Spironolacton

Spironolacton

Grundlagen

Spironolacton ist ein Aldosteronantagonist und gehört zur Gruppe der kaliumsparenden Diuretika. Klinisch wird es bei Bluthochdruck, bei primÀrem und sekundÀrem Hyperaldosteronismus oder nephrotischem Syndrom eingesetzt.

Wirkung

Pharmakodynamik
Das Diuretikum hemmt die Wirkung des Mineralokortikoids Aldosteron im distalen Tubulus und Sammelrohr der Niere. Der wesentliche Effekt von Aldosteron besteht in der RĂŒckresorption von Natrium, wodurch vermehrt Kalium ausgeschieden wird. Durch die Blockade wird vermehrt Natrium ĂŒber den Urin ausgeschieden. Gleichzeitig wird weniger Kalium ausgeschieden, sodass die Plasmakonzentration ansteigt.

Pharmakokinetik
Die BioverfĂŒgbarkeit bei oraler Einnahme betrĂ€gt ca. 73 %, durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann diese gesteigert werden. Im Plasma liegt das Diuretikum zu ĂŒber 90 % gebunden an Proteine vor. Die Ausscheidung erfolgt hauptsĂ€chlich ĂŒber die Nieren, hierbei betrĂ€gt die Halbwertszeit 1 bis 2 Stunden. Die Wirkung tritt verzögert nach 2 bis 3 Tagen ein, der maximale Effekt ist nach 5 Tagen erreicht.

Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Einnahme von anderen kaliumsparenden Diuretika, wie Amilorid oder Triamteren, oder Eplerenon darf nicht erfolgen. Ebenso können Furosemid, Digoxin, Neomycin oder Adrenalin in Kombination mit Spironolacton eine HyperkaliĂ€mie begĂŒnstigen.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen
HĂ€ufig treten HyperkaliĂ€mien auf, die bis zu MuskellĂ€hmungen und Herzrhythmusstörungen fĂŒhren können. Insbesondere eine parallele Medikation mit ACE-Hemmern oder Sartanen kann eine HyperkaliĂ€mie begĂŒnstigen, weshalb bei diesen Patienten regelmĂ€ĂŸige Kalium-Kontrollen erfolgen sollten. Weiterhin tritt hĂ€ufig eine Erhöhung der HarnsĂ€ure auf, die GichtanfĂ€lle auslösen kann. Bei MĂ€nnern kann es zu einer meist reversiblen VergrĂ¶ĂŸerung der BrustdrĂŒsen (GynĂ€komastie) kommen.

Toxikologische Daten
In Tierexperimenten an Ratten lag die mittlere letale Dosis bei oraler Aufnahme bei ĂŒber 1000 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Spironolacton ist wĂ€hrend Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code C03DA01
Summenformel C24H32O4S
Molare Masse (g·mol−1) 416,57
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,2
Schmelzpunkt (°C) 207 - 208
Siedepunkt (°C) 597
PKS Wert 18,01; -4,9
CAS-Nummer 52-01-7
PUB-Nummer 5833
Drugbank ID DB00421

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

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Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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