Tirofiban HEXAL 50 Mikrogramm/ml Infusionslösung

Abbildung Tirofiban HEXAL 50 Mikrogramm/ml Infusionslösung
Wirkstoff(e) Tirofiban
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Hexal Aktiengesellschaft
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 22.11.2012
ATC Code B01AC17
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Antithrombotische Mittel

Zulassungsinhaber

Hexal Aktiengesellschaft

Gebrauchsinformation

Was ist es und wof√ľr wird es verwendet?

Tirofiban HEXAL wird zur Unterst√ľtzung des Blutflusses zu Ihrem Herzen sowie zur Verhinderung einer Herzenge oder eines Herzinfarktes verwendet. Es bewirkt, dass Blutpl√§ttchen, bestimmte Zellen in Ihrem Blut, daran gehindert werden, Blutgerinnsel zu bilden.

Dieses Arzneimittel kann auch bei Patienten verwendet werden, deren Herzkranzgefäße mit einem Ballon aufgedehnt werden (perkutane Koronarintervention oder PCI). Dies ist ein Verfahren zur Verbesserung des Blutflusses zum Herzen, bei dem gegebenenfalls ein kleines Röhrchen (Stent) eingesetzt wird.

Tirofiban HEXAL ist zur Anwendung mit Acetylsalicylsäure und unfraktioniertem Heparin vorgesehen.

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Was m√ľssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Tirofiban HEXAL darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Tirofiban oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • wenn Sie eine innere Blutung haben oder innerhalb der letzten 30 Tage hatten.
  • wenn Sie in der Vergangenheit eine Blutung im Gehirn, einen Gehirntumor oder abnormale Blutgef√§√üe im Gehirn hatten.
  • wenn Sie einen ausgepr√§gten, unkontrollierten hohen Blutdruck (maligne Hypertonie) haben.
  • wenn Sie eine geringe Zahl von Blutpl√§ttchen (Thrombozytopenie) oder Probleme mit der Blutgerinnung haben.
  • wenn Sie bei einer fr√ľheren Behandlung mit Tirofiban oder einem anderen Arzneimittel aus der gleichen Gruppe von Medikamenten eine Thrombozytopenie entwickelt haben.
  • wenn Sie innerhalb der letzten 30 Tage einen Schlaganfall oder irgendwann fr√ľher einen Schlaganfall durch Hirnblutung hatten.
  • wenn Sie innerhalb der letzten 6 Wochen eine schwere Verletzung oder eine gr√∂√üere Operation hatten.
  • wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben.

Ihr Arzt wird Ihre medizinische Krankengeschichte √ľberpr√ľfen, um festzustellen, ob Sie ein erh√∂htes Risiko f√ľr Nebenwirkungen in Verbindung mit der Verabreichung dieses Arzneimittels haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Tirofiban HEXAL anwenden, wenn Sie Folgendes haben oder hatten:

  • irgendwelche medizinischen Probleme
  • irgendwelche Allergien
  • kardiopulmonale Wiederbelebung, eine Biopsie oder ein Verfahren zur Zertr√ľmmerung von Nierensteinen innerhalb der letzten 2 Wochen
  • eine schwere Verletzung oder eine gr√∂√üere Operation innerhalb der letzten 3 Monate
  • ein Geschw√ľr im Magen oder Darm (Zw√∂lffingerdarm) innerhalb der letzten 3 Monate
  • Blutungsereignisse in j√ľngerer Zeit (innerhalb eines Jahres), wie etwa Blutungen in Magen oder Darm oder Blut in Ihrem Urin oder Stuhl
  • Eingriff an der Wirbels√§ule in j√ľngerer Zeit
  • fr√ľhere oder aktuelle Symptome einer Spaltung der Aorta (Aortendissektion)
  • unkontrollierten hohen Blutdruck (Hypertonie)
  • eine Entz√ľndung der Auskleidung um Ihr Herz herum (Perikarditis)
  • eine Entz√ľndung der Blutgef√§√üe (Vaskulitis)
  • Probleme mit den Blutgef√§√üen im hinteren Bereich Ihres Auges (Netzhaut)
  • Behandlung mit Medikamenten, die helfen, Blutgerinnsel zu vermeiden oder aufzul√∂sen
  • Nierenprobleme
  • ein spezieller intraven√∂ser Zugang, der innerhalb der letzten 24 Stunden unter Ihrem Schl√ľsselbein gelegt wurde
  • Herzschw√§che (Herzinsuffizienz)
  • sehr niedrigen Blutdruck durch ein insuffizientes Herz (kardiogener Schock)
  • eine Lebererkrankung
  • niedrige Anzahl von Blutzellen oder An√§mie

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Anwendung von Tirofiban HEXAL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Im Allgemeinen kann Tirofiban HEXAL mit anderen Arzneimitteln verwendet werden. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, k√ľrzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, da einige Medikamente sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeintr√§chtigen k√∂nnen. Es ist besonders wichtig, Ihren Arzt zu informieren, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die helfen, Ihre Blutgerinnung zu hemmen, wie etwa Warfarin.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Verkehrst√ľchtigkeit und F√§higkeit zum Bedienen von Maschinen

Aufgrund Ihres Krankheitszustands werden Sie während der Anwendung von Tirofiban HEXAL nicht in der Lage sein, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen.

Tirofiban HEXAL enthält Natrium

Ein Infusionsbeutel (250 ml) enth√§lt 31 mmol (oder 715 mg) Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme Di√§t einhalten m√ľssen, sollten Sie dies ber√ľcksichtigen.

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Wie wird es angewendet?

Tirofiban HEXAL sollte von einem qualifizierten Arzt verordnet werden, der Erfahrung in der Behandlung von Herzanfällen hat.

Sie haben oder werden Tirofiban HEXAL in eine Vene verabreicht bekommen. Ihr Arzt legt die geeignete Dosis fest, abhängig von Ihrem Zustand und Ihrem Gewicht.

Wenn Sie eine größere Menge von Tirofiban HEXAL angewendet haben, als

Sie sollten

Ihre Dosis von Tirofiban HEXAL wird von Ihrem Arzt und Apotheker sorgf√§ltig √ľberwacht und gepr√ľft.

Das am h√§ufigsten berichtete Symptom einer √úberdosierung ist Bluten. Wenn Sie eine Blutung bemerken, sollten Sie Ihren Arzt unverz√ľglich benachrichtigen.

Wenn Sie die Anwendung von Tirofiban HEXAL vergessen haben

Ihr Arzt wird entscheiden, wann die Dosis verabreicht wird.

Wenn Sie die Anwendung von Tirofiban HEXAL abbrechen

Ihr Arzt wird entscheiden, wann die Behandlung abgebrochen werden sollte. Wenn Sie Ihre Behandlung jedoch fr√ľher abbrechen m√∂chten, sollten Sie andere Optionen mit Ihrem Arzt besprechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten m√ľssen.

Die häufigste Nebenwirkung der Behandlung mit Tirofiban HEXAL ist eine Blutung, die an jeder Stelle im Körper auftreten kann. Dies kann ernste Folgen haben und in seltenen Fällen tödlich sein.

Wenn Nebenwirkungen auftreten, können sie medizinischen Beistand erfordern.

Wenn Sie w√§hrend der Anwendung von Tirofiban HEXAL eines der folgenden Symptome entwickeln, sollten Sie unverz√ľglich Ihren Arzt kontaktieren:

  • Anzeichen einer Blutung im Sch√§del, wie beispielsweise Schmerzen im Kopf, sensorische Beeintr√§chtigungen (Sehen oder H√∂ren), Schwierigkeiten beim Sprechen, Taubheitsgef√ľhl oder Probleme mit Bewegungen oder Gleichgewicht
  • Anzeichen einer inneren Blutung wie beispielsweise Husten von Blut oder Blut in Ihrem Urin oder Stuhl
  • Anzeichen ernster allergischer Reaktionen wie etwa Schwierigkeiten beim Atmen und Benommenheit

Nachfolgend finden Sie eine Liste von Nebenwirkungen, die bei einigen Patienten nach der Behandlung mit Tirofiban aufgetreten sind. Die Nebenwirkungen sind nach abnehmender Häufigkeit des Auftretens geordnet. Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Blutung nach Operation
  • Blutung unter der Haut an der Stelle einer Injektion oder in einen Muskel, die eine Schwellung verursacht
  • kleine rote Bluterg√ľsse an der Haut
  • unsichtbares Blut im Urin oder Stuhl
  • √úbelkeit
  • Kopfschmerzen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Blut im Urin
  • Husten von Blut
  • Nasenbluten
  • Blutungen am Zahnfleisch und in der Mundh√∂hle
  • Blutung aus einer Gef√§√üpunktionsstelle
  • Verringerung der roten Blutk√∂rperchen (reduzierter H√§matokrit- und H√§moglobinwert)
  • Abnahme der Blutpl√§ttchenzahl unter 90.000/mm3
  • Fieber

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Blutung im Magen oder Darm
  • Erbrechen von Blut
  • Abnahme der Blutpl√§ttchenzahl unter 50.000/mm3

Nicht bekannt (H√§ufigkeit auf Grundlage der verf√ľgbaren Daten nicht absch√§tzbar):

  • Blutung im Sch√§del
  • H√§matom in der Wirbels√§ulenregion
  • Blutung der inneren Organe im Bauchraum
  • Ansammlung von Blut um das Herz herum
  • Blutung in der Lunge
  • akute und/oder starke Abnahme der Blutpl√§ttchenzahl unter 20.000/mm3
  • schwere allergische Reaktionen mit Engegef√ľhl des Brustraums, Nesselsucht oder Nesselfieber, einschlie√ülich Reaktionen, die Atemschwierigkeiten und Benommenheit verursachen

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch f√ľr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie k√∂nnen Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, k√∂nnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen √ľber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verf√ľgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel f√ľr Kinder unzug√§nglich auf.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Beutel und der √§u√üeren Umh√ľllung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht einfrieren. Infusionsbeutel in Folienschutzh√ľlle aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu sch√ľtzen.

Sie d√ľrfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:

Sichtbare Partikel oder Verfärbung der Lösung.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

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Weitere Informationen

Was Tirofiban HEXAL enthält

  • Der Wirkstoff ist: Tirofiban (als Tirofibanhydrochlorid-Monohydrat) 1 ml Tirofiban HEXAL Infusionsl√∂sung enth√§lt 56 Mikrogramm Tirofibanhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 50 Mikrogramm Tirofiban.
  • Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Mannitol (Ph.Eur.), Natriumchlorid, Wasser f√ľr Injektionszwecke, Salzs√§ure und/oder Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung).
    Enthält Natrium.

Wie Tirofiban HEXAL aussieht und Inhalt der Packung

Tirofiban HEXAL ist eine klare, farblose L√∂sung erh√§ltlich im 250 ml Kunststoffinfusionsbeutel, farblos, dreilagige Polypropylenfolie mit Auslasshahn. Verpackt in einer dreifach-laminierten Schutzh√ľlle.

Packungsgröße:

1 Infusionsbeutel mit 250 ml Infusionslösung

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG Industriestraße 25 83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Portugal Tirofibano Sandoz Deutschland Tirofiban
HEXAL 50 Mikrogramm/ml Infusionslösung  

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt √ľberarbeitet im Januar 2018.

Die folgenden Informationen sind f√ľr medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dieses Arzneimittel ist ausschlie√ülich f√ľr die Anwendung im Krankenhaus durch Fach√§rzte, die auf die Behandlung akuter Koronarsyndrome spezialisiert sind, bestimmt.

Tirofiban HEXAL soll zusammen mit unfraktioniertem Heparin und oralen Thrombozytenaggregationshemmern, einschließlich Acetylsalicylsäure angewendet werden.

Dosierung und Art der Anwendung

Bei Patienten, die mit einer fr√ľhinvasiven Strategie beim Nicht-ST-Hebungs-Akutem Koronarsyndrom (NSTE-ACS) behandelt werden, bei denen aber f√ľr mindestens innerhalb der n√§chsten 4 Stunden und bis zu 48 Stunden nach der Diagnose keine Angiographie geplant ist, wird Tirofiban HEXAL intraven√∂s mit einer initialen Infusionsrate von 0,4 Mikrogramm/kg/min f√ľr 30 Minuten gegeben. Nach Beendigung der Initialinfusion sollte Tirofiban HEXAL mit einer Erhaltungsinfusionsrate von 0,1 Mikrogramm/kg/min fortgesetzt werden. Tirofiban soll mit unfraktioniertem Heparin (in der Regel intraven√∂ser Bolus von 50-60 Einheiten (IE)/kg gleichzeitig mit Beginn der Therapie mit Tirofiban, dann mit ca. 1000 IE pro Stunde, titriert anhand der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT), welche ca. das 2fache des Normalwerts betragen sollte) und, sofern nicht kontraindiziert, oralen Thrombozytenaggregationshemmern angewendet werden, einschlie√ülich, jedoch nicht beschr√§nkt auf Acetylsalicyls√§ure.

Bei Patienten mit NSTE-ACS, die innerhalb der ersten 4 Stunden nach der Diagnose mit einer PCI behandelt werden sollen, sowie bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt, bei denen eine prim√§re PCI vorgesehen ist, sollte Tirofiban als Initialbolus von 25 Mikrogramm/kg √ľber 3

Minuten verabreicht werden, gefolgt von einer kontinuierlichen Erhaltungsinfusion mit einer Rate von 0,15 Mikrogramm/kg/min √ľber 12 bis 24, und bis zu 48 Stunden. Tirofiban sollte mit unfraktioniertem Heparin (Dosierung wie oben beschrieben) und, sofern nicht kontraindiziert, oralen Thrombozytenaggregationshemmern verabreicht werden, einschlie√ülich, jedoch nicht beschr√§nkt auf Acetylsalicyls√§ure.

√Ąltere Patienten

F√ľr √§ltere Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist die Dosierung von Tirofiban um 50 % zu verringern.

Kinder

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tirofiban bei Kindern wurde nicht bewertet. Es sind keine Daten vorhanden.

Beginn und Dauer der Therapie mit Tirofiban HEXAL

Bei Patienten, die mit einer fr√ľhinvasiven Strategie wegen NSTE-ACS behandelt werden, bei denen aber mindestens innerhalb der n√§chsten 4 Stunden und bis zu 48 Stunden nach der Diagnose keine Angiographie vorgesehen ist, sollte das Tirofiban-Initialdosis-Regime mit 0,4 Mikrogramm/kg/min nach der Diagnose eingeleitet werden. Die empfohlene Behandlungsdauer der Erhaltungsinfusion sollte mindestens 48 Stunden betragen.

Die Infusion von Tirofiban und unfraktioniertem Heparin kann w√§hrend einer Koronarangiographie fortgesetzt werden und sollte mindestens 12 und maximal 24 Stunden nach Angioplastie/Atherektomie beibehalten werden. Sobald der Patient klinisch stabil ist und vom behandelnden Arzt keine koronare Intervention geplant ist, sollte die Infusion abgesetzt werden. Die gesamte Behandlungsdauer sollte 108 Stunden nicht √ľberschreiten.

Falls der mit NSTE-ACS diagnostizierte Patient mit einer invasiven Strategie behandelt wird und innerhalb der ersten 4 Stunden nach der Diagnose eine Angiographie erhält, sollte das Tirofiban-Bolus-Regime mit 25 Mikrogramm/kg zu Beginn der PCI eingeleitet und die Infusion während der nächsten 12-24 Stunden und bis zu höchstens 48 Stunden fortgesetzt werden.

Bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt, bei denen eine primäre PCI vorgesehen ist, sollte das Bolus-Regime sobald wie möglich nach der Diagnose eingeleitet werden.

Begleittherapie (unfraktioniertes Heparin, orale Thrombozytenaggregationshemmer einschließlich Acetylsalicylsäure)

Die Therapie mit unfraktioniertem Heparin wird mit einem intravenösen Bolus von 50-60 IE/kg begonnen und dann mit einer Erhaltungsinfusion von 1000 IE pro Stunde fortgesetzt. Die Heparindosierung wird so titriert, dass eine aPTT vom Doppelten des Normalwerts aufrechterhalten wird.

Alle Patienten sollten, sofern nicht kontraindiziert, vor Beginn der Tirofiban HEXAL-Therapie orale Thrombozytenaggregationshemmer erhalten, einschlie√ülich, jedoch nicht beschr√§nkt auf ASS. Diese Medikation sollte zumindest f√ľr die Dauer der Infusion von Tirofiban HEXAL fortgesetzt werden.

In den meisten Studien, die die Verabreichung von Tirofiban als Ergänzung zu PCI untersuchten, bestand die Therapie mit oralen Thrombozytenaggregationshemmern aus einer

Kombination von Acetylsalicyls√§ure und Clopidogrel. Die Wirksamkeit der Kombination von Tirofiban entweder mit Prasugrel oder Ticagrelor wurde nicht in randomisierten kontrollierten Studien gepr√ľft.

Wenn eine Angioplastie (PCI) durchgef√ľhrt werden muss, sollte Heparin nach der PCI abgesetzt und die Schleusen gezogen werden, sobald sich die Gerinnung normalisiert hat, z.B. wenn die aktivierte Gerinnungszeit (ACT) weniger als 180 Sekunden betr√§gt (√ľblicherweise 2-6 Stunden nach dem Absetzen von Heparin).

Inkompatibilitäten

Mit Diazepam wurde eine Inkompatibilität festgestellt. Deshalb sollten Tirofiban HEXAL und Diazepam nicht durch den gleichen intravenösen Zugang verabreicht werden.

Gebrauchsanweisung

Die Lösung nicht mit einer Spritze direkt aus dem Infusionsbeutel aufziehen.

√Ėffnen: Folienumverpackung seitlich am Schlitz aufrei√üen und Infusionsbeutel entnehmen. Eine gewisse Tr√ľbung des Kunststoffmaterials durch Feuchtigkeitsaufnahme w√§hrend der Sterilisation kann auftreten. Dies ist normal und beeinflusst weder Qualit√§t noch Sicherheit der L√∂sung. Die Tr√ľbung wird sich allm√§hlich verringern. Den inneren Beutel durch festes Dr√ľcken auf kleine Undichtigkeiten √ľberpr√ľfen. Wenn undichte Stellen gefunden werden, ist die L√∂sung zu entsorgen, da die Sterilit√§t beeintr√§chtigt sein kann.

Nicht verwenden, wenn die Lösung nicht klar und die Versiegelung nicht unversehrt ist.

Keine weiteren Arzneimittel zusetzen und keine Lösung mit einer Spritze direkt aus dem Infusionsbeutel aufziehen.

ACHTUNG: Kunststoff-Infusionsbeutel nicht in Serienverbindung verwenden. Dieses Vorgehen k√∂nnte zu einer Luftembolie f√ľhren, da Restluft aus dem ersten Infusionsbeutel gezogen werden k√∂nnte, bevor die Verabreichung der Fl√ľssigkeit aus dem zweiten Infusionsbeutel abgeschlossen ist.

Vorbereitung zur Verabreichung

  1. Infusionsbeutel an der √Ėse aufh√§ngen.
  2. Kunststoffschutzkappe vom Auslass an der Unterseite des Infusionsbeutels entfernen.
  3. Infusionsbesteck anbringen. Dabei die dem Besteck beiliegenden Anweisungen beachten.
  4. Entsprechend der Dosierungstabelle verabreichen.

Die folgende Tabelle dient als Dosierungsrichtlinie nach Körpergewicht des Patienten.

Patienten- gewicht (kg)Initialdosis 0,4 NormaleRegime mit Mikrogramm/kg/min Patienten0,4 PatientenInitialdosis-Regime mit Mikrogramm/kg/min mit schwerer Niereninsuffizienz25 NormaleBolus-Regime mit Mikrogramm/kg Patienten25 PatientenBolus-Regime mit Mikrogramm/kg mit schwerer Niereninsuffizienz
30 Min. initiale Infusions- rate (ml/h)Erhaltungs- infusions- rate (ml/h)30 Min. initiale Infusions- rate (ml/h)Erhaltungs- infusionsrate (ml/h)Bolus (ml)Erhaltungs- infusionsrate (ml/h)Bolus (ml)Erhaltungs- infusionsrate (ml/h)
30-371648217683

38-45

                 

46-54

                 

55-62

                 

63-70

                 

71-79

                 

80-87

                 

88-95

                 

96-104

                 

105-112

                 

113-120

                 

121-128

                 

129-137

                 

138-145

                 

146-153

                 
  • Parenteral anzuwendende Arzneimittel sollten, sofern es L√∂sung und Beh√§lter zulassen, vor Gebrauch auf sichtbare Partikel oder Verf√§rbung gepr√ľft werden.
  • Tirofiban HEXAL ist nur intraven√∂s anzuwenden und kann gemeinsam mit unfraktioniertem Heparin durch den gleichen Infusionsschlauch verabreicht werden.
  • Es wird empfohlen, Tirofiban HEXAL mit einem kalibrierten Infusionsbesteck zu verabreichen. Hierbei ist auf Sterilit√§t der Instrumente zu achten.
  • Es ist darauf zu achten, dass die Infusion mit der Initialdosis nicht verl√§ngert wird und dass die Infusionsraten der Erhaltungsdosis bezogen auf das Patientengewicht richtig berechnet werden.

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Wirkstoff(e) Tirofiban
Zulassungsland Deutschland
Hersteller Hexal Aktiengesellschaft
Betäubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 22.11.2012
ATC Code B01AC17
Abgabestatus Apothekenpflichtig
Verschreibungsstatus verschreibungspflichtig
Pharmakologische Gruppe Antithrombotische Mittel

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden