Was ist es und wofür wird es verwendet?

Trental 600 mg ist ein Arzneimittel zur Behandlung von peripheren Durchblutungsstörungen.
Trental 600 mg wird angewendet:
zur Verlängerung der Gehstrecke bei Patienten mit chronischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Stadium IIb nach Fontaine (intermittierendes Hinken), wenn andere Therapiemaßnahmen wie z. B. ein Gehtraining, gefäßlumeneröffnende und/oder rekonstruktive Verfahren nicht durchzuführen bzw. nicht angezeigt sind.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Trental 600 mg darf nicht eingenommen werden,
  • wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff Pentoxifyllin, andere Methylxanthine oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • bei einem akuten Herzinfarkt,
  • bei Hirnblutung oder anderen relevanten Blutungen (erhöhtes Blutungsrisiko),
  • bei Geschwüren im Magen und/oder Darmbereich,
  • bei Krankheitszuständen mit erhöhter Blutungsneigung,
  • bei Netzhautblutungen (erhöhtes Blutungsrisiko).
Treten Netzhautblutungen während der Behandlung mit Trental auf, ist Trental sofort abzusetzen.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bei den ersten Anzeichen für eine Überempfindlichkeitsreaktion ist Trental sofort abzusetzen und der Arzt zu benachrichtigen.
Bei Herzrhythmusstörungen, niedrigem Blutdruck, Verengung der Herzkranzgefäße, nach Herzinfarkt oder nach einer Operation ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.
Patienten mit bestimmten Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes und Mischkollagenosen) sollten Trental nur mit besonderer Vorsicht und unter ärztlicher Kontrolle anwenden.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Trental mit Arzneimitteln zur Hemmung der Blutgerinnung (orale Antikoagulanzien, Vitamin-K-Antagonisten) sind aufgrund des Blutungsrisikos eine sorgfältige ärztliche Überwachung und eine häufige Kontrolle der Gerinnungswerte (INR) erforderlich.
Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist bei Patienten erforderlich, die gleichzeitig mit Trental und folgenden Arzneimitteln behandelt werden:
  • blutzuckersenkende Arzneimittel zum Einnehmen oder Insulin,
  • Ciprofloxacin (Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen),
  • Blutplättchenhemmer (Thrombozytenaggregationshemmer),
  • Theophyllin (Arzneimittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen).
Während der Behandlung mit Trental sollten regelmäßige Blutbildkontrollen durchgeführt werden.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatininclearance unter 30 ml/min) oder bei schweren Leberfunktionsstörungen kann es zur verzögerten Ausscheidung von Pentoxifyllin kommen. In solchen Fällen sind eine Dosisreduktion und eine entsprechende Überwachung erforderlich (siehe auch Abschnitt 3.).
Kinder und Jugendliche
Es gibt keine Erfahrungen zur Anwendung von Trental bei Kindern und Jugendlichen.
Einnahme von Trental 600 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Blutdrucksenkende Arzneimittel (Antihypertensiva und Arzneimittel mit blutdrucksenkendem Potenzial)
Trental kann die Wirkung blutdrucksenkender Arzneimittel verstärken; eine verstärkte Blutdrucksenkung ist möglich.
Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulanzien)
Trental kann die Wirkung von Antikoagulanzien verstärken. Bei Patienten mit erhöhter Blutungs- bereitschaft aufgrund gleichzeitiger Gabe von gerinnungshemmenden Arzneimitteln können eventuell auftretende Blutungen verstärkt werden. Außerdem sind bei Patienten, die gleichzeitig mit Trental und Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine) behandelt wurden, Fälle von verstärkter Gerinnungshemmung berichtet worden. Daher sollte der Arzt bei solchen Patienten die gerinnungshemmende Wirkung sorgfältig (z. B. durch regelmäßige Kontrolle der INR) überwachen, besonders, wenn eine Therapie mit Trental begonnen oder die Dosierung geändert wird.
Blutplättchenhemmer (Thrombozytenaggregationshemmer)
Aufgrund des erhöhten Risikos für das Auftreten von Blutungen sollte die gleichzeitige Anwendung von Trental mit Blutplättchenhemmern (wie z. B. Clopidogrel, Eptifibatid, Tirofiban, Epoprostenol, Iloprost, Abciximab, Anagrelid, NSAR, außer selektiven COX-2-Hemmern, Acetylsalicylate [Acetylsalicylsäure/Lysinacetylsalicylsäure], Ticlopidin, Dipyridamol) mit Vorsicht erfolgen.
Orale Antidiabetika (Arzneimittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit), Insulin
Eine Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung kann auftreten (hypoglykämische Reaktionen). Die Blutzuckereinstellung sollte in individuell festzulegenden Abständen kontrolliert werden.
Theophyllin (Arzneimittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen)
Erhöhte Blutspiegel von Theophyllin sind möglich, sodass bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen Nebenwirkungen von Theophyllin verstärkt in Erscheinung treten können.
Cimetidin (magensäurereduzierendes Arzneimittel)
Erhöhung der Plasmaspiegel von Pentoxifyllin und eines aktiven Stoffwechselprodukts von Pentoxifyllin sowie Wirkungsverstärkung von Trental sind möglich.
Ciprofloxacin (Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen)
Die gleichzeitige Anwendung mit Ciprofloxacin kann bei einigen Patienten die Serumkonzentration von Pentoxifyllin erhöhen. Deshalb kann es bei gleichzeitiger Anwendung zu einer Zunahme und Verstärkung von Nebenwirkungen kommen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.
Trental 600 mg soll während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da keine ausreichenden Erfahrungen mit schwangeren Frauen vorliegen.
Pentoxifyllin geht in die Muttermilch über, allerdings erhält der Säugling nur äußerst geringe Mengen des Wirkstoffs, sodass bei begründeter Anwendung in der Stillzeit Wirkungen beim Säugling nicht zu erwarten sind. Vor der Anwendung von Trental bei stillenden Frauen ist eine sorgfältige Nutzen- Risiko-Abwägung durch den Arzt erforderlich.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bekannt.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
2-mal täglich 1 Retardtablette Trental 600 mg (entsprechend 1200 mg Pentoxifyllin pro Tag).
Niedrige oder schwankende Blutdruckwerte
Bei Patienten mit niedrigen oder schwankenden Blutdruckwerten können besondere Dosierungsanweisungen erforderlich sein.
Eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatininclearance unter 30 ml/min)
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung in Abhängigkeit von der individuellen Verträglichkeit vorzunehmen.
Schwere Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen ist eine Verringerung der Dosierung erforderlich, die vom Arzt entsprechend dem Schweregrad der Erkrankung und der Verträglichkeit individuell festzulegen ist.
Art und Dauer der Anwendung
Nehmen Sie die Retardtabletten unzerkaut nach dem Essen mit reichlich Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) ein.
Die Dauer der Behandlung bestimmt der behandelnde Arzt.
Hinweis
Bei beschleunigter Magen-Darm-Passage (Abführmittel, Durchfall, operative Verkürzung des Darms u. a.) kann es in vereinzelten Fällen zur Ausscheidung von Tablettenresten kommen. In diesen Fällen ist der Arzt zu befragen.
Wenn Sie eine größere Menge von Trental 600 mg eingenommen haben, als Sie sollten
Folgende Anzeichen und Symptome einer versehentlichen oder beabsichtigten Einnahme zu großer Mengen von Trental 600 mg können auftreten:
Schwindel, Brechreiz, Blutdruckabfall, beschleunigter Herzschlag, Gesichtsrötung mit Hitzegefühl (Hitzewallung), Bewusstlosigkeit, Fieber, Unruhe, Fehlen von Reflexen, tonisch-klonische Krämpfe, kaffeesatzartiges Erbrechen sowie Herzrhythmusstörungen.
In diesem Fall ist sofort ein Arzt/Notarzt zu benachrichtigen, der die erforderlichen Maßnahmen einleitet.
Wenn Sie die Einnahme von Trental 600 mg vergessen haben
Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Dosis von Trental ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern führen Sie die Einnahme wie in der Dosierungsanleitung beschrieben bzw. vom Arzt verordnet fort.
Wenn Sie die Einnahme von Trental 600 mg abbrechen
Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Trental 600 mg nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.
Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Atemnot, Erbrechen, Schweißausbruch und Schwindel können erste Anzeichen für schwere Überempfindlichkeitsreaktionen sein. In diesen Fällen ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und ein Arzt zu verständigen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
  • Gesichtsrötung mit Hitzegefühl (Hitzewallung)
  • Magen-Darm-Beschwerden, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Magendruck, Durchfall
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie Juckreiz, Hautrötung, Nesselsucht
  • Unruhe, Schlafstörungen
  • Schwindel, Zittern, Kopfschmerzen
  • Sehstörungen, Bindehautentzündung
  • Herzrhythmusstörungen, wie z. B. beschleunigter Herzschlag
  • Fieber
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
  • Engegefühl im Brustbereich (Angina Pectoris), Atemnot
  • Blutungen, wie Magen- und Darmblutungen, Haut- und Schleimhautblutungen, Blutungen im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane
  • erniedrigter Blutdruck
  • Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (z. B. in Armen und Beinen)
Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)
  • Verminderung der Blutplättchenzahl mit Hautblutungen (thrombozytopenische Purpura) und unter Umständen verminderte oder fehlende Produktion sämtlicher Blutzellen.
    Deshalb sollten regelmäßige Blutbildkontrollen erfolgen.
  • schwere, innerhalb von Minuten nach Gabe von Trental auftretende Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Schwellung von Haut und Schleimhäuten (Angioödem), Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, Kreislaufversagen (anaphylaktischer Schock).
    Bei den ersten Anzeichen für eine Überempfindlichkeitsreaktion ist Trental sofort abzusetzen und der Arzt zu benachrichtigen.
  • Taubheits- und Kältegefühl in den Gliedmaßen (Parästhesien), Krämpfe (Konvulsionen), Blutungen im Schädel. Symptomatik einer keimfreien Hirnhautentzündung; besonders anfällig hierfür scheinen Patienten mit Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes und Mischkollagenosen) zu sein. In allen Fällen bildeten sich die Symptome nach Absetzen von Trental zurück.
  • Netzhautblutung, Netzhautablösung.
    Treten Netzhautblutungen während der Behandlung mit Trental auf, ist Trental sofort abzusetzen.
  • schwerwiegende Hautreaktionen (epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom), Schwitzen
  • Stauung der Gallenflüssigkeit innerhalb der Leber, Anstieg von Leberwerten
  • erhöhter Blutdruck
Nicht bekannt (Häufigkeit kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)
  • Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie/Neutropenie). Deshalb sollten regelmäßige Blutbildkontrollen erfolgen.
  • Verstopfung, vermehrter Speichelfluss
  • Ausschlag
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „Verwendbar bis“ bzw. „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Aufbewahrungsbedingungen
Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Weitere Informationen

Was Trental 600 mg enthält
Der Wirkstoff ist Pentoxifyllin.
1 Retardtablette enthält 600 mg Pentoxifyllin.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Hyetellose, Povidon K 25, Talkum, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hypromellose, Titandioxid (E 171), Erythrosin (E 127), Macrogol 8000.
Wie Trental 600 mg aussieht und Inhalt der Packung
Pinkfarbene, beiderseits gewölbte, längliche Retardtabletten mit beidseitiger Bruchkerbe und der
Prägung „ATT“ und Firmenlogo auf beiden Seiten.
Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.
Trental 600 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Retardtabletten und als Klinikpackung mit 300 Retardtabletten erhältlich.
Pharmazeutischer Unternehmer
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH 65926 Frankfurt am Main
Postanschrift: Postfach 80 08 60
65908 Frankfurt am Main
Telefon: (01 80) 2 22 20 10
Telefax: (01 80) 2 22 20 11*
Hersteller
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH 65926 Frankfurt am Main
((bzw.))
Sanofi S.p.A.
Strada Statale 17, km 22
I-67019 Scoppito (L’Aquila)
Italien
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2015.
0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).
Erläuterungen und Hinweise für Patienten
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
Ihr Arzt hat Ihnen Trental 600 mg verordnet, um Ihre Beschwerden zu lindern und – wenn möglich – Ihre Durchblutungsstörungen zu beseitigen. Natürlich kann ein Medikament nur wirken, wenn es regelmäßig, in der vorgeschriebenen Dosis und nach den Anweisungen des Arztes eingenommen wird. Durchblutungsstörungen zählen zu den Krankheiten, die durch vernünftige Lebensführung positiv beeinflusst werden können. Mit diesen Informationen wollen wir Ihnen dabei helfen.

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