Norethisteron

Norethisteron
ATC Code G03AC01, G03DC02
Summenformel C20H26O2
Molare Masse (g·mol−1) 298,42
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt (°C) 203–204
CAS-Nummer 68-22-4
PUB-Nummer 6230
Drugbank ID DB00717
Löslichkeit praktisch unlöslich in Wasser

Grundlagen

Norethisteron ist ein Gestagen-Medikament, das in der Antibabypille, der Hormontherapie in den Wechseljahren und zur Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen eingesetzt wird. Das Medikament ist sowohl in niedrig dosierten als auch in hoch dosierten Formulierungen und sowohl allein als auch in Kombination mit einem Östrogen erhältlich. Es wird durch den Mund oder durch Injektion in den Muskel verwendet.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Gestagene wirken, indem sie an Progesteron Rezeptoren an der Zellmembran oder im Zellinneren (intrazellulär) binden. Die intrazellulären Rezeptoren binden nach Kontakt mit einem Gestagen an die DNA der Zelle und regulieren so die Proteinexpression. Norethisteron bindet hauptsächlich an Rezeptoren im Uterus. Eine Bindung an diese Rezeptoren verlangsamt die Freisetzung von Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus dem Hypothalamus. Dieser Prozess führt zur Unterdrückung des normalen physiologischen Anstiegs des luteinisierenden Hormons (LH), der dem Eisprung vorausgeht. Es hemmt die Ruptur der Follikel und die Freisetzung lebensfähiger Eizellen aus den Eierstöcken. 

Pharmakokinetik

Norethisteron wird rasch absorbiert und erreicht nach 1-2 Stunden die maximale Plasmakonzentration. Die Plasmaproteinbindung beträgt 99%. Die Verstoffwechselung erfolgt in der Leber durch die Enzyme α- und 3β-Hydroxysteroiddehydrogenase sowie 5α- und 5β-Reduktase und auch zu einem Teil über die Enzyme des CYP450-Systems. Die Ausscheidung erfolgt zu 50% über den Urin und zu 50% über den Stuhl. Die Halbwertszeit beträgt 8-10 Stunden.

Wechselwirkungen

5α-Reduktase-Hemmer wie Finasterid und Dutasterid können den Metabolismus von Norethisteron hemmen. Norethisteron wird teilweise über Hydroxylierung durch CYP3A4 metabolisiert, und Inhibitoren und Induktoren von CYP3A4 können die zirkulierenden Spiegel von Norethisteron erheblich verändern. Die CYP3A4-Inhibitoren Rifampicin und Bosentan verlangsamen den Abbau von Norethisteron, während die CYP3A4-Induktoren Carbamazepin und Johanniskraut die Norethisteron-Clearance beschleunigen.

Toxizität

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Norethisteron gehören Menstruationsunregelmäßigkeiten, Kopfschmerzen, Übelkeit, Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Akne und verstärkter Haarwuchs. Es hat schwache androgene und östrogene Aktivität, vor allem bei hohen Dosierungen. 

Toxikologische Daten

LD50 (Maus, oral): > 6000 mg·kg−1

Quellenangaben

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