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Wirkstoffe

Diclofenac

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Diclofenac ist ein häufig angewandter Arzneistoff aus der Gruppe der Nichtsteroidalen-Antirheumatika (NSAID). Es wird zur Behandlung von leichten- bis mittleren Schmerzen und Entzündungen, hauptsächlich nach Verletzungen wie Prellungen oder Zerrungen, eingesetzt. Diclofenac wird meist in der Form des Natriumsalzes verabreicht. Häufige Darreichungsformen sind Gele und Salben zur äußeren Anwendung, sowie Tabletten. Diclofenac ist in gewissen Verabreichungsformen rezeptpflichtig.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Diclofenac wirkt, indem es ein bestimmtes Enzym im Körper hemmt. Dieses Enzym, Cyclooxygenase, ist maßgeblich an der Entstehung von Schmerzen beteiligt. Diclofenac bindet an das Enzym und hemmt seine Funktion, wodurch die Synthese von Prostaglandinen unterbunden wird. Prostaglandine vermitteln Entzündungsprozesse, die in weiterer Folge zur Entstehung von Schmerzen führen. Dadurch ergibt sich die schmerzstillende, entzündungshemmende und auch fiebersenkende Wirkung von Diclofenac.

Pharmakokinetik

Diclofenac wird im GI-Trakt resorbiert, erfährt aber einen starken "First-Pass-Effekt", weshalb nur rund 60% den Blutkreislauf erreichen. Aus diesem Grund wird Diclofenac am häufigsten auf die Haut aufgetragen, da damit der "First-Pass-Effekt" umgangen wird. Die maximale Plasmakonzentration wird im Schnitt nach 1-2 Stunden erreicht. Diclofenac liegt zu 99% an Plasmaproteine gebunden vor und wird hauptsächlich über die Leber abgebaut. Die Ausscheidung erfolgt zu 70% über die Nieren und zu 30% über den Stuhl.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Gabe von anderen NSAIDs oder Glucocorticoiden kann das Risiko von Blutungen im Magen-Darm-Trakt erhöhen. Diclofenac kann die Wirkung von Diuretika und Angiotensin-II-Antagonisten hemmen. Diclofenac kann den Serumspiegel von Lithium, Phenytoin und Herzglykosiden erhöhen.

Toxizität

Nebenwirkungen

Die typischen Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt und umfassen beispielsweise Bauchschmerzen und Übelkeit, aber auch Blutungen.

Weitere Nebenwirkungen sind: 

  • Erbrechen
  • Diarrhö
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Verdauungsbeschwerden
  •  abdominale Schmerzen
  • Teerstuhl
  • Hämatemesis

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral): 62,5 mg·kg−1

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.