Stickoxydul medizinisch Air Liquide

Abbildung Stickoxydul medizinisch Air Liquide
Wirkstoff(e) Distickstoffmonoxid
Zulassungsland Österreich
Hersteller Air Liquide Austria GmbH
Suchtgift Nein
Psychotrop Nein
Zulassungsdatum 24.10.2005
ATC Code N01AX13
Abgabestatus Abgabe durch Gewerbetreibende gemĂ€ĂŸ Gewerbeordnung 1994 mit entsprechender Berechtigung
Verschreibungsstatus Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Pharmakologische Gruppe AllgemeinanÀsthetika

Zulassungsinhaber

Air Liquide Austria GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofĂŒr wird es verwendet?

Stickoxydul medizinisch ist ein medizinisches Gas zur Inhalation, es wird auch als Lachgas bezeichnet. Der BehĂ€lter (Gasflasche oder FlaschenbĂŒndel) enthĂ€lt Stickoxydul (N2O) mit einem Mindestgehalt von 98,0 Vol.-%.

Anwendungsgebiete sind

Als Inhalationsnarkosemittel zur Einleitung und Unterhaltung einer Kombinationsnarkose mit intravenösen und/oder anderen Inhalationsnarkosemitteln sowie mit Schmerzmitteln und Arzneimitteln zur Muskelentspannung, bei Erwachsenen und Kindern ĂŒber 1 Monat. Außerdem zur rasch einsetzenden, gut steuerbaren Schmerztherapie in der Geburtshilfe, Zahnheilkunde und bei sehr kurzen, schmerzhaften chirurgischen Eingriffen (sog. Rauschnarkose).

Stickoxydul medizinisch darf nicht angewendet werden bei

  • Überempfindlichkeit gegenĂŒber Stickoxydul
  • Patienten, die eine Beatmung mit reinem Sauerstoff benötigen
  • Schwerer Herzinsuffizienz (HerzschwĂ€che)
  • Intrakranieller Hypertension
  • Jedem verĂ€nderten Bewusstseinszustand, der den Patienten an der Kooperation beim Einsatz von Stickoxydul als Analgetikum verhindert.
  • Patienten, die eine intraokulare Gasinjektion (zB SF6, C3F8, C2F6) erhalten haben solange Gasblasen bestehen sowie mindestens 3 Monate nach der letzten Injektion eines intraokularen Gases.

Eine Ausdehnung der Gasblase durch Stickoxydul kann schwere Sehstörungen und Komplikationen hervorrufen.

  • kritisch kranken Intensivstationspatienten
  • Nichtentlasteten Luft- und GaseinschlĂŒssen im Körper, deren Ausdehnung bedrohliche Konsequenzen haben kann:
    o Kopfverletzungen
    o Kiefer- und Gesichtsverletzungen o Pneumothorax
    o Gasembolie
    o Dekompressionskrankheit (Taucherkrankheit) o unmittelbar nach TauchgÀngen
    o nach Luftenzephalographie o Emphysem
    o wÀhrend Mittel-, Innenohr und Sinusoperationen
    o massive Bauchauftreibungen (z.B. Ileus (Darmverschluss))
    o Wenn Luft in den Epiduralraum zur Lagebestimmung der Nadel fĂŒr eine epidurale AnĂ€sthesie eingebracht wird.
  • Dokumentierter, unbehandelter Vitamin B12 oder FolsĂ€uremangel

Stickoxydul sollte niemals mit weniger als 30 Vol.-% Sauerstoff-Anteil verabreicht werden. Die Indikation fĂŒr einen lĂ€ngerdauernden Einsatz von Stickoxydul medizinisch sollte streng und unter AbwĂ€gung möglicher Alternativ-Verfahren sowie des individuellen Patientenrisikos zur Entwicklung einer megaloblastĂ€ren Myelopoesestörung (Reifungsstörung der Blutzellen) vorgenommen werden. Stickoxydul medizinisch sollte niemals lĂ€nger als 10 Stunden ohne ÜberprĂŒfung des zellulĂ€ren Blutbildes auf Zeichen einer megaloblastĂ€ren Myelopoesestörung (AnĂ€mie, Leukopenie) verwendet werden. Wiederholte Stickoxydul-Anwendungen mit AbstĂ€nden kĂŒrzer als 4 Tage mĂŒssen von regelmĂ€ĂŸigen Blutbildkontrollen zur Erkennung megaloblastĂ€rer VerĂ€nderungen des roten und weißen Blutbildes begleitet werden.

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Was mĂŒssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Stickoxydul medizinisch darf nur vom Arzt oder von geschultem Fachpersonal angewendet werden.

Stickoxydul ist ein farb- und geruchloses Gas. Es ist 1,5-mal schwerer als Luft, nicht brennbar, unterhĂ€lt jedoch die Verbrennung auch schwer entflammbarer Stoffe und zerfĂ€llt bei Temperaturen ĂŒber 600°C explosionsartig. Es ist fĂŒr die SchleimhĂ€ute des Atmungssystems völlig reizlos.

Stickoxydul ist ein schwaches Narkosemittel, besitzt jedoch eine sehr gute schmerzstillende Wirkung. Es eignet sich als gut steuerbares Basis-Narkosemittel in Kombination mit anderen direkt in die Blutbahn oder ĂŒber die Lunge verabreichten Narkosemitteln und Schmerzmitteln und verstĂ€rkt deren Wirkungen. Bei Konzentrationen zwischen 20 Vol.-% und 50 Vol.-% tritt ein Verwirrtheitszustand auf, der durch Schwindel, ParĂ€sthesien (Kribbeln, Ameisenlaufen), Euphorie (ĂŒberschwĂ€ngliche GemĂŒtsverfassung), Unruhe und Ohrensausen gekennzeichnet ist. Zwischen 50 Vol.-% und 70 Vol.-% tritt in der Regel Bewusstseinsverlust ein.

Bei Beendigung der Stickoxydul-Zufuhr kann durch die hohe Geschwindigkeit, mit der Stickoxydul in den Luftraum der Lungen zurĂŒckkehrt, eine Sauerstoffunterversorgung auftreten, wenn nicht mehrere Minuten mit reinem Sauerstoff beatmet wird.

Distickstoffmonoxid verursacht eine Inaktivierung von Vitamin B12, einem Ko-Faktor der Methioninsynthase. Folglich ist der Folat-Metabolismus gestört und die DNA-Synthese wird durch eine lĂ€ngere Verabreichung von Distickstoffmonoxid beeintrĂ€chtigt. Die lĂ€ngere oder hĂ€ufige Anwendung von Distickstoffmonoxid kann zu megaloblastĂ€ren KnochenmarkverĂ€nderungen, Myeloneuropathie und subakuter kombinierter RĂŒckenmarksdegeneration fĂŒhren. Distickstoffmonoxid sollte nur unter

engmaschiger klinischer Beobachtung und hĂ€matologischer Überwachung angewendet werden. In solchen FĂ€llen sollte der fachkundige Rat eines HĂ€matologen eingeholt werden.

Im Rahmen der hĂ€matologischen Beurteilung sollte eine PrĂŒfung auf megaloblastĂ€re VerĂ€nderungen der roten Blutkörperchen und Hypersegmentierung der neutrophilen Granulozyten stattfinden. NeurotoxizitĂ€t kann ohne gleichzeitige AnĂ€mie oder Makrozytose und bei Vitamin B12 Konzentrationen im Normalbereich auftreten. Bei Patienten mit nicht diagnostiziertem subklinischem Vitamin B12-Mangel ist nach einmaligen Expositionen gegenĂŒber Distickstoffmonoxid wĂ€hrend der AnĂ€sthesie NeurotoxizitĂ€t aufgetreten.

Bei Patienten mit Risikofaktoren fĂŒr Vitamin B12 Mangel sollte vorab einer Anwendung von Stickoxydul eine Bewertung des Vitamin B12 Spiegels durchgefĂŒhrt werden. Risikofaktoren sind Alkoholismus, Patienten mit AnĂ€mie oder atrophischer Gastritis, Vegetarier oder Personen, die Arzneimittel nehmen, welche in den Vitamin B12 und/oder Folatmetabolismus eingreifen. Eine Vitamin B12 Zufuhr sollte bei wiederholter oder lĂ€ngerer Anwendung verabreicht werden.

Bei Patienten ohne klinischen evidenten Mangel an Vitamin B12 sind nach Einmalgabe von Stickoxydul wÀhrend der AnÀsthesie neurologische Störungen aufgetreten.

Vitamin B12-Substitution, orale Zufuhr von Methionin oder hochdosierter FolinsÀure sind in der Lage, diese Effekte zu verhindern bzw. zu beheben.

Im Fall einer Verlegung der Eustachischen Röhre, Ohrenschmerzen und/oder MittelohrentzĂŒndung und/oder Trommelfellruptur kann ein Druckanstieg in der Paukenhöhle beobachtet werden.

Die wiederholte Verabreichung von oder Exposition gegenĂŒber Distickstoffmonoxid kann zur AbhĂ€ngigkeit fĂŒhren. Bei Patienten mit einer bekannten Vorgeschichte von Substanzmissbrauch bzw. bei Angehörigen der Gesundheitsberufe mit berufsbedingter Exposition gegenĂŒber Distickstoffmonoxid ist Vorsicht geboten.

Bei Patienten mit Risiko fĂŒr intrakraniellen Bluthochdruck sollte der SchĂ€delinnendruck streng ĂŒberwacht werden, da eine Zunahme des Druckes bei der Gabe von Stickoxydul bei manchen Patienten mit intrakraniellen Störungen beobachtet wurde.

Wenn Stickoxydul als Analgetika eingesetzt wird:

  • Um den Bewusstseinszustand besser einzuschĂ€tzen ist eine Selbstverabreichung durch den Patienten zu bevorzugen.
  • Eine zusĂ€tzliche Überwachung ist bei Patienten erforderlich, welche gleichzeitig Zentralnervensystem dĂ€mpfende Arzneimittel, insbesondere Opiate und Benzodiazepine, einnehmen, da ein erhöhtes Risiko fĂŒr eine tiefe Sedierung besteht,

Wegen der Diffusion (langsame Durchdringung) von Stickoxydul durch Gummi dringt bei der Narkose unter Verwendung eines Tubus (Beatmungsrohr) mit Blockmanschette Stickoxydul in diese ein und kann ĂŒber die Volumen- und Druckzunahme SchĂ€den an der Luftröhrenschleimhaut bzw. Luftröhrenwand verursachen oder zur Verlegung der Atemwege fĂŒhren. Durch regelmĂ€ĂŸige Kontrolle und Anpassung des Manschettendruckes wird eine SchĂ€digung vermieden.

Kinder und Jugendliche:

Stickoxydul kann bei Neugeborenen in seltenen FĂ€llen zur Atemdepression fĂŒhren. Wenn Stickoxydul um den Geburtszeitpunkt verabreicht wird, muss das Neugeborene auf eine mögliche Atemdepression untersucht werden.

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Anwendung von Stickoxydul medizinisch zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden, kĂŒrzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden

In Kombination mit anderen das Zentralnervensystem dĂ€mpfenden Arzneimitteln muss mit einer gegenseitigen WirkungsverstĂ€rkung gerechnet werden. Dies gilt insbesondere fĂŒr die sedierende (beruhigende) und atemdeprimierende (Verlangsamung der Atmung) Wirkung von Barbituraten, Opioiden und Inhalationsnarkosemittel. Nach Absetzen von Stickoxydul medizinisch sind diese Wechselwirkungen innerhalb weniger Minuten reversibel.

Bei einer gleichzeitigen Anwendung von Stickoxydul medizinisch mit anderen Inhalationsnarkosemitteln kommt es zu einer erhöhten und rascheren Aufnahmerate der verwendeten Narkosemittel (Second-Gas- Effect). Die Herzmuskelkraft kann bei einer gleichzeitigen Anwendung von Stickoxydul, Opioiden und/oder anderen Inhalationsnarkosemitteln negativ beeinflusst werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, welche in den Vitamin B12 und/oder Folatmetabolismus eingreifen kann es wie bei Methotrexat zu WirkungsverstĂ€rkung (auch der unerwĂŒnschten Wirkungen) kommen.

Wenn Sie bei einer Augenoperation (auch wenn diese bereits 3 Monate zurĂŒckliegt) ein ophthalmologisches Gas (zB SF6, C3F8, C2F6) injiziert bekommen haben, teilen Sie dies immer Ihrem Arzt mit, damit sichergestellt wird, dass es bei Anwendung von Stickoxydul zu keinen schweren Sehstörungen kommt.

Anwendung von Stickoxydul medizinisch zusammen mit Nahrungsmitteln, GetrÀnken und Alkohol:

Stickoxydul kann die Wirkung von Alkohol verstÀrken.

Schwangerschaft, Stillzeit und FortpflanzungsfÀhigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft:

Stickoxydul kann bei klinischer Notwendigkeit wĂ€hrend der Schwangerschaft verabreicht werden. Wenn Stickoxydul wĂ€hrend des Geburtsvorganges gegeben wird, ist beim Neugeborenen auf das Auftreten von möglichen unerwĂŒnschten Nebenwirkungen zu achten.

Bei Frauen, die arbeitsbedingt dauerhaft einer Inhalation von Stickoxydul wĂ€hrend der Schwangerschaft ausgesetzt sind, wurde bei Fehlen einer geeignete Gasabsaugung bzw. eines BelĂŒftungssystems eine erhöhte Inzidenz von Spontanaborten und Fehlbildungen berichtet. Keine Risiken wurden in spĂ€ter folgenden Studien erkannt, bei denen eine ausreichende Absaugung bzw. ein BelĂŒftungssystem installiert war.

Stillzeit:

Nach einer kurzzeitigen Gabe von Stickoxydul ist keine Unterbrechung des Stillens notwendig.

FortpflanzungsfÀhigkeit:

Es liegen keine relevanten Daten bei Menschen vor.

VerkehrstĂŒchtigkeit und FĂ€higkeit zum Bedienen von Maschinen:

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die ReaktionsfĂ€higkeit und VerkehrstĂŒchtigkeit beeintrĂ€chtigen.

Wenn Sie nach der Gabe von Stickoxydul (insbesondere bei lĂ€ngerer Gabe) Auto fahren oder Maschinen bedienen mĂŒssen, werden Sie solange ĂŒberwacht, bis alle möglicherweise

aufgetretenen Nebenwirkungen verschwunden sind und Ihr Aufmerksamkeitszustand wieder so hergestellt ist, wie er vor der Behandlung war.

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Wie wird es angewendet?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Eine Stickoxydulbehandlung bedarf sorgfĂ€ltiger Überwachung durch eigens dafĂŒr geschulte Ärzte und medizinisches Fachpersonal.

Bei der Verwendung von Stickoxydul medizinisch sind außerdem die Angaben im entsprechenden Sicherheitsdatenblatt zu beachten. Dieses stellt Ihnen Ihr Gaslieferant zur VerfĂŒgung.

Die Dauer und Konzentration der Stickoxydulbehandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung und wird gegebenenfalls durch regelmĂ€ĂŸige Blutbildkontrollen ĂŒberprĂŒft.

Bei der lĂ€ngerfristigen Beatmung soll im Regelfall die Stickoxydulkonzentration des Atemgases niemals ĂŒber 70 Vol.-% liegen bzw. ist eine Sauerstoffkonzentration von weniger als 30% zu vermeiden.

Analgetische Konzentrationen ab 30 Vol.-% - bis max. 50 Vol.-% werden verwendet in der Geburtshilfe, Zahnheilkunde und fĂŒr sehr kurze, schmerzhafte chirurgische Interventionen (sog. Rauschnarkose).

Die Applikation erfolgt ĂŒber Gesichtsmaske, Larynxmaske (Gummimaske ĂŒber dem Kehlkopf) oder Endotrachealtubus (Beatmungsschlauch in der Luftröhre). Dosierung und Anwendungsdauer werden individuell vom Arzt bestimmt, jedoch sollen KombinationsanĂ€sthesien mit Stickoxydul medizinisch beim Knochenmarkgesunden auf unter 8-10 Stunden begrenzt bleiben. Bei kritisch Kranken (z. B. Intensivstationspatienten) und bei vorgeschĂ€digtem Knochenmark ist die Indikation fĂŒr die Verwendung von Stickoxydul medizinisch auch bei kurzen Narkosen (unter 2 Stunden) Ă€ußerst streng zu stellen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen:

Bei Kindern ist eine verringerte schmerzstillende Wirkung möglich. Der Arzt wird die Dosis gegebenenfalls anpassen.

Wenn bei Ihnen eine grĂ¶ĂŸere Menge von Stickoxydul medizinisch angewendet wurde, als erforderlich:

In diesem Fall sollte eine Blutbildkontrolle in ErwÀgung gezogen werden.

Überdosierung (Inhalation von mehr als 70% Stickoxydul) fĂŒhrt zu HypoxĂ€mie (niedriger Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut), zu zentralnervösen SchĂ€den und bis zum Tod. Unter diesen UmstĂ€nden sollte die inhalierte Menge an Stickoxydul reduziert werden und entsprechend spezifische Maßnahmen vom Arzt getroffen werden.

Therapeutische Sofortmaßnahme ist die Beatmung mit reinem Sauerstoff

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mĂŒssen.

Nebenwirkungen sind stark von der Konzentration im Atemgas und der Dauer der Anwendung abhĂ€ngig. Sie sind bei Beachtung der erwĂ€hnten Vorsichtsmaßnahmen rasch reversibel.

Stickoxydul tritt rascher in luftgefĂŒllte HohlrĂ€ume ĂŒber als der ausgetauschte Stickstoff. Bei Anwendung von Stickoxydul kann es zum Druckaufbau in nicht entlasteten luftgefĂŒllten HohlrĂ€umen des Körpers kommen.

HĂ€ufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Erkrankungen des Magen-/Darmtrakts: Erbrechen, Übelkeit

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Erkrankungen des Nervensystems: ParĂ€sthesie (Kribbeln der Haut), ĂŒbermĂ€ĂŸige Sedierung Psychiatrische Erkrankungen: Euphorie (gehobene Stimmungslage), Unruhe, AngstzustĂ€nde, Halluzinationen, TrĂ€ume

HĂ€ufigkeit nicht bekannt (auf Grundlage der verfĂŒgbaren Daten nicht abschĂ€tzbar):

Erkrankungen des Nervensystems: Benommenheit, erhöhter SchĂ€delinnendruck, KrĂ€mpfe, Kopschmerzen, Neuropathie, Subakute kombinierte RĂŒckenmarksdegeneration.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Panzytopenie (Verminderung an Blutzellen, beobachtet bei vorangegangen Dispositionen (Cobalaminmangel, DrogenabhĂ€ngigkeit)), Leukopenie (verminderte Anzahl an weißen Blutkötperchen), Agranulozytose (verminderte Anzahl an Granulozyten, beobachtet nach sehr hoher und langer Tetanusbehandlung in den 50iger Jahren)

Erkrankungen des Auges: Schwere Sehstörungen (aufgrund Ausdehnung des opthalmischen Gases), Erkrankungen des Ohrs und Labyrinths: Ohrschmerzen, Erkrankungen des Mittelohrs, Trommelfellriss (im Fall von Verlegung der Eustachischen Röhre, siehe 4.4.)

Erkrankungen der Lunge, des Brustraums und des Mediastinum: Atemdepression (bei Neugeborenen, wenn wÀhrend der Geburt verabreicht)

Psychiatrische Erkrankungen: Desorientierung

Nach lÀngerer oder wiederholter Exposition

HĂ€ufigkeit nicht bekannt (auf Grundlage der verfĂŒgbaren Daten nicht abschĂ€tzbar):

Erkrankungen des Nervensystems: Neurologische Störungen und Myeloneuropathie, Abnorme Bewegungen wurden manchmal insbesondere vor dem Hintergrund von Hyperventilation beobachtet

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Megaloblastische AnÀmie (Blutarmut durch Vitamin B12 Mangel oder FolsÀure)

Psychiatrische Erkrankungen: Missbrauch und AbhÀngigkeit

Erkrankungen des Stoffwechsels: Vitamin B12 Mangel (siehe Abschnitt „Stickoxydul medizinisch darf nicht angewendet werden“, „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und „Anwendung von Stickoxydul medizinisch zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fĂŒr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt ĂŒber das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt fĂŒr Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5

1200 WIEN ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen ĂŒber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur VerfĂŒgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fĂŒr Kinder unzugĂ€nglich auf.

Stickoxydul verdrĂ€ngt die Atemluft. Bei der Anwendung ist fĂŒr eine ausreichende DurchlĂŒftung der BehandlungsrĂ€ume zu sorgen.

Bei der Anwendung nicht rauchen, offene Flammen und ZĂŒndquellen fernhalten. Feuergefahr bei Kontakt mit leicht brennbaren Stoffen. Anreicherung der Umgebungsluft mit Stickoxydul vermeiden.

Mit Stickoxydul in BerĂŒhrung kommende Teile sind frei von Öl und Fett (auch Cremen und Salben) zu halten. Nur fĂŒr Stickoxydul zugelassene Armaturen und Dichtungsmaterialien verwenden.

VerĂ€nderungen und Reparaturen an BehĂ€ltern, Armaturen und anderen technischen AusrĂŒstungsteilen dĂŒrfen nur von entsprechenden FachkrĂ€ften durchgefĂŒhrt werden.

Die Inhalationshilfen (z. B. Nasenbrille, Atemmaske, Tubus) mĂŒssen fĂŒr die jeweilige Applikation geeignet sein.

Eine missbrĂ€uchliche Verwendung der BehĂ€lter sowie eine BefĂŒllung durch den Verbraucher oder Dritte sind nicht statthaft

Zur Entnahme von Stickoxydul medizinisch aus einem BehĂ€lter ist erforderlichenfalls eine geeignete Druckreduziereinrichtung anzuschließen. Die Bedienungsanleitung fĂŒr diese Einrichtung ist unbedingt zu beachten. Verunreinigung des Anschlusses vermeiden.

FĂŒr die Entnahme von Stickoxydul medizinisch sind die dafĂŒr vorgesehenen Flaschen nur im stehenden Zustand zu verwenden. Dies gilt auch fĂŒr die speziell gekennzeichneten Steigrohrflaschen zur Entnahme von verflĂŒssigtem Stickoxydul.

Entnahmeventil nach Gebrauch immer schließen.

Im Gefahrenfall ist das Ausströmen von Stickoxydul medizinisch durch Schließen des entsprechenden Absperrorgans am BehĂ€lter (siehe gegebenenfalls Bedienungsanleitung) zu unterbinden.

BehĂ€lter gegen Umfallen sichern (z.B. Verwendung eines Flaschenwagens) und vor mechanischer BeschĂ€digung schĂŒtzen.

BehĂ€lter gegen unzulĂ€ssige ErwĂ€rmung (in der Regel ĂŒber 40 °C) schĂŒtzen.

Sofern bei Flaschen ein Ventilschutz vorgesehen ist, muss dieser bei der Lagerung und dem Transport angebracht sein (z.B. Schutzkappe oder Tragegriff).

Verunreinigung der BehÀlter (z.B. durch Feuchtigkeit oder Eindringen von Wasser in die BehÀlter) vermeiden.

Bei der Lagerung und dem Transport von BehĂ€ltern mit unter Druck verflĂŒssigtem Stickoxydul medizinisch sind außerdem die Angaben im entsprechenden Sicherheitsdatenblatt zu beachten.

Sie dĂŒrfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem BehĂ€ltnis nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Die Verwendung von Stickoxydul medizinisch aus teilentleerten BehĂ€ltern ist bis zum Verfalldatum zulĂ€ssig.

Leere BehĂ€lter oder BehĂ€lter mit Restinhalt sollten dem Vertreiber zur WiederbefĂŒllung oder Entsorgung ĂŒbergeben werden (BehĂ€lter nicht vollstĂ€ndig entleeren).

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Weitere Informationen

Was Stickoxydul medizinisch enthÀlt

Der Wirkstoff ist Distickstoffmonoxid (Stickoxydul).

Der BehĂ€lter (Gasflasche oder FlaschenbĂŒndel) enthĂ€lt reines Distickstoffmonoxid (Dinitrogenii oxidum) EAB mit einem Mindestgehalt von 98,0 Vol.-% N2O.

Das Arzneimittel enthÀlt keine weiteren Inhaltsstoffe

Wie Stickoxydul medizinisch aussieht und Inhalt der Packung:

Stickoxydul ist ein farb- und geruchloses Gas zur medizinischen Anwendung, (druckverflĂŒssigt). Stickoxydul medizinisch wird in unter Druck verflĂŒssigter Form in wiederbefĂŒllbare Gasflaschen mit unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe (Inhalt 0,25 bis 40 kg) oder in FlaschenbĂŒndel (Inhalt 240 bis 900 kg) abgefĂŒllt.

Wie erkennt man den Gasinhalt?

Der maximale Gasinhalt ergibt sich ĂŒberschlagsmĂ€ĂŸig aus dem spez. FĂŒllgewicht (0,75 kg/l) und ist auf dem BehĂ€lter eingeschlagen. Der tatsĂ€chliche Gasinhalt kann durch Abwiegen festgestellt werden, indem man vom aktuellen Gewicht das Tara-Gewicht des BehĂ€lters (auf dem BehĂ€lter eingeschlagen) abzieht. z.B.: 32 kg (aktuelles Gewicht) - 25 kg (Tara-Gewicht) = 7 kg Gas

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

AIR LIQUIDE AUSTRIA GmbH

Sendnergasse 30

A-2320 Schwechat

Telefon: 01 / 701 09 - 0

Telefax: 01 / 701 09 – 214

Hersteller:

AIR LIQUIDE MEDICAL

Tolhuisstraat 46-48

2627 Schelle - BELGIEN

Z.Nr.: 1-26087

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt ĂŒberarbeitet im August 2018.

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Zuletzt aktualisiert: 26.07.2023

Quelle: Stickoxydul medizinisch Air Liquide - Beipackzettel

Wirkstoff(e) Distickstoffmonoxid
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Hersteller Air Liquide Austria GmbH
Suchtgift Nein
Psychotrop Nein
Zulassungsdatum 24.10.2005
ATC Code N01AX13
Abgabestatus Abgabe durch Gewerbetreibende gemĂ€ĂŸ Gewerbeordnung 1994 mit entsprechender Berechtigung
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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden