Dimenhydrinat

Dimenhydrinat

Grundlagen

Dimenhydrinat ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antihistaminika. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein Salz aus Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin. Nach der Einnahme wird das Salz vom Körper gespalten und die beiden Stoffe werden freigesetzt. Dimenhydrinat ist also eine Kombination aus 2 Wirkstoffen. Das eigentliche Antihistaminikum ist Diphenhydramin, wĂ€hrend 8-Chlortheophyllin stimulierend wirkt und dem mĂŒdigkeitserzeugenden Effekt des PrĂ€parates entgegenwirkt. Dimenhydrinat wird in der Regel gegen Übelkeit und Erbrechen und als Beruhigungsmittel eingesetzt. Dimenhydrinat wird hauptsĂ€chlich als Tablette oder Kaugtablette/Kaugummi eingenommen und ist nicht rezeptpflichtig.

Medikamente mit Dimenhydrinat

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Vomex A Sirup Dimenhydrinat Klinge Pharma GmbH
Vomex A Kinder-Suppositorien 40 mg Dimenhydrinat Klinge Pharma GmbH
Superpep Reise Kaugummi-Dragées 20mg Dimenhydrinat Hermes Arzneimittel GmbH
Dimenhydrinat AL 50 mg Tabletten Diphenhydramin Dimenhydrinat ALIUD PHARMA GmbH
Arlevert Cinnarizin Dimenhydrinat Hennig Arzneimittel GmbH & Co KG

Wirkung

Pharmakodynamik

Diphenhydramin ist ZNS-gĂ€ngig und wirkt an den Histaminrezeptoren im Gehirn. Dabei wirkt es als inverser Agonist. Das heißt, dass Diphenhydramin an den H1-Rezeptor bindet und seine AktivitĂ€t senkt. Er wird also weniger oft aktiviert. Da Histamin an der H1-Rezeptor Entstehung der Übelkeit beteiligt ist, wird dadurch der einhergehende Brechreiz gemindert. 8-Chlortheophyllin bindet an A-Rezeptoren und verhindert die Entstehung von MĂŒdigkeit.

Pharmakokinetik

Die Proteinbindung des Stoffes betrĂ€gt rund 98% und die Halbwertszeit betrĂ€gt ca 1-4 Stunden. Der Stoff wird in der Leber von Enzymen des CYP450-Systems abgebaut und ĂŒber den Urin ausgeschieden.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen

Beim Kauen von Dimenhydrinat Arzneimitteln kann es zu einem TaubheitsgefĂŒhl im Mund kommen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Erhöhung der Herzfrequenz, Verstopfte Nase, Sehstörungen und Erhöhung des Augeninnendrucks.

Zeichen einer Überdosierung sind Halluzinationen, Delirium, Verwirrung und erhöhte Gewaltbereitschaft.

Toxikologische Daten

1320 mg·kg−1 (LD50, Ratte, Oral)

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code A04AB02
Summenformel C24H28ClN5O3
Molare Masse (g·mol−1) 469,96
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 102-107
CAS-Nummer 523-87-5
PUB-Nummer 10660
Drugbank ID DB00985

Quellenangaben

Redaktionelle GrundsÀtze

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Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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