Codein

Codein
ATC Code R05DA04
Summenformel C18H21NO3
Molare Masse (g·mol−1) 299,36
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,32 g
Schmelzpunkt (°C) 154–156
PKS Wert 8.2
CAS-Nummer 76-57-3
PUB-Nummer 5284371
Drugbank ID DB00318
Löslichkeit löslich in Wasser, sehr gut löslich in organischen Lösunsgmitteln und Säuren

Grundlagen

Codein ist ein Schmerzmittel und Antitussivum (Hustenstiller) aus der Gruppe der Opioide. Codein ist eine sogenannte "prodrug". Das bedeutet, dass Codein erst im Körper zu seiner wirksamen Form, dem Morphin, umgebaut wird. Es wird zur symptomatischen Behandlung von Husten und zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Codein ist rezeptpflichtig.

Codein wird häufig in Form eines Hustensaftes oder als Tropfen verabreicht. Es ist zur Anwendung als Schmerzmittel auch als Kapsel oder Tablette erhältlich, oft in Kombination mit anderen Schmerzmitteln wie Paracetamol.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Codein wirkt schmerzlindernd, narkotisierend und erhöht zudem die Schmerztoleranz. Es ist als Opiat zentral wirksam, indem es an alle 3 Opioidrezeptoren im Gehirn bindet. Diese Rezeptoren sind an der Schmerzweiterleitung im Körper beteiligt. Diese schmerzlindernde Wirkung rührt jedoch hauptsächlich von der Umwandlung zu Morphin in der Leber her. Codein unterdrückt zudem den Hustenreiz und kann die Darmmotilität verlangsamen. 

Pharmakokinetik

Codein wird fast gänzlich über den Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die maximale Konzentration wird nach rund 60 Minuten erreicht, wobei die Proteinbindung nur rund 7-25% beträgt.  Nur etwa 5-10% der gegebenen Dosis werden in der Leber zum schmerzlindernden Morphin umgewandelt. Der Rest wird zu unwirksamen Metaboliten abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Die Plasmahalbwertszeit von Codein und seinen Metaboliten beträgt ca. 3 Stunden.

Wechselwirkungen

Codein sollte unter keinen Umständen gemeinsam mit anderen zentral dämpfenden Stoffen wie Antidepressiva, MAO-Hemmern, Neuroleptika, Beruhigungsmitteln oder Alkohol eingenommen werden. Diese können die Wirkung verstärken und unter Umständen zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen.

Toxizität

Zeichen einer Überdosierung sind Verwirrung, Verstopfung, flache Atmung, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Vergiftungen kann es lebensgefährlichen Beschwerden wie Atemstillstand kommen. 

In Tiermodellen hat Codein fruchtschädigenden Eigenschaften gezeigt. Es sollte in der Schwangerschaft daher nur eingenommen werden, wenn der Nutzen das mögliche Risiko eindeutig überwiegt.

Codein kann, wie andere Opiate, zu einer Abhängigkeit führen. Es sollte daher nicht über die vom Arzt vorgeschrieben Einnahmedauer hinaus eingenommen werden. 

Nebenwirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Nebenwirkungen gehören allergische Reaktionen, Juckreiz, Hypotonie, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit oder Schlafstörungen und Kurzatmigkeit

Toxikologische Daten

Oral LD50: 427 mg kg-1 (Ratte)

Quellenangaben

Markus Falkenstätter

Markus Falkenstätter
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm Stefanie Lehenauer

Mag. pharm Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

Dein persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten für häufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden