Was ist es und wofür wird es verwendet?

NuvaRing ist ein Empfängnisverhütungsmittel (Kontrazeptivum), das in die Vagina (Scheide) eingesetzt wird. Es ist ein flexibler, transparenter, fast farbloser Kunststoffring mit einem äusseren Durchmesser von 54 mm und einem Querschnittsdurchmesser von 4 mm.

NuvaRing enthält die weiblichen Geschlechtshormone Etonogestrel (ein Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen). Der Ring gibt diese Hormone in den Blutkreislauf ab. Aufgrund der kleinen Menge die von diesen Hormonen abgegeben wird, ist NuvaRing ein niedrig dosiertes hormonales Empfängnisverhütungsmittel. Weil NuvaRing zwei unterschiedliche Hormone freisetzt, bezeichnet man das Präparat als kombiniertes hormonales Kontrazeptivum.

Die empfängnisverhütende Wirkung von NuvaRing beruht hauptsächlich auf der Hemmung des Eisprungs (Ovulation), wie bei kombinierten Tabletten zur Empfängnisverhütung («die Pille»).

Neben der empfängnisverhütenden Wirkung können kombinierte hormonale Kontrazeptiva (wie NuvaRing) auch weitere günstige Eigenschaften haben, die nicht mit einer Empfängnisverhütung zu tun haben:

? Ihre Periode kann schwächer und kürzer werden. Daraus resultiert, dass sich das Risiko für eine Anämie (Blutarmut) verringert.

? Es ist möglich, dass Ihre Menstruationsbeschwerden nicht mehr so stark sind oder vollständig verschwinden und die Zyklen regelmässiger werden.

Ausserdem liegen Erkenntnisse vor, dass bei Anwenderinnen der «hochdosierten kombinierten Pille» (mit 50 Mikrogramm Ethinylestradiol) die folgenden ernsthaften Störungen seltener auftreten als bei Nicht-Anwenderinnen. Das könnte auch für NuvaRing zutreffen, ist aber noch nicht bestätigt worden:

Gutartige Brusterkrankungen.

Eierstockzysten (flüssigkeitsgefüllte Bläschen in den Eierstöcken).

Beckeninfektionen.

Bauchhöhlenschwangerschaft (eine Schwangerschaft, bei der sich der Embryo ausserhalb der Gebärmutter einnistet).

Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Auskleidung der Gebärmutter).

Eierstockkrebs.

NuvaRing darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Bevor Sie mit der Anwendung hormonaler Mittel zur Schwangerschaftsverhütung beginnen, sollte Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese (Vorkommnisse von eigenen Krankheiten und von Krankheiten in der Familie) erheben sowie eine gründliche allgemeine und gynäkologische Untersuchung durchführen und eine Schwangerschaft ausschliessen.

Während der Anwendung von NuvaRing empfehlen sich ärztliche Kontrolluntersuchungen in periodischen Abständen.

Bei Anwenderinnen von kombinierten Pillen wurde festgestellt, dass Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Auskleidung der Gebärmutter) und Eierstockkrebs weniger häufig auftritt als bei Nicht-Anwenderinnen. Dies könnte auch für NuvaRing zutreffen, ist aber noch nicht bestätigt worden.

Auch bevor Sie von einem anderen Verhütungsmittel auf NuvaRing übergehen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin fragen (siehe auch «Wie verwenden Sie NuvaRing?»).

Hormonale Empfängnisverhütungsmittel wie NuvaRing können weder vor einer HIV-Infektion (AIDS) noch vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen schützen.

Wenden Sie NuvaRing nicht an, wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden. Bevor Sie mit der Anwendung beginnen, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn eine dieser Situationen zutrifft. Er/sie wird Ihnen vielleicht raten, eine ganz andere (nicht hormonelle) Verhütungsmethode anzuwenden.

Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff von NuvaRing.

Vermutete oder bestehende Schwangerschaft.

Vorausgegangene oder bestehende Kreislaufstörungen, insbesondere Erkrankungen in Zusammenhang mit Thrombosen (Entstehung von Blutgerinnseln) in den Blutgefässen der Beine (tiefe Venenthrombose), in den Lungen (Lungenembolie), im Herz (Herzinfarkt), im Gehirn (Hirnschlag) oder in anderen Körperteilen (siehe auch «Wann ist bei der Anwendung von NuvaRing Vorsicht geboten?»).

Vorausgegangene oder bestehende Störungen, die Vorstadien eines Herzinfarktes sein können (wie Angina pectoris oder Schmerzen in der Brust) oder eines Schlaganfalls (z.B. vorübergehenden Durchblutungsstörungen).

Vererbte oder erworbene Krankheit, die die Blutzirkulation beeinträchtigt.

Schwere Zuckerkrankheit, die zu Veränderungen an Ihren Blutgefässen geführt hat.

Vorausgegangene oder bestehende Migräne mit Sinnesstörungen.

Vorausgegangene oder bestehende Gelbsucht (gelbe Verfärbung der Haut), bestehende oder vorausgegangene schwere Leberfunktionsstörungen, solange die Leberwerte abnormal sind.

Vorausgegangene oder bestehende gutartige oder bösartige Lebertumore.

Ungeklärte Vaginalblutungen.

Bestehender oder behandelter Brust- oder Gebärmutterkrebs, wenn Geschlechtshormone eine Rolle spielen.

Sollte einer dieser Zustände während der Anwendung von NuvaRing erstmalig auftreten, setzen Sie NuvaRing sofort ab und suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf (siehe auch unter Abschnitt «Wann sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin so schnell als möglich konsultieren?»). Verwenden Sie in der Zwischenzeit mechanische oder chemische empfängnisverhütende Methoden.


In dieser Patienteninformation werden einige Situationen beschrieben in denen Sie die Anwendung von NuvaRing abbrechen sollten oder in denen die Zuverlässigkeit von NuvaRing vermindert sein kann. In solchen Situationen sollten Sie keinen Geschlechtsverkehr haben oder zusätzlich nichthormonal verhüten, z.B. Kondom oder eine andere barrierebildende Methode anwenden. Keine Zyklus- oder Temperaturmess-Methode. Diese Methoden können unzuverlässig sein, da NuvaRing den monatlichen Körpertemperatur- und Zervixschleim-Wechsel ändert.

Bei der Anwendung von kombinierten hormonalen Kontrazeptiva wie NuvaRing ist bei untenstehenden Situationen eine engmaschige Überwachung notwendig. Sie sollten ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren, wenn einer der hier beschriebenen Zustände bei der Anwendung von NuvaRing erstmalig oder erneut auftritt oder sich verschlimmert:

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Übergewicht.

Bluthochdruck.

Nierenerkrankung.

Epilepsie.

Herzklappenfehler oder bestimmte Herzrhythmusstörungen.

Venenentzündungen, Krampfadern.

Migräne.

Sie oder ein direkter Verwandter hat oder hatte hohe Cholesterin- bzw. Triglyzeridwerte (Blutfettwerte), eine Thrombose (Blutgerinnsel), einen Herzinfarkt bzw. einen Schlaganfall.

Ein Mitglied Ihrer Familie Brustkrebs hat oder hatte.

Leber- (z.B. Gelbsucht mit oder ohne Juckreiz) oder Gallenblasenerkrankungen (z.B. Gallensteine).

Crohnsche Krankheit oder Colitis ulcerosa (chronische entzündliche Darmkrankheiten).

Systemischer Lupus erythematodes (SLE; eine Erkrankung der Haut, die sich über den ganzen Körper ausbreitet).

Hämolytisches Urämiesyndrom (HUS; eine Störung der Blutgerinnung, die zu Nierenversagen führt).

Sichelzellenanämie.

Porphyrie (eine Stoffwechselstörung).

Otosklerose (bestimmte Form der Mittelohrschwerhörigkeit).

Chorea minor (eine neurologische Krankheit).

Herpeserkrankung während einer früheren Schwangerschaft.

Bei bestehendem oder früherem (besonders während einer früheren Schwangerschaft) Chloasma (gelbbraune Pigmentflecken auf der Haut, besonders im Gesicht), sollten Sie sich nicht zu stark der Sonne oder ultravioletten Strahlen aussetzen.

Beim Vorliegen folgender medizinischer Zustände kann die Verwendung von NuvaRing schwierig sein: Verstopfung, Mastdarmvorfall, Blasen- oder Gebärmuttervorfall oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Hormonale Verhütungsmittel und Thrombose

Bei Frauen, die hormonale Empfängnisverhütungsmittel (z.B. die Pille) anwenden, besteht ein erhöhtes Risiko für Gerinnselbildung in Venen und Arterien (venöse und arterielle thromboembolische Krankheiten), welche zu teilweise schweren Gesundheitsschäden führen kann. Eine Gerinnselbildung kann in Venen zu tiefen Venenthrombosen oder Lungenembolie, in Arterien zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.

Das Risiko für solche Thrombosen oder Embolien besteht bei der Anwendung aller hormonalen Empfängnisverhütungsmittel, ist jedoch geringer als während einer Schwangerschaft.

Für die Anwendung von NuvaRing liegen diesbezüglich keine Informationen vor. Es wird aber angenommen, dass das Risiko ähnlich ist wie bei Anwendung von anderen kombinierten hormonalen Methoden der Empfängnisverhütung.

Es wurde über Einzelfälle von Blutgerinnseln in den Augen (Netzhautthrombosen) oder anderen Organen wie in der Leber, den Nieren oder im Darm berichtet. Ein Zusammenhang mit der Anwendung hormonaler Empfängnisverhütungsmittel ist jedoch nicht erwiesen.

Nach einem Thrombosen-Ereignis ist die Erholung nicht immer vollständig. Sehr selten kann die Thrombose zu andauernden Behinderungen oder zu einem fatalen Ausgang führen.

Wenn Sie mögliche Anzeichen einer Thrombose feststellen, sollten Sie die Anwendung von NuvaRing abbrechen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen (siehe auch «Wann sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin so schnell als möglich konsultieren?»).

Das Risiko für Gerinnselbildung in Venen und Arterien erhöht sich mit:

zunehmendem Lebensalter;

Tabakkonsum. Das Risiko für Durchblutungsstörungen in Herz oder Gehirn (Herzinfarkt/Schlaganfall) erhöht sich zusätzlich mit zunehmendem Alter und starkem Rauchen. Deshalb sollten Sie nicht rauchen, besonders wenn Sie älter als 35 Jahre alt sind. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unbedingt über Ihre Rauchgewohnheiten;

früherem Auftreten einer Venenthrombose, Lungenembolie, eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls bei einem Geschwister- oder Elternteil;

erheblichem Übergewicht (Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie diesbezüglich informieren);

Störungen des Blutfett (Lipid)-Stoffwechsels;

Bluthochdruck (insbesondere bei schwer einstellbarem Bluthochdruck);

bestimmten Herzkrankheiten (Herzklappenerkrankungen, Vorhofflimmern);

Bettlägerigkeit oder eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit nach einem Unfall oder einer Operation;

Blutgerinnungsstörungen.

Hormonale Verhütungsmittel und Tumore

Spezielle Studien zu einer vaginalen Verabreichung von kontrazeptiven Hormonen (wie im Falle von NuvaRing) sind noch nicht verfügbar. Die folgenden Informationen wurden bei Studien mit oralen Kontrazeptiva (der Pille) gewonnen und könnten auch auf NuvaRing zutreffen:

Bei Frauen, die die Pille nahmen, wurden etwas häufiger Fälle von Brustkrebs festgestellt als bei gleichaltrigen Frauen, die keine Pille verwendeten. Nach Absetzen der Pille verringerte sich das Risiko allmählich, und 10 Jahre später hatten sie das gleiche Risiko wie Frauen, die nie die Pille einnahmen. Es ist nicht bekannt, ob dieser Unterschied durch die Pille verursacht wird. Es kann auch sein, dass die Frauen häufiger untersucht worden sind und so ein Brustkrebs eher festgestellt wurde.

