Wirkstoff(e) Aminophyllin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Takeda GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 26.11.2005
ATC Code R03DA05
Pharmakologische Gruppe Andere Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen zur systemischen Anwendung

Zulassungsinhaber

Takeda GmbH

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Theophyllin-EDA-ratiopharm 0,24g Aminophyllin Ratiopharm GmbH
Theophyllin-EDA-ratiopharm 0,12g Aminophyllin Ratiopharm GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Aminophyllin 125 mg ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Asthma (Bronchospasmolytikum).

Aminophyllin 125 mg wird angewendet zur Behandlung und Verhütung von Atemnotzuständen aufgrund ei- ner Einengung der Atemwege (Bronchokonstriktion) bei Patienten mit Asthma bronchiale und chronisch einengenden (obstruktiven) Atemwegserkrankungen.

Aminophyllin 125 mg sollte nicht als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Asthma bei Kindern ange- wendet werden.

Hinweis:
Für die Dauertherapie bei Patienten mit anhaltendem (persistierendem) Asthma bronchiale oder mittel- bis schwergradiger chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung stehen Präparate mit verzögerter Wirk- stofffreisetzung zur Verfügung. In diesen Fällen wird eine Kombinationstherapie mit anderen, die Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Medikamenten empfohlen.

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Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Aminophyllin 125 mg darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Theophyllin, Ethylendiamin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sons- tigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • wenn Sie einen frischen Herzinfarkt haben,
  • wenn Sie an akuten Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzschlagfolge (tachykarde Arrythmien) leiden,
  • bei Kindern unter 6 Monaten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Aminophyllin 125 mg einnehmen,

wenn Sie Leber- oder Nierenfunktionsstörungen haben.

Wenn die Dosierung von Aminophyllin 125 mg keine ausreichende Wirkung zeigt und falls Nebenwirkungen auftreten, sollte die Serumkonzentration von Theophyllin von Ihrem Arzt überwacht werden.

Wenn bei Ihnen Fieber auftritt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er wird die Dosis von Aminophyllin 125 mg ge- gebenenfalls verringern.

Falls diese Angaben bei Ihnen zutreffen oder früher einmal zutrafen, befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt.

Kinder

Aminophyllin 125 mg darf bei Kindern unter 6 Monaten nicht angewendet werden.

Aminophyllin 125 mg sollte bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Es stehen andere Dar- reichungsformen zur Verfügung, die bei Kindern unter 6 Jahren besser geeignet sind.

Ältere Menschen

Die Anwendung von Aminophyllin 125 mg bei alten und/oder schwerkranken Patienten ist mit einer erhöh- ten Gefahr der Überdosierung verbunden und soll daher durch Blutspiegelkontrollen überwacht werden (siehe Abschnitt 3 „Wie ist Aminophyllin 125 mg einzunehmen?“).

Einnahme von Aminophyllin 125 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzuneh- men/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Verstärkte Wirkung von Aminophyllin 125 mg bei gleichzeitiger Behandlung mit bzw. Einnahme von:

  • anderen xanthinhaltigen Medikamenten,
  • ß-Sympathomimetika (Arzneimittel zur Stimulation des autonomen Nervensystems),
  • Coffein-haltigen Getränken wie z.B. Kaffee, Tee, Coca-Cola, Mate, Guarana, Energy-Drinks,
  • oralen Kontrazeptiva (“Pille”),
  • bestimmten Antibiotika (z. B. Makrolidantibiotika wie Erythromycin oder Troleandomycin; Clarithromy- cin, Josamycin, Spiramycin),
  • Chinolonen und Fluorochinolonen (Antibiotika des Typus Gyrasehemmer: besonders Ciprofloxacin, Enoxacin, Pefloxacin; s. Hinweis unten*),
  • Imipenem (Antibiotikum; besonders Nebenwirkungen wie Krämpfe sind zu erwarten),
  • Isonicotinsäurehydrazid (Antibiotikum),
  • Thiabendazol (Fungizid und Wurmmittel),
  • Calcium-Antagonisten (Herz-Kreislaufmedikamente wie z. B. Verapamil, Diltiazem),
  • Propranolol, Propafenon, Mexiletin, Ticlopidin (Herz-Kreislaufmedikamente),
  • Cimetidin, Ranitidin (Mittel zur Dämpfung der Magensaftproduktion),
  • Allopurinol, Febuxostat (Arzneistoffe zur Behandlung von Gicht),
  • Fluvoxamin, Viloxazin (unter anderem Antidepressiva),
  • -Interferon, Peginterferon (Immunsystem-stimulierende Mittel),
  • Rofecoxib (Antirheumatikum),
  • Pentoxifyllin (Medikament gegen Durchblutungsstörungen),
  • Disulfiram (Arzneistoff zur Entwöhnung bei Alkoholabhängigkeit),
  • Phenylpropanolamin (Appetitzügler),
  • Zafirlukast, Zileuton (Arzneistoffe zur Behandlung von Asthma),
  • Grippe- und Tuberkuloseimpfung (Influenza- und BCG-Impfung),
  • Indrocilamid (Mittel zur Behandlung schmerzhafter Muskelkontrakturen),
  • Aciclovir (Mittel zur Behandlung von bestimmten Infektionskrankheiten),
  • Etintidin.

Hierbei kann eine Dosisverminderung von Theophyllin angezeigt sein.

*Bei paralleler Behandlung mit Ciprofloxacin ist die Theophyllin-Dosis auf maximal 60 %, bei Anwendung von Enoxacin auf maximal 30 % und bei Anwendung von Grepafloxacin oder Clinafloxacin auf 50 % der empfohlenen Dosis zu reduzieren.

Auch andere Chinolone (z. B. Pefloxacin, Pipemidsäure) können die Wirkung von Theophyllin-Arzneimitteln verstärken. Eine regelmäßige Kontrolle der Konzentration von Theophyllin in Ihrem Blut durch den Arzt ist in diesen Fällen erforderlich.

Verminderte Wirksamkeit von Aminophyllin 125 mg mit evtl. erforderlicher Anhebung der Theophyllin-Dosis bei gleichzeitiger Einnahme von:

  • Barbituraten wie z. B. Phenobarbital, Pentobarbital und Primidon,
  • Carbamazepin (Mittel gegen z. B. Epilepsie),
  • Phenytoin und Phosphenytoin,
  • Rifampicin und Rifapentin (antibakterielle Antibiotika),
  • Sulfinpyrazon (entzündungshemmendes und blutverdünnendes Arzneimittel),
  • Ritonavir (Medikament unter anderem zur Behandlung von HIV-Infektionen),
  • Aminoglutethimid,
  • bei Hypericin-haltigen Medikamenten (Johanniskraut),
  • bei Rauchern.

Abschwächung der Wirkung durch Aminophyllin 125 mg bei gleichzeitiger Einnahme von:

  • Lithiumcarbonat,
  • -Rezeptorenblockern,
  • Adenosin,
  • Benzodiazepinen.

Theophyllin verstärkt die harntreibende Wirkung von Diuretika wie z. B. Furosemid (Mittel zur Ausschwem- mung von Wasser aus dem menschlichen Körper).

Die Anwendung von Halothan kann bei Patienten, die Aminophyllin 125 mg erhalten, zu schweren Herz- rhythmusstörungen führen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Einnahme von Aminophyllin 125 mg zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Kaffee wirkt verstärkend auf die Wirkung von Theophyllin. Rauchen steigert den Theophyllinabbau und schwächt somit die Wirkung ab.

Die Einnahme zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen zusätzlich beeinträchtigen (siehe „Ver- kehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen“).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apo- theker um Rat.

Schwangerschaft

Zu einer Anwendung von Theophyllin während der ersten 3 Schwangerschaftsmonate liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen vor, daher sollte eine Einnahme von Theophyllin während die- ser Zeit vermieden werden.

Während des 2. und 3. Schwangerschaftsdrittels sollte Theophyllin nur nach strenger Nutzen-Risiko- Abwägung durch den behandelnden Arzt angewendet werden, da es in den Blutkreislauf des Ungeborenen übergeht und dort Arzneimittelwirkungen zeigen kann.

Wird eine Patientin am Ende der Schwangerschaft mit Theophyllin behandelt, kann es zur Wehenhem- mung kommen.

Neugeborene, deren Mütter vor der Geburt mit Theophyllin behandelt wurden, müssen sorgfältig auf mögli- che Theophyllinwirkungen (Anstieg der Herzfrequenz, Erbrechen, Erregbarkeit) überwacht werden.

Stillzeit

Theophyllin geht in die Muttermilch über. Im Blut des gestillten Kindes können wirksame Konzentrationen erreicht werden. Aus diesem Grund ist die therapeutische Theophyllin-Dosis bei einer stillenden Frau so niedrig wie möglich zu halten. Das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe des Arzneimittels erfol- gen. Das gestillte Kind muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von Theophyllinwirkungen (Anstieg der

Herzfrequenz, Erbrechen, Erregbarkeit) hin überwacht werden. Sollten höhere therapeutische Dosen not- wendig sein, muss abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Aminophyllin 125 mg kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit ver- ändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen sowie zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das Re- aktionsvermögen beeinträchtigen können.

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird Aminophyllin 125 mg individuell nach Wirkung dosieren (s. nachfolgende Tabelle).

Dabei ist zu berücksichtigen:

  • Zur Ermittlung der Dosis ist als Körpergewicht das Normalgewicht einzusetzen, da Theophyllin nicht vom Fettgewebe aufgenommen wird. Dies ist insbesondere von Bedeutung, wenn Sie stark überge- wichtig sind.
  • Die Dosierung sollte möglichst nach Bestimmung der Theophyllinkonzentration im Blut ermittelt wer- den, besonders bei zu starker oder zu schwacher Wirkung.
  • Wenn Sie bereits andere Theophyllin- oder theophyllinhaltige Präparate einnehmen oder eingenom- men haben, kann eine Dosisanpassung erforderlich sein. Sprechen Sie bitte in diesen Fällen bitte mit Ihrem Arzt.
  • Aminophyllin 125 mg darf bei Kindern unter 6 Monaten nicht angewendet werden (siehe auch Ab- schnitt 2.).
  • Aminophyllin 125 mg sollte bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Es stehen andere Darreichungsformen zur Verfügung, die bei Kindern unter 6 Jahren besser geeignet sind.

Wenn Sie Raucher sind, benötigen Sie im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine höhere körper- gewichtsbezogene Theophyllin-Dosis infolge eines vermehrten Abbaus.

Bei Rauchern, die das Rauchen einstellen, sollte wegen des Anstiegs des Theophyllin-Blutspiegels vorsich- tig dosiert werden.

Im Gegensatz hierzu ist bei älteren Patienten (ab dem 60. Lebensjahr) die Theophyllin-Ausscheidung ver- langsamt.

Bei Patienten mit Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz), schwerem Sauerstoffmangel, eingeschränkter

Leberfunktion, Lungenentzündung, Virusinfektion (insbesondere Influenza), im höheren Lebensalter sowie bei der Behandlung mit bestimmten anderen Medikamenten (siehe Abschnitt 2 „Einnahme von Aminophyl- lin 125 mg mit anderen Arzneimitteln“) ist die Theophyllin-Ausscheidung sehr häufig verlangsamt.

Bei höhergradigen Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Anhäufung (Kumulation) von Theophyllin- Stoffwechselprodukten kommen. Solche Patienten benötigen daher geringere Dosen und Steigerungen müssen mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Weiterhin ist über eine reduzierte Theophyllin-Ausscheidung nach Tuberkulose- und Grippe-Impfung be- richtet worden, so dass bei gleichzeitiger Behandlung ebenfalls eine Dosisminderung erforderlich sein könnte.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Empfohlenes Dosierungsschema:

Je nach Lebensalter sind folgende Erhaltungsdosen zu empfehlen:

Alter in JahrenKörper- gewicht in kg*tägliche Dosis Aminophyllin in mg je kg Körpergewicht*Anzahl der Tabletten
Kinder 6 8 8 1220 25 25 4030 ( 24 mg Theophyllin) 25 (2 20 mg Theophyllin)3-mal täglich 1 - 2 Tabletten 3- bis 4-mal täglich 1 - 2 Tabletten
Jugend- liche 12 1640 6022 ( 18 mg Theophyllin)3- bis 4-mal täglich 1 - 2 Tabletten
Erwachse- ne50 7014 - 16 ( 11 - 13 mg Theo- phyllin)3- bis 4-mal täglich 1 - 2 Tabletten

Zu Überdosierungserscheinungen und ihrer Behandlung lesen Sie bitte auch den Abschnitt „Wenn Sie eine größere Menge von Aminophyllin 125 mg eingenommen haben, als Sie sollten“. In jedem Fall sollten Sie

vor Einnahme der nächsten Dosis zeitnah einen Arzt konsultieren.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Die Behandlung sollte möglichst am Abend kurz vor dem Schlafengehen beginnen und langsam über 2 - 3 Tage gesteigert werden.

Nehmen Sie bitte die Tabletten nach den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein.

Sowohl eine Erhöhung als auch eine Verminderung der Dosis soll stets nur auf Anraten des Arztes erfol- gen.

Dauer der Anwendung

Nehmen Sie bitte Aminophyllin 125 mg stets nur in Absprache und auf Anraten des Arztes ein.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und wird von Ihrem behandelnden Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Aminophyllin 125 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Aminophyllin 125 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Bei einer Überdosierung mit Aminophyllin 125 mg können, abhängig von der Theophyllinkonzentration im Blut und der individuellen Empfindlichkeit, folgende Symptome auftreten:

Bei starker Überdosierung können zentralnervöse und kardiale Reaktionen bis hin zu Krampfanfällen bzw. schweren Herzrhythmusstörungen sowie Herz-Kreislauf-Versagen auftreten. Solche Reaktionen können auch ohne die Vorboten leichterer Nebenwirkungen auftreten.

Bei leichteren Überdosierungserscheinungen sollten Sie in jedem Fall vor Einnahme der nächsten Dosis zeitnah Ihren Arzt zur Überprüfung der Behandlung aufsuchen.

Bei Verdacht auf eine starke Überdosierung mit Aminophyllin 125 mg benachrichtigen Sie sofort einen Arzt.

Die folgenden Passagen enthalten Hinweise an den behandelnden Arzt

Bei leichten Überdosierungserscheinungen:

Aminophyllin 125 mg sollte abgesetzt und der Theophyllin-Serumspiegel bestimmt werden. Bei Wieder- aufnahme der Behandlung sollte die Dosis entsprechend vermindert werden.

Bei zentralnervösen Reaktionen (z. B. Unruhe und Krämpfen):
Diazepam i.v., 0,1-0,3 mg/kg KG, bis zu 15 mg.

Bei vitaler Bedrohung:

  • Überwachung lebenswichtiger Funktionen,
  • Freihalten der Atemwege (Intubation),
  • Zufuhr von Sauerstoff,
  • bei Bedarf intravenöse Volumensubstitution mit Plasmaexpandern,
  • Kontrolle und evtl. Korrektur des Wasser- und Elektrolythaushalts,
  • Hämoperfusion (s. u.).

Bei bedrohlichen Herzrhythmusstörungen:

I.v. Gabe von Propranolol bei Nicht-Asthmatikern (1 mg bei Erwachsenen, 0,02 mg/kg KG bei Kindern), diese Dosis kann alle 5 - 10 Minuten bis zur Rhythmus-Normalisierung oder bis zur Höchstdosis von 0,1 mg/kg wiederholt werden.

Vorsicht:

Propranolol kann bei Asthmatikern schwere Bronchospasmen auslösen. Bei Asthma-Patienten Gabe von Verapamil.

Bei besonders schweren Vergiftungen kann eine Entgiftung durch Hämoperfusion/Hämodialyse (Blut- wäsche) erreicht werden.

Die weiteren Möglichkeiten zur Behandlung einer Vergiftung mit Aminophyllin 125 mg richten sich nach dem Ausmaß und Verlauf sowie den Krankheitszeichen.

Wenn Sie die Einnahme von Aminophyllin 125 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt und führen Sie die Einnahme, wie in der Dosierungsanleitung beschrie- ben, fort.

Wenn Sie die Einnahme von Aminophyllin 125 mg abbrechen

Bei einer Unterbrechung oder plötzlichen Beendigung der Einnahme (Absetzen) informieren Sie unverzüg- lich Ihren Arzt, da die Gefahr einer unzureichenden Behandlung besteht.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auf- treten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen

TheophyllinSehr häufig (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10)

  • Veränderungen der Blutsalze (Serumelektrolyte), insbesondere verminderter Kalium-Gehalt des Blutes (Hypokaliämie), Anstieg von Calcium, Harnsäure (Hyperurikämie) sowie des Blutzuckers (Hyperglykä- mie),
  • Kopfschmerzen, Erregungszustände, Gliederzittern, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwindel,
  • beschleunigter bzw. unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen), Blutdruckabfall,
  • Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,
  • Verstärkte Harnausscheidung (Diurese), Anstieg von Kreatinin

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000)

Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Theophyllin.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

  • Krampfanfälle,
  • Anregung der Magensäureproduktion.

Bei bestehender Überempfindlichkeit gegen Ethylendiamin sind allergische Hautreaktionen, generalisierter Juckreiz, Hautausschlag, Atemnotanfälle sowie generalisierte Reaktionen mit hohem Fieber und Abfall der Thrombozytenzahl möglich.

Infolge einer verringerten Spannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels (Tonusminderung im unte- ren Ösophagussphinkter) kann ein bestehender Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroöso- phagealer Reflux) in der Nacht verstärkt werden.

Die oben aufgeführten Nebenwirkungen können abhängig von der Theophyllinkonzentration im Blut ver- stärkt auftreten. Besonders bei hohen Konzentrationen im Blut treten Krampfanfälle, plötzlicher Blutdruck- abfall, Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Arrhythmien), Herz-Kreislaufversagen, Zerfall der Skelettmus- kulatur (Rhabdomyolyse) und schwere Magen-Darmerscheinungen (u. a. gastrointestinale Blutungen) auf.

Besondere Hinweise

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Aminophyllin 125 mg nicht nochmals ein- genommen werden. Informieren Sie Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und gegebenenfalls erfor- derliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicher- heit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach ‚Verwendbar bis‘ an- gegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des an- gegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

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Weitere Informationen

Was Aminophyllin 125 mg enthält

  • Der Wirkstoff ist: Aminophyllin
    1 Tablette enthält 125 mg Aminophyllin x H2O (≙ 101 mg Theophyllin).
  • Die sonstigen Bestandteile sind:
    Kartoffelstärke; Talkum; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)(Ph. Eur.)

Hinweis für Diabetiker:

1 Tablette enthält 111,2 mg Kartoffelstärke und 5,59 mg Carboxymethylstärke-Natrium (≙ 0,01 BE).

Wie Aminophyllin 125 mg aussieht und Inhalt der Packung

Aminophyllin 125 mg sind weiße, runde Tabletten. Das Präparat ist in Packungen mit 100 Tabletten erhält- lich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Takeda GmbHByk-Gulden-Straße 2

78467 Konstanz Telefon: 0800 825332 5 Telefax: 0800 825332 9

E-Mail: medinfo@takeda.de

Hersteller

Takeda GmbHBetriebstätte Oranienburg

Lehnitzstraße 70 – 98

16515 Oranienburg

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2015.

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Zuletzt aktualisiert: 22.08.2022

Quelle: Aminophyllin 125mg - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Aminophyllin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Takeda GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 26.11.2005
ATC Code R03DA05
Pharmakologische Gruppe Andere Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen zur systemischen Anwendung

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden