Autor: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH


Langinformationen

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Nipolept 50 mg ist ein Neuroleptikum, d. h. ein Arzneimittel gegen bestimmte seelische Erkrankungen.
Nipolept 50 mg wird angewendet bei Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Nipolept 50 mg darf nicht eingenommen werden,
wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Zotepin, verwandte Wirkstoffe (z. B. Neuroleptika aus der Substanzgruppe der Phenothiazine und Thioxanthene) oder einen der sonstigen Bestandteile von Nipolept 50 mg sind,
bei akuter Vergiftung mit Alkohol, Schmerzmitteln vom Opiattyp, Schlafmitteln oder Psychopharmaka (Arzneimittel zur Behandlung seelischer Erkrankungen),
bei verminderter Leistung des blutbildenden Systems,
während der Schwangerschaft und Stillzeit,
bei Kindern.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Nipolept 50 mg ist erforderlich bei
schwerer Leberschädigung,
Nierenschädigung,
prolaktinabhängigen Geschwülsten (z. B. Geschwülsten der Brust),
Frauen mit Zyklusstörungen und erhöhtem Prolaktinblutspiegel (Hyperprolaktinämie),
Geschwülsten in der Nebenniere (Phäochromozytom),
stark erniedrigtem oder stark erhöhtem Blutdruck,
Kreislaufregulationsstörungen,
Erkrankungen des Gehirns sowie Anfallsleiden,
Stammhirnerkrankungen (z. B. Parkinson'sche Erkrankung),
chronischen Atembeschwerden und Asthma,
grünem Star (Engwinkelglaukom),
Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung,
Verengungen im Magen-Darm-Kanal (z. B. des Magenausgangs (Pylorusstenose)),
Kaliummangel (Hypokaliämie),
verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie),
bestimmten Herzerkrankungen (z. B. angeborenes QT-Syndrom, andere klinisch bedeutsame Herzschäden, insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen, Herzrhythmusstörungen),
gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls Veränderungen im EKG (QT-Intervall-Verlängerung) bewirken oder eine Verminderung des Kaliumgehaltes im Blut (Hypokaliämie) hervorrufen können (siehe Abschnitt ?Bei Einnahme von Nipolept 50 mg mit anderen Arzneimitteln?).
Vor der Behandlung mit Nipolept 50 mg wird Ihr Arzt das Blutbild (einschließlich des Differenzialblutbildes) kontrollieren. Bei Abweichungen von der Norm darf keine Behandlung mit Nipolept 50 mg erfolgen.
Bei Patienten mit leichter bis mäßiggradiger Leberfunktionsstörung, nachgewiesenen organischen Hirnschäden, Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte oder Schädigung des blutbildenden Systems darf Nipolept 50 mg nur unter der besonderen Aufsicht des behandelnden Arztes und nur dann angewandt werden, wenn entsprechende Kontrollen während der Behandlung (leberspezifische Enzymdiagnostik, EEG/EKG-Ableitungen (Überprüfung der Hirn- bzw. Herzströme) bzw. Blutbildkontrollen) gewährleistet sind. Gegebenenfalls ist als Konsequenz die Dosis zu reduzieren. Ein bestehender Kaliummangel (Hypokaliämie) ist vor Behandlungsbeginn auszugleichen.
Bei Überschreitung einer täglichen Dosis von 300 mg Zotepin sowie bei Kombinationsbehandlung mit verschiedenen Neuroleptika werden regelmäßige EEG-Kontrollen (Überprüfung der Hirnströme) empfohlen.
Da Nipolept 50 mg den Blutzuckerspiegel erhöhen kann und körpergewichtssteigernd wirkt, ist das Risiko des Auftretens bzw. einer Verschlimmerung eines bereits vorhandenen Typ-2-Diabetes mellitus gegeben. Wenn Sie zu den Patienten mit Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren für das Entstehen eines Diabetes mellitus gehören, wird Ihr Arzt regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel und Ihr Körpergewicht kontrollieren (siehe auch Abschnitte ?Bei Einnahme von Nipolept 50 mg mit anderen Arzneimitteln? und ?Welche Nebenwirkungen sind möglich??).
Brechreiz als wichtiges Krankheitszeichen, z. B. infolge von Arzneimittelvergiftungen, Lähmung der Darmtätigkeit (paralytischer Ileus) oder Gehirntumoren, kann durch Nipolept 50 mg überdeckt werden.
Seien sie besonders vorsichtig,
- wenn Sie ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko oder eine vorübergehende Verringerung der Blutversorgung des Gehirns haben.
- wenn Sie ober ein Verwandter schon einmal venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn derartige Arzneimittel werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht. Siehe auch Abschnitt 4. ?Welche Nebenwirkungen sind möglich??
Kinder
Kinder sind wegen mangelnder Erfahrungen von der Behandlung mit Nipolept 50 mg auszuschließen.
Ältere Menschen
Bei älteren Patienten sind insbesondere Begleiterkrankungen (siehe oben) und zusätzlich verabreichte Medikamente (siehe Abschnitt ?Bei Einnahme von Nipolept 50 mg mit anderen Arzneimitteln?) zu berücksichtigen und nur mäßige Dosen einzusetzen.
Bei älteren Patienten mit Demenz ist bei der Anwendung von Nipolept 50 mg besondere Vorsicht geboten, da in dieser Patientengruppe ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei der Anwendung von antipsychotisch wirksamen Arzneimitteln beobachtet wurde,
Schwangerschaft und Stillzeit
Nipolept 50 mg darf während der Schwangerschaft wegen mangelnder therapeutischer Erfahrungen nicht angewendet werden.
Nipolept 50 mg darf während der Stillzeit nicht angewendet werden. Bei erforderlicher Behandlung während der Stillzeit ist abzustillen, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße beim Zusammenwirken mit Alkohol.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Nipolept 50 mg
Dieses Arzneimittel enthält Lactose und Sucrose. Bitte nehmen Sie Nipolept 50 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie wird es angewendet?

WIE IST NIPOLEPT 50 MG EINZUNEHMEN?
Nehmen Sie Nipolept 50 mg immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Art der Anwendung
Nipolept 50 mg, überzogene Tabletten, sind vor den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einzunehmen.
Dosierung
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, gelten die folgenden Dosierungsrichtlinien:
Die Dosierung richtet sich nach der Schwere des Krankheitsbildes und dem im Einzelfall zu ermittelnden Ansprechen des Patienten.
Soweit nicht anders verordnet, beträgt die Tagesdosis 75–150 mg Zotepin (entsprechend 3 überzogenen Tabletten Nipolept 50 mg bei einer Dosis von 150 mg Zotepin) auf mehrere Einzeldosen verteilt.
Bei stationärer Behandlung kann die Dosis erhöht werden, darf jedoch die Gesamttagesdosis von 450 mg Zotepin (entsprechend 9 überzogenen Tabletten Nipolept 50 mg) nicht überschreiten.
Bei Tagesdosen von 300 mg Zotepin (entsprechend 6 überzogenen Tabletten Nipolept 50 mg) und mehr sollen Dosierungsabstände von mindestens 4 Stunden eingehalten werden.
Bei älteren Patienten und solchen mit Nieren- und Leberfunktionsstörungen ist die Dosis zu reduzieren.
Dauer der Anwendung
Die Anwendungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsbild und der Verlaufsform der Krankheit.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Nipolept 50 mg zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge von Nipolept 50 mg eingenommen haben, als Sie sollten
Bei der Einnahme von Nipolept 50 mg in einer höheren als in dieser Gebrauchsinformation angegebenen Höchstdosis kann es zu Körperfunktionsstörungen kommen. Je höher die Dosis, desto größer ist die Gefährdung für den Patienten. Deshalb sollte möglichst frühzeitig auf eine erhöhte Einnahme von Nipolept 50 mg reagiert werden.
Diese Körperfunktionsstörungen zeigen sich in extrapyramidalmotorischen Effekten (Bewegungsstörungen), Blutdruckabfall, Steigerung der Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen, Erregungszuständen, Herz-Kreislauf-Versagen, erniedrigter oder erhöhter Körpertemperatur, Krampfanfällen, zentraler Atemdepression, Bewusstseinsstörungen, tiefer Bewusstlosigkeit (Koma).
Falls Sie versehentlich mehr als die verordnete Dosis eingenommen haben, benachrichtigen Sie bitte einen Arzt. In Abhängigkeit von der eingenommenen Dosis bzw. den auftretenden Beschwerden entscheidet der Arzt über das weitere Vorgehen.
Bitte beachten Sie, dass auch bei geringer Überdosierung in jedem Fall das Reaktionsvermögen stärker als unter Normaldosierung beeinträchtigt ist.
Wenn Sie die Einnahme von Nipolept 50 mg vergessen haben
Zum nächsten Einnahmetermin ist Nipolept 50 mg in der vorgesehenen Dosis einzunehmen. Eine Erhöhung der Dosis, z. B. Einnahme der doppelten Menge, nach einer vergessenen Einzeldosis ist nicht vorzunehmen.
Wenn Sie die Einnahme von Nipolept 50 mg abbrechen
In diesem Fall kann es erneut zum Auftreten von Symptomen des schizophrenen Formenkreises (Halluzinationen, Ich-Störungen usw.) kommen. Deshalb sollte die Therapie mit Nipolept 50 mg nicht vorzeitig beendet werden, auch wenn die akuten Symptome abgeklungen sind.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Nipolept 50 mg mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Mit einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung ist zu rechnen bei gleichzeitiger Einnahme von Nipolept 50 mg und zentraldämpfenden Arzneimitteln (z. B. Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln) sowie Alkohol. Insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme weiterer Neuroleptika kann die Krampfschwelle erniedrigt werden, so dass Krampfanfälle ausgelöst werden können.
Die hemmende Wirkung auf das Atemzentrum von Substanzen wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie Opiaten (Schmerzmitteln) kann durch Nipolept 50 mg gefördert werden.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Mitteln gegen Bluthochdruck (Antihypertonika) ist zu beachten, dass deren blutdrucksenkende Wirkung verstärkt werden kann.
Nipolept 50 mg kann andererseits die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln wie Guanethidin, Clonidin oder Alphamethyldopa abschwächen.
Anticholinergika, also Medikamente, die einen Teil des vegetativen Nervensystems (Parasympathikus) hemmen, werden durch Nipolept 50 mg meist in ihrer Wirkung verstärkt.
Dopaminagonisten (z. B. Bromocriptin, Amantadin, Levodopa) können eine Wirkungsabschwächung erfahren.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Nipolept 50 mg und Dopaminantagonisten (z. B. Metoclopramid, Bromoprid, Alizaprid) können die extrapyramidalen Nebenwirkungen (Bewegungsstörungen) verstärkt werden.
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Enzyminduktoren, z. B. Barbiturate, Carbamazepin (Mittel, die den Abbau anderer Mittel in der Leber beschleunigen), können auch den Abbau von Zotepin im Körper möglicherweise beschleunigen.
Die Kombination mit Propranolol oder trizyklischen Antidepressiva (bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen) kann zu gegenseitigen Konzentrationserhöhungen im Blut führen.
Bei der Kombination mit Lithium ist wegen möglicher gegenseitiger Konzentrationserhöhungen im Blut mit der Gefahr nervenschädigender Symptome (z. B. Bewusstseinsstörungen, Körpertemperaturerhöhung) zu rechnen.
Die gleichzeitige Gabe von Adrenalin kann zu einem Blutdruckabfall führen.
Bei Kombination mit Phenytoin kann der Phenytoinspiegel im Blut ansteigen.
Die Wirkung von Arzneimitteln, die die Blutgerinnung hemmen (Antikoagulanzien), kann durch gleichzeitige Gabe von Zotepin verstärkt werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln,
die ebenfalls das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern, z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika Klasse IA oder III), Makrolid-Antibiotika, Malariamittel, Mittel gegen Allergien bzw. Magen-Darm-Geschwüre (Antihistaminika) oder Mittel gegen Depressionen,
die zu einem Kaliummangel führen (z. B. bestimmte harntreibende Mittel),
die den Abbau von Zotepin in der Leber hemmen können,
ist zu vermeiden.
Bei gleichzeitiger Gabe von Nipolept 50 mg zusammen mit anderen Medikamenten, die zur Entstehung eines Diabetes mellitus beitragen können (z. B. Glukokortikoide, Lithium, Valproinsäure, Betarezeptorenblocker), ist das Risiko eines Anstiegs des Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie) bzw. Diabetes mellitus erhöht.
Bei Einnahme von Nipolept 50 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Die Einnahme von Nipolept 50 mg sollte nicht mit schwarzem Tee oder koffeinhaltigem Kaffee erfolgen, da es dadurch zu einer Behinderung der Aufnahme im Magen-Darm-Bereich kommen kann und somit die Wirkung von Nipolept 50 mg abgeschwächt werden kann. Auf den Genuss von Alkohol ist gänzlich zu verzichten (siehe unter Abschnitt ?Bei Einnahme von Nipolept 50 mg mit anderen Arzneimitteln?).
WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann Nipolept 50 mg Nebenwirkungen haben, die jedoch nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.
Nebenwirkungen treten in Abhängigkeit von der Dosis und der unterschiedlichen Empfindlichkeit einzelner Patienten auf. Sie sind in der Regel vorübergehender Natur.
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen werden mit ?Nicht bekannt? angegeben, da sie auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar sind.
Zentrales Nervensystem
Extrapyramidale Symptome wie Störungen von Bewegungsabläufen (Frühdyskinesien, z. B. Schiefhals, Verkrampfungen im Mund/Schlundbereich), Krankheitszeichen wie bei der Parkinson-Erkrankung (Parkinsonismus) mit Bewegungsarmut (Hypokinese), Zittern (Tremor) und gesteigerter Grundspannung der Muskulatur (Rigor) sowie Sitzunruhe (Akathisie) können auftreten.
In solchen Fällen ist stets der Arzt zu befragen. Meist lassen sich extrapyramidale Symptome durch Verabreichung von Anti-Parkinson-Mitteln oder Dosisreduzierung beherrschen. Beim Auftreten von Sitzunruhe (Akathisie) ist die Dosis von Zotepin zu reduzieren bzw. auf ein anderes Neuroleptikum umzustellen.
Unwillkürliche Störungen des Bewegungsablaufes (Spätdyskinesien) und unwillkürliche Muskelverspannungen (Dystonien) können nicht völlig ausgeschlossen werden.
Dem Zotepin chemisch ähnliche Verbindungen (Phenothiazine) können zu unwillkürlichen Zungen- und Mundbewegungen führen, die nach dem Absetzen des jeweiligen Medikaments fortbestehen können (Spätdyskinesien). Auch wenn dies bei alleiniger Gabe von Zotepin bisher nicht bekannt geworden ist, ist dessen Auftreten bei Nipolept 50 mg aufgrund der strukturellen Verwandtschaft der Arzneimittel nicht völlig auszuschließen.
Es kann, besonders zu Behandlungsbeginn, Müdigkeit auftreten. Schwindel, Kopfschmerzen sowie Veränderungen im EEG wurden beobachtet.
Bei entsprechend veranlagten Patienten können, insbesondere in höheren Dosen, Krampfanfälle durch Nipolept 50 mg ausgelöst werden.
Es wurde über die Entwicklung des Krankheitsbildes eines "malignen neuroleptischen Syndroms" mit Fieber, extrem gesteigerter Grundspannung der Muskulatur (Rigor), Bewegungsstarre (Akinese), Störung zahlreicher anderer Körperfunktionen infolge Entgleisung des vegetativen Nervensystems und Bewusstseinstrübung bis zum Koma berichtet. Bei Auftreten derartiger Erscheinungsbilder ist die Einnahme von Nipolept 50 mg zu unterlassen und sofort der Arzt zu informieren.
Vegetatives Nervensystem
Ferner können das Gefühl einer ?verstopften Nase?, Beschwerden beim Harnlassen (z. B. Harnverhalten), Verstopfung, Störungen der Anpassungsfähigkeit des Auges an veränderte Entfernungen (Akkommodationstörungen wie verschwommenes Sehen, erweiterte Pupillen), Mundtrockenheit, Sekretionsstörungen der Schweißdrüsen, beschleunigter Puls (Tachykardie), eine Erhöhung des Augeninnendrucks (Engwinkelglaukom) und eine Lähmung der Darmtätigkeit (paralytischer Ileus) auftreten.
Hitzewallungen wurden beobachtet.
Psyche
Es wurde über das Auftreten depressiver Verstimmungen berichtet. Schlaflosigkeit, Unruhe, Angstzustände, Veränderungen der Sinneswahrnehmung (delirante Zustände, bes. in Kombination mit anticholinerg wirksamen Substanzen) können vorkommen.
Herz-Kreislauf-System
Es wurden Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Kreislauflabilität (Orthostase-Syndrom) beobachtet.
Nipolept 50 mg kann Veränderungen im EKG (QT-Intervall-Verlängerung) bewirken sowie die Erregungsleitung stören. In diesen Fällen ist die Behandlung mit Nipolept 50 mg abzubrechen.
Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein.
Atmungsorgane
Atemnot wurde beobachtet.
Beeinträchtigungen der Atmung (Larynxödem, Asthma) wurden für andere Neuroleptika berichtet, unter Nipolept aber noch nicht beobachtet.
Magen-Darm-Trakt, Galle
Störungen im Magen-Darm-Trakt (z. B. Übelkeit und Erbrechen) und in Einzelfällen Gallestauungen (intrahepatische Cholestase) können auftreten.
Haut
Toxische oder allergische Hautreaktionen können auftreten, wie z. B. Hautausschläge (Exantheme) mit Juckreiz, Hauttrockenheit, Ansammlung wässriger Flüssigkeiten (Ödeme) und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photosensibilisierung).
Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen, Lupus-erythematodes-like-syndrome) wurden für andere Neuroleptika berichtet, unter Nipolept aber noch nicht beobachtet.
Hormonsystem, Stoffwechsel
Nipolept 50 mg kann auf den Hormonhaushalt einwirken und hormonelle (endokrine) Störungen hervorrufen. Dies kann sich in Form von Brustschmerzen, Spannungsgefühl in der Brust, Vergrößerung der Brustdrüse, Milchfluss, Regelanomalien, Ejakulations- und anderen sexuellen Störungen äußern. Über eine gestörte Ausschüttung des Hormons Prolaktin kann es bei der Frau darüber hinaus zu Störungen bzw. Verlust der Monatsblutungen, beim Mann zur Abnahme von sexueller Lust und Potenz kommen. Diese Störungen bilden sich nach Absetzen des Präparates in der Regel in kurzer Zeit wieder zurück.
Es kann zu mäßiger bis starker Gewichtszunahme, erhöhten Blutzuckerspiegeln (Hyperglykämie), erniedrigten Blutzuckerspiegeln (Hypoglykämie), sowie zu Gewichtsverlust kommen. Über das Auftreten von verstärktem Durstgefühl (Polydipsie) wurde berichtet.
Laborparameter, Blut
Eine Abnahme des Harnsäurespiegels sowie ein vorübergehender Anstieg von Leberenzymen im Blut wurde beobachtet.
Veränderungen des Blutbildes (z. B. Leukozytopenie, Leukozytose, Erythrozytopenie, Erythrozytose, Thrombozytopenie, Thrombozytose, Eosinophilie) können unter Nipolept 50 mg auftreten. Schwerwiegende Störungen der Blutbildung (z. B. Agranulozytose) sind für chemisch verwandte Neuroleptika berichtet worden, wurden jedoch bei Behandlung mit Nipolept bisher nicht beobachtet.
Augen
Es kann zu Einlagerungen in die Hornhaut (Kornea) oder Linse des Auges (vor allem bei Langzeittherapie mit hohen Dosen) kommen.
Gegebenenfalls ist als Konsequenz von schwerwiegenden Nebenwirkungen die Dosis zu senken oder Nipolept 50 mg abzusetzen.
Bei gleichzeitiger Verabreichung anderer Psychopharmaka kann es bereits bei niedrigeren Dosierungen als den empfohlenen zum Auftreten von Nebenwirkungen kommen oder bestehende Nebenwirkungen können verstärkt werden.
Gegenmaßnahmen
Um die möglichen Nebenwirkungen gering zu halten, ist eine einschleichende Dosierung, wie in der Dosierungsanleitung beschrieben, vorzunehmen.
Bei allergischen Reaktionen ist vor weiterer Einnahme ein Arzt zu konsultieren, der über das weitere Vorgehen entscheidet.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Weitere Informationen

Was Nipolept 50 mg enthält
Der Wirkstoff ist Zotepin.
1 überzogene Tablette enthält 50 mg Zotepin.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Sucrose, Lactose-Monohydrat, Cellulosepulver, Calciumcarbonat, Maisstärke, Macrogol 20.000, Hyprolose, Dextrin, Povidon K 25, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Montanglycolwachs, Kaliumdihydrogenphosphat, Titandioxid (E 171).
Wie Nipolept 50 mg aussieht und Inhalt der Packung:
Nipolept 50 mg ist eine weiße, runde, beidseitig gewölbte überzogene Tablette.
Nipolept 50 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 überzogenen Tabletten erhältlich.
Pharmazeutischer Unternehmer
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
65926 Frankfurt am Main
Postanschrift:
Postfach 80 08 60
65908 Frankfurt am Main
Telefon: (0180) 2 22 20 10*
Telefax: (0180) 2 22 20 11*
________________
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Hersteller
Temmler Werke GmbH
Weihenstephaner Str. 28
81673 München
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2010.

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