Autor: Dr. Robert Winzer Pharma GmbH


Langinformationen

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Clonid®-Ophtal® 6 % wird angewendet bei
- okularer Hypertension (Augeninnendruckerhöhung) sowie
- allen Formen des Glaukoms (grüner Star).
Clonid®-Ophtal® 6 % darf nicht angewendet werden bei
- Bradykardie (langsamer Herzschlag),
- Hypotonie (niedriger Blutdruck),
- Gefäßsklerose (Verdickung und Verhärtung der Gefäßwand),
- Sinusknotensyndrom (Herzrhythmusstörungen),
- AV-Block II. und III. Grades (eine bestimmte Form von Überleitungsstörungen am Herzen),
- Schwangerschaft und Stillzeit,
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Clonidinhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile.

Inhaltsverzeichnis
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Wie wird es angewendet?
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie soll es aufbewahrt werden?
Weitere Informationen

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Clonid®-Ophtal® 6 % ist erforderlich
Clonid®-Ophtal® 6 % darf nur in die Augen eingetropft und nicht anderweitig eingenommen werden.
Da die Einnahme bei Kindern zu schweren Vergiftungen führen kann, ist das Präparat an einem sicheren Ort aufzubewahren. Beim Kleinkind kann schon die Einnahme von einem Tropfen oder das Ablutschen der Flasche eine Gefährdung darstellen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker.
Schwangerschaft
Da keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Clonid®-Ophtal® 6 % in der Schwangerschaft vorliegen, sollten Sie Clonid®-Ophtal® 6 % während der Schwangerschaft nicht anwenden.
Stillzeit
Der Wirkstoff aus Clonid®-Ophtal® 6 % geht in die Muttermilch über, daher sollten Sie Clonid®-Ophtal® 6 % in der Stillzeit nicht anwenden. Ist eine Anwendung während der Stillzeit erforderlich, ist abzustillen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Durch individuell unterschiedlich auftretende Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, bei Arbeiten ohne sicheren Halt oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatwechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder Beruhigungs- und Schlafmitteln.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Clonid®-Ophtal®
6 %
Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen.
Benzalkoniumchlorid kann zur Verfärbung weicher Kontaktlinsen führen. Vermeiden Sie den Kontakt mit weichen Kontaktlinsen. Kontaktlinsen müssen Sie vor der Anwendung entfernen und dürfen diese frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einsetzen.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Clonid®-Ophtal® 6 % anzuwenden?
Wenden Sie Clonid®-Ophtal® 6 % immer genau nach der Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Zur Anwendung am Auge.
Soweit nicht anders verordnet, 2- bis 3-mal täglich 1 Tropfen in das erkrankte bzw. in die erkrankten Augen träufeln. Dazu beugen Sie den Kopf leicht nach hinten, blicken nach oben und ziehen das Unterlid mit dem Zeigefinger etwas vom Auge ab. Durch Druck auf das senkrecht gehaltene Fläschchen tropfen Sie einen Tropfen Clonid®-Ophtal® 6% in den unteren Bindehautsack. Bringen Sie die Tropföffnung nicht mit dem Auge in Berührung. Nach dem Eintropfen schließen Sie langsam das Auge, damit sich die Flüssigkeit gut verteilt. Das Fläschchen nach dem Gebrauch sofort verschließen.
Mögliche systemische Nebenwirkungen können reduziert werden, indem man nach der Anwendung etwa 1 Minute lang mit dem Finger einen Druck auf den Tränenkanal ausübt.
Die Ersteinstellung erfolgt stets mit der niedrigsten Clonidin-Konzentration (6 %). Die höhere Konzentration ( %) ist nur bei gegebener therapeutischer Erfordernis anzuwenden.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Clonid®-Ophtal® 6 % zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge Clonid®-Ophtal® 6 % angewendet haben, als Sie sollten
Versehentliche einmalige Überdosierung von Clonid®-Ophtal® 6% am Auge löste bisher keine der bekannten Nebenwirkungen aus.
Die therapeutische Wirkung am Auge kann verstärkt werden.
Bei einer Überdosierung bzw. Vergiftung nach Verschlucken von größeren Mengen von Clonid®-Ophtal® 6% können abhängig von der geschluckten Menge und dem Körpergewicht folgende Symptome auftreten:
Das klinische Bild zeigt abhängig vom Ausmaß der Intoxikation (Menge, die verschluckt wurde) im Wesentlichen kardiovaskuläre (das Herz und die Blutgefäße betreffende) und das zentrale Nervensystem betreffende Symptome: Kopfschmerzen, Unruhe, Nervosität, Zittern, Übelkeit und Erbrechen, Hautblässe, Verengung der Pupille (Lichtreflexe vorhanden), Mundtrockenheit, Beruhigung bis Schläfrigkeit, Benommenheit, erniedrigter Blutdruck, orthostatische Beschwerden, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, langsamer Herzschlag, Herzrhythmusstörungen (AV-Blockierungen), abgeschwächte oder fehlende Reflexe, Hypothermie (Untertemperatur).
Nach hohen Dosen sind auch Blutdruckanstiege möglich. In schweren Fällen Atemdepression mit kurzen Apnoe-Phasen (Atemstillstand-Phasen), Bewusstlosigkeit.
Therapiemaßnahmen
Neben allgemeinen Maßnahmen (primäre Giftentfernung, z. B. Erbrechen auslösen, Magenspülung) müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht und ggf. korrigiert werden: ggf. künstliche Beatmung, externer Schrittmacher, i.v.-Gabe von Sympathomimetika und/oder Plasmaexpander. Bei Bradykardie subkutan oder i.v.-Gabe von Atropin unter EKG-Kontrolle.
Antidot
Der Nutzen der -Blocker (Tolazolin, Phentolamin) als spezifisches Antidot ist umstritten, ein Schaden ist jedoch nicht zu erwarten.
Tolazolin (Bezug z. B. über eine internationale Apotheke):
10 mg Tolazolin i.v. oder 50 mg oral heben die Wirkung von etwa 0,600 mg Clonidinhydrochlorid auf; je nach Wirkung ist eine wiederholte Gabe möglich. Bei Kindern
Wenn Sie die Anwendung von Clonid®-Ophtal® 6 % vergessen haben
Wenden Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge an, sondern führen Sie die Anwendung wie in der Dosierungsanweisung beschrieben, bzw. wie von Ihrem Arzt verordnet, weiter. Holen Sie die vergessene Anwendung nicht nach.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Clonid®-Ophtal® 6 % Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

  • Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
  • Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
  • Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
  • Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
  • Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
  • Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Häufig Müdigkeit, Mundtrockenheit, Blutdruckabfall und Schwindel (dosisabhängig und meist nur vorübergehend bei Therapiebeginn), Augenbrennen.
Gelegentlich Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen, Fremdkörpergefühl, Augenrötung.
Selten Stuhlverstopfung (Obstipation), Kribbeln und Kältegefühl in den Gliedmaßen (Parästhesien), Schlafstörungen, allergische Reaktionen, langsame Herzschlagfolge (Bradykardie) (nur bei hoher Dosierung).
Träger von Kontaktlinsen sollten die häufig zu beobachtende Verminderung des Tränenfilms beachten.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Arzneimittel darf nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwendet werden (siehe Faltschachtel).
Nach dem ersten Öffnen darf Clonid®-Ophtal® 6 % höchstens 6 Wochen verwendet werden.
Nicht über 25° C lagern.

Weitere Informationen

Worauf müssen Sie noch achten?
Nach Beginn der Therapie mit Clonidin sind Blutdruckabfälle (Hypotonien) und bei Absetzen von Clonidin krisenartige Blutdrucksteigerungen beobachtet worden. Deshalb sollte der Blutdruck bei Therapiebeginn, Dosisveränderung und Therapieende besonders sorgfältig kontrolliert werden.
Hinweis für Kontaklinsenträger:
Nehmen Sie Kontaktlinsen vor dem Eintropfen heraus und setzen Sie diese frühestens nach 15 Minuten wieder ein.
Bei Anwendung von Clonid®-Ophtal® 6 % mit anderen Arzneimitteln:
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Wirkung von Clonid®-Ophtal® 6 %:
Bei gleichzeitiger Gabe von -Blockern kann es vermehrt zu Bradykardien (langsame Schlagfolge des Herzens mit niedriger Pulsfrequenz) und Herzrhythmusstörungen (z. B. AV-Block) kommen. Auch bei Einnahme von Herzglykosiden (Digitalis-Präparate) in Kombination mit hohen Dosen Clonidin können vermehrt Bradykardien und AV-Dissoziationen auftreten.
Einfluss von Clonid®-Ophtal® 6 % auf die Wirkung anderer Arzneimittel:
Die Wirkung anderer bluthochdrucksenkender Arzneimittel (Hydralazin, Dihydralazin, Nifedipin, Diuretika, Captopril, Guanethidin) wird durch Kombination mit Clonidin verstärkt.
Bei Hypertonikern (Patienten mit hohem Blutdruck) kann daher eine Dosisreduktion gleichzeitig verordneter blutdrucksenkender Medikamente notwendig sein.
Trizyklische Antidepressiva können zur Abschwächung bzw. Aufhebung der
Clonidin-bedingten Blutdrucksenkung führen. Arzneimittel mit Wirkung auf das Zentralnervensystem sowie Alkohol verstärken die sedierende Clonidin-Wirkung.
Die gleichzeitige Anwendung pharmakologisch ähnlich wirkender Stoffe wie Alpha-Methyldopa, Guanfacin, Guanabenz oder Reserpin ist nicht sinnvoll.
Falls Sie zusätzlich andere Augentropfen/Augensalben anwenden, sollte zwischen diesen ein zeitlicher Abstand von ca. 15 Minuten eingehalten werden.
Augensalben sollten stets als Letztes angewendet werden.
Was Clonid®-Ophtal® 6 % enthält
Der Wirkstoff ist Clonidinhydrochlorid.
1 ml Augentropfen enthält 0,625 mg Clonidinhydrochlorid.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Benzalkoniumchlorid 0,1 mg; Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat; Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat (Ph.Eur.); Hypromellose; Wasser für Injektionszwecke.
Es sind Packungen mit 10 ml Augentropfen (N1) und Packungen mit 3 x 10 ml Augentropfen (N3) je Tropfflasche erhältlich.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
DR. WINZER PHARMA GMBH, Brunsbütteler Damm 165-173, 13581 Berlin
Telefon: 030-33093-5073
Telefax: 030-33093-305
E-Mail: service@drwinzer.de
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2007.
Verschreibungspflichtig Zul.-Nr. 6011506.00.00
DR. WINZER PHARMA GMBH, 13581 Berlin
(Druck-Nr.)
(EDV-Nr.)

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