Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)

Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)
Internationale Klassifikation (ICD) I10.-
Symptome Abgeschlagenheit, Nasenbluten, R√∂tung im Gesicht, Kurzatmigkeit, √úbelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsst√∂rungen, Angst/Nervosit√§t, Luftnot, Druckgef√ľhl am Brustkorb, gest√∂rtes Sehverm√∂gen
M√∂gliche Ursachen Nieren-, Stoffwechsel- oder Gef√§√üerkrankung, hormonelle Erkrankung, genetische Veranlagung, Schilddr√ľsen√ľberfunktion, Stress
Mögliche Risikofaktoren Bewegungsmangel, zu viel Salz, zu viel Alkohol, zu wenig Kalium, Rauchen, hohes Alter, Gene, Übergewicht, Insulinresistenz
Wirkstoffe Amlodipin , Bisoprolol , Nifedipin , Enalapril , Lisinopril , Ramipril , Candesartan , Losartan , Valsartan , Metoprolol , Nebivolol , Hydrochlorothiazid (HCT) , Indapamid , Spironolacton , Lercanidipin

Grundlagen

Bei einem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) sind die Werte des messbaren Blutdruckes √ľber einen l√§ngeren Zeitraum erh√∂ht. Der medizinische Begriff arterielle Hypertonie setzt sich dabei aus den lateinischen W√∂rtern ‚Äěarteriell‚ÄĚ (zur Arterie geh√∂rend) und ‚ÄěHypertonie‚ÄĚ (√úberdruck) zusammen. Man spricht laut den derzeitigen Guidelines der European Society of Cardiology (ESC) von Bluthochdruck, wenn die systolischen Blutdruckwerte 140 mmHg (Millimeter-Quecksilbers√§ule) beziehungsweise die diastolischen Werte 90 mmHg √ľberschreiten. Die arterielle Hypertonie ist die h√§ufigste internistische Erkrankung und z√§hlt zu den klassischen Volkskrankheiten, wobei die Pr√§valenz der Hypertonie in Europa bei Erwachsenen zirka 30 % betr√§gt. Die H√§ufigkeit von Bluthochdruck h√§ngt auch vom K√∂rpergewicht, dem sozio√∂konomischen Status sowie vom Geschlecht ab ‚Äď M√§nner sind insgesamt h√§ufiger von Bluthochdruck betroffen.

Systolischer und diastolischer Wert

Das Herz pumpt mit jedem Schlag Blut in den K√∂rper und erzeugt so einen Druck innerhalb der Gef√§√üe, den man beispielsweise mithilfe einer Blutdruckmanschette messen kann. Der ideale Blutdruckwert betr√§gt dabei 120 / 80 mmHg. Den ersten, in der Regel h√∂heren Wert, bezeichnet man als systolischer Blutdruck und den zweiten, meist niedrigeren Wert, als diastolischen Blutdruck. Die Systole bezeichnet die Phase, in der sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut aus der linken Herzkammer auswirft. Ihr gegen√ľber steht die Diastole, bei der sich das Herz entspannt und dadurch erneut mit Blut f√ľllen kann. Gemessen wird der Blutdruck in der Regel mithilfe einer Blutdruckmanschette am Oberarm oder auch invasiv mittels eines Messf√ľhlers in den Arterien. Die Blutdruckmanschette sollte bei einer Messung immer in H√∂he des Herzens angebracht werden.

Die Einheit f√ľr den Blutdruck ist, historisch bedingt, mmHg. Dies steht f√ľr Millimeter Quecksilbers√§ule. Von Bluthochdruck spricht man ab 140 mmHg in der Systole beziehungsweise √ľber 90 mmHg in der Diastole.

Ein einmalig moderat erh√∂hter Blutdruck stellt oftmals keine akute Gefahr dar, √ľber einen l√§ngeren Zeitraum erh√∂hte Blutdruckwerte haben jedoch negative Auswirkungen auf das Herz, die Gef√§√üe, die Nieren, die Augen und das Gehirn. Zudem erh√∂hen sie das Risiko f√ľr kardiovaskul√§re Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Dieses Risiko kann durch eine Therapie des Bluthochdruckes deutlich reduziert werden.¬†

Kardiovaskuläres Risiko

Ob und wie eine arterielle Hypertonie behandelt werden muss, h√§ngt vom gemessenen Blutdruck und auch vom Gesamtrisiko f√ľr kardiovaskul√§re Erkrankungen ab. Auch andere Krankheiten wie etwa das metabolische Syndrom, erh√∂hte Blutfette (Dyslipid√§mie) und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) k√∂nnen das kardiovaskul√§re Risiko erh√∂hen. Es wird daher eine kategorische Einteilung des kardiovaskul√§ren Gesamtrisikos empfohlen. In Europa wird dazu das Werkzeug der Europ√§ischen Fachgesellschaft der Kardiologen (ESC) oder der PROCAM-Gesundheitstest empfohlen, in welches Faktoren wie systolischer Blutdruck, Geschlecht, Rauchverhalten, Alter und Blutfettwerte einflie√üen. Anhand dieser ist eine Einteilung in Gruppen nach dem berechneten Risiko m√∂glich. Die Einteilung des kardiovaskul√§ren Risikos erfolgt laut den Empfehlungen der ESC beispielsweise mithilfe des SCORE-Systems.

Allgemeine Wertetabelle systolischen und diastolischen Blutdruckes:

Bezeichnung

systolisch in mmHg

diastolisch in mmHg

Optimal< 120< 80
Normal120 - 12980 - 84
Hochnormal130 - 13985 - 89
Hypertonie Grad 1
140 - 15990 - 99
Hypertonie Grad 2160 - 179100 - 109
Hypertonie Grad 3¬†‚Č•180‚Č• 110
Isolierte systolische Hypertonie‚Č•140< 90

Blutdruckwerte von √ľber 180/110 mmHg (Grad 3) mit Hinweis auf eine akute Sch√§digung von Organen definiert die ESC als hypertensiven Notfall. Dieser muss sofort medizinisch behandelt werden.

Einen Zustand mit Blutdruckwerten von √ľber 180/110 mmHg ohne Organsch√§digung jedoch mit zus√§tzlichen Symptomen nennt man auch hypertensive Krise.¬†

Auch der Begriff der hypertensiven Entgleisung ist verbreitet und beschreibt meist hohe Blutdruckwerte im Sinne eines Grad 3 ohne Symptome oder Organschädigung.

Die Begriffe der hypertensiven Krise beziehungsweise Entgleisung sind jedoch nicht einheitlich definiert und werden auch unterschiedlich verwendet.

Ursachen

Essenzielle (primäre) Hypertonie

Werden keine organischen Ursachen f√ľr einen Bluthochdruck gefunden, bezeichnet man die Hypertonie als prim√§re beziehungsweise auch als essenzielle Hypertonie. Dies betrifft etwa 90 % aller Patienten. Die essenzielle Hypertonie hat eine Vielzahl von Risikofaktoren und eine genetische (polygene) Veranlagung ist bekannt.¬†

Ver√§nderbare Risikofaktoren f√ľr die Entwicklung eines Bluthochdruckes sind:

  • Stress

  • nicht ausreichend Bewegung

  • zu salzreiches Essen

  • zu fettreiches Essen

  • kaliumarmes Essen

  • zu viel Alkohol

  • √úbergewicht

  • Rauchen

  • Insulinresistenz

Nicht ver√§nderbare Risikofaktoren f√ľr die Entwicklung eines Bluthochdruckes sind:

  • geh√§ufte F√§lle von Hypertonie in der Familie

  • Alter¬†

  • Geschlecht (M√§nner h√§ufiger als Frauen)

Bestimmte Erkrankungen kommen gehäuft in Verbindung mit Bluthochdruck vor:

Treten die oben genannten Erkrankungen zusammen mit einem Bluthochdruck auf, spricht man vom sogenannten metabolischen Syndrom.

Sekundäre Hypertonie

Ein erhöhter Blutdruck kann auch aufgrund anderer Erkrankungen entstehen und wird dann als sekundäre Hypertonie bezeichnet. Dies betrifft etwa 10 % aller Patienten. Die häufigsten Ursachen sind dabei Nieren-, Stoffwechsel- oder Gefäßerkrankungen.

M√∂gliche Ursachen f√ľr eine sekund√§re Hypertonie sind etwa:

  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom: Atempausen im Schlaf aufgrund einer Verengung des Rachenraums.

  • Nierenerkrankungen: Nierenfunktionseinschr√§nkung durch Sch√§digung des Nierengewebes oder durch Verengung der Nierengef√§√üe.

  • Aortenisthumstenose: Verengung der Hauptschlagader.

  • Conn-Syndrom (prim√§rer Hyperaldosteronismus): Oft gutartiger Nebennierentumor, der eine Aldosteron-√úberproduktion mit folgendem Bluthochdruck und Kaliummangel verursacht.¬†

  • Cushing-Syndrom: Zu hoher Blutkortisonspiegel durch Medikamente oder hormonproduzierenden Tumor.

  • Ph√§ochromozytom: H√§ufig gutartiger Nebennierentumor der Katecholamine produziert. Symptome sind episodischer Bluthochdruck mit Kopfschmerzen, Schwindel und Herzrasen.

  • Adrenogenitales Syndrom: Vererbte Stoffwechselerkrankung durch Enzymdefekt, bei der die Produktion von Aldosteron und Kortisol in der Nebenniere gest√∂rt ist.¬†

  • Akromegalie: Unkontrollierte Aussch√ľttung von Wachstumshormonen durch einen Tumor der Hirnanhangsdr√ľse. Die Extremit√§ten sind vergr√∂√üert.

  • Schilddr√ľsenerkrankungen: Schilddr√ľsen√ľberfunktion (Hyperthyreose).

  • Hyperparathyreoidismus: Vermehrte Produktion von Parathormon.

Auch andere Ursachen sowie Medikamente kommen f√ľr einen sekund√§ren Bluthochdruck infrage. Dazu geh√∂ren:

  • die neurogene Hypertonie (z. B. bei Gehirnentz√ľndung)

  • die psychogene Hypertonie (z. B. bei Schmerzen)

  • orale Kontrazeptiva

  • Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR)

  • immunsupprimierende Medikamente

  • Tumormedikamente

  • Blutbildungsf√∂rdernde Medikamente (EPO)

  • Anabole Steroide

  • Stimulanzien und Drogen

  • Lakritz

Sonderformen des Bluthochdrucks

  1. Praxishochdruck: Die sogenannte ‚ÄěWei√ükittelhypertonie‚Äú bezeichnet wiederholte Blutdruckwerte von √ľber 140/90 mmHg bei einer Messung in der Arztpraxis. Die Werte im h√§uslichen Bereich sind jedoch normal.

  1. Isolierter ambulanter Bluthochdruck: Der sogenannte maskierte Hypertonus bezeichnet normale Blutdruckwerte in der Arztpraxis bei erhöhten Blutdruckwerten in der häuslichen Messung oder im ambulanten Blutdruckmonitoring (ABDM). Häufig tritt diese Form der Hypertonie bei jungen Männern, Rauchern oder bei familiärer Hypertoniebelastung auf. Die Sterblichkeit ist dabei etwa so hoch, wie bei unbehandeltem Bluthochdruck.

  1. Juvenile isolierte systolische Hypertonie: Diese Sonderform des Bluthochdrucks betrifft vor allem großgewachsene, schlanke, sportliche Jugendliche oder junge Erwachsene. Der systolische Blutdruck zeigt sich in der konventionellen Messung am Oberarm erhöht. Eine antihypertensive Therapie ist hier jedoch meist nicht notwendig.

Symptome

Ein moderat zu hoher Blutdruck verursacht im Normalfall wenig Symptome und Beschwerden k√∂nnen lange Zeit fehlen. Daher wird die Krankheit meistens sp√§t als Zufallsbefund ‚Äď im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ‚Äď oder auch als Notfall im Zuge einer hypertensiven Krise entdeckt. Manchmal tritt jedoch fr√ľhmorgendlich ein Kopfschmerz auf oder es bestehen Schlafst√∂rungen bei n√§chtlicher Hypertonie.

Mögliche Symptome eines erhöhten Blutdruckes können sein: 

  • Schwindel

  • Kopfschmerz

  • Abgeschlagenheit

  • Nervosit√§t

  • Nasenbluten

  • Kurzatmigkeit

  • Luftnot

  • Brustschmerz

  • R√∂tung im Gesicht

  • gest√∂rtes Sehverm√∂gen

  • √úbelkeit

Ein √ľber l√§ngere Zeit erh√∂hter Blutdruck kann eine Vielzahl von Organen sch√§digen und dadurch Folgekomplikationen verursachen.

Diagnose

Ein Hypertonie-Screening sollte bei allen Erwachsenen ab einem Alter von 18 Jahren durchgef√ľhrt werden. Bei einem Normalbefund wird eine Kontrolle der Blutdruckwerte zumindest alle 5 Jahre empfohlen. Hochnormale Werte sollten j√§hrlich kontrolliert werden. Ist bereits eine arterielle Hypertonie bekannt, sollten Betroffene den Blutdruck idealerweise t√§glich messen und die aufgezeichneten Werte regelm√§√üig vom Arzt kontrollieren lassen.

Wird bei einem Arztbesuch ein zu hoher Blutdruck festgestellt, wird dieser meist durch weitere Messungen zu Hause verifiziert. Nur bei stark erhöhten Werten muss eine sofortige weitere Abklärung und Therapie, manchmal auch im Krankenhaus, eingeleitet werden. 

Mithilfe von mehreren Werten, die zu Hause oder mittels Langzeitmessung √ľber 24 Stunden erhoben wurden, kann der Verdacht auf einen Bluthochdruck best√§tigt werden.¬†

Zur weiteren Abklärung eines Bluthochdruckes sollten ein ärztliches Gespräch (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung erfolgen. Hierbei finden sich häufig schon einige Faktoren, welche die Diagnose und Therapie beeinflussen. 

Weitere Untersuchungen wie eine Blutabnahme und eine Urinprobe sollten zudem routinem√§√üig durchgef√ľhrt werden. Spezielle Verfahren wie etwa ein Ultraschall vom Herz, den Nieren oder den Halsgef√§√üen sowie eine Untersuchung des Augenhintergrundes k√∂nnen ‚Äď insbesondere bei Verdacht auf bereits bestehende Organsch√§den oder Hinweis auf eine sekund√§re Hypertonie ‚Äď sinnvoll sein.

Therapie

Das Hauptziel einer Blutdrucktherapie ist die Reduktion des Risikos f√ľr bedrohliche kardiovaskul√§re Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall oder Herzinfarkt. Dieses wird mit der Senkung des Blutdruckes und Optimierung weiterer Risikofaktoren wie beispielsweise zu hohen Blutfett- oder Blutzuckerwerten erreicht. Mithilfe einer optimalen Blutdrucktherapie kann das Risiko f√ľr Herzinfarkte etwa um 25 %, das Risiko f√ľr Schlaganf√§lle um 40 % und das Risiko f√ľr Linksherzinsuffizienz um zirka 50 % gesenkt werden.

Generell spielen bei der Hypertonietherapie drei Aspekte eine große Rolle:

  1. Blutdruckhöhe (systolisch, diastolisch, Amplitude)

  2. Individuelles KHK-Risiko (nach PROCAM- oder ESC-Score)

  3. Bereits bestehende hypertensive Organschäden

Eine Therapie sollte in der Regel ab einem Wert von 140/90 mmHg begonnen werden. Bei Personen, die bei der Erstdiagnose √ľber 80 Jahre alt sind, k√∂nnen auch h√∂here Werte akzeptiert werden und eine Therapie ist erst ab Werten von 160 mmHg systolisch indiziert.¬†

Zielwerte während einer Blutdrucktherapie sind bis zum 65. Lebensjahr Werte von unter 130/80 mmHg. Bei Personen älter als 65 wird meist ein systolischer Blutdruckwert von unter 140 mmHg angestrebt. Voraussetzung ist stets, dass die Therapie gut vertragen wird. Zu niedrige Blutdruckwerte unter einer Therapie (Hypotonie) sollten vor allem bei älteren Menschen vermieden werden, da sie beispielsweise die Sturzgefahr erhöhen können.

Lebensstil

Eine prim√§re Hypertonie l√§sst sich durch eine √Ąnderung des Lebensstils verbessern und folgende Ma√ünahmen sind die Basistherapie jedes Bluthochdrucks:

  • Gewichtsreduktion (BMI ca. 25 kg/m2)

  • regelm√§√üige k√∂rperliche Bewegung (z. B. Walken, Laufen, Schwimmen)

  • mediterrane¬†Ern√§hrung

  • Weglassen hypertoniebeg√ľnstigender Medikamente (z. B. NSAR)

  • Salzreduktion in der Nahrung (5-6 g NaCl/d)

  • weniger bzw. Verzicht auf Alkohol und Koffein

  • kein Nikotinkonsum

  • Warme B√§der bzw. milde Sauna

Wenn die Lebensstiländerungen nicht ausreichen, werden zusätzlich Medikamente verschrieben. Mit den oben genannten Maßnahmen lassen sich etwa 25 % der leichten Hypertonien (Schweregrad 1) normalisieren. Bei sekundärer Hypertonie muss in jedem Fall die Grunderkrankung behandelt werden.

Medikamente

Zur medikament√∂sen Therapie von Bluthochdruck stehen eine ganze Reihe von Wirkstoffen zur Verf√ľgung, die in der Regel kombiniert werden, um optimale Blutdruckwerte zu erreichen. Eine Zweifach-Kombinationstherapie (m√∂glichst Fixkombination) erh√∂ht die Therapietreue. Ausnahmen stellen dabei Patienten mit einer leichten Hypertonie (Schweregrad 1) und niedrigem kardiovaskul√§ren Risiko sowie Patienten mit einem Alter von √ľber 80 Jahren dar. Meist wird anfangs eine niedrige Dosierung gew√§hlt und diese mit der Zeit bei Bedarf gesteigert. Die Therapie erfolgt oftmals ein Leben lang. Regelm√§√üige √§rztliche Kontrollen und Einstellungen der Dosis nach Alter, Lebensstil und eventuelle Nebenwirkungen sind erforderlich.¬†

Eine begonnene Blutdrucktherapie sollte niemals ohne √§rztliche R√ľcksprache abgesetzt werden, da starke Blutdruckschwankungen mit hypertensiven Krisen m√∂glich sind.¬†

Die f√ľnf Hauptgruppen von Wirkstoffen zur Routinebehandlung einer arteriellen Hypertonie sind:¬†

Empfehlenswerte Kombinationen sind ein ACE-Hemmer oder ein Angiotensin-Rezeptorblocker mit einem Kalziumantagonisten oder einem Thiaziddiuretikum (Hydrochlorothiazid, Xipamid). Sollten die oben genannten Wirkstoffe nicht ausreichen oder nicht vertr√§glich sein, stehen weitere Reservemedikamente (beispielsweise Alpha-1-Rezeptorblocker, zentral wirkende Sympathikolytika und arteriol√§re Vasodilatatoren) zur Verf√ľgung.

Prognose

Die Prognose einer arteriellen Hypertonie ist generell vom fr√ľhen Erkennen und einer optimalen Therapie abh√§ngig. Der Bluthochdruck ist in der Regel eine symptomarme Erkrankung, die jedoch mit der Zeit etwa zu Sch√§den an den Gef√§√üen und auch an den Organen f√ľhren kann. Ursache daf√ľr sind ein vermehrtes Auftreten von Arterienverkalkungen (Arteriosklerose) und direkte Sch√§den sowie Ver√§nderungen durch den erh√∂hten Blutdruck. Daraus k√∂nnen eine Reihe von Folgeerkrankungen und Komplikationen an verschiedenen Organen entstehen.¬†

Gefäße
Ein zu hoher Blutdruck f√ľhrt in den kleinen und gro√üen Arterien zu einer Sch√§digung durch Druckbelastung und daraufhin zu Umbauprozessen in den Gef√§√üw√§nden. Die W√§nde verlieren dabei ihre Elastizit√§t.

Auge
Am Auge f√ľhrt ein √ľber l√§ngere Zeit erh√∂hter Blutdruck zu einer chronischen Sch√§digung der Arterien des Augenhintergrundes (hypertensive Retinopathie). Urs√§chlich sind eine Verengung der Gef√§√üe und Minderdurchblutung des Gewebes (Isch√§mie). Eine Verminderung oder gar Verlust des Sehverm√∂gens sind dabei m√∂glich. Eine hypertensive Retinopathie kann zudem aufgrund eines akut erh√∂hten Blutdruckes im Rahmen eines hypertensiven Notfalles auftreten.

Gehirn
Eine arterielle Hypertonie erh√∂ht generell das Risiko f√ľr Schlaganf√§lle (Insulte) und Hirnblutungen. Man geht davon aus, dass Bluthochdruck etwa f√ľr die H√§lfte der Schlaganf√§lle verantwortlich ist. Bei akuten Blutdruckentgleisung kann es auch zu einer generellen Funktionseinschr√§nkung des Gehirns kommen, welche sich mit Symptomen wie Schwindel, √úbelkeit und Kopfschmerzen bemerkbar machen kann. Dieses Krankheitsbild nennt sich hypertensive Enzephalopathie.

Herz
Am Herzen tr√§gt ein chronisch erh√∂hter Blutdruck zu einer Verengung der Herzkranzgef√§√üe (Koronare Herzkrankheit), die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen, bei. Dies kann zu einer Minderdurchblutung und einem Herzinfarkt f√ľhren. Durch die erh√∂hte Druckbelastung der linken Herzkammer kommt es au√üerdem zu einer Verdickung des Herzmuskels (Hypertrophie). Aufgrund der Minderdurchblutung oder der Hypertrophie kann eine Herzschw√§che (Herzinsuffizienz) auftreten. Die Herzinsuffizienz und die koronare Herzkrankheit sind die h√§ufigsten Todesursachen bei Bluthochdruckpatienten.

Hauptschlagader
Durch den erhöhten Blutdruck und Arteriosklerose kann es zu einer Erweiterung beziehungsweise Schädigung der Hauptschlagader im Bereich des Brustkorbes oder des Bauches kommen (Aortenaneurysma). Eine schwere, lebensbedrohliche Komplikation ist etwa ein Einriss eines Aortenaneurysmas (Ruptur oder Dissektion). 

Niere

Im Rahmen der arteriellen Hypertonie kann es zu einer Sch√§digung der Niere (hypertensive Nephropathie) mit Eiwei√üverlust √ľber den Urin (Albuminurie) und Einschr√§nkung der Nierenfunktion (glomerul√§re Filtrationsrate) kommen.

Vorbeugen

Eine arterielle Hypertonie basiert auf zum Teil ver√§nderbaren Risikofaktoren. So kann ein richtiger Lebensstil das Risiko f√ľr die Entwicklung eines Bluthochdruckes reduzieren. Dazu geh√∂ren:¬†

  • √ľberm√§√üigen Salzkonsum vermindern

  • Gewicht reduzieren

  • gesunde, ausgewogene Ern√§hrung

  • regelm√§√üige, ausreichende Bewegung

  • Einschr√§nkung des Alkoholkonsums

  • Nikotinabstinenz

  • Stress reduzieren

  • Entspannungstechniken zur Stressbew√§ltigung (z.B. autogenes Training, progressive Muskelentspannung)

Tipps

Regeln zur richtigen Blutdruckmessung:

  • Die Messung sollte im Liegen oder im Sitzen stattfinden. Nehmen Sie vor der Messung f√ľr 5 Minuten in einer ruhigen Umgebung auf einem Stuhl Platz und lehnen Sie sich zur√ľck.

  • Nutzen Sie ein gepr√ľftes Blutdruckmessger√§t.

  • Ideal ist ein Ger√§t mit Oberarmmanschette. Der Unterrand der Manschette sollte dabei 2,5 cm √ľber der Ellenbeuge positioniert werden.

  • Die Manschette sollte die richtige Gr√∂√üe f√ľr ihren Arm haben.

  • Auf Herzh√∂he platziert, liefert die Manschette die genauesten Blutdruckwerte. Der Arm sollte dabei w√§hrend der Messung abgest√ľtzt werden.

  • W√§hrend einer Messung sollten Sie sich nicht bewegen oder sprechen.

  • Am genauesten ist der Durchschnittswert zweier aufeinanderfolgender Messungen.

  • Zwischen einzelnen Messungen sollten mindestens 1-2 Minuten vergehen.

Quellenangaben

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Dr. med. univ. Moritz Wieser

Dr. med. univ. Moritz Wieser
Autor

Moritz Wieser hat das Studium der Humanmedizin in Wien absolviert und studiert derzeit Zahnmedizin. Er verfasst vorrangig Artikel zu den h√§ufigsten Krankheiten. Besonders interessiert er sich f√ľr die Themenbereiche Augenheilkunde, Innere Medizin und Zahnmedizin.

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