Perazin-neuraxpharm 100 mg

Abbildung Perazin-neuraxpharm 100 mg
Wirkstoff(e) Perazin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 05.01.2005
ATC Code N05AB10
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Antipsychotika

Zulassungsinhaber

neuraxpharm Arzneimittel GmbH

Medikamente mit gleichem Wirkstoff

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Taxilan 100 mg Dragees Perazin Lundbeck GmbH
Taxilan 100 mg Tabletten Perazin Lundbeck GmbH
Perazin-neuraxpharm 25 mg Perazin neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Taxilan 25 mg Dragees Perazin Lundbeck GmbH
Perazin-neuraxpharm 200 mg Perazin neuraxpharm Arzneimittel GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Perazin-neuraxpharm ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Phenothiazine zur Behandlung bestimmter Krankheitserscheinungen bei seelischen Erkrankungen (Neuroleptikum).

Anwendungsgebiete

Perazin-neuraxpharm wird angewendet zur Behandlung von:

  • akuten psychotischen Syndromen mit Wahn, Halluzinationen, Denkst√∂rungen und Ich-St√∂rungen; katatonen Syndromen,
  • chronisch verlaufenden endogenen und exogenen Psychosen (zur Symptomunterdr√ľckung und R√ľckfallvorbeugung),
  • maniformen Syndromen,

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‚ÄĘ psychomotorischen Erregungszust√§nden.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Perazin-neuraxpharm darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Perazin, andere Neuroleptika, insbesondere vom Phenothiazin-Typ, oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • bei Bestehen einer schweren Blutzell- oder Knochenmarksch√§digung.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Perazin-neuraxpharm einnehmen. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen fr√ľher einmal zutrafen.

Nur unter Ber√ľcksichtigung besonderer Vorsichtsma√ünahmen d√ľrfen Sie Perazin- neuraxpharm einnehmen, wenn Sie unter folgenden Erkrankungen leiden:

  • malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte (siehe unter ‚Äě4. Welche Nebenwirkungen sind m√∂glich?‚Äú);
  • akute Vergiftungen mit zentrald√§mpfenden Pharmaka (z. B. Opiate, Hypnotika, Antidepressiva, Neuroleptika, Tranquilizer) oder Alkohol;
  • Verminderung der wei√üen Blutk√∂rperchen (Leukopenie) und andere Erkrankungen des blutbildenden Systems;
  • prolaktinabh√§ngige Tumoren, z. B. Mamma-Tumoren;
  • schwere Lebererkrankungen;
  • Vorsch√§digung des Herzens;
  • erheblich zu niedriger Blutdruck, Regulationsst√∂rungen des Blutdrucks bei aufrechter K√∂rperhaltung;
  • epileptische Anf√§lle in der Krankheitsvorgeschichte;
  • Parkinson-Syndrome, die nicht durch Arzneimittel ausgel√∂st wurden;
  • Gr√ľner Star (Glaukom);
  • St√∂rungen beim Harnlassen (Miktionsst√∂rungen);
  • Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose);
  • Vergr√∂√üerung der Prostata (Prostatahypertrophie);
  • bestimmte Herzerkrankungen (angeborenes langes QT-Syndrom oder andere klinisch bedeutsame Herzsch√§den, insbesondere Durchblutungsst√∂rungen der Herzkranzgef√§√üe, Erregungsleitungsst√∂rungen, Herzrhythmusst√∂rungen).

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls das sogenannte QT- Intervall im EKG verl√§ngern oder einen Kaliummangel hervorrufen k√∂nnen (siehe unter ‚ÄěEinnahme von Perazin-neuraxpharm zusammen mit anderen Arzneimitteln‚Äú), ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Vor der Behandlung mit Perazin-neuraxpharm ist das Blutbild (einschließlich des Differentialblutbildes sowie der Blutplättchenzahl) zu kontrollieren. Bei abweichenden Blutwerten darf eine Behandlung mit Perazin-neuraxpharm nicht erfolgen. Während der

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Behandlung sind regelm√§√üige Blutbildkontrollen (Leukozytenzahl und Differentialblutbild) durchzuf√ľhren. Nach Beginn der Behandlung sollten in den ersten vier Monaten die Kontrollen m√∂glichst w√∂chentlich erfolgen, bei unauff√§lligen Befunden erscheint danach eine monatliche Blutbildkontrolle ausreichend. Bei schnellem Absinken der Leukozytenzahl - insbesondere bei Werten unter 3000/mm¬≥ - oder anderen Blutbildver√§nderungen ist die Behandlung mit Perazin-neuraxpharm sofort abzubrechen und durch andere Therapieformen zu ersetzen. Gegebenenfalls sind intensivmedizinische Ma√ünahmen durchzuf√ľhren.

Beim Auftreten entz√ľndlicher Erscheinungen im Mund- und Rachenraum, Halsschmerzen, Fieber sowie grippe√§hnlichen Erscheinungen - insbesondere innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Behandlung - sollte keine Selbstmedikation durchgef√ľhrt, sondern sofort der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

Bei Patienten mit organischen Hirnschäden, arteriosklerotischen Gehirngefäßerkrankungen und Depressionen ist bei einer Therapie mit Perazin- neuraxpharm besondere Vorsicht geboten (z. T. Verstärkung der depressiven Symptomatik). Bei Stammganglienerkrankung (z. B. Parkinson-Syndrom) sollte Perazin-neuraxpharm nur in Ausnahmefällen angewendet werden, bei Verschlechterung der Symptomatik ist die Behandlung abzusetzen.

Bei Patienten mit epileptischen Anf√§llen ist zu ber√ľcksichtigen, dass Perazin die Anfallsbereitschaft erh√∂hen kann. Das Auftreten von Krampfanf√§llen wird durch hohe Dosen zu Behandlungsbeginn, schnelle Dosissteigerungen und abruptes Absetzen hoher Dosen beg√ľnstigt. Bei Bestehen eines Anfallsleidens ist bei gleichzeitiger Fortf√ľhrung der antikonvulsiven Medikation keine absolute Kontraindikation f√ľr die Anwendung von Neuroleptika bei psychiatrischer Indikation gegeben.

Bei Auftreten von hohem Fieber und Muskelstarre ist an ein malignes neuroleptisches Syndrom zu denken (siehe unter ‚Äě4. Welche Nebenwirkungen sind m√∂glich?‚Äú).

Bei gest√∂rter Leberfunktion m√ľssen die Dosen angepasst werden. Besonders bei √§lteren Patienten ist wegen der erh√∂hten Empfindlichkeit besondere Vorsicht geboten. Die anticholinergen Nebenwirkungen (siehe unter ‚Äě4. Welche Nebenwirkungen sind m√∂glich?‚Äú) sind h√§ufig st√§rker ausgepr√§gt. √Ąltere Patienten k√∂nnen bereits bei niedrigen Dosierungen extrapyramidale Nebenwirkungen entwickeln. Die H√§ufigkeit von Sp√§tdyskinesien ist erh√∂ht. Auch die sedierende Wirkung ist bei √§lteren Patienten st√§rker ausgepr√§gt. Hypotonien k√∂nnen h√§ufiger auftreten.

Wegen einer m√∂glichen Licht√ľberempfindlichkeit der Haut (siehe unter ‚Äě4. Welche Nebenwirkungen sind m√∂glich?‚Äú) sollten intensive Sonnenb√§der vermieden oder zumindest die Haut durch Anwendung eines Lichtschutzmittels gesch√ľtzt werden.

Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen:

Bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein geringer Anstieg in der Anzahl der Todesfälle im Vergleich mit denjenigen, die keine Antipsychotika einnahmen, berichtet.

Seien Sie (auch) besonders vorsichtig,

wenn Sie ein erh√∂htes Schlaganfall-Risiko oder eine vor√ľbergehende Verringerung der Blutversorgung des Gehirns haben,

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  • wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal ven√∂se Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn derartige Arzneimittel werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht.

Kinder:

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind von der Behandlung mit Perazin- neuraxpharm auszunehmen, da kein ausreichendes klinisches Erkenntnismaterial vorliegt.

√Ąltere Menschen:

Bei √§lteren Menschen ist besondere Vorsicht geboten, da Nebenwirkungen h√§ufig st√§rker ausgepr√§gt sind (siehe Hinweise in diesem Abschnitt und unter ‚Äě3. Wie ist Perazin-neuraxpharm einzunehmen?‚Äú).

Einnahme von Perazin-neuraxpharm zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.

Bei kombinierter Anwendung mit zentral d√§mpfenden Pharmaka (Opiate, Hypnotika, Antidepressiva, Neuroleptika, Tranquilizer) kann es zu verst√§rkter M√ľdigkeit oder zu einer Verringerung der Atemt√§tigkeit (Atemdepression) kommen. Vor allem im Hinblick auf die verz√∂gerte Reaktionsgeschwindigkeit sollten Kombinationen zwischen Perazin und Tranquilizern vermieden werden.

Bei Kombination von Perazin mit anticholinerg wirkenden Psychopharmaka, wie z. B. Antidepressiva, können die anticholinergen Effekte additiv verstärkt werden und vermehrt pharmakogene delirante Syndrome auftreten.

Die Befunde bzgl. des h√§ufigeren Auftretens von extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen unter Kombination von Perazin und MAO-Hemmstoffen (Monoaminooxidase-Hemmer) sind widerspr√ľchlich. Ein Fallbericht erw√§hnt die Entwicklung eines stupor√∂sen Zustandsbildes unter Kombinationsbehandlung mit dem MAO-Hemmstoff Alacin (Phenelzin). Vergleichbare Wechselwirkungen von Perazin mit anderen MAO-Hemmstoffen sind bisher nicht bekannt geworden.

Die Kombination von Perazin mit Lithium f√ľhrt zu einer starken Zunahme extrapyramidalmotorischer Nebenwirkungen (Gangst√∂rungen, Bewegungsst√∂rungen, Zittern und Steifigkeit).

Bei starken Rauchern ist die Clearance (Ausscheidung) von Phenothiazinen (Wirkstoff- Gruppe, zu der Perazin gehört) durchschnittlich erhöht mit einer größeren Streuung.

Die gleichzeitige Gabe von oralen Kontrazeptiva (‚ÄěPille‚Äú) kann zu einer Hemmung des Abbaus der Phenothiazine f√ľhren, mit der Folge der Verst√§rkung von erw√ľnschten und unerw√ľnschten Wirkungen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Antikonvulsiva (Mittel zur Behandlung der Epilepsie) kommt es zu einer schnelleren Verstoffwechselung des Perazins.

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die

ebenfalls das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern (z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen [Antiarrhythmika Klasse IA oder III], einige Antibiotika wie z. B. Erythromycin, Malaria-Mittel, einige Mittel gegen Allergien, Mittel zur

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Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen [Antidepressiva, andere Neuroleptika]),

  • zu einer Erniedrigung des Kaliumspiegels im Blut f√ľhren (z. B. bestimmte harntreibende Mittel), oder
  • den Abbau von Perazin in der Leber hemmen k√∂nnen,

sollte vermieden werden.

Die Plasmakonzentration von trizyklischen Antidepressiva (Mittel zur Behandlung von Depressionen) und ihren Stoffwechselprodukten wird durch gleichzeitige Gabe von Phenothiazinen (Wirkstoff-Gruppe, zu der Perazin gehört) stark erhöht, so dass eine vermehrte Toxizität der Antidepressiva auftreten kann.

Die Plasmakonzentration von Clozapin kann durch die gleichzeitige Gabe von Perazin stark erhöht werden.

Die Kombination zwischen Phenothiazinen und Opioiden sowie anderen Schmerzmitteln und fiebersenkenden Arzneimitteln f√ľhrt zu einer Verst√§rkung der schmerzlindernden und beruhigenden Wirkung.

Blutdrucksenkende Medikamente werden in ihrer blutdrucksenkenden Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Verstärkung orthostatischer Kreislaufdysregulation (plötzlicher Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen).

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch f√ľr vor Kurzem angewandte Arzneimittel gelten k√∂nnen.

Einnahme von Perazin-neuraxpharm zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Perazin kann zu einer Verst√§rkung der Alkoholwirkung und zu einer Blutdrucksenkung f√ľhren. Sie sollten daher w√§hrend der Behandlung mit Perazin-neuraxpharm auf Alkoholkonsum verzichten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft:

Es liegen bisher keine ausreichenden Erfahrungen √ľber die Wirkung von Perazin auf das ungeborene Kind vor. Daher soll Ihnen Perazin-neuraxpharm in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht verordnet werden. In den folgenden sechs Monaten der Schwangerschaft soll Ihnen Perazin-neuraxpharm nur verordnet werden, wenn Ihr behandelnder Arzt dies f√ľr unbedingt erforderlich h√§lt. Dabei sollte die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt werden. In den letzten 10 Tagen der Schwangerschaft sollte Ihnen Perazin-neuraxpharm zur Vermeidung von Nebenwirkungen beim Neugeborenen nicht mehr verordnet werden.

Bei neugeborenen Babys von M√ľttern, die Perazin im letzten Trimenon (letzte drei Monate der Schwangerschaft) einnahmen, k√∂nnen folgende Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und / oder -schw√§che, Schl√§frigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

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Stillzeit:

Da Perazin, der Wirkstoff in Perazin-neuraxpharm, und dessen Abbauprodukte in die Muttermilch √ľbergehen, kann Ihnen die Anwendung von Perazin-neuraxpharm nicht empfohlen werden. H√§lt Ihr Arzt eine Anwendung w√§hrend der Stillzeit f√ľr zwingend erforderlich, m√ľssen Sie auf Anweisung Ihres Arztes abstillen.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Besonders zu Beginn der Behandlung, bei starken Dosis√§nderungen und beim pl√∂tzlichen Absetzen des Medikamentes k√∂nnen Nebenwirkungen verst√§rkt auftreten (siehe unter ‚Äě4. Welche Nebenwirkungen sind m√∂glich?‚Äú). Sie k√∂nnen dann m√∂glicherweise auf unerwartete und pl√∂tzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren.

Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrst√ľchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Ber√ľcksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

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Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dosierung, Darreichungsform und Dauer der Anwendung m√ľssen an die individuelle Reaktionslage, die Art und die Schwere der Krankheit angepasst werden. Die antipsychotische Wirkung erreicht ihr Maximum zuweilen erst nach ein- bis dreiw√∂chiger Behandlung, w√§hrend die psychomotorisch d√§mpfende Wirkung sofort eintritt. Ein Behandlungsbeginn mit langsam ansteigender Dosierung wird f√ľr die ambulante Therapie vorgeschlagen. Bei station√§rer Behandlung kann auch mit h√∂heren Dosen begonnen werden, um eine rasche Wirkung zu erzielen. Abrupte starke Dosis√§nderungen sollten wegen des erh√∂hten Nebenwirkungsrisikos vermieden werden. Nach l√§ngerfristiger Therapie muss der Abbau der Dosis in sehr kleinen Schritten √ľber gro√üe Zeitr√§ume erfolgen.

Die im Folgenden aufgef√ľhrten Tagesdosen k√∂nnen als Richtwerte gelten. Die Tagesdosis kann auf mehrere Einzeldosen verteilt werden.

Neben dem vorliegenden Pr√§parat stehen auch Filmtabletten mit Einzeldosen von 25 mg und 200 mg Perazin zur Verf√ľgung.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die √ľbliche Dosis

Akute psychotische und katatone Symptome, psychomotorische Erregungszustände und maniforme Syndrome:

Erwachsene erhalten zu Beginn Einzeldosen von 50 bis 150 mg Perazin. In den ersten 24 Stunden kann eine Steigerung der Dosis bis höchstens 500 mg Perazin erfolgen.

Nach Abklingen akuter Symptome betr√§gt bei station√§rer Behandlung die Erhaltungsdosis f√ľr Erwachsene in der Regel 200 - 600 mg Perazin, bei therapieresistenten F√§llen bis zu 1000 mg Perazin.

Text Gebrauchsinformation Perazin-neuraxpharm 100 mg (Filmtabletten)

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Bei ambulanter Behandlung betr√§gt die Erhaltungsdosis f√ľr Erwachsene in der Regel bis 300 mg Perazin, bei sorgf√§ltiger Beobachtung auch dar√ľber.

Chronisch verlaufende endogene und exogene Psychosen (zur Symptomunterdr√ľckung und R√ľckfallvorbeugung):

Die Tagesgesamtdosis betr√§gt f√ľr Erwachsene in der Regel 75 - 600 mg Perazin. Dosierung bei √§lteren Patienten:

Bei älteren Patienten kann in der Regel mit niedrigeren Dosen - meist der Hälfte der o. g. Mengen - eine ausreichende therapeutische Wirkung erzielt werden.

Dosierung bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion:

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Dosis zu reduzieren. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Art der Anwendung

Die Filmtabletten sind viertelbar und sind unzerkaut mit reichlich Fl√ľssigkeit einzunehmen.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsbild und dem individuellen Verlauf. √úber die Dauer der Behandlung entscheidet der behandelnde Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Perazin-neuraxpharm zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Perazin-neuraxpharm eingenommen haben, als Sie sollten

Bei √úberdosierung kann es zu einer Vergiftung mit folgenden Symptomen kommen: extrapyramidale St√∂rungen mit starkem Rigor, Sedierung bis hin zu schweren Bewusstseinsst√∂rungen, epileptische Anf√§lle, Hypothermie (verringerte K√∂rpertemperatur) sowie Herz-Kreislauf-Komplikationen in Form von Hypotension (niedriger Blutdruck), Beschleunigung oder Verlangsamung der Herzschlagfolge und Herzrhythmusst√∂rungen und respiratorische Komplikationen wie Zyanose (bl√§uliche Verf√§rbung der Haut), Atemdepression bis hin zum Atemstillstand, Aspiration und Lungenentz√ľndung.

Sie sollten sich auf jeden Fall bei einer √úberdosierung an Ihren Arzt wenden. Halten Sie eine Packung dieses Arzneimittels bereit, damit der Arzt sich √ľber den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von Perazin-neuraxpharm vergessen haben

Sie d√ľrfen nie die Dosis von sich aus erh√∂hen, um eine eventuell vergessene Einnahme nachzuholen. Nehmen Sie zum n√§chsten vorgeschriebenen Zeitpunkt die verordnete Dosis ein.

Wenn Sie die Einnahme von Perazin-neuraxpharm abbrechen

Nach l√§ngerfristiger Therapie muss der Abbau der Dosis in sehr kleinen Schritten √ľber gro√üe Zeitr√§ume erfolgen. Beim pl√∂tzlichen Absetzen kann es zum Auftreten von

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Absetzerscheinungen kommen (siehe unter ‚Äě4. Welche Nebenwirkungen sind m√∂glich?‚Äú).

Eine vorzeitige Beendigung der Therapie ohne Absprache mit Ihrem Arzt kann zu einem erneuten Auftreten Ihrer Beschwerden f√ľhren.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt: Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt: H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar

Häufig kommt es bei der Behandlung mit Perazin zur Sedierung und zeitweisen Erhöhung der Leberenzymaktivitäten.

H√§ufig kommt es bei der Behandlung mit Perazin zu Fr√ľhdyskinesien (krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, Verdrehen der Aug√§pfel [okulogyre Krisen], Schiefhals, Versteifung der R√ľckenmuskulatur, Kiefermuskelkr√§mpfe) oder zu einem Parkinson-Syndrom (Zittern, Steifigkeit, Bewegungsarmut). Bei Auftreten von Fr√ľhdyskinesien oder Parkinson-Syndromen ist eine Dosisreduktion oder Behandlung mit anticholinergen Antiparkinsonmitteln erforderlich.

H√§ufig, insbesondere zu Beginn der Behandlung, treten Hypotonie (niedriger Blutdruck) bzw. orthostatische Dysregulation (Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen) und eine Beschleunigung der Herzschlagfolge auf. Ebenfalls h√§ufig werden EKG-Ver√§nderungen in Form klinisch nicht bedeutsamer Erregungsr√ľckbildungsst√∂rungen beschrieben.

Gelegentlich sind Blutbildver√§nderungen (passagere Eosinophilien und relative Granulozytopenien bei Lympho- und Monozytosen) zu beobachten. Vor allen Dingen unter h√∂heren Dosen k√∂nnen gelegentlich auftreten: St√∂rungen der Speichelsekretion, verstopfte Nase, Ver√§nderungen des Augeninnendrucks, Schwitzen, Akkommodationsst√∂rungen, vermehrtes Durstgef√ľhl, Mundtrockenheit sowie Gewichtszunahme. In seltenen F√§llen kann es zu St√∂rungen beim Harnlassen, zur Stuhlverstopfung sowie zu Auswirkungen auf die sexuellen Funktionen (z. B. Beeintr√§chtigung der sexuellen Reaktionsf√§higkeit, sexuellen Appetenz, St√∂rungen der Erektion und Ejakulation) kommen.

Veränderungen des oralen Glukosetoleranztests im Sinne hyperglykämischer Normabweichungen sind unter mittleren bis hohen Dosen häufig.

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Gelegentlich, vor allen Dingen unter höheren Dosen und bei längerer Behandlung, kann eine Akathisie (beinbetonte Bewegungsunruhe, häufig mit depressiver Verstimmung verbunden) auftreten.

Nach längerfristiger Anwendung von Neuroleptika können gelegentlich (insbesondere bei älteren Patienten und beim weiblichen Geschlecht) Spätdyskinesien vor allem im Mundbereich auftreten, die noch nach Beendigung der Behandlung anhalten können und manchmal irreversibel sind. Bei langdauernder Perazin-Monotherapie in individuell abgestimmter und möglichst niedriger Dosierung sind Spätdyskinesien bisher nicht beobachtet worden bzw. in ihrem kausalen Zusammenhang zu Perazin fraglich. Grundsätzlich können Spätdyskinesien unter der Neuroleptika-Therapie maskiert werden und dann erst nach der Behandlung in Erscheinung treten.

Gelegentlich k√∂nnen eine Leukopenie (Verminderung der wei√üen Blutk√∂rperchen), Galaktorrh√∂ (Milchabsonderung aus der Brust), Amenorrh√∂ (Ausbleiben der Regelblutung), Brustdr√ľsenvergr√∂√üerung und Temperaturerh√∂hungen, Lichtempfindlichkeitsreaktionen der Augen und der Haut, Empfindungsst√∂rungen an H√§nden und F√ľ√üen (insbesondere nach starker Sonnenbestrahlung) sowie allergische Erscheinungen der Haut beobachtet werden.

Die nach Abklingen einer akuten Psychose häufig zu beobachtenden depressiven Syndrome können in seltenen Fällen durch eine Perazin-Behandlung verstärkt werden.

Selten kommt es zu einer Thrombopenie (Blutplättchenmangel), zu Nasenbluten, zu schweren phototoxischen Reaktionen, zum Auftreten von Krampfanfällen, zum Kreislaufversagen oder zu einem anticholinergen Delir. Unter extrem hohen Dosen von Perazin können schwere Leberschädigungen häufiger sein.

In Einzelf√§llen wurde √ľber folgende Symptome und Syndrome berichtet: Schlafst√∂rungen, Verwirrtheitszust√§nde, allgemeine Unruhe, amentielle Syndrome, Bewusstseinstr√ľbungen und stupor√∂se Zustandsbilder, vermehrtes Tr√§umen, Alp- und Angsttr√§ume, respiratorische St√∂rungen, Agranulozytose (hochgradige Verringerung der wei√üen Blutk√∂rperchen), nekrotisierende Enteritis, Lupus erythematodes.

Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und R√∂tungen der Beine), die m√∂glicherweise √ľber die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen k√∂nnen. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverz√ľglich √§rztlichen Rat ein.

In Einzelf√§llen kann es bei der Behandlung mit Neuroleptika zu einem lebensbedrohlichen malignen neuroleptischen Syndrom mit Fieber √ľber 40 ¬įC und Muskelstarre (Anstieg des Myoglobins und der Kreatinkinase-Aktivit√§t [CK] im Blut) kommen. Bisher ist √ľber derartige Nebenwirkungen unter Perazin-Therapie nicht berichtet worden.

Der Wirkstoff Perazin kann das sogenannte QT-Intervall im EKG verl√§ngern sowie zu Erregungsleitungsst√∂rungen am Herzen f√ľhren, sehr selten sind bestimmte Herzrhythmusst√∂rungen (Torsades de Pointes) aufgetreten. In diesen F√§llen ist die Behandlung mit Perazin-neuraxpharm abzubrechen.

Durch sorgfältige und individuelle Einstellung der Therapie oder Gabe eines Gegenmittels lassen sich Nebenwirkungen meistens vermeiden.

Text Gebrauchsinformation Perazin-neuraxpharm 100 mg (Filmtabletten)

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Meldung von Nebenwirkungen:

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf!

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen nach ‚Äěverwendbar bis:‚Äú angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu sch√ľtzen! Nicht √ľber 30 ¬įC lagern!

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Weitere Informationen

Was Perazin-neuraxpharm enthält

Der Wirkstoff ist Perazindimalonat.

1 Filmtablette enthält 161,31 mg Perazindimalonat, entsprechend 100 mg Perazin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Poly(O- carboxymethyl)stärke-Natriumsalz, Copovidon, hochdisperses Siliciumdioxid, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Hypromellose, Povidon (K 25), Talkum, Crospovidon, Titandioxid (E 171), Eisen(III)-oxid (E 172).

Wie Perazin-neuraxpharm 100 mg aussieht und Inhalt der Packung

Runde, rosafarbene Filmtabletten mit einseitiger Kreuzbruchkerbe. Perazin-neuraxpharm ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH Elisabeth-Selbert-Stra√üe 23 ‚ÄĘ 40764 Langenfeld Tel. 02173 / 1060 - 0 ‚ÄĘ Fax 02173 / 1060 - 333

Text Gebrauchsinformation Perazin-neuraxpharm 100 mg (Filmtabletten)

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Diese Packungsbeilage wurde zuletzt √ľberarbeitet im November 2016.

[Piktogramm Viertelung der Filmtablette]

Anleitung zur Teilung bzw. Viertelung der Filmtablette

Bitte legen Sie die Filmtablette mit der Kreuzbruchrille nach oben auf eine harte Unterlage. Bei leichtem Daumendruck teilt sich die Filmtablette in zwei H√§lften, bei st√§rkerem Druck erhalten Sie vier gleiche Teilst√ľcke.

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Zuletzt aktualisiert: 10.08.2022

Quelle: Perazin-neuraxpharm 100 mg - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Perazin
Zulassungsland Deutschland
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 05.01.2005
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Abgabestatus Apothekenpflichtig
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden