Valproinsäure

Valproinsäure
ATC Code N03AG01
Summenformel C8H16O2
Molare Masse (g·mol−1) 144,21
Aggregatzustand flüssig
Dichte (g·cm−3) 0,904
Siedepunkt (°C) 222
PKS Wert 4,6
CAS-Nummer 99-66-1
PUB-Nummer 3121
Drugbank ID DB00313
Löslichkeit mäßig in Wasser

Grundlagen

Valproinsäure ist ein Antiepileptikum, welches bei generalisierten und fokalen Krampfanfällen angewendet werden kann. Es kann als Mittel der zweiten Wahl bei Manie oder bipolarer Störung sowie Off-label zur Prophylaxe von Migräne und Cluster-Kopfschmerz angewendet werden.

Pharmakologie

Pharmakodynamik 

Der genaue Wirkmechanismus des Stoffes wurde noch nicht entschlüsselt. Jedoch blockiert das Medikament Natrium- und Calciumkanäle im Gehirn. Durch Erhöhung des Spiegels von dämpfend wirkendem GABA kann es ebenfalls antikonvulsiv wirken. So kann es in der Summe die Erregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn modulieren.

Pharmakokinetik 

Es wird zum Großteil an Plasmaproteine gebunden und hepatisch metabolisiert. Die Exkretion erfolgt über den Urin. Die Konzentration des Wirkstoffes im Blut kann interindividuell stark schwanken und es sollte für jeden Patienten eine individuelle Dosis festgelegt werden. 

Wechselwirkungen 

In Kombination mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten kann Valproat zu einer Wirkverstärkung und damit zu einer verstärkten Blutungsneigung führen. In Kombination mit dem Antikonvulsivum Carbamazepin kann der Plasmaspiegel von Valproinsäure erniedrigt werden.

Toxizität

Nebenwirkungen 

Zu den Nebenwirkungen zählen Störungen des Blutbilds wie zu wenige Blutplättchen und weiße Blutkörperchen, Appetitveränderungen, Schläfrigkeit, Missempfindungen, Pankreatitis sowie Haarausfall. Es können Anstiege der Leberenzyme beobachtet werden, die jedoch meist selbstlimitierend sind. Psychiatrische Nebenwirkungen beinhalten Verwirrtheit, Halluzinationen und verschiedene Verhaltensauffälligkeiten. Genrell können die Antikonvulsiva Auswirkungen auf beinahe jedes Organsystem haben.

Toxikologische Daten 

Durch die Teratogenität soll das Medikament bei Frauen im gebärfähigen Alter nachrangig und nur bei sicherer Kontrazeption angewendet werden. Es kann sonst zu Neuralrohrdefekten, Gesichtsfehlbildungen und Intelligenzminderung des Kindes kommen. Da es hepatotoxisch wirkt, darf es bei vorbestehenden Leberschäden nicht verabreicht werden. Um die potenziell schweren Nebenwirkungen nicht zu verpassen, sollte der Arzt eine regelmäßige laborchemische Kontrolle des Wirkstoffspiegels sowie des Blutbildes, der Niere, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Gerinnungsfaktoren durchführen. 

Markus Falkenstätter

Markus Falkenstätter
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm Stefanie Lehenauer

Mag. pharm Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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