Erektile Dysfunktion

unzufriedenstellende Sexualität
Stress und Angst beim Geschlechtsverkehr
Schamgefühl
Beziehungsprobleme
Zeugungsunfähigkeit
niedriges Selbstwertgefühl
verminderte Erektionsfähigkeit
Störungen der Sexualität
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bluthochdruck
Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose)
Hypercholesterinämie
Diabetes mellitus
Testosteronmangel
Multiple Sklerose
Parkinson
Adipositas
Rauchen
Alkoholmissbrauch, Drogen- und Medikamentenmissbrauch
operative Eingriffe
Medikamente
Vakuumpumpen
operativer Eingriff
Hormontherapie
Lebensstilmodifikation
Psychotherapie

Grundlagen

Die Erektile Dysfunktion (Impotenz) bezeichnet das Unvermögen, eine Erektion zu bekommen oder auch eine Erektion für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu erhalten. Der medizinische Begriff Erektile Dysfunktion stammt dabei aus dem Lateinischen und setzt sich aus den Wörtern „erigere” (aufrichten), „dys” (mangelnd) und „functio” (Funktion) zusammen. 

Sporadische Potenzstörungen kommen jedoch öfter vor und sind meist nicht besorgniserregend – sie können aufgrund von Beziehungsproblemen oder auch in stressigen Lebensphasen auftreten. Länger anhaltende Erektionsstörungen sollten jedoch immer medizinisch abgeklärt werden, da sich auch körperliche Ursachen wie etwa Diabetes mellitus oder neurologische Erkrankungen hinter der Symptomatik verbergen können.

Dr. med. Franklin Kühhas im Interview zu erektiler Dysfunktion

Dr. med. Franklin Kühhas im Interview zu erektiler Dysfunktion

Dr. med. Franklin Kühhas, Facharzt für Urologie und und Andrologie, im Interview mit Lisa Türk zum Thema erektile Dysfunktion

Häufigkeit

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist weit verbreitet. Die Häufigkeit bei den 20- bis 30-jährigen Männern wird mit etwa 2 % angegeben. Bei den 60- bis 70-Jährigen sind dagegen schon etwa 50 % der Männer von der Problematik betroffen. Da viele Betroffene Hilfe ablehnen oder auch aufgrund von Schamgefühl keinen Arzt aufsuchen, wird nur einer kleiner Teil der Erektilen Dysfunktionen tatsächlich behandelt. Der Schweregrad der Impotenz schwankt individuell stark. Er reicht von Problemen, die nur ab und zu auftreten, bis hin zum kompletten und dauerhaften Verlust der Erektionsfähigkeit.

Ursachen

Das Erreichen einer Erektion basiert auf hochkomplexen Abläufen im Gehirn und im Körper. Dabei sind Nerven, Hormone, Muskeln und auch Blutgefäße involviert. Auf jeder dieser Ebenen können Probleme auftreten, die das Erreichen oder auch das Aufrechterhalten einer Erektion erschweren beziehungsweise verhindern können. Physischer sowie psychischer Stress können sich ebenfalls negativ auf die Erektionsfähigkeit auswirken.

Körperliche UrsachenRisikofaktoren
Internistische Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie), Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose), Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus
Urologische ErkrankungenDiverse operative Eingriffe (z. B. nach Prostata-OP)
Hormonelle ErkrankungenTestosteronmangel
Neurologische Erkrankungen
Multiple Sklerose, Parkinson
Lifestyle-Faktoren
Rauchen, Übergewicht, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Verletzungsfolgen


Der männliche Urogenitaltrakt (iStock / peakSTOCK)

Bei etwa 70 % der Betroffenen mit Erektiler Dysfunktion wird heutzutage eine körperliche Ursache vermutet. Es spielen jedoch auch immer psychologische und interpersonelle Faktoren eine zentrale Rolle bei sexuellen Störungen. Rund ein Viertel der Betroffenen leidet unter einer Erektionsstörung, die rein psychische Ursachen hat. Psychologen sehen als Grund für Erektile Dysfunktionen meistens Hemmungen oder Ängste, sowie Leistungsdruck und Stress. Viele Männer betrachten eine Potenzstörung zudem als Schwäche ihrer Männlichkeit.

Symptome

Symptome, die bei Erektiler Dysfunktion auftreten können sind:

  • verminderte beziehungsweise nicht vorhandene Erektionsfähigkeit
  • ein unbefriedigendes Sexualleben

  • Stress und Angst beim Geschlechtsverkehr

  • Schamgefühl und ein niedriges Selbstwertgefühl

  • Beziehungsprobleme

  • Zeugungsunfähigkeit

Diagnose

Die Diagnostik bei Erektionsstörungen gliedert sich in:

  • Anamnese

  • klinische Untersuchung

  • Laboruntersuchungen

  • spezielle diagnostische Maßnahmen bei vermuteter vaskulärer Genese

Die umfangreiche Anamneseerhebung beim Urologen sollte medizinische Risikofaktoren und auch psychosexuelle Aspekte der Erektilen Dysfunktion abdecken. Zudem ist die Einnahme von Medikamenten wichtig, da auch bestimmte Wirkstoffe eine Impotenz auslösen können.

Blutuntersuchung (iStock / kukhunthod)

Daneben ist auch eine gründliche urologische Untersuchung wichtig. Diese umfasst die Begutachtung und das Abtasten des äußeren Genitales (z. B. Penisgröße, Penisveränderungen, Hodengröße, Vorhautverengungen, diverse Entzündungen) sowie eine Betrachtung des gesamten Körpers mit einem speziellen Blick auf Zeichen des Testosteronmangels (z. B. Gynäkomastie, verminderte Körperbehaarung). Zudem sollten Größe, Gewicht und auch der BMI erfasst werden. Liegt die letzte Gefäßuntersuchung länger als 6 Monate zurück sollte der behandelnde Urologe auch die peripheren Pulse (Füße, Handgelenke) sowie Blutdruck und Herzfrequenz zum Ausschluss einer vaskulären Ursache der Erektilen Dysfunktion untersuchen.

Nach den aktuellen EAU-Leitlinien (Europäische Urologenvereinigung), werden bei Betroffenen mit Erektiler Dysfunktion folgende Laboruntersuchungen empfohlen:

  • Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckerwertes (gegebenenfalls auch des HbA1c als Langzeitzuckerwert)

  • Bestimmung der Blutfettwerte

  • Messung des Testosteronspiegels (z. B. zum Ausschluss von Hypogonadismus)

Spezielle Diagnostische Maßnahmen bei einer vermuteten vaskulären Genese der Impotenz umfassen:

  • Ultraschalluntersuchung mit Duplexsonographie des Penis

  • Schwellkörper-Injektions-Testung (SKIT)

Therapie

Je nach dem Auslöser für die Potenzstörung gibt es unterschiedliche Therapieansätze. Diese reichen von medikamentösen Behandlungen, über Vakuumpumpensysteme, Hormontherapien bis hin zu operativen Eingriffen. Ebenfalls gibt es mit der Implantation eines Schwellkörperersatzes (Penisprothese) eine permanente Lösung für Betroffene, bei denen eine medikamentöse Therapie nicht ausreicht. Neben diesen Therapieoptionen wirkt sich eine Modifikation des Lebensstils oftmals positiv auf die Erektionsfähigkeit aus. Hierzu zählen etwa die optimale Blutzuckereinstellung bei Diabetikern, körperliche Bewegung, Nikotinkarenz oder eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht.

Folgende Therapieoptionen stehen für die Erektile Dysfunktion zur Verfügung:

  1. Die selektiven Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) sind generell die erste Behandlungsoption. Die vier zugelassenen Phosphodiesterase-5-Hemmer (Avanafil, Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil) haben vergleichbare Wirkeffekte, unterscheiden sich aber bezüglich Pharmakokinetik und ihren Nebenwirkungen. Durch die Hemmung des PDE-5-Enzyms kommt es zu einer verbesserten und länger anhaltenden Erektion.
  2. Erzielen die PDE-5-Hemmer keinen Erfolg, kann eine Vakuumpumpe, die Blut in den Penis pumpt, angewendet werden. Hierdurch wird auch der Blutabstrom aus dem Penis vermindert. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Schmerzen, Gefühlsstörungen, Blutungen und ein erschwerter Samenerguss.
  3. Andere Therapiemöglichkeiten sind Medikamente, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Schwellkörper des Penis injiziert werden (SKAT-Therapie) oder Zäpfchen mit Prostaglandin E1, die vor dem Sex in die Harnröhre eingeführt werden (MUSE-Therapie). Die Erfolgsrate der SKAT-Therapie liegt bei etwa 70 %. 41–68 % der Betroffenen brechen die Therapie jedoch ab – meist sogar in den ersten 3 Monaten.
  4. Helfen die oben aufgeführten Therapieoptionen nicht, besteht die Möglichkeit eines operativen Eingriffes. Hier kann beispielsweise eine Penisprothese eingesetzt werden. Diese Methode wird jedoch meist als letzte Option angewendet, da sie permanent ist. Die Zufriedenheitsrate bei Männern mit einem Penisimplantat liegt etwa bei 90 %.
  5. Um psychische Ursachen zu beheben, können sexualpsychologische Beratungsgespräche und auch eine Psychotherapie helfen.

Prognose

Je früher die Erektile Dysfunktion erkannt und je eher eine adäquate Therapie eingeleitet wird, desto besser stehen die Chancen auf eine Heilung. Da häufig das Schamgefühl bei Betroffenen überwiegt, vermeiden jedoch viele Männer einen Gang zum Arzt. Im Durchschnitt vergehen etwa eineinhalb Jahre, bis Männer mit anhaltenden Potenzstörungen einen Spezialisten aufsuchen.

(iStock / Evgeniia Medvedeva)

Erektionsstörungen werden meist durch körperliche Auslöser verursacht und nehmen mit dem Alter zu. Da Potenzstörungen auch durch schwerwiegende Krankheiten verursacht werden können, sollten jedenfalls Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und neurologische Erkrankungen durch spezialisierte Fachärzte, vor einer möglichen Therapie, ausgeschlossen werden.

Dr. med. univ. Moritz Wieser

Dr. med. univ. Moritz Wieser

Autor

Thomas Hofko

Thomas Hofko

Lektor


Redaktionelle Grundsätze

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