In seltenen Fällen wurde über gutartige Lebertumore und in noch selteneren Fällen über bösartige Lebertumore bei Frauen berichtet, die die Pille nahmen. Diese Tumore können zu inneren Blutungen führen. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie starke Oberbauchschmerzen haben.

Chronische Infektionen verursacht durch den Human Papilloma Virus (HPV) ist der grösste Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Die Langzeiteinnahme der Pille könnte dazu beitragen. Zu NuvaRing sind noch keine spezifischen Daten verfügbar.

Wann sollten Sie die Anwendung von NuvaRing abbrechen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort aufsuchen?

Wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft,

Migräne oder ungewohnt starke Kopfschmerzen, die Sie früher nicht hatten oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen,

plötzliche Seh-, Hör, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen,

einseitige Beinschmerzen und/oder eine Schwellung in einem Bein,

plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten unklarer Ursache,

plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb mit oder auch ohne Ausstrahlung in den linken Arm,

plötzliches Auftreten von Schwindel, Kollaps mit oder auch ohne Krampfanfälle, von Schwächegefühl, Gefühlsstörungen oder Koordinationsstörungen,

Auftreten von Gelbsucht (Leberentzündung),

Juckreiz am ganzen Körper,

plötzliches Auftreten starker Bauchschmerzen oder Anschwellen des Bauches,

erheblicher Blutdruckanstieg (bei wiederholter Messung).

Wann sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin so schnell als möglich konsultieren?

Wenn sich irgendeine Veränderung Ihres Gesundheitszustandes einstellt (siehe auch «Wann darf NuvaRing nicht angewendet werden?» und «Wann ist bei der Anwendung von NuvaRing Vorsicht geboten?»).

Wenn Sie während der Anwendung von NuvaRing starke oder anhaltende Blutungen haben. Dieses Symptom könnte auf Gebärmuttertumor hinweisen (siehe auch unter «Hormonale Verhütungsmittel und Tumore»).

Wenn Sie einen Knoten in der Brust bemerken. Dieses Anzeichen könnte auf Brustkrebs hinweisen (siehe auch «Hormonale Verhütungsmittel und Tumore»).

Geplante Operation (mind. 4 Wochen vorher absetzen) oder Bettlägerigkeit sowie eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit nach einem Unfall oder einer Operation (die erneute Einnahme sollte nicht früher als 2 Wochen nach Wiedererlangen der vollständigen Mobilität erfolgen).

Wenn Sie die Empfängnisverhütungsmethode wechseln möchten.

Wenn Sie NuvaRing eine Zeitlang nicht verwendet haben und nun wieder damit beginnen möchten.

Wenn Sie das ringfreie Intervall um mehr als 1 Woche verlängert haben oder wenn Sie den NuvaRing in der ersten Anwendungswoche länger als 3 Stunden herausgenommen haben und in den vorhergehenden 7 Tagen Geschlechtsverkehr hatten.

Wenn Sie den NuvaRing länger als 4 Wochen nicht herausgenommen haben (bevor Sie einen neuen Ring einsetzen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren).

Wenn Ihre Periode zweimal hintereinander ausgefallen ist oder wenn Sie vermuten schwanger zu sein (bevor Sie einen neuen Ring einsetzen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren).

Wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen werden (siehe auch unter «Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln»).

Sehr selten kann der Ring mit dem vaginalen Gewebe verwachsen. Sollte dies der Fall sein, kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um den Ring entfernen zu lassen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Verschiedene Arzneimittel können die empfängnisverhütende Wirkung von NuvaRing herabsetzen oder zu unerwarteten Blutungen führen (Zwischenblutungen, Durchbruchblutungen): Arzneimittel für die Behandlung der Epilepsie (z.B. Primidon, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat), der Tuberkulose (z.B. Rifampicin), der HIV-Infektion (z.B. Ritonavir), von Pilzinfektionen (z.B. Griseofulvin) oder von anderen Infektionskrankheiten (z.B. Ampicillin, Tetrazykline) oder von Gemütsschwankungen (Johanniskraut-Hypericum). Wenn Sie eines der oben genannten Arzneimittel kurzfristig anwenden, können Sie NuvaRing weiterhin anwenden. Abhängig vom Arzneimittel müssen Sie während der Behandlung und 7?28 Tage nach dem Beenden der Behandlung mit diesem Arzneimittel jedoch zusätzliche, nichthormonale Massnahmen zur Empfängnisverhütung, z.B. Kondome, anwenden. Fragen Sie diesbezüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Wird die gleichzeitige Behandlung mit dem Arzneimittel über den Ringzyklus von 3 Wochen hinaus fortgesetzt, sollte der nächste Ring ohne Einhaltung der üblichen ringfreien Pause sofort eingesetzt werden (siehe «Wie verwenden Sie NuvaRing?»). Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie darüber instruieren.

Hormonelle Kontrazeptiva können die Wirkung anderer Arzneimittel reduzieren oder verstärken.

Wenn Sie NuvaRing anwenden, sollen Sie nicht gleichzeitig ein Johanniskrautpräparat (Hypericum) gegen Depressionen einnehmen, da die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigt sein kann. Über Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften bei gleichzeitiger Einnahme von oralen Kontrazeptiva (Pille) und Johanniskrautpräparaten wurde berichtet.

Wenn Sie zuckerkrank sind, kann sich durch die Anwendung von hormonalen Empfängnisverhütungsmitteln wie NuvaRing Ihr Bedarf an blutzuckersenkenden Arzneimitteln (inkl. Insulin) ändern.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob Sie ein hormonales Empfängnisverhütungsmittel anwenden dürfen. Ebenso sollten Sie auch jeden anderen Arzt oder Zahnarzt bzw. Ärztin oder Zahnärztin, der/die Ihnen ein Rezept abgibt, darüber informieren, dass Sie NuvaRing verwenden. Diese können Ihnen dann sagen, ob Sie zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen anwenden sollten und wenn ja, für wie lange.

Sie können Tampons während der NuvaRing-Anwendung benützen. Setzen Sie den NuvaRing ein bevor Sie einen Tampon einlegen. Beim Herausnehmen des Tampons sollten Sie vorsichtig sein und darauf achten, dass der Ring nicht versehentlich herausrutscht. Passiert dies, waschen Sie den Ring mit kaltem bis lauwarmem Wasser und setzen Sie ihn sofort wieder ein.

Die Verwendung von Spermiziden oder vaginalen Pilzmitteln (z.B. Ovula) beeinträchtigt die kontrazeptive Wirkung von NuvaRing nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Naht des Rings sich öffnet, könnte allerdings leicht erhöht sein (siehe auch Kapitel «Wie verwenden Sie NuvaRing?», Abschnitt «Wenn der NuvaRing gebrochen ist»).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.


NuvaRing darf bei Verdacht auf oder bei erwiesener Schwangerschaft nicht angewendet werden. Falls Sie während der Anwendung von NuvaRing schwanger werden, muss der Ring entfernt werden.

Im Allgemeinen wird nicht empfohlen, NuvaRing während der Stillzeit zu verwenden. Sollten Sie das trotzdem wünschen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin beraten.

Wie wird es angewendet?

Wann und wie wird NuvaRing eingesetzt bzw. entfernt?

Sie können NuvaRing selbst in die Vagina einsetzen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen Anweisungen geben, wenn Sie NuvaRing zum ersten Mal anwenden. Der Vaginalring muss am geeigneten Tag eingesetzt werden (siehe «Einsetzen des ersten Ringes») und 3 aufeinanderfolgende Wochen in der Vagina bleiben. Sie können jederzeit prüfen, ob der Ring noch in der Vagina ist.

Waschen Sie sich vor dem Einsetzen oder Entfernen des Rings die Hände. Wählen Sie die Haltung, die Ihnen am bequemsten erscheint, z.B. Stehen mit einem angehobenen Bein, Hockstellung oder Liegen. Nehmen Sie NuvaRing aus dem Beutel. Halten Sie den Ring zwischen Daumen und Zeigefinger, drücken Sie die gegenüberliegenden Seiten zusammen und schieben Sie den Ring in die Vagina. Ist NuvaRing eingesetzt worden, sollten Sie ihn nicht spüren. Verspüren Sie ein unangenehmes Gefühl, schieben Sie NuvaRing vorsichtig tiefer in die Vagina hinein. Die genaue Position des Rings innerhalb der Vagina spielt keine Rolle.

Nach 3 Wochen wird NuvaRing entfernt, indem man den Zeigefinger unter den vorderen Rand einhakt oder den Rand zwischen Daumen und Zeigefinger festhält und den Ring dann herauszieht. Der gebrauchte Ring sollte in den Beutel zurückgesteckt und in einem Müllbehälter entsorgt werden (nicht in die Toilette spülen). Daraufhin soll eine Anwendungspause von einer Woche Dauer eingehalten werden.

Der Vaginalring muss vom Tag des Einsetzens an während 3 aufeinanderfolgenden Wochen ununterbrochen in der Vagina bleiben. Nach 3 Wochen ist der Ring am gleichen Wochentag und ungefähr zur gleichen Tageszeit zu entfernen, wie er eingesetzt wurde (wenn Sie NuvaRing zum Beispiel an einem Mittwoch um 22 Uhr eingesetzt haben, sollten Sie den Ring 3 Wochen später am Mittwoch gegen 22 Uhr wieder herausnehmen).

Während der Anwendungspause von einer Woche kommt es gewöhnlich 2?3 Tage nach Entfernen des Rings zu einer Abbruchblutung.

Nach der einwöchigen Anwendungspause wird am gleichen Wochentag und ungefähr zur gleichen Tageszeit wie beim vorhergehenden Zyklus ein neuer Ring in die Vagina eingeführt, auch wenn die Abbruchblutung noch nicht aufgehört hat. Tragen Sie das Datum des Einsetzens und Entfernens von NuvaRing in Ihre Agenda ein, damit Sie den jeweiligen Zeitpunkt nicht verpassen. Auf der letzten Seite dieser Packungsbeilage finden Sie Kleber, die Ihnen als Erinnerungshilfe für das rechtzeitige Einsetzen und Entfernen von NuvaRing dienen sollen.

Wenn Sie die oben erwähnte Verfahrensweise einhalten, wird Ihre Entzugsblutung alle 4 Wochen an etwa den gleichen Tagen auftreten.

Einsetzen des ersten Ringes

Wenn im vorhergehenden Monat kein hormonales Kontrazeptivum verwendet wurde

Setzen Sie den ersten NuvaRing am ersten Tag Ihres natürlichen Zyklus ein (als Tag 1 gilt der erste Tag Ihrer Monatsblutung). Sie können mit NuvaRing auch zwischen dem Tag 2 und Tag 5 beginnen, falls Sie aber während der ersten 7 Tage nach Einsetzen von NuvaRing Geschlechtsverkehr haben, ist eine zusätzliche mechanische empfängnisverhütende Methode anzuwenden (z.B. Kondom). Diese Anweisung ist nur während der Anwendung dieses ersten Ringes zu befolgen.

Wenn im vorhergehenden Monat eine kombinierte Pille verwendet wurde

Setzen Sie NuvaRing spätestens an dem Tag ein, der auf die Einnahmepause Ihrer gegenwärtig verwendeten Pille folgt. Enthält Ihr Pillenpäckchen auch inaktive Tabletten (Plazebotabletten), beginnen Sie mit NuvaRing spätestens an dem Tag, der auf die Einnahme der letzten inaktiven Tablette folgt. Falls Sie sich nicht sicher sind, um welche es sich dabei handelt, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Verlängern Sie das hormonfreie Intervall Ihrer momentan verwendeten Pille nie über die empfohlene Zeitdauer hinaus.

Wenn im vorhergehenden Monat ein Verhütungs-Pflaster verwendet wurde

Setzen Sie NuvaRing spätestens an dem Tag ein, der auf Ihre übliche pflasterfreie Pause folgt.

Verlängern Sie die pflasterfreie Pause nie über die empfohlene Zeitdauer hinaus.

