Erektile Dysfunktion

Erektile Dysfunktion
Internationale Klassifikation (ICD) F52.-

Grundlagen

Die Erektile Dysfunktion ist sehr verbreitet. Man kann davon ausgehen, dass jeder 10. Mann davon betroffen ist. Im engeren Sinne versteht man unter Erektiler Dysfunktion, Erektionsstörungen, bei denen der Penis nicht im normalen Ausmaß versteift oder die Erektion nicht lange genug gehalten werden kann. Somit ist ein befriedigender sexueller Akt nicht möglich. Mediziner unterscheiden zwischen Erektionsstörungen (Impotentia coeundi) und Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi). Unter Unfruchtbarkeit versteht man die Unfähigkeit ein Kind zu zeugen, trotz normaler Erektion.

Der Schweregrad der Impotenz kann stark schwanken. Er reicht von Problemen, die nur ab und zu auftreten, bis hin zum kompletten Verlust der Erektionsf√§higkeit. Bestehen die Probleme mindestens sechs Monate, gehen √Ąrzte von einer Erektilen Dysfunktion aus.

Die Häufigkeit unter den 20- bis 30- jährigen Männern in Deutschland, die unter einer Erektilen Dysfunktion leiden beträgt etwa zwei Prozent, wohingegen etwa 50 Prozent der 60- bis 70- jährigen betroffen sind. Da viele Betroffene Hilfe ablehnen, wird nur einer kleiner Teil tatsächlich behandelt.

Ursachen

Folgende k√∂rperliche Ursachen k√∂nnen Ausl√∂ser f√ľr eine Erektile Dysfunktion sein:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose
  • Diabetes
  • Operationen (z.B. Prostatakarzinom)
  • Folgen von Verletzungen
  • Hormonelle St√∂rungen
  • Multiple Sklerose
  • Andere Nervenerkrankungen

Auch seelische Ursachen können zu einer Erektilen Dysfunktion beitragen:

  • Fehlende Selbstsicherheit
  • Mangel an Lust
  • Angst
  • Depressionen
  • Leistungsdruck
  • Stress
  • Partnerschaftskonflikte
  • Verdr√§ngte Homosexualit√§t

Auch wenn etwa 70 Prozent der Erektilen Dysfunktionen körperlicher Natur sind, spielt auch die Seele hier eine große Rolle. Experten vermeiden die Trennung zwischen seelischen und körperlichen Ursachen generell. Vielmehr beziehen sie alle ausschlaggebenden Faktoren mit ein.

Psychische Faktoren k√∂nnen zu einer Verst√§rkung der leichten k√∂rperlichen Defekte f√ľhren was zur Folge haben kann, dass Betroffene impotent werden. Dabei sehen viele M√§nner eine Potenzst√∂rung als Schw√§che ihrer M√§nnlichkeit an.

Rund ein Viertel der Patienten leiden unter einer Erektionsst√∂rung, die rein psychische Ursachen hat. Psychologen sehen als Grund f√ľr Erektile Dysfunktionen meistens Hemmungen oder √Ąngste, sowie Leistungsdruck und Stress.

Symptome

Man kann zwischen zwei Formen der Impotenz unterscheiden:


  • Erektionsst√∂rung (Impotentia coeundi)

Bei dieser Art der Impotenz wird ein Geschlechtsverkehr unm√∂glich gemacht, da der Penis nicht ausreichend steif wird. Hinzu kommt noch, dass die Kontrolle √ľber den Zeitpunkt des Samenergusses nicht erfolgt, weshalb es zu einem vorzeitigen oder verz√∂gerten Samenerguss kommt. Bei anderen Betroffen hingegen bleibt der Samenerguss komplett aus (Anejakulation). Dieser Fall tritt jedoch extrem selten ein.

  • Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi)

Bei dieser Form kommt es zwar zu einer normalen Erektion, es k√∂nnen jedoch keine Kinder gezeugt werden. Der Samenerguss erfolgt normal, aber im Sperma sind keine intakten, zu wenig oder √ľberhaupt keine Spermien zu finden.

Therapie

Folgende M√∂glichkeiten stehen zur Verf√ľgung um eine Erektile Dysfunktion zu behandeln:

  • Am h√§ufigsten kommen Medikamente zum Einsatz, die die Erektionsf√§higkeit auf chemischem Wege unterst√ľtzen. Zu diesen z√§hlen PDE-5-Hemmer.
  • Erzielt die medikament√∂se Therapie keinen Erfolg, kann eine Vakuumpumpe eingesetzt werden, die Blut in den Penis pumpt. Vorteil dieser Variante ist, dass sie sehr nebenwirkungsarm ist, jedoch √úbung erfordert.
  • Andere Therapiem√∂glichkeiten bieten Medikamente, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Schwellk√∂rper des Penis injiziert werden (SKAT) oder Z√§pfchen, die in die Harnr√∂hre eingef√ľhrt werden (MUSE).
  • Helfen all diese Methoden nicht, besteht immer noch die M√∂glichkeit einer Operation. Hierbei kann eine Penisprothese eingesetzt werden. Diese Methode wird jedoch immer nur als letzter Ausweg angewendet, da alle Schwellenk√∂rper des Penis entfernt werden m√ľssen. Diese Entfernung kann nicht mehr r√ľckg√§ngig gemacht werden.
  • Um psychische Ursachen zu beheben, k√∂nnen sexualpsychologische Beratungsgespr√§che in Anspruch genommen werden, sowie eine Verhaltenstherapie und Psychoanalyse gemacht werden.

Prognose

Wie bei jeder Erkrankung gilt auch hier: Je fr√ľher die Erektile Dysfunktion erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine Heilung. Da das Schamgef√ľhl oft √ľberwiegt, vermeiden viele betroffene M√§nner den Gang zum Arzt. Im Durchschnitt vergehen eineinhalb Jahre bis sie einen Spezialisten aufsuchen.

Dies kann jedoch auch schwerwiegenden Folgen mit sich bringen, denn in manchen Fällen deutet Impotenz auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes oder eine Nervenstörung hin. Deshalb sollte eine schwerwiegende Krankheit bei vorliegenden Erektionsstörungen durch einen Facharzt (Urologe, Internist, Neurologe) ausgeschlossen werden.

Tipps

Um den Teufelskreis aus Angst und Versagen zu durchbrechen und den seelischen Druck zu nehmen, ist es am besten, die Karten auf den Tisch zu legen und das Thema gegen√ľber der Partnerin offen anzusprechen. Dies nimmt auch die Bedenken der Partnerin, ob hinter der Zur√ľckgezogenheit eventuell eine andere Frau steckt oder ob man nicht mehr attraktiv ist.

Bei dem Gespräch sollte auf einige Punkte besonders Wert gelegt werden:

  • Der Zeitpunkt, wenn man das Thema anspricht, sollte gut gew√§hlt sein. Ung√ľnstig ist es, wenn man das Thema nur schnell anschneidet bevor man aus dem Haus muss. Es sollte gen√ľgend Zeit zur Verf√ľgung stehen und daf√ľr gesorgt werden, dass man ungest√∂rt ist.
  • Es sollte nicht vom Thema abgewichen werden und sich nicht in andere Themen oder Probleme der Partnerschaft verstricken.
  • Zum Gespr√§chszeitpunkt sollte man m√∂glichst nicht schlecht gelaunt sein, da sonst nur die Gefahr besteht, dass das Gespr√§ch in ein Rede-Duell ohne effektive L√∂sungen ausartet.

Vonseiten der Frau sollten in Zukunft auch ein paar Punkte beachtet werden. So sollte wenn m√∂glich das Selbstbewusstsein des Partners gest√§rkt werden und selbst wenn es zum Streit kommt oder sie sauer ist, sollte sie sich keinesfalls √ľber die Erektionsprobleme des anderen lustig machen oder als Waffe gegen ihn verwenden.

Nach erfolgtem Gespräch mit der Partnerin, sollte das Problem der Erektilen Dysfunktion mithilfe eines Therapeuten oder Arzt geklärt werden. Die Wahl der Therapie sollte auf jeden Fall zu zweit getroffen werden.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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