Es konzentriert sich verstĂ€rkt in den Erythrozyten und diffundiert aus diesen nur langsam zurĂŒck ins Serum, wodurch es ein relativ großes Verteilungsvolumen hat. UngefĂ€hr 75 Prozent des Arzneimittels sind an Plasmaproteine gebunden, wobei 58 Prozent des Arzneimittels an Albumin gebunden sind. UngefĂ€hr 50 Prozent der verabreichten Dosis werden unverĂ€ndert ĂŒber die Niere ausgeschieden. Die andere HĂ€lfte wird ĂŒber die Leber metabolisiert und ebenfalls ĂŒber die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit betrĂ€gt rund 40-50 Stunden.

Wechselwirkungen

Es gibt eine Reihe von Wechselwirkungen, die bei der Einnahme von Chlorthalidon berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen. Zum Beispiel kann es die Wirksamkeit von Insulin und anderer Antidiabetika verringern und die Ausscheidung von Lithium verlangsamen, was aufgrund der niedrigen therapeutischen Breite das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann. Eine Dosisanpassung sollte in diesem Fall durchgefĂŒhrt werden. 

Es sollte auch der synergistische Effekt des Wirkstoffs gemeinsam mit anderen Antihypertensiva beachtet werden. Eine gemeinsame Einnahme kann, sofern es ungewollt ist, zu einer zu starken Blutdrucksenkung und den damit einhergehenden Symptomen fĂŒhren.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen

Wie alle Medikamente kann Chlortalidon auch Nebenwirkungen verursachen, darunter:

  • MĂŒdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • MuskelschwĂ€che
  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • HypokaliĂ€mie
  • HyponatriĂ€mie
  • HypercalcĂ€mie
  • HyperuricĂ€mie
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhtes Risiko fĂŒr Gicht

In seltenen FĂ€llen kann es auch zu allergischen Reaktionen oder der Entwicklung einer Pankreatitis kommen.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Chlorthalidon ist kontraindiziert bei Patienten mit Nierenversagen, Dehydration, HypokaliĂ€mie und bei Schwangeren. Es sollte auch nicht von Patienten eingenommen werden, die ĂŒberempfindlich gegenĂŒber dem Wirkstoff oder anderen Thiaziddiuretika sind.

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

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Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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