Wenn im vorhergehenden Monat eine Minipille (Gestagen-Mono-Pille) verwendet wurde

Sie können mit der Einnahme der Minipille jederzeit aufhören und NuvaRing am darauf folgenden Tag zur gleichen Zeit einsetzen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie während der ersten sieben Tage nach Einsetzen von NuvaRing eine zusätzliche mechanische empfängnisverhütende Methode anwenden (z.B. Kondom).

Wenn im vorhergehenden Monat ein Injektionspräparat oder Implantat oder ein Gestagen abgebendes Intrauterinpessar (Spirale) verwendet wurde

Beginnen Sie mit der Anwendung von NuvaRing an dem Tag, an welchem die nächste Injektion fällig ist bzw. an dem Tag, an welchem das Implantat oder das Intrauterinpessar entfernt wird. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie während der ersten sieben Tage nach Einsetzen des Rings eine zusätzliche mechanische empfängnisverhütende Methode anwenden (z.B. Kondom).

Anwendung nach einer Geburt oder nach einem Abort nach den ersten 3 Monaten

Nach einer Geburt oder nach Abort nach den ersten 3 Monaten sollte, wegen des in dieser Phase erhöhten Risikos thromboembolischer Erkrankungen, mit der Anwendung des Ringes frühestens in der 4. Woche nach der Entbindung bzw. dem Abort begonnen werden. Wird später begonnen, sollte in den ersten sieben Tagen der Anwendung von NuvaRing zusätzlich ein barrierebildendes Kontrazeptivum angewendet werden. Hat bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden, sollte vor Beginn der Anwendung eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste natürliche Menstruation abgewartet werden.

Anwendung nach einer Fehlgeburt oder einem Abort in den ersten 3 Monaten

Sie können den NuvaRing sofort einsetzen. Dabei brauchen Sie keine weiteren Verhütungsmassnahmen zu ergreifen. Ist kein sofortiges Anwenden erwünscht, sollten Sie die Hinweise unter der Rubrik «Wenn im vorhergehenden Monat kein hormonales Kontrazeptivum verwendet wurde» beachten. In der Zwischenzeit sollten Sie ein barrierebildendes Kontrazeptivum anwenden.

Wenn Sie mehr als einen NuvaRing eingesetzt haben (Überdosierung)

Es gibt keine Berichte über schwerwiegende Vorkommnisse aufgrund einer Überdosis von Hormonen aus dem NuvaRing. Sollten Sie versehentlich mehr als einen Ring eingesetzt haben, könnten Übelkeit, Erbrechen und vaginale Blutungen auftreten. Sollten Sie feststellen, dass ein Kind mit Hormonen aus dem NuvaRing in Berührung kam, konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Beenden der Anwendung von NuvaRing

Sie können jederzeit mit der Anwendung von NuvaRing aufhören. Wenn Sie nicht schwanger werden möchten, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin nach anderen Methoden zur Geburtenkontrolle.

Wenn Sie die Anwendung von NuvaRing beenden um schwanger zu werden, wird im Allgemeinen empfohlen, zu warten bis Sie eine natürliche Menstruation hatten bevor Sie versuchen schwanger zu werden. Dies hilft Ihnen auch bei der Berechnung des Geburtstermins.

Nach Absetzen von hormonalen Empfängnisverhütungsmitteln stellen die meisten Frauen fest, dass Ihre Perioden sich innerhalb von einem oder zwei Monaten normalisieren. Sollte es jedoch innerhalb der ersten 2?3 Monate zu keinem normalen Zyklusverlauf kommen, suchen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Verhalten bei Abweichungen von der empfohlenen Anwendungsweise

Wenn Sie den Ring mehr als 1 Woche nicht verwendet haben (vergessenes Wiedereinsetzen des Ringes nach der ringfreien Periode)

Sobald die vergessene Applikation bemerkt wird, sollten Sie einen neuen Ring in die Vagina einsetzen, sobald Sie daran denken. Falls Sie in den kommenden 7 Tagen Geschlechtsverkehr haben, verwenden Sie ein zusätzliches mechanisches Verhütungsmittel (z.B. Kondom). Falls Sie in der Zeit ohne Ring Geschlechtsverkehr hatten, besteht die Möglichkeit, dass Sie schwanger sind. Informieren Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Je länger die Zeit ohne Ring andauert, umso höher ist das Risiko einer Schwangerschaft.

Ring zeitweilig ausserhalb der Vagina (wenn der Ring versehentlich ausgestossen wurde, siehe «Versehentliches Ausstossen des Ringes»)

Um eine Schwangerschaft zu verhüten gibt NuvaRing langsam Hormone in den Körper ab. Wenn der Ring für mehr als 3 Stunden ausserhalb der Vagina ist, werden über eine zu lange Zeitspanne keine Hormone mehr abgegeben und die empfängnisverhütende Wirkung kann herabgesetzt sein. Deshalb darf der Ring nicht länger als 3

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Neben den unter «Wann ist bei der Anwendung von NuvaRing Vorsicht geboten?» genannten unerwünschten Wirkungen können bei der Anwendung von NuvaRing die folgenden Nebenwirkungen auftreten:

Häufig

Kopfschmerzen, Migräne.

Vaginalausfluss, Entzündung der Vagina, Pilzinfektionen.

Juckreiz im Genitalbereich.

Gewichtszunahme.

Übelkeit, Unterbauchschmerzen.

Spannungsgefühl in der Brust.

Depression.

Monatsbeschwerden (Dysmenorrhö).

Akne.

Verringerter Geschlechtstrieb (Libido).

Ausstossung des Rings, Fremdkörpergefühl.

Gelegentlich

Vaginalschmerzen, vaginale Trockenheit, vaginaler Geruch etc.

Menstruationsstörungen, prämenstruelles Syndrom.

Brustbeschwerden.

Hautausschlag, Haarausfall, Ekzem, Juckreiz.

Schwindel, vermindertes Tastgefühl.

Ängstlichkeit, Stimmungsveränderungen, Stimmungsschwankungen.

Erbrechen, Durchfall, Verstopfung.

Gesteigerter Appetit.

Harnweg- oder Blaseninfektion, Pilzinfektionen, vaginale Infektionen.

Harnbeschwerden, Drang zur häufigen Harnentleerung.

Gebärmutterhals-Entzündung.

Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerzen in den Gliedmassen.

Müdigkeit, Unwohlsein, Reizbarkeit.

Bluthochdruck.

Sehstörungen.

Hitzewallungen.

Schwierigkeiten beim Einführen/Entfernen des Rings, gebrochener Ring.

Schmerzen bzw. Blutungen beim Geschlechtsverkehr.

Selten

Hypersensibilität.

Nesselfieber.

Lokale Reaktionen am Penis beim Partner.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, insbesondere falls diese schwerwiegender oder dauerhafter Art sind, oder wenn eine Änderung in Ihrem Gesundheitszustand eintreten sollte, von der Sie annehmen, dass diese durch NuvaRing verursacht wird.

Wie soll es aufbewahrt werden?

NuvaRing muss zwischen 2?30 °C in der Originalpackung vor Licht geschützt gelagert und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Falls ein Kind mit NuvaRing in Berührung gekommen ist, sollten Sie dies dem Arzt bzw. der Ärztin melden.

NuvaRing muss innerhalb von 4 Monaten ab Abgabedatum verwendet werden. Falls das Verfalldatum vor diesen 4 Monaten abläuft, ist dieses massgebend.

Verwenden Sie das Arzneimittel nicht, wenn Sie eine Farbveränderung des Ringes oder andere sichtbare Zeichen einer Qualitätsveränderung feststellen!

Nach der Entfernung sollte der NuvaRing im wiederverschliessbaren Sachet mit dem üblichen Haushaltsabfall entsorgt werden, um einen versehentlichen Personenkontakt zu vermeiden. NuvaRing sollte nicht in der Toilette entsorgt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Weitere Informationen

1 NuvaRing enthält: 11,7 mg Etonogestrel und 2,7 mg Ethinylestradiol sowie als Hilfsstoffe Ethylen-Vinylacetat-Copolymer und Magnesiumstearat.

Jeder Ring ist in einem wiederverschliessbaren Beutel verpackt.